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Full text of "Die oberdeutschen Familiennamen"

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155a 



Die 



Oberdeutschen Familiennamen. 



Von 



Dl*- Ludwig Steub. 



Manchen. 

Rudolpli Oldenbourg. 
1870. 



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Die 



Oberdeutschen FamiliennameD. 



Von 



D«*- Ludwig Steub. 



Mfinehen. « -«i ^v^ n t 

Verlag von B. Oldenbourg^ 

1870. Abtü 

^ 818^ 

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3 



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Vorwort 

Die Anregung zu diesem Büchlein habe ich, wie 
schon manche andere, in den deutschen Alpen gefunden. 
Voriges Jahr um Pfingsten stand ich dort auf einem 
stillen Friedhofe, betrachtete die zahlreichen Denk- 
mäler mit ihren Inschriften und las die Namen der ent- 
schlafenen Tiroler zusammen — Atzl — Datzl — 
Hutzl — Seissl. — Bin froh , dachte ich , dass mich 
niemand fragt, was sie bedeuten. Atzl wüsste ich wohl 
— das ist Azzo, Adalbert — eine alte Geschichte! — 
aber die andern vermöchte ich so wenig zu erklären, 
als der Fuhrmann mit den Weinfässern, der da unten 
Yoraberfährt. Sonderbar, dass die gebildeten Deutschen 
gar nichts von ihren Namen verstehen, die doch ihre 
£eisegefährten sind durchs ganze Leben! Sardanapal, 
Nabuchodonosor , Harun-al-Kaschid — wäre leicht einer 
zu erfragen, der sie erklären könnte, aber Datzl, Hutzl, 
Seissl — wo ist der weise Meister , der euch entlarvt ? 

Die Noth macht erfinderisch. In jener misslichen 
Lage fing ich selbst zu „forschen^* an. Atzl also ist 
Adalbert. Nun zu Datzl und Hutzl! Dadalbert und 
Hudalbert geht nicht; nehm' ich Dagobert und Hugibert 
zu leihen. Die hätten wir also auch! Aber Seissl — 

A* 



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IV Vorwort. 

Seissl — räthselhaftes Seissl — was hast du zu bedeu- 
ten? Die Forschung wollte nicht mehr von der Stelle. 
Der Forscher selber schaute lange nachdenklich bald 
ins grüne Thal hinunter, bald auf den Schnee am Sonn- 
wendjoch. Doch wie? gibt's denn nicht neben Atzl, 
Datzl, Hutzl auch ein Assi, Dassel, Hussel? und sollte 
es nicht umgekehrt neben Seissl auch ein Seitzel geben? 
Also wäre. Seiss so viel als Seitz! — Wunderbare Ent- 
deckung! Was wird die Welt zu diesem Funde sagen? 
Jetzo kann ich auch dem Herrn Cafetier Seissl in 
Battenberg mit meiner Wissenschaft dienen, kann ihm 
erklären, dass er eigentlich ein klein gemachter Sigfrid sei 
und denselben Namen trage, wie weiland Genovefa's 
pfalzgräflicher Gemahl oder der Lieblingsheld der deut- 
schen Nation, welcher im Odenwald erschlagen ward. 
Wie wird sich Herr Seissl freuen! 

Diese ersten Erfolge waren hinreissend. Sie schienen 
ein electrisches Licht auf die ganze bayerische Namen- 
schaft zu werfen und grosse EuthüUungen in Aussicht 
zu stellen. — Mittlerweile war aber der Abend heran- 
gekommen — die Dämmerung begann sich über das Thal 
zu legen — die Berge wurden immer dunkler — der 
Mond ging auf — am Strome zogen die weissen Nebel 
hin — ich wandelte einsam meine Strasse , aber es war, 
als ob mich viele hundert Namen, als ob alle die Batzel, 
Betzel, Bitzel, Botzel, Butzel, sowie auch die Bassel, 
Bessel, Bissei, Bossel, Bussel und nicht minder die 
Datzel, Detzel, Ditzel, Dotzel, Dutzel, sowie auch die 
Dassel, Dessel, Dissel, Dossei, Dussel, ja überhaupt alle 



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Vorwort. V 

Namen in — atzel, — etzel, — itzel, — otzel, — utzel, 
sowie auch jene in — assel, — essel, — issel, — ossel, 
— nssel, als ob sie mich wie eine freundliche Elfen- 
schaar schäkernd umschwärmten, glückw&nschend und 
aufmunternd, nicht abzulassen, sondern fort zu „forschen^S 
auf dass sie aus vielhundertjähriger, würdeloser Unver- 
standenheit erlöst und dem edlen bajuvarischen Stamme 
oder gleich gar der grossen deutschen Nation wieder be- 
greiflich und bedeutsam würden. — 

Damals war ich ohne Gefährten ausgegangen, aber 
die dankbaren Namen umgaben mich wie theilnehmende, 
fast aufdringliche Freunde und boten mir den ganzen 
Tag Anregung und Unterhaltung. Jede halbe Stunde 
glaubte ich ein halbes Dutzend erlöst, jede Poststation 
ein neues Gesetz gefunden zu haben. Die Brieftasche 
- füllte sich unablässig mit Entdeckungen. Auf dem Hinter- 
bräukeller bei Eitzbühel, mitten unter der rauschenden 
Musik des Müllerjahrtages, nahm sie die achtbare Stelle 
auf, welche jezt die achtundsechzigste Seite dieses 
Büchleins schmückt und hoffentlich nicht mehr vergessen 
werden wird, so lange es im Bayerlande noch Rützler, 
Küssler, Riessler, Riesler gibt. Frau Tiefenbrunner in 
dem besagten Kitzbühel, Rhätiens erste Wirthin, soll 
ihren Gast damals allerdings etwas zerstreut und träume- 
risch gefunden haben, da er den ganzen Tag an Atzl, 
Datzl, Hatzi und wenn nicht an diese, doch an Natzel, 
Ratzel, Watzel dachte. 

So erlebte ich denn in wenigen Tagen viele ver- 
gnügte Stunden, zumal, wenn ich allein zwar, doch 



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VI Vorwort. 

immer ,^orschend", durch die sonmgen Auen und die 
schattigen Wfilder wandelte. An meinem literarischen 
Büstzeug trug ich auch nicht schwer. Dass Seiss soviel 
als Seitz, hatte ich eben gelernt, dass Biedel von Budolf, 
Eunz von Konrad, Büpel vonBudprecht stammen, wusste 
ich schon Ifingsi Auf diesen wenigen Wahrheiten beruht 
aber die ganze oberdeutsche Onomatologie. 

Die Verarbeitung jener Beiseeindrücke ward nach 
der Heimkehr unverzüglich begonnen. Bald war auch eine 
kleine Abhandlung entstanden, welche unter dem Titel: 
„üeber deutsche und zunächst bayerische Familiennamen'^ 
in den Spalten der Allgemeinen Zeitung von Augsburg 
Aufnahme fand. Sie schien gern gelesen zu werden und 
es fehlte nicht an schmeichelnden Stimmen, welche 
freundlich mahnten, die Arbeit zu erweitern, zu ver- 
vollständigen und als selbständige Schrift ans Licht 
zu geben. 

Der letzte Winter war diesem Unternehmen günstig. 
Der erste Versuch wurde überarbeitet, ergänzt, erweitert. 
Ganz neu entstand all dasjenige, was jetzt auf den Seiten 
74—121 zu lesen ist — die Betrachtung der unorgani- 
schen oder unechten Namen, der zusammengesetzten 
Koseformen und der Nachtrag zur ersten, auch mancher 
Zusatz in den übrigen Glassen. 

Wenn diese Schrift einigen Werth ansprechen kann, 
so liegt er nur in der Behandlung der Namen, welche 
der ersten Classe angehören, jener Familiennamen, welche 
aus alten Mannsnamen hervorgegangen sind, und nament- 
lich ihrer vielgestaltigen Koseformen. Hier war noch in 



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Vorwort. Vit 

vollem Feld zu ärnten, denn gerade die oberdeutschen 
Namen jener Gattung haben die -blauen Augen der ger- 
manischen Forscher bisher noch wenig angezogen. 

Freilich bleibt auch jetzt noch vieles zu thun — 
wenn es nämlich der Mühe werth ist, denn es scheint 
zweifelhaft, wie weit die Sache getrieben werden darf, 
ohne in's Kleinliche und Ueberflflssige zu fallen. Dem 
Verfasser fehlte übrigens weniger die Lust als die Zeit, 
den Gegenstand erschöpfender zu behandeln. Statt der 
neun horazischen Jahre konnte er höchstens — alle zer- 
splitterten Stunden zusammengerechnet — eben so viele 
Wochen daransetzen« Darum musste auch der Studien- 
plan sehr enge angelegt werden. Das Füllhorn, das ich 
immer in den Armen wiegte, aus dem ich ohne Unterlass 
schöpfte, war Förstemann's Altdeutsches Namenbuch. 
Gleichwohl bin ich, um ein andres Gleichnis» zu wählen, 
dieses ^ethische oder vorgothische Münster mit allen seinen 
Nischen, Kapellen und Krenzgängen nicht ganz ausge- 
gangen und in manchem verlorenen Winkel mag noch 
mancher hochwürdige Bischof, Abt oder Probst, mancher 
ehrenwerthe Graf, Bitter oder Bauersmann schlummern, 
der onomatologisch wohl zu verwenden gewesen wäre. Die 
gewöhnlichen „Namenbüchleüi'' habe ich zwar zum grossen 
Theile durchgesehen, bekenne aber, fflr meinen Zweck 
nichts daraus gelernt zu haben. Andere Schriften zeit- 
genössischer Vor- und Mitarbeiter konnte idi nur spär- 
lich vergleichen. Jedem einzelnen Namen aus der Menge, 
die hier auftritt, bei sämmtlichen Forschem, in Brochuren, 
Zeitschriften und Schul^ogrammen nachzuspüren, ob er 

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Yin Vorwort. 

dort SO oder anders erklärt werde, dazu fehlte Zeit und 
Lust. Ohnedem war die Mühe , wenn sie auch aufge- 
wendet wurde, gar zu oft erfolglos, denn so gross ist der 
Beichthum der deutschen Nation, mindestens an Namen, 
dass selbst in dem weltumfassenden Werk von August Fried- 
rich Pott, das der unsrigen vielleicht fünfzehn Tausende 
enthält oder in der reichen Sammlung, welche Forste- 
mann seinem Buche angehängt, doch nur sehr wenige 
von denen zu findeb sind, welche hier erscheinen. 

Es rückt da nun ein Schlachthaufen von vierthalb- 
tausend Streitern in das Feld, Streitern insoferne, als'äie sich 
selber wenigstens vertheidigen müssen. Sie zu werbeu 
und zu sanameln, nach Ursprung und Bedeutung zu fragen, 
war, wenn auch mühsam, doch ergötzlich, aber sie zu dis- 
cipliniren, zu commandiren, sie alle in Reih' und Glied, 
jeden an den rechten Platz zu stellen, Acht zu geben, 
dass sich keiner ungebührlich vordränge, keiner doppelt 
aufmarschire , keiner zu früh ins Feuer komme, keiu 
Marodeur zurückbleibe, diese Aufgabe zeigte sich un- 
gemein schwierig und ist trotz aller Mühe nicht so ge- 
löst worden, dass ich ganz damit zufrieden wäre. Wer 
indessen die Natur einer solchen Arbeit etwas überdenken 
will, der wird leichtlich finden, dass dabei einzelne 
Versehen unvermeidlich sind, und wird diese daher mit 
Nachsicht beurtheilen. Namenforschung ist ja ohnedem 
von Alters her der Irrgarten und das Sündenfeld der 
Philologie gewesen, und wenn mir eben so viele Fehler 
verziehen werden, als meinen- hochverehrten Vor- und 



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Vorwort. IX 

Mitarbeitern, so hoffe ich vor der Critik ganz leidlich 
zu bestehen. 

Am wenigsten konnte und wollte verhindert werden, 
. dass nicht auch „Yermisste*' zu beklagen wären, denn 
Vollständigkeit ist unmöglich. Wer den Schatz der Namen 
auch nur in einem Stammgebiete erschöpfen und zu 
jedem eine kürzere oder längere Exegese geben wollte, 
der hätte ein „Namenbüchlein" von mehreren Folianten 
zu schreiben. 

Die frühere Abhandlung, welche in der Allgemeinen 
Zeitung erschien, führte, wie gesagt, den Titel: „üeber 
deutsche und zunächst bayerische" — jetzt heisst die 
Schrift: „Die oberdeutschen Familiennamen" — und mit 
Becht, da mancher gute Freund, bis von Frankfurt her, in 
dankenswerther Gefälligkeit das Adressbuch seines Wohn- 
orts mir zugesandt, ich aus jedem viel trefflichen Honig 
gesogen und diesen hier nach Möglichkeit verwerthet 
habe. Uebrigens ist auch jenes „oberdeutsch" nicht so 
genau zu nehmen, denn manche Gattungen der hier be- 
handelten Namen, wie z. B. die Koseformen der dritten 
Art, kommen überall vor, so weit die deutsche Zunge 
klingt. 

Dass hie und da eine Stelle, namentlich des Buches 
Ausgang, nicht für die Oberdeutschen insgemein, sondern 
nur für meine engeren Landsleute bestimmt ist, wird mir 
auch nicht übel genommen werden. Ich bemerke nur 
noch, dass dieser Ausgang schon im vorigen November 
geschrieben worden ist. B 



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X Vorwort 

Und so sei denn das Büchlein mit einem herzlichen 
Gruss an alle Freunde der deutschen Namenskunde in 
die weite Welt entlassen! 

München im März 1870. 

Dr. L. Stenb. 



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In halt. 



I. EinleitoBg 1 

n. Eintheilang der Namen 6 

IIL Erste Classe der Familiemiameii : 

1. Deren Herkanft 9 

2. Ueber Laatrerftndenmgen 12 

3. Erklftmng alter Wörter 16 

4. Ueber die Bedeatsamkeit der alten Namen . . 27 

5. Kürzung und erste Art der Koseformen ... 33 

6. Zweite Art der Koseformen 38 

7. Dritte Art der Koseformen 51 

8. Deutscbe Schimpfnamen 65 

9. Die Namen in —1er und — er 68 

10. Die Namen in — mann 71 

11. Betraohtnng über die bisherigen Ergebnisse 72 

12. Unechte Namen 74 

13. Die aus Koseformen zusammengesetzten Namen 78 

14. Nachtrag 81 

IV. Zweite Classe der Familiennamen 122 

y. Dritte Classe der Familiennamen 129 

yi. Vierte Classe der Familiennamen 139 

vn. Schlnsswort 153 

Register 169 

Zusätze nnd Beriehtignngen 2U 



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I. 

Einleitung. 

Welchen Reiz und welche anziehende KrAft h«t 
unter allen ipraohlichen Untersuchungen eben die 
fiber Eigennamen I wie geschäftig sein nrass man um 
jede hier aufsteigende Frage za behandeln ! 
Jakob Grimm. 

Es jährt sich wieder, und zwar zum dreissigstenmal, 
seitdem ich einst zur Literatur des Vaterlandes mein 
erstes Scherflein beigetragen. In dieser langen Zeit hatte 
ich über kein erhebliches Hinderniss zu klagen, vielmehr 
manche Nachsi<;ht anzuerkennen. Als Andenken an so 
vieljähriges ungestörtes Zusanimenleben beehre ich mich 
nun, meinen lieben Landsleuten eine Xenie darzubringen, 
nämlich eine kleine populäre Abhandlung über ober- 
deutsche Familiennamen. Da jetzt jedes Menschenkind 
im Lande einen solchen ffihrt, so ist fast zu hoffen, dass 
die Arbeit auch allenthalben freundlich aufgenommen 
werde, obgleich sie nicht jene Kurzweil bietet, welche 
man sonst in Eeiseschilderungen und dergleichen zu fin- 
den glaubte. 

„Das eigenste, was der Mensch besitzt, das ist sein 
Name," sagt Otto Abel in seinem Büchlein über die 
deutschen Personennamen. „An dem Laut desselben er- 
wacht sein Selbstbewusstsein und wenn schon längst Gras 

Steub, Oberdeutsche Familiennamen. 1 



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2 Einleitang. 

Aber seinem Hügel wächst, so lebt das Andenken noch 
fort in seinem Namen« Je weiter wir in das Alterthum 
hinaufsteigen, um so zahlreicher und so sinnvoller werden 
die Namen. Ihren Stolz wie ihre Sehnsucht, ihren Glau- 
ben und ihren Aberglauben, ihre ganze Lebensanschauung 
legen ursprüngliche Völker in ihre Namen/* 

Diese Sätze mögen uns belehren, wie weit wir schon 
aus dem Alterthum herabgestiegen und in die Neuzeit 
vorgedrungen sind, denn wir pflegen in solchen Werthen 
gar kein geistiges Capital mehr anzulegen. Wenn wir 
nicht Maier, Fischer, Müller, sondern nur Hatzel, Hassel, 
Hessel, oder Berzel, Gerzel, Nerzel heissen, so wissen 
wir auch schon lange nicht mehr, was unser sprachlicher 
Lebensgefährte etwa bedeuten soll, und im Fache der 
Taufnamen ist uns Heinrich, Ludwig, Budolf kaum viel 
klarer als Johann, Jakob, Bartholomäus. Auch was Orts« 
namen betrifft, sind wir nicht am besten bestellt, denn 
wenn wir heute die drei weisesten Männer aus Egolfing, 
Tagolfing und Trudering, diesen nachbarlichen Perlen 
germanischer Namenschaft, zusammenkommen liessen, so 
wäre wohl nicht einer darunter, welcher über den Sinn, 
der aus dem Namen seiner süssen Heimat spricht, Auf- 
schluss geben könnte, oder auch nur je darüber nach- 
gedacht hätte. 

Da wir diese Namen einmal herbeigenifen haben, so wollen 
wir sie auch nach besten Eriiften erklären. Der Ansatz ing, 
ingen ist patronymisch und bezeichnet den oder die Nach- 
kommen des Mannes, an dessen Namen er gehftngt wird. Die 
Agilolfinger, die Karolinger, die Lotharinger sind die Nach- 
kommen Agilolfs, Karls, Lothars. Egolfing ist aber eben nichts 
anderes als ein etwas yernnstaltetes Agilolfingen ; Agilolf soll so 
yiel bedeuten als Schreckenswolf. Tagolf ist Tagwolf; Truder* 



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£mleitang. 3 

ing hiess frfiher Trahtheringa und Trahther ist zaaammen« 
gesetzt aus trabt = Tolk und her = Heer oder Held. 

Das unermessliche Material, das von Ulfila an big 
auf unsere Zeit durch fünfzehn Jahrhunderte und durch 
fünfzehn'*') Sprachen oder Mundarten hindurch verfolgt 
sein will, die Schwierigkeit und Zerflossenheit des Stoffs, 
die üngeniessbarkeit, welche manche unsterbliche Werke 
dem Laien gegenüber bewähren, dies und anderes mag 
es erklären, dass unsre studirten Leute in der Begel 
gründlicher lateinisch verstehen als deutsch, und dass 
unsre Sprachforscher noch immer gleichsam in tiefen 
Schachten arbeiten, aus denen selten eine Botschaft über 
ihre Funde, glücklicherweise auch keine Nachricht über 
ihre unterirdischen Feindseligkeiten ins grosse Publikum 
dringt. Und eben darin mag auch die Entschuldigung 
liegen, wenn ein nicht zünftiger Freund der Namens- 
forschung einmal wieder einen Gegenstand aufgreift, der 
gewissermassen das Hausgut und zugleich das öffent- 
liche Abzeichen eines jeden betrifft, und desswegen^ch 
so gemeinverständlich als möglich und ohne die strengen 
Formen der höheren Gelehrsamkeit behandelt werden darf. 

Obgleich nun aber die Mehrzahl der heutigen Ger- 
manen alle grammatischen Anstrengungen gerne ver- 
meidet, von Jakob Grimm und seinen Werken lieber 
erzählen hört, als sie selber liest, obgleich auch im Lande 
Bayern Schmeller's Wörterbuch nicht gerade zu den 
Büchern gerechnet wird, «welche in keiner gebildeten 



*) Gothiioh, althoobdeatsch, altaächsisoh, angelsSchsisob, alt- 
friesisch, altnordisch, mittelhochdeutsch, mittelniederdeutsch, mit- 
telniederländiach , mittelenglisch, neuhochdeutsch, neuniederl&n« 
disch, neuenglisch, schwedisch und dänisch. 

1* 



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4 EinleituDg, 

Familie fehlen dürfen,' so hält doch fast jeder geschulte 
Staatsbürger die Etymologie für seine eigentliche Domäne. 
Wer hat nicht schon beim Abendtmnke selbst in alt- 
bayerischen Landstädtchen wahrgenommen, wie die Hono- 
ratioren theils in ihren eigenen, theils in fremden Namen 
schürfen, wühlen und grübeln ? Die Ergebnisse sind aller-^ 
dings selten so beschaffen, dass unser seliger Schmoll er 
seine Freude daran haben würde, allein der deutsche 
Landsmann geistlichen oder weltlichen Standes ist eben 
von der Art, dass er sich zwar wenig Mühe gibt, um 
solchen Dingen auf den Grund zu kommen, aber doch 
keine Deutung annimmt, welche nicht auf seinem eigenen 
Anger gewachsen. Oftmars meint er auch, die Altvordern 
hätten irgend etwas wunderbares in seinen Namen hinein- 
geheimnisst und wenn der Forscher z. B. einem Herrn 
Hinterkirchner eröffnet, sein Urahn und Eponymus sei 
wohl ein Bauer gewesen, der seinen Wohnsitz hinter 
der Kirche gehabt, so wird dieser leicht empfindlich, 
und spricht der Erklärung die Tiefe ab. Um nun zu 
zeigen, dass die richtigen Wege so schwer nicht zu 
finden sind, haben wir es gewagt, hiemit einen anspruchs- 
losen Leitfaden zur Erklärung unserer Familiennamen 
aufzustellen, und zwar zunächst unsrer heimischen, unsrer 
oberdeutschen nämlich, denn eine gleichgemessene Be- 
handlung der niederdeutschen würde den Kahmen dieser 
Schrift zu weit ausspannen und ausserdem fast über- 
flüssig sein, da für sie schon von andern Seiten her das 
mögliche gethan worden ist. Es wird uns sicherlich 
freuen, wenn der Leser dabei die Ueberzeugung ge- 
winnt, dass auch in den Eigennamen etwas steckt, was 
selbst einen denkenden Menschen anziehen kann. 



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Einleitung. 5 

Der Gebrauch, einen Zunamen zu führen und diesen 
auf die Kinder überzutragen, kam übrigens in Deutsch- 
land, wie männiglich bekannt, etwa im dreizehnten Jahr- 
hundert auf« Doch dauerte es noch lange Zeit, bis die 
Sitte sich in Stadt und Land gemeingiltig festgesetzt 
hatte. Auch dann noch war aber die Sache nicht poli- 
zeilich geregelt und in Bayern hat erst Kurfürst Ferdinand 
Maria im Jahre 1677 seinen Unterthanen nachdrücklich 
verboten, sich ohne landesherrliche Bewilligung heute 
so und morgen anders zu nennen. Diese Verordnung ist 
aber noch immer nicht ganz und gar ins Bewusstsein 
des Volkes eingedrungen, denn es gibt noch heutzutage 
auf dem Lande viele brave Männer, welche sich in 
diesem Stücke nichts einreden lassen und sich je nadi 
Laune und Stimmung z. B. bald Böldl oder Pöltl, Böldel 
oder Pöltel schreiben. 

üebrigens ist dieses Feld in neuerer Zeit mehrfach 
bebaut worden. Professor Pott in Halle gab 1853 ein 
gewaltiges Buch über die Personennamen heraus, welches, 
auf unendliche. Gelehrsamkeit und unerschöpfliche Samm- 
lungen gebaut, durch ganz Europa und sogar noch darüber 
hinaus streift. Sehr beliebt ist auch Yilmar's „Deutsches 
Namenbüchlein** geworden, welches 1865 schon in vierter 
Auflage erschienen. Dazu kommen verschiedene kleinere 
Schriften anderer Geister, zumal solche, welche die Fa- 
miliennamen in den einzelnen Städten behandeln. Was 
Bayern insbesondere betrifft, so denkt namentlich Dr. Karl 
Both schon seit vielen Jahren an ein Namenbüchlein für 
unsere Hauptstadt, und hätte sich und den Münchnern 
wahrscheinlich längst ein ehernes Denkmal gesetzt, wenn 
ihm die nöthige Müsse beschieden wäre. 



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IL 
Eintheilung der Namen. 

Die deutschen Familiennamen lassen sich in vier 
grosse Gattungen theilen. In die erste stellen wir jene, 
die von den uralten Mannsnamen herrühren, welche die 
Deutschen schon in Arminius' Tagen geführt, mit der 
Zeit noch reichlich vermehrt und zum Theil bis jetzt 
noch unversehrt erhalten, zum Theil aber zerstückelt und 
durch verschiedene Ansätze verändert haben. Diese Gat- 
tung ist die zahlreichste, die schwierigste und desswegen 
auch die anziehendste. Die zweite geht von den Eigen- 
schaften des Leibes oder der Seele aus; die dritte beruht 
auf Gewerbe, Stand und Würde; die vierte bewahrt das 
Gedächtniss an eine frühere Heimath, an Hof, Dorf, Stadt 
oder Stammesland* 

Abgesehen von den Namen, welche aus fremden 
Sprachgebieten importirt sind, finden sich allerdings noch 
viele Wildlinge, welche sich in keine der eben aufge- 
stellten Gattungen schicken. Dazu^ gehören namentlich 
die unverständlichen, deren uns immer eine ziemliche 
Anzahl bleiben wird. Die Gründe der Dunkelheit sind 
mannichfach. Vieler Namen Aussprache und Schreibung 
ist schon längst verdorben, und das echte nicht immer 
so leicht herzustellen, wie z. B. bei den Kiermayern, 



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Eintheilang der Namen. 7 

Berlolmeni, Einadern und Permanedern, welche noch 
ohne Schwierigkeit inEirchmaier, Bärnlochner, Eemenafer 
nnd Bergmannöder nmznsetzen, oder wie bei den Män- 
chener Eronenbittern, welche keineswegs Leute sind, die 
von falschem Ehrgeiz getrieben um Kronen bitten, son- 
dern anspruchslose Kranewitter, die sich vom Wachholder- 
strauch benannt haben. Ein gutes Beispiel schlimmen 
Schicksales findet sich bei Rosenheim, wo ein ländlicher 
Oeconom, der nach seinen Urkunden der Taubenwörther 
heisst, durch den bequemen Yolksmund allgemein als der 
Tamira geht, ein Name, der an Tamina und Palmyra 
erinnert und doch mit dem einen sowenig zusammenhängt 
wie mit dem andern. Viele andere Namen sind der 
Bedeutung nach ganz klar, aber unklar ist, aus welchen 
Anlässen sie zu Familiennamen geworden. So die Thier- 
namen: Stier, Ochs, Hirsch, Fink, Zeisig, Sperling, oder 
Namen wie: Freitag, Sommer, Herbst, Hanfstängl, 
Pfennig, Schilling, Vierling, Schlüssel, Nagel, Spiess 
u. s. w. Auch Sohafhäutl mag hieher gestellt werden, 
was aber nicht, wie Pott und Vilmar thun, aus Schaf- 
haut, sondern aus ital. civetta, tirolisch Tschaffit, das 
Eäuzchen, zu erklären ist. Die Schreibung Sohafheitl, 
die ebenfalls vorkommt, ist daher die richtigere. 

Eine besondere, aber sehr zahlreiche Gesellschaft 
ganz für sich bilden auch die imperativischen Namen, 
wie: Lernbeoher, leer den Becher, Scheuchenpflug, scheu 
den Pflug (ein Seitenstück zu Hassenpflug), Ringseis, 
nach Vilmar: ring d. h. schwinge das Eisen, Zugschwert, 
zuck das Schwert, Schwingenschlegel, Schlagintweit, 
Wagenpfeil, wag den Pfeil u. s. w. Alle diese Namen 
gehen von einer längst vorgefallenen Anecdote aus, die 



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8 Eintheilung der Namen. 

wir jetzt aber nicht mehr herstellen können. Wenn wir 
z. B. Kliebenschädel (klieb d. h. spalte den Schädel) 
hören, so wandelt es uns an, wie ein Mährlein aus alten 
Zeiten, wie wenn vor Jahrhunderten irgendwo eine ganz 
scharfe Balgerei auf Leben und Tod vorgefallen wäre, 
wie wenn der Urahn und Eponymus seinem Freund und 
Kampfgenossen ermunternd zugerufen hätte: Elieb den 
Schädel (des Feindes nämlich)! Wir merken deutlich, 
wie diese Worte so viel Aufsehen erregten, dass sie so- 
fort an dem Eufer als unvertilgbarer Beiname hängen 
blieben; aber wann und wo diese auffallende Geschichte 
vorgekommen und das nähere darüber ist durch keine 
Conjectur mehr zu erreichen. — Uebrigens ist auch 
Shakespeare bekanntlich ein solcher imperativischer Name 
und bedeutet: Schüttle den Speer! 

Diese Namen sind schon mehrfach gesammelt und ist schon 
Tiel aber sie geschrieben worden. Namentlich hat Yilmar eine 
grosse Anzahl derselben zusammengestellt. In Mftnchen sind 
sie nicht besonders häufig, doch können wir ausser den oben 
erwähnten folgende namhaft machen: Bleibimkaus, Bleibnicht- 
lang, Hebenstreit, Jagendenbel, Schlichtegroll, Springenzaun, 
Springinsklee, Stürzenbecher, Thugut, Ziechnans, Zimgiebl — 
zier den Giebel. Trappentren und Drappeldrei sind wohl der- 
selbe Name. Wenn letztere Schreibung die richtigere, so 
konnte man auch imperatirisch erklären: Trappel (trabe) drein l 



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m. 

Erste Classe der Familiennamen. 
1. Deren Uerkunft. 

Wir gehen nun an ein Hauptstück, das wir oben 
als das anziehendste bezeichnet haben, nämlich an die 
Familiennamen, welche von alten Mannsnamen abzuleiten 
sind. 

Was Literatur betrifft, so ist hier vor allem das 
althochdeutsche Namenbuch zu erwähnen, das Dr. Ernst 
Förstemann im Jahre 1856 herausgegeben hat, ein 
grosser Quartband, welcher die alten deutschen Personen- 
namen bis zum Jahre 1100, leicht 6000 Nummern, ge- 
sammelt Yorffllirt. Der mannichfache Tadel, der jetzt 
das Buch verfolgt, scheint die unermesslichen Schwierig- 
keiten der ersten Anlage eines solchen Werkes viel zu 
leicht zu nehmen. Mir hat es die Mühe erspart, meinen 
Bedarf an alten Formen aus den verschiedenen Urkun- 
densammlungen selbst zusammenzulesen und ich bin ihm 
aus diesem Grunde vielen Dank schuldig. Damit will 
ich aber nicht behaupten, dass ich ihm auch viel anderes 
entlehnt, denn ich bin in zweifelhaften Punkten gewöhn- 
lich anderer Ansicht als Herr Dr. Förstemanm 

Neueren Ursprungs ist eine kleine Schrift über die 



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10 Erste Classe der Familiennamen. 

Kosenamen der Germanen, welche Herr Dr. Franz Stark 
vor zwei Jahren zu Wien ans Licht treten liess. 

Diese Schrift beruht auf tiefen Studien, reicht aber 
auch nicht über das frühe Mittelalter herein* Auch sie 
gewährt mancherlei Belehrung.*) 



Im Anfang, d« h* zu den Zeiten, da Cäsar und 
Tacitus schrieben, traten die Germanen mit zwei* 
stämmigen Namen in die gebildete Welt ein. Unter 
zweistämmig versteht man aber einen Namen, welcher 
aus zwei Wörtern zusammengesetzt ist, deren jedes einen 



*) Der Herr Verfasser ist zur Zeit noch etwas Eeltomane 
und der unablässige Eifer, mit welchem derselbe ganz treffliche 
deutsche Namen seinem keltischen Sprachenreich einverleiben will, 
berührt nicht eben angenehm. Wie kann man so gelehrt sein und 
doch Qumpilo (Gundpert), Bupilo (Rudpert), wovon Rupilinga, 
unser Rauhling bei Rosenheim, für sicherlich, und Rampo, Fulmo, 
Raimo, Wime, Cobbo, Oppo, Wippo für wahrscheinlich keltischen 
Ursprungs halten? Nicht einverstanden sind wir ferner mit dem 
strengen Forscher, wenn er Olauza aus einem angeblich deutschen 
Glawiza ableiten will (8. 86). Clauza ist nämlich die Mutter jenes 
reichen Quartinus, des bajuvarischen Romanen, der 828 seine 
Güter um Sterzing ans Kloster Innichen vergab. Diese Clauza 
heisst aber in einer andern Urkunde desselben Quartinus Olauzana 
und daraus ergibt sich, dass Clauza eine Koseform ist. Jenes ist 
aber so viel als Claudiana , nach Analogie von medius = mezzo. 
Uebrigens hat Hr. Dr. Franz Stark seitdem wieder ein anderes 
Werklein erscheinen lassen, nämlich: „Keltische Forschungen'^ 
Darin werden auch viele Namen in dem bekannten Verbrüder- 
ungsbuche von St Peter zu Salzburg als keltisch aufgewiesen. Ein 
älteres hierher gehöriges Schriftchen desselben Verfassers sind die 
„Beiträge zur Kunde germanischer Personennamen^^ Wien 1857. 



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Deren Herkunft. 11 

Sinn för sich hat, wie z. B. Hofmann, Weisshaupt. In 
diesem Stücke gehen die Germanen mit den Hellenen 
Haüd in Hand, während die Bömer einstämmige Namen 
führten. Eben desswegen lassen sich auch so viele 
deutsche Namen buchstäblich in griechische übertragen. 

Einzelne einstftmmige Namen scheinen aber schon im grauen 
Alterthum gebräuchlich gewesen zu sein, wie z. B. Karl, Arnust, 
jetzt Ernst, Chempho, der Kftmpe, woYon Eempfenhausen u. a. m. 

Alle die Namen also, welche in diese Gattung fallen, 
stammen aus den alten Tagen des deutschen Volkes. 
Schon die griechischen und römischen Schriftsteller des 
Kaiserreichs erwähnen deren einzelne und die Völker- 
wanderung brachte eine gute Anzahl neuer in Umlauf. 
Der eigentliche Boden für das Studium solcher Namen ist 
aber die althochdeutsche Zeit, wo sie in den Geschichts- 
büchern und namentlich in den Urkunden zu tausenden 
gefunden werden. Diese Zeit wird bekanntlich so ausge- 
steckt, dass sie mit den Merowingern, in Bajuvarien mit den 
Agilolfingern beginnt und mit dem elften Jahrhundert zu 
Ende geht. Mit dieser Zeit ging aber auch die Zeugungs- 
kraft verloren itmd seit dem zwölften Jahrhundert sind 
in dieser Gattung keine neuen Namen, wenigstens keine 
echten mehr geschaffen worden. 

Jene alten Namen sind aber jetzt zum guten Theil 
nicht mehr gemeinverständlich. Unser deutscher Sprach- 
schatz hat nämlich auf seiner langen Keise von der Urzeit 
bis ins neunzehnte Jahrhundert gerade von jenen Wörtern, 
aus welchen Namen gebildet wurden, ziemlich viele ver- 
loren. Um nun nicht öfter halb oder ganz unverständ- 
liche Gebilde vorführen zn müssen, wollen wir solche 
Wörter, soweit sie unentbehrlich, hier der Gegenwart 



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12 Erste Ciasso der Familiennamen. 

wieder in Erinnenrng bringen, denselben jedoch einige 
grammatische Bemerkungen vorausgehen lassen und zu- 
nächst mit der Lautverschiebung beginnen. 

Uebrigens, so innig die neadeutsohe Namenschaft mit der 
altdeutschen zusammenhängt^ so darf man doch nicht glauben, 
dass sich beide vollkommen decken. Es sind nftmlioh einer- 
seits bei weitem nicht alle althochdeutschen Hannsnamen zu 
neudeutschen Familiennamen geworden und anderseits zeigen 
sich neudeutsche Namen, welche mit aller Gewissheit in die 
althochdeutsche Zeit zurückgehen, deren Vorfahren sich aber 
doch nicht in den Urkunden finden. 



2. lieber Lautverändernngen. 

Im frühesten Mittelalter kam eine grosse Unruhe 
unter die stummen Buchstaben und wollten alle einen 
andern Laut annehmen. Das bisherige b wollte p, d 
wollte t, g wollte k, k wollte ch werden u. s. w. Wer 
sich früher Garibald geschrieben, schrieb sich jetzt Kar- 
palt oder Kerpalt, wer früher Dagoberht geheissen, nannte 
sich jetzt Takaperht , und aus Kuonrad Vurde jetzt ein 
Ghuonrat. Für geben sprach man kepan und den guten Qott 
nannte man den kuotun Kot. Diese Bewegung heisst man 
heutzutage die althochdeutsche Lautverschiebung. Sie ging 
am kräftigsten in Alemannien vor sich und die Mönche von 
St. Gallen hielten sich am strengsten an den neuen Brauch. 
In bajuvarischen Landen kam sie nicht zum allgemeinen 
Durchbruch, schlug aber doch so weit herein, dass sie 
viele Unordnung erzeugte. Man schrieb nämlich von dort 
an zwar noch Garibald, Gebhard, Guudger, aber nebenbei 
auch Kerpalt, Kephart, Kuntker oder auch Kerbald, 



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Ueber Lautyerftnderangen. 13 

Gerpalt und dergleichen. Man kann deutlich wahrnehmen, 
dass den damaligen ürkundenschreibern jene Lautgesetze, 
welche J. Grimm tausend Jahre später aufstellte, nicht 
immer ganz geläufig waren. 

Dieser uralten Geschichte verdanken wir aber jetzt 
noch, dass wir fast alle mit g anlautenden Namen aus 
dieser Gattung auch mit k vorfuhren können. Wir haben 
nämlich Gar und Eahr, Oerl und Eerl, Oaab und Kapp, 
Oappel und Eappel, Oabes und Kappes, Ooppelt und 
Eoppold u. s. w. 

Was b und p, d und t betrifft, so bemerken wir 
zwar im Anlaute dieselbe Erscheinung, denn es ist kaum 
einer unserer Namen zu finden, der mit b und d anfinge, 
und nicht auch mit p und t geschrieben würde, (Bosch, 
Posch, Betzl, Petzl, Burkhardt, Purkhart, Dätzl, Tätzl, 
Dresch, Träsch), allein, da b und p, d und t im Anlaute 
schon seit Jahrhunderten nicht mehr unterschieden werden 
und da die jetzige Schreibung der Eigennamen doch 
erst von gestern ist, so wäre es ungegründet, jene Unter- 
schiede auf althochdeutsche zurückzuführen und etwa zu 
behaupten, Bosch komme von Bozo und Posch von Pozo. 
Es ist darin so wenig etwas zu suchen, als in dem Un- 
terschied von Bauer und Pauer, Bock und Pock, Beck 
und Pöck. 

Femer werden k und g, wenn sie im Anlaut allein 
stehen, zwar kenntlich unterschieden, nicht aber, wenn 
sie mit 1 und r verbunden sind. Glock und Klock, 
Grimm und Erimm, Greimel und Ereimel, Greis und Kreis 
sind daher ein und dasselbe, wie ja auch allgemein 
Kreith und Kreitmayer für Greut und Greutmaier ge- 
schrieben wird. 



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X4 Erste Classe der Familiennamen. * 

Für unseren Zweck wird es am besten sein, wenn 
wir in jedem einzelnen Falle eben jene althochdeutsche 
Form voraussetzen, welche der neuhochdeutschen, die 
wir ihr gleichstellen, am nächsten steht. 

Nun noch einige kurze Bemerkungen über die Vokale. 

Ueberall und allenthalben, wo in der Stammsilbe o 
steht, kann u, wo u steht, o dafür eintreten. Dies zeigt 
schon das althochdeutsche, wo wir Pupo, Popo, Dudo, 
Dodo, Cuno, Cono, Qundo, Gondo, Gunzo, Gonzo, Hugo, 
Hogo, Budo, Bodo nebeneinander finden. Nun ist aus 
u vielfach au geworden und es gibt daher heutzutage 
liicht nur ein Eunz, sondern auch ein Eonz und ein 
Eaunz, Huss, Haus und Hess, Russ, Rauss, und Ross, 
Ruth, Rauth und Roth, Trut, Traut und Trott u. s. w. 
Tritt nun aber ein Verkleinerungsansatz hinzu und in 
Folge dessen der Umlaut ein, so kann aus Huss Hüssel, 
Hüss und Hiessel, Hiess, Hiss, aus Haus Häusel, Hänss 
und Heiss werden. 

Es ergibt sich daher folgende Wahrnehmung: da o 
und u identisch sind und aus letzterem bald äu, eu, 
ai, ei, bald ü, ie, i geworden ist, so können alle diese 
Vocale ein o oder u vertreten und thun es auch 
immer, wenn nicht ein ebenso berechtigter Stamm mit 
dem Vocal i vorhanden ist. Bissl und Beissl z. B. 
müssen von Buto, Buso = Boto, Boso kommen, weil 
kein Bito, Biso vorhanden; Rissel und Reissei dagegen 
können eben so gut von Bizzo als von Buzzo herstammen. 
— Bito, Biso findet sich allerdings bei Förstemann, 
allein nach meiner Ansicht gehören auch diese Formen 
zu Boto, Boso, worüber wir später noch sprechen werden. 
Sehr verschieden hat sich das alte iu gestaltet. 



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üeber LaatTerändenmgen. 15 

£s kommt uns namentlich in den drei. Stämmen thiud 
(Volk), liut (jetzt nur noch im Plural Leute), liub (lieb) 
entgegen. Den gothischen Namen Thiudareiks (bei den 
Griechen QevdcQixog) schreiben die lateinischen Scri- 
benten Theodoricus. Nach diesem Muster entstand aus 
Liutpold Leopold, aus Liutpercht Leoprecht, aus Thiudbald 
Theobald und aus Liubhard konnte sogar ein Leopard 
werden. (Davon wohl der italienische Name Leopard!). 
Eine andere Veränderung des iu ist aber in eu. Wie 
altes niun, fiur, liute später neun, Feuer, Leute geworden, 
so wurde aus Liubolfing Leubelflng, aus Thiutbert Deubert, 
aus Liutpold Leupold. 

Die Aussprache ist in Schwaben noch meistentheils 
die richtige, während die bayerische eu und ei, ai nicht 
unterscheidet und daher auch diese Zeichen ohne Unter- 
terschied für einander gebraucht. 

Im Gegensatze zu eu, welches ei geschrieben wird, 
^ndet sich aber auch eu, wo ei stehen sollte, wie in 
Seuffert, Seubert, Seupel, von Sig&id, Sigbei-t, Sigpold. 
Hier hat das eu nicht mehr Berechtigung als in Pfeuffer, 
Xeutner und dergl. 

Ferner konnte iu nach Analogie von tiur, liub, 
diub = Thier, lieb, Dieb, in ie übergehen, wie Dietrich, 
Diebold, Liebrecht, Dietl, Liebl und Lledl oder gar in 
i, wie Dittrich, Llppert zeigen. 

Althochdeutsch Liubisaha (Bach des Liubhart) ist 
•zu Loisach geworden, was das Volk jetzt Luisa spricht, 
«md so finden sich auf bayerischem Boden auch Formen 
wie Loibl, Loidl oder Loibl, Luidl. 

In andern Fällen konnte aber das i auch ausfallen, 
imd daher aus Liubo Laub (neben Leib, Lieb und Lob), 



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IQ ' Erste Classe der Familiennamen. 

aus Liubheri Luber und Lanber (neben Leiber, Lieber und 
Lober), aus Liubhart Laubhart, aus Liubman Laubmann 
werden. So wurde auch aus Thiudbald Taubald, aus 
Thiudbert Taubert und aus Thiudo, Thudo, da u = o, 
nicht allein Baut, sondern auch Todt 

Femer, wie neben Seifried auch Seefried, so findet 
sich neben Deibold, Leipold und Leitold auch Debold, 
Debelt, Lebold und Ledold. (Im Deminutiv Debel, Lepel 
und Ledl.) Ebenso Lebert für Liebhart. 

Endlich ist auf einen durchschlagenden Satz auf- 
merksam zu machen, nämlich, dass jeder einfache Yocal^ 
wenn die Silbe auf einfachen Consonanten ausgeht, ge- 
geschärft oder gedehnt werden kann. Es versteht sich^ 
dass in der Dehnung i gerne in ei, u in au übergeht. 
Es steht also Hann, Mann neben Hahn, Mahn, Marr 
neben Mahr, Wick neben Weick, Sick neben Sieck, Hasa 
neben Haas, Huss neben Haus, Russ neben Raus, Rosa 
neben Roos u. s. w. 

Diese Erscheinung ist wohl auch ins Althochdeutsche 
zu versetzen, wo ebenso Esso und Eso, Hasso undHaso^ 
Husso und Huso, Hanno und Hano, Manne und Mano^ 
Marro und Maro nebeneinander vorkommen. 



3. Erklärung alter Wörter. 

Nach dieser Erläuterung der Lautverhältnisse gehen 
wir an die Erklärung einiger nicht mehr verständlicher 
Wortstämme und beginnen mit den Adjectiven. 

hart ist zwar unser jetziges hart, allein in den 
Namen scheint ihm eher die Bedeutung stark oder kühn 



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Erklärung alter Wörter. 17 

ZU gebühren. Wackernagel sagt, es bezeichne strengen 
Muth und ausharrende Kraft. So also Arnhart, kühn 
wie ein Aar, Bernhart, Eberhart, Leonhart, Wolfhart 
(nicht Wohlfahrt, wie gewöhnlich geschrieben wird), 
Rudhart, Volkhart (Vollhard), stark durch Euhm, durch 
das Volk. Wigard für Wighard, stark im Kriege. Neid- 
hart wird nicht als stark im Neide erklärt, sondern als 
stark im Zorne oder im ehrgeizigen Wetteifer, was Nit, 
Neid früher ebenfalls bedeuten konnte. 

Das betonte hart ist jetzt häufig in ein tonloses 
ert übergegangen, wie in Burkert, Deinert (Degenhart), 
Eckert, Englert, Gebert, Laudert (Ludhart), Lehnert, 
(Leonhart), Liebert, Mannert, Siegert, Volkert, Weichert 
(Wighart) u. s. w. 

laicht zu verwechseln mit diesem — ert ist ein anderes, 
welches zu einem tonlos gewordenen — frid gehört, wie z. B. 
in Daffert, ööpfert, Reifert, Seifert, Tenffert, Wulf ert = 
Tagfrid, Gottfrid, Richfrid, Sigfrid, Thiudfrid, Wilfrid, 

Wie sind Ameth, Bemet, Bennat, Deinet, Ehret, Erat^ 
Geret u« s, w. zu deuten? Doch wohl als Amhard, Bernhard^ 
Deinhard, Erhard, Gerhard? Im „Etat der Bürgerschaft der 
Stadt St GaUen 1854'* findet sich ausdrücklich angegeben, dass 
die dortige Familie Bemet früher Bernhard, auch Bematb^ 
geheissen. Bematz und Beratz ist also wohl = Bernhardts. 

Ist Ebert Eberhard oder Egbert? Wahrscheinlich beides.. 
Eppert (in Hessen) weist übrigens auf Egpert« 

mar, berühmt. Schon bei den Cheruskern findet 
sich Sigimer, wie Armins Vater hiess. Die Gothen gebeä 
uns Gibimer, Gundamer, Theodemer, Walemer. Dies 
Wort lautet jetzt nur selten noch mar (Vollmar, Wei- 
mar), in den meisten Fällen ist es in tonloses mer ver- 
kommen, hat sich aber sehr häufig erhalten, als z. B. 

Steub, Oberdeutsche Familiennamen. 2 



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18 Erste Classe der FamiliennameD. 

Badumar (Schlachtberühmt), jetzt Bammer, Pammer, 
im Diminutiv Pemmerl; Fridmar = Primmer; Germar 
(Speerberühmt) = Germer; Gundmar = Gummer; Hade- 
mar = Hammer; Hildemar = Hilmer (alle drei: Schlacht- 
berühmt); Hugimar (Qeistberühmt) oderHunimar (Hun- 
nenruhm) = Hummer; Kunimar (Geschlechtsruhm) = 
Summer, im schwäbischen Diminutiv Simmerle; Lindmar 
(Schlangenruhm?) = Limmer; Ludmar (Lautrubm) = 
Lummer, Laumer, Lommer; Beginmar (Machtruhm), 
Beinmar = Reimer; Budmar (Buhmesruhm) = Rumer, 
Raumer, Romer; Thiudemar = Dietmar, Dittmer, Dett- 
mer, Diemer, Teimer, Daumer, Dommer ; Trutmar (Traut- 
ruhm) = Trumer, Traumer; Volkmar = Vollmer — 
(Dietmar und Volkmar sind die germanischen Vertreter 
des bekannten griechischen Damokles), Winimar (Freun- 
desruhm) = Weimar, Wimmer u. s. f. 

Für Wimmer ist aber noch eine andere Ableitung gegeben. 
Widum, ahd. Wihadum, gleichsam Weihthum, heissen nämlich 
in manchen Gegenden die zu einer Pfarrkirche gestifteten Gründe 
und der Widembaner, Widmann, Widmaier, Wimmer ist der 
Mann, der den Widembau als Pächter besorgt (Seh melier 
IV, 32). 

Von Dankmar (XaQr^lijg), Dammer, stammt als Di- 
minutiv die aus Spindlers Vogelhändler von Imst rühm- 
lich bekannte Firma Tammerl & Cie. zu Zams im Ober- 
innthale, wie aus Sigmar {Nixoxl^g) Simmer, das ver- 
kleinerte Simmerl, in Franken Simmerlein, welches kaum 
von Simon herzuleiten. Dagegen mag mancher Sigmund 
in einen Simon übergegangen sein. 

Yielleicht ist dies —mar, nachdem es unverständlich ge- 
worden, öfter in das bekanntere Maier hinübergeschlüpft. Ger- 



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Erklärung alter Wörter. 19 

maier, Hillemaier m dgl. kSnnten frOher wohl Germar, Hilde- 
mar gewesen sein. Dagegen scheint aber Ghrismar nur ein 
veredeltes Griesmaier. 

palt, polt, bald, bold = kühn, tapfer. 

Davon Qundpold = Gnmpold; Hlldepold; Batpold 
=: Bappolt; Budpold =3 Ranbold, Roppelt, auch noch 
im Ortsnamen Rupolding erhalten; Hnmbold (Hunnen- 
kühn); Gotpolt = Goppelt, Nitpold = Nippold u. s. w. 

peraht, perht, brecht, bert = prächtig, 
glänzend, das englische bright. 

Davon Adalperaht = Albrecht, Albert; Gundpert 
= Gmnpert; Hildepert = Hilpert; Eudprecht = Rup- 
precht, Ruppert ; Liutprecht = Leoprecht,Leupert, Lippert. 
Letzteres bekanntlich der Name des Karl Theodorischen 
Günstlings und geistlichen Bathes, dessen Nachruhm 
seinem Namen — Volkesglanz — allerdings nicht ent- 
spricht. 

Unser hold in Leuthold, Reinhold, Weinhold u. s. w. 
gibt einen ganz falschen Schein. Was jetzt hold ge- 
schrieben wird, schrieb man nämlich in alten Zeiten 
oald oder ald, und dies ißt als walt vom Verbum wal- 
ten zu erklären. Reinhold z. B. wurde früher Bagnoald, 
Reginald geschrieben, und daraus ging Reinwald oder 
Reinold (italienisch Einaldo) hervor, in welch letzteres 
man später ein überflüssiges h setzte. So ist auch Arn- 
old, früher Arnoald, italienisch Arnaldo, gebildet; etwa: 
mit Adlerkraft waltend. Hieher gehört femer Grimoald, 
aus der agilolfingischen Zeit herüberhallend, Grimwalt, 
was in die Schreibung Grünwald oder Greinwald über- 
getreten ist (ital. Grimaldi). So auch Bernhold, Gerold, 
Herold, Marold Meinhold, Reichold u. s. w. (Der Orts- 

2* 



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20 Erste Olasse der Familiennamen. 

name Grünwald ist aber, wie sich von selbst versteht, aus 
dem grünen Wald zu erklären.) 

Auch Reinholz findet sich wie Reinherz, jenes aus Rein- 
holdes, dieses aus Reinhards entstanden, so dass Holz und Herz 
nichts damit zu thun haben. Ebenso sind Weinholz, Brannholz, 
Bnrgharz, Eberz zu betrachten. Wie Reinhart zu Reinert, so 
wird Reinold zu Reinelt, Reichold zu Reichelt. Mitunter ver- 
setzt sich auch das 1 und aus Heinold wird Heinleth, aus Herold 
Herlet, aus Magold Maoklot, aus Humbold Hnmblot. So auch 
öprloff, Ortloff, Rndloff für Gerolf, Ortolf, Rudolf. 

Es folgen nun auch einige Substantiva, die unent- 
behrlichsten, die wir dem Leser nicht erlassen können, 
obgleich solche Glossare insgemein für so belehrend er- 
achtet werden, dass sie kaum mehr für unterhaltend gel- 
ten können. Glücklicherweise sind wir in der Lage, 
einige sehr oft verwendete Wörter, wie Bär, Bote (Bote), 
Fried, Geisel, Grimm,. Gott, Muth, Noth, Rath, Euhm, 
Sieg u. a. m. als bekannt voraussetzen in dürfen. 

Kar, Ker, Gar, Ger bedeutet Speer und findet 
sich z. B, in den Namen Garibald, Kerpalt (Speerkühn), 
jetzt Gerbold, in Gerhard, Gernot, Gertrud (Speertraut); 
Beringer, Wolfger = Bärenspeer, Wolfspeer. 

Gund und Hild bedeuten beide Kampf oder Schlacht, 
davon Gumpold, Gumprecht, Hilpold, Hilprecht, die wir 
schon oben angeführt, auch Gundolf = Gundwolf, wovon 
der Ortsname Gundolfingen. Guntram aus Guntraban, 
der Schlachtrabe. 

Aus diesem — ram ist zuweilen auch — rum geworden, 
wie in Gnntmm, Lentrnm = Liutram, Wolfram. 

Thusnelda, Armins Gattin, ist von J. Grimm als 
Thursinhild, Eiesenkampf, erklärt worden. — Ein drittea 



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ErldSnmg alter Wörter. 21 

Wort für Schlacht oder Krieg ist HadUt wovon Hadu- 
palt = Happolt, Haduprecht = Happert, u. s. w. — 
Ein viertes Badu, Patn, wovon Badumar = Bammer, 
ein fünftes endlich Wig, wovon Wigpert, jetzt Wlppert, 
Weipert; Wigand, Welgand, ein altes Participium wie 
Heilandf n. s. w. 

Wigand wSre also eigentlich der Kriegende. Zu Wigand 
und Heiland steUt sich ein drittes Participinm, nftmlich Troant, 
Tmani, der Drohende, welches im Diminntiy zu München ah 
Triendl, Trindl, Treindl, Trendl, in Angsborg als Tröndle 
Torkommt 

Wig als zweiter Tbeil findet sich in Ehrwig, Hartwig, 
HeUwig (Heldwig), Ludwig u. s. w. Auch Ballweg, BoUwöck, 
Herwegh sind als Baldwig, Herwig zu erklären. 

Hari, Heri, unser heutiges Heer, ursprünglich 
wohl, wie Grimm behauptet, nur einen einzelnen Helden 
bedeutend, als erstes Stück leicht erkennbar, als zweites 
meist in tonloses er verhallend, so z. B. Hariperht = 
Herbert, und dagegen Perahthari = Prechter; Hari- 
walt = Herold und Walthari = Walther. Femer Qund- 
hari = Gunder, Günther; Meginher = Meiner, Henner; 
Beginher = Reiner, Renner; Lothari, Lutheri = Luther 
(Lautheer oder Lautheld), Lauter; Liuther = Luder; 
Thegenher = Theiner; Badheri, Patheri = Bader und 
Peter; Giselher (wovon Geiselhöring) = Geisler; Hun- 
heri (Hunnenheld) = Hauner; Bunheri (run bedeutet 
Qeheimniss) = Bauner. 

Hugu = Sinn, Gedanke, Geist; davon Hugibert = 
Hubert, der durch Gedanken glänzt; Hugibald = Hubald, 
Haubold = Geisteskühn. Aus Hugipoto = Geistesbote, 
ist Haupt geworden, wie aus Sigiboto Seiht. 



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22 Erste Glasse der Familiennamen. 

Mag an, Megin = Macht, Gewalt. Davon Meginrat 
und Meginhart = Heinrad und Meinhart. 

Bagan, Begin, ungefähr derselben Bedeutung. 
Davon Eeginperht, Beginald, Beginpald = Reinbert, 
Reinwald, Reinold, Reinhold, Reinbold (ital. Bambaldi). 

Hrod, Rod, Bud = Kuhm, Lob. Davon Rue- 
deger = Euhmesspeer {^ixiaoiikvTog) , der Name des 
erlauchten Markgrafen von Pechlam im Nibelungenliede, 
auch noch mit tieftoniger Endsilbe Rudigier, Name des 
hochwürdigen Bischofs von Linz. Bodhari = Roder, 
Röder (^TQaTOTckfjg) ; Bodrich, der spanische Eodrigo, 
jetzt Rorich, Rörich; Rudolf für Budwolf, Buhmeswolf. 
Auch Rothmund schwerlich vom rothen Munde, sondern 
von Hrodmunt — Munt, manus, ist althochdeutsch Hand 
(auch Schutz), daher Buhmeshand, ein vielversprechender 
Name für einen strebsamen Augenarzt! 

Die westlichen Franken sprachen Chrod für Bod. 
Ghrodegang, der Name des berühmten Bischofs von Metz, 
der im achten Jahrhundert den verwilderten Clerus wieder 
versittlichen wollte, lebt in München noch als Roth- 
gang fort. 

Thiuda, Theoda, später Di et = Volk. Davon 
Theodebald, jetzt Theobald, Diepold, Taubold; Thiude- 
bert = Deubert, Taubert; Thiudehar = Deuter, Ditter, 
Dietherr, Dieder, Dauter, Dotter (JfjfAtoTQaTog); Thiu- 
deram (Volksrabe), jetzt Dietram, wovon Dielramszell. 
Hieher auch der glänzende Name Theoderichs, des alten 
ruhmreichen Dietrichs von Bern, den man ja nicht mit 
griechischem Theodoros in Verbindung bringen darf. 
Rieh bedeutet übrigens nicht allein reich und mächtig, 
sondern im Qothischen (reiks) auch Fürst, also Theo- 



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Erklärung alter Wörter. 23 

derich = Volkesfürst. (Später fand es auch bei Vögeln 
Anwendung, um das Männchen zu bezeichnen, wie in 
Enterich, Gänserich, Tauberich.) Theodelinde ist noch 
nicht ganz aufgeklärt; man weiss nämlich nicht gewiss, 
ob Lind Schild, Quelle oder die glflckverheissende Schlange 
bedeute. (Vergl. Lind -wurm.) Der Lindenbaum scheint 
ausser Spiel zu bleiben. 

Win, Wein = Freund. Daher Winfrid, Weinhart, 
Weinhold, Weinpold; Gerwin(Gervlnu8); Bärwein, Eber- 
wein, Gottwein, Trautwein, Volkwien, Früh wein ist 
übrigens nicht einer der frühe gern zum Wein geht, 
sondern ein Frowin, ein Freund des uralt heidnischen 
Fro, des Gottes der Freude, des Friedens und der Frucht- 
barkeit; latinisirt lautet der Name Frobenius und im 
Diminutiv PrSbel. Alpwin, Alboin, Name des Lango- 
bardenführers, ist Elfenfreund und in München noch als 
Alwein erhalten. Jenewein dagegen gehört nicht hieher, 
sondern ist Ingenuinus, wie einst ein heiliger Bischof von 
Brixen hiess. 

Zum Schlüsse kehren wir noch einmal zu dem Worte 
zurück, mit dem wir angefangen haben, nämlich zu Ger. 
Dieses findet sich jetzt — an der zweiten Stelle — oft 
schwer erkenntlich in vielen Namen, deren wir hier einige, 
so weit nöthig mit ihren Vorgängern, zusammenstellen 
wollen. Also z. B. Fridger Pricker, Hadger Hacker^ 
Herger, Hildeger Hilger, Hugiger Hücker, Huldger Hol- 
ger, Hunger, Hunker (Hunnenspeer, im Diminutiv Hin- 
gerle), Kuniger Königer, Landger Langer, Liutger Lüger, 
Maganger Manger, Notger Nocker, Kabenger Ranger, 
Richger Reiger, Thiudger Daucher, Trutger Troger, 
Volkger Volger, Waltger Walker, Wigger, Wolfger 



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24 Erste Classe der Familiennamen. 

Wolker. Der beliebte Name Eodger ist uns nach seinen 
verschiedenen früheren Formen auch in verschiedenen 
modernen erhalten. Aus Kodger wurde Rogger, Roger, 
aus Rudger Rucker, Ruger, aus Rüdger Rucker, wovon 
das Diminutiv Rückerl, Rfiger und endlich Rleger. Jenes 
ger ist übrigens, wie man sieht, in allen solchen Zu- 
sammensetzungen tonlos geworden, ausser in Rudigier, 
wogegen Hari, Heri einzelnweise sich den Ton erhalten 
hat, wie in Chorherr (Karheri), Dietherr, Eigenherr 
(Eginheri), Günthör, Landherr, Waldherr (Walthari), 
Wernhefr, Wirnhier (Werinher, Werner). Auch das 
alte Mutheri, Muthheld, findet sich noch als Muthherr, 
aber auch als Mutter, Mauter und Mauder. Und der 
selige Winther, der zu Neuhausen bei München verehrt 
wird, ein alter Winidheri, Wendenheld, vielleicht ein 
christlicher Heros, der sich durch seine Tapferkeit gegen 
die Wenden ausgezeichnet, — auch er wird vom Volke 
noch der selige Windherr genannt. 

Hier sei doch noch eines Stammes gedacht, der 
nach Herkunft und Bedeutung mit ger zusammenzufallen 
scheint, in sehr seltsamen Verkleidungen auftritt und gis 
lautet. Solange derVocal betont war, konnte aus Adat- 
gis ein Adelgeiss werden, was sich zu München findet. 
Später wurde aus is ein tonloses es, und so können wir 
Backes, Lankes durch Badugis (Kampfspeer), Landgis 
erklären. Noch später fiel auch das e hinweg, und aus 
gis wurde gs, was natürlich in ks, chs oder x überging. 
So haben wir den Berkes, Berks = Berchtgis, Bux, 
Buchs = Botgis, Drax = Trutgis, Dax, Dix, Deichs 
= Thiudgis, Heygis, Hax = Hagigis, Hux, Haux = 
Hugigis, Leux, Leix = Liutgis, Max, Mechs = Macht- 



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Erklärung alter Wörter. 25 

gis, Meinx, Menges, Mengs = Megingis, Rex = Ratgis, 
Rix = Richgis, Six = Sigigis, Wachs, Wex = Watgis. 
— Und gesetzt den Fall, dass etwa ein deutscher Ehren- 
mann Ochs hiesse (es kommt dies wirklich und nament- 
lich in Frankfurt am Main nicht selten vor) und an der 
landläufigen Bedeutung dieses seines Namens kein Ge- 
nügen fände , so dürfte er sich nur auf jenen Otgis be- 
rufen, der schon im Jahre 799 in einer Lorscher Urkunde 
erscheint, und jetzt, wenn er noch lebte, sich auch kaum 
anders als Oi oder Ochs schreiben könnte. Ot in Otmar, 
Otfried heisst aber Besitz, Eigenthum, und so würde 
Ochs ganz und gar aus seiner thierischen Sphäre gezogen 
und zum Besitzesspeer erhoben, was den Trägem dieses 
Namens gewiss nur angenehm sein könnte. Das beste 
und werth vollste, was wir auf diesem Wege gefunden, 
ist aber die Ueberzeugung, dass auch der ehrwürdige 
Bischof Flobargisus (Trostspeer), der im siebenten Jahr- 
hundert der Kirche zu Salzburg vorstand, durch seinen 
Namen noch in Bajuvarien fortlebt. Aus Flobargis musste 
nämlich Floberx, Floerx, Flerx werden, Yrelch letztere 
Form uns bekanntlich erhalten und, sofern unsere Deu- 
tung richtig, als eine wahre Perle zu betrachten ist. 

Aus |enem gis leitet sich gisil, jetzt Geisel ab, 
welches unser Huxel und Mangstl erklärt. Ersteres ist 
Mndigisil, Muthgeisel, wie schon ein Frankenkönig im 
vierten Jahrhundert heisst, letzteres Magangisil, Mangisil, 
Machtgeisel. 

Der Name Mangstl zeigt übrigens, dass zwischen sl sich 
ein t hineinsteUte — darum ist auch Gistel nichts anderes als 
Gisel, Geisel. In den uralten Namen Godegisclus, Theudegisclus 
u. s. w. hat sich dafür ein c eingeschoben. 



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26 Erste Glasse der Familiennamen. 

Uebrigens führt uns jeder Blick ins Münchner Adress- 
buch neue Beweise zu, wie eng der heutige Namensschatz 
mit uralten Bildungen zusammenhänge. Es ist eine wahre 
Schwelgerei durch diese unerschöpfliche Quellens^mmlung 
zu wandeln! Oder sollte es uns nicht freuen, wenn wir 
da so manchen bedeutsamen Namen, der schon längst 
für verloren galt, noch fröhlich grünen und blühen sehen? 
In den bayerischen Urkunden des neunten Jahrhunderts 
z. B. findet sich öfter ein Sigifuns, siegbereit, zusammen- 
gesetzt wie das westgothische Hildefuns, später Alfonso, 
Alonso, und dieser Name hat sich bis auf den heutigen 
Tag erhalten als verkleinertes Seiffissl, nach dem Adress- 
buch ein Hausbesitzer zu Haidhausen in der Grub Nr. 29. 
Auch Seidenfuss ist wohl dasselbe. Der äusserst dunkle, 
aber in Bayern ehemals sehr häufige Name Kadalhoh 
(J. Grimm bringt ihn mit den Quaden in Verbindung, 
Müll enh off deutet ihn vir eloquens. Stark hält ihn 
für gallisch) wurde einerseits zu Kado gekürzt, was 
allenfalls, wie wir später sehen werden, Katz, Eätzel» 
Kessel geben mochte, während das schliessende Ihoh, 
loh andrerseits zu Loh und im schwäbischen Diminutiv 
zu Löhle werden konnte. Wir besitzen diesen Namen 
auch in lateinischem Aufputz, als Lölius. 

Aus jenem funs ist wahrscheinlich das jetzige Pnss, Flnzl, 
Füssel, Füss hervorgegangen. Auch Bleifass, Gailfass, Daigfass 
ericiären sich annehmlich aus Blidfuns, Gailfuns, Thiudfans. 
Blid = heiter, gail =; stolz. Sogar Rehfas mag Regifuns sein. 



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Ueber die Bedeutsamkeit der alten Namen. 27 

4. Ueber die Bedeutsamkeit der alten Namen. 

Diese unsere deutschen Namen sind aber ein uraltes 
ebrwfirdiges Gewächs und werden von allen, welche mit 
ihnen näheren Umgang pflegen, mit Becht bewundert. 
Es saust und rauscht darin von Kraft und Muth und 
Kühnheit, von Schlacht und Kampf und Sieg. Glänzend, 
leuchtend und berühmt zu werden, ward schon den Neu- 
gebomen in ihren Namen als Lebensziel gestellt. Es klingt 
aus ihnen der todesmuthige Geist des Volks, das ganz 
Europa bis zu den Säulen des Hercules, ja selbst das 
phönicische Garthago und den Saum der libyschen Wüste, 
mit Schwert und Speer erobern sollte. Dass man auch 
ohne Schwert und Speer, unter constitutioneller Ver- 
fassung und einem liberalen Ministerium, beim Schreib- 
tisch oder in der Werkstätte, als Gelehrter in der Studier- 
stube, als Fabrikant oder Bankier glänzen und berühmt 
werden könne, ahnten diese Kecken in ihrer Heldengrösse 
nicht. Dennoch zeigen die vielen Namen, die mit Friede 
und mit Bath zusammengesetzt sind (wie Friederich, 
Friedwalt, Fried wart, Friedwein, Ratwart, Batwein, 
Volkrat u. s. w.), dass man nebenbei doch auch die 
Behaglichkeit der Friedensruhe und den Kath der Weisen 
wohl zu schätzen wusste. 

Liebe, Sehnsucht, Schmachten und die ganze Empfind- 
samkeit, wie sie durch die Minnesänger eingeführt wurde, 
ist in diesen Namen selten zu spüren. Selbst nach der 
Annahme des Christenthums wurden die Mädchen noch 
Hildegund, Grimhild, Gundhild, Wolfhild, Brunhild, 
Kunigund getauft, lauter Namen, wie sie in der Heiden- 
zeit die Walkyrien geführt; denn diese halbgöttlichen 



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28 Erste Glaase der Familiennamen. 

SchlacMjungfrauen waren ja das Ideal, welches der 
deutschen Maid jener Zeiten vorschweben sollte. Nur 
selten kommt uns ein Name entgegen, den auch wir 
für Frauen angemessen finden, wie wenn z. B. einmal 
eine Jungfrau Spartfgildis, Sparegeld, genannt wird — 
eine leise Andeutung, das der todesmuthige Mann auch 
damals schon die umsichtige Häuslichkeit der Lebens- 
gefährtin zu schätzen wusste. Auffallen könnten femer 
die vielen reissenden Thiere und Baubvögel, die in diese 
Namen hereinspielen. Löwe, Bär, Eber, Adler (Ar), 
Babe (Bam) kommen in den verschiedenartigsten Zusam- 
mensetzungen vor. Mit Vorliebe ward namentlich auch 
der siegverkündende Wolf herbeigezogen, der — als 
ulf, olf — sich fast an jeden andern Stamm anlegen 
konnte. So finden sich Arnulf (Adlerwolf), Gerolf, Gundolf, 
Hildolf, Meginolf, Budolf, Beginolf, Thiudolf, Wigolf 
und, wie man bei Forste mann zusammengezählt sieht, 
noch etwa dreihundertundsiebenzig andere. Diese Thiere 
waren eben die ständigen Begleiter und Tischgenossen 
der Heidengötter gewesen, und erhielten sich noch lange 
in einer gewissen Verklärung. Auch ihr Muth, ihre 
Kampflust flössten dem alten Germanen Achtung ein. 
In diesem Sinn mochte er seinen Jungen gern Eberwin 
oder Wolfwin, Ebersfreund oder Wolfsfreund heissen, 
wenn auch das damit prognosticirte Verhältniss in seiner 
Innigkeit schwerlich an jene classischen Freundschaften 
von Orestes und Pylades oder Dämon und Pythias hin- 
gereicht haben mag. 

Jenes ulf, olf ist mitunter auch in — auf übergegangen. 
So ist Baldanf, Ballanf , Ballnff (ital BaUuffi) = Baldolf. In 
Freising findet sich ein Oamanf, ganz derselbe Name, wie erm i 



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Ueber die ßedeutsamkeit der alten Namen. 29 

achten Jahrhundert als Gamanoli bei Meichelbeck yerzeiohnet 
ist; (gaman ist ahd. Freude). In Würzburg lebt ein Bitteraif 
= Biter olf, ein Name, welcher bekanntlich im Heldenlied des 
Mittelalters und jetzt noch häufig, in München als Pittrohf» 
Torkommt. So auch Oanganf = Gangolf, der umgekehrte Wolf- 
gang. Höraüf oder nach Nürnberger Schreibung Heeranf = 
Herolf, TMeraüf = Thiurolf. 

Unter diesen Namen scheinen uns freilich manche 
nur so zufällig zusammengewürfelt und ihrer Intention 
nach schwer verständlich. Was soll z. B. Gerolf sagen, 
der Speerwolf? oder Tagolf, der Tagwolf? oder Eudmar, 
der Kuhmberühmte? Ist Arnulf ein Adler wie ein Wolf 
oder ein Wolf wie ein Adler? Engelbero ein Engel wie 
ein Bär oder ein Bär wie ein Engel? Andere Namen 
wieder wollen uns aus andern Gründen nicht recht pas- 
send dünken. Damals konnte allerdings ein Fräulein 
„aus den höchsten Ständen" noch Eberswind (geschwind 
wie ein Eber) oder Wolfhild oder Bertramna (Glanzrabe) 
getauft werden, aber in unserer empfindsamen Zeit ver- 
breiten diese Namen einen so durchdringenden Wald- 
geruch, dass er ihren Trägerinnen selbst leicht lästig 
werden möchte.*) In andern Zusammensetzungen end- 
lich scheinen sich die Bestandtheile gegenseitig aufzuheben, 



*) Welch wildes Naturleben^ sagt Otto Abel, blickt uns aus 
solchen Namen entgegen! Wie weit über Chlodwigs und Theo- 
dorichs, ja über Armins und Marbods Zeiten weisen sie uns zu- 
rück, wo yielleicht noch kein blauäugiger Ctermane das Land be- 
treten hatte, das nachmals Deutschland hiessl Auf welch uralte 
Periode der Religion weisen uns die zahlreichen, mit Äsen und 
Elfen zusammengefügten Namen, wie Oswald, Alfred, Alberich? 
(Mit letzterem verwandt das französische Oberen als Elfenkönig.) 



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30 Erste Glasse der Familiennamen. 

wie in Hildefrid oder Fridhild, Gundfrid oder Fridegund 
(Kriegfried oder Friedenskrieg) u. s. w. 

Indessen erklären sich auch solche Phänomene, wenn 
man weiss, dass aus den Namen des Vaters und der 
Mutter oft ein dritter, für das Kind gebildet wurde, der 
dann freilich aus üheilen bestehen konnte, die sich nur 
sehr widerspenstig zu einem Ganzen fügten. So konnten 
Vater Gerhard und Mutter Wolfhilde einen Sohn erzielen 
und diesen dann Gerolf nennen. Die Eheleute Waltbert 
(Gewaltglänzend) und Eadhildis (Kathkampf), welche im 
achten Jahrhundert lebten, gaben ihrer Tochter den Na- 
men Waldrada. Auch die Namen der Grosseltern und 
andrer theurer Verwandten wurden auf diese Weise in 
der Familie fortgepflanzt. Mehrere Beispiele hat Dr. Franz 
Stark auf Seite 159 seiner Schrift verzeichnet. Er ist 
überhaupt der Ansicht, dass die Germanen in der aller- 
grauesten, vorhistorischen Urzeit nur einstämmige Namen 
geführt und dass die zweistämmigen erst entstanden, als 
Vater und Mutter die ihrigen zum Namen des Kindes 
zusammenzusetzen begannen. Damach wären denn diese 
Bildungen nicht so fast ein Mahnnif an den Träger, 
ihren Inhalt wahr zu machen, als vielmehr eine genea- 
logische Erinnerung. Man muss zugeben, dass diese 
Hypothese den pädagogischen Werth der Namen merk- 
lich beschränkt, aber anderseits ist nicht zu übersehen, 
dass die hiezu bestimmten Wörter fast alle nur Kampf, 
Sieg, Glanz und Buhm bedeuteten, so dass auch beim 
zufälligen Zusammenflusse meistens ein Compositum ent- 
stehen musste, welches dem Volke als schön, als edel 
und eines Kriegers würdig erschien. Und wenn auf diese 
Weise der gute Eath und der süsse Friede in den Namen 



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lieber die Bedeutsamkeit der alten Kamen. 31 

ebenfalls zur Yerwendung kamen, so entstand nur eine 
angenehme Abwechselung, die gewiss nicht für weichlich 
gelten konnte. 

Aber dies ist doch alles fast zu euphemistisch! 
Wenn ich meine Meinung offen sagen darf, so war das 
deutsche Namenwesen zu der Zeit, da die Urkunden be- 
ginnen, schon in sichtlichem Verfall und der ächte Geist 
aus ihm gewichen. Jene Sitte, für die Kinder einen 
Namen aus einer Verbindung der elterlichen zurecht zu 
machen, musste immer mehr Combinationen schaffen, 
in denen durchaus kein Sinn mehr zu finden war. Man 
gewöhnte sich allmälich, zwei Stämme wie Stifte be- 
liebig zusammen zu stecken, ohne sich zu fragen, ob sie 
auch zu einander passten. Dazu kommt, dass damals 
schon eine ziemliche Zahl von Stämmen vollkommen be- 
deutungslos geworden war. So klangen z. B. Hrod, 
Badu, Hadu, Gis, Gund und andre dem Althochdeutschen 
nicht verständlicher als uns, da diese Wörter in jenen 
Tagen schon ausgestorben waren und nur noch ver- 
steinert in den Ns^men fortlebten. Für uns haben solche 
Stamme erst wieder Leben gewonnen, seitdem unsre 
Forscher sie aus dem Gothischen, Angelsächsischen, Alt- 
nordischen zu erklären gewusst, aber König Eudolf von 
Burgund im neunten Jahrhundert verstand seinen Namen 
ebenso wenig, als Abt Hademar von Fulda und Bischof 
Gundechar von Eichstädt die ihrigen im zehnten und 
elften. Dazu kam der unwiderstehliche Trieb, die Namen 
zu verstalten und zu verkleinern, eine Behandlung, unter 
welcher allmälich ihre ursprüngliche Bedeutung ganz 
verloren gehen musste. Wie viele Anno, Hitto, Hatto 
des zehnten Jahrhunderts mochten wohl noch wissen. 



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32 Erste GlasBe der Familiennamen. 

dass ihr Name ursprünglich Aginhard, Hildebert, Ha- 
dumar gelautet? oder, wenn ihnen auch diese Formen 
bekannt gewesen, so ist doch ausser Zweifel, dass damals 
niemand mehr angeben konnte, was Aginhard, Hildebert 
oder Hadumar ursprünglich bedeutet hatte. Aus der 
Exegese, welche die gleichzeitigen Schriftgelehrten, wie 
Smaragdus, ein Abt des neunten Jahrhunderts, in 
diesem Felde versuchten, ist auch deutlich zu ersehen^ 
dass damals viele Namen noch ungeschickter erklärt 
.wurden, als es heutzutage in Kalendern und andern 
Yolksthümlichen Schriften geschieht. Was aber diesa 
unsre Behauptung sehr kräftig* bestätigt, das ist dte. 
Wahrnehmung, dass schon in so frühen Zeiten ganz un-; 
organische Namen, wie Bosold, Branzolf, Hasold u. s. yC 
aufkamen, eine Neuerung, welche deutlich zeigt, dass 
alles Gefühl für echte und rechte Namen verloren ge- 
gangen war. Ueber diese unorganischen Geschöpfe können 
wir übrigens erst später sprechen. Wir schliessen mit 
der Ansicht, dass unsere Gelehrten auf die Aufgabe, 
die beiden Namenstheile in einen gewissen Einklang zu 
bringen, schon viel zu viele Zeit verwendet haben. Viele 
Gebilde dieser Art sollten keinen Sinn haben und es ist 
daher erfolglos, einen solchen in ihnen zu suchen. Da- 
mit will übrigens nicht in Abrede gestellt sein, dass 
damals noch immer eine stattliche Anzahl verständliojier ^ 
und hochklingender Namen wie Adalbert, Kunrat, Sigi- 
bert, Sigiboto, Sigiwalt u. a. vorhanden war und dass 
diese, wenn nicht jene elterlichen Zusammensetzungen 
eintraten, stets noch mit Vorliebe und auch mit vollem 
Bewusstsein ihrer Bedeutung verwendet wurden. 



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Kürzung und erste Art der Koseformen. 33 

5. Kürzung und erste Art der Koseformen. 

Nachdem nun bisher von den vollständigen Namen 
sattsam die Bede gewesen, werden wir jetzt zeigen, wie 
diese im Laufe der Zeit zerstückelt, verkleinert und aber- 
mals verkleinert wurden, und wie auf solchem Wege Tau- 
sende von unverständlichen Zunamen entstanden sind, die 
man erst in neuerer Zeit allmählich wieder als die Kin- 
der jener ehrbaren und würdigen Yäter zu erkennen 
anfängt. 

Wir beginnen unsere Darstellung mit dem klarsten 
und einfachsten Vorgang. Die Deutschen warfen nämlich 
schon in uralten Zeiten die eine Hälfte ihres ' Namens 
weg und behielten für den Hausgebrauch nur die andere 
bei. In den meisten Fällen war es die zweite Hälfte, 
welche der Vergessenheit überlassen wurde. Der Torso 
erhielt dann im Althochdeutschen ein schliessendes 0, 
heutzutage findet sich dies in Niederdeutschland noch als 
e, in Oberdeutschland ist es ganz weggefallen. 

In Mittel- und Kiederdeutschland hat sich aher auch noch 
das archaistische erhalten, wie in Hugo, Otto, Thilo, Busse, 
Hanso u. s. w. 

So entstand also aus Berenhard Bero, jetzt Bär, aus 
Burkhart Burco, jetzt Burk, Bork; aus Dankmar Dance, 
Dank; aus Fridrich Frido, Fried; aus Garibald Garo, Gar; 
aus Gerhard Gero, Gehr; aus Gotfrid Goto, Goth; aus Grim- 
walt Grimo, Grimm; aus Gundhart Gundo, Gund; aus Hari- 
bert Haro, Harr; aus Heribert Hero, Her, Heer, Hör; aus 
Hartmann Harte, Hart; aus Kerpalt Koro, Kehr; aus Kuon- 
ratKuno, Kuhn; aus Maganhart Mannhart, Manne , Mann; 
aus Marpoto Maro, Marr; aus Markwart Marko, Mark; aus 

S t e u b , Oberdeutsche Familiezuiamen. 3 



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34 Erste Classe der Familiennameii. 

Ortwin Orto, Ort; aus Otmar Otto, Ott; aus Beginhart 
Begino, Rein; ans Bichart Bicho, Reich; ans TMndericli 
Thiudo (Theodo, unser Agilolfinger !) Diet, Daut, Todt; 
aus Trutpert Truto, Traut; aus Volkmar Volko (Fulco), 
Volk; aus Winibald Wino, Wein. Geht der erste Stamm 
in b, g, d aus, so finden sich diese Laute oft verdoppelt 
und verschoben. So bilden sich aus Gebhard Gebo und 
Geppo und daraus Oeeb und Gepp; aus Hademar Hado, 
Hatto = Had und Hatt; aus Hugibert Hugo, Huco, 
Hucco, Hucho == Hug, Huck, Hauck, Hock, Hauch; aus 
Sigfrid Sieg und Sick; aus Wigbert Weig und Wick, 
Wich und Weich. 

Auch diese libergebliebenen Stftoke nennt man schon Kose- 
formen, obgleich z. B. der Tiroler keineswegs zu kosen glaubt, 
wenn er Michael, den Hausknecht, Much ruft. Jene Bezeich- 
nung ißt yor etwa zwanzig Jahren eingef&hrt worden und klingt 
etwas boudoirmässig. Manchem würde „ Schmeichelform ^ wohl 
besser gefallen. 

Hiebei ist nun aber sowohl für das Vorausgehende 
als für das Folgende meinerseits zu bemerken, und ande- 
rerseits wohl zu behalten, dass der zweite Theil der Zu- 
sammensetzung nie mehr zu erfragen ist — er föUt, wie 
schon erwähnt, spurlos ab und verschwindet. Gund mag 
daher ebensogut von Gundhart herrühren als von Gundo- 
bad, Gundobald, Gundbrecht, Gundebrand, Gundfrid, 
Gundegisel, Gundher, Guntram, Gundoland, Gundemar, 
Gunderich, Gundolf u. s. w. Ebenso muss Volk nicht 
nothwendig von Volkmar kommen, sondern kann auch 
von Volkbald, Volkbrecht, Volkher, Volkhart, Volkram 
u. s. w. übrig geblieben sein. Den zweiten Stamm mag 
sich daher der Leser bei all diesen Trümmerformen nach 



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Kürzung und erste Art der Koseformen. 35 

eigenem Geschmack auswählen. Hin und wieder steht 
dagegen die Wahl des ersten frei, nämlich jedesmal, wenn 
das vordere Stück abgeworfen und das hintere beibehal- 
ten worden ist. So mag Polt von Liutpolt stammen, 
kann aber ebenso gut ein Best von Gerpolt, Gundpolt, 
Herpolt sein, ebenso Precht von Adalprecht, Gundprecht, 
Hildeprecht u. s. w. 

Nicht alle, aber die meisten dieser Stämme können 
übrigens ebenso gut an erster wie an zweiter Stelle 
stehen. Wir finden, wie bereits gezeigt, Hariperaht und 
Perahthari (wovon Perahtharisgaden, jetzt Berchtesgaden), 
Hramperaht und Perahthram (Bambert und Bertram), 
Harigund und Gundhari, Hildegund und Gundhild u. s. w. 
Nur ist zu bemerken, dass Burg, Gart (Haus), Gund, 
Heid (Person oder Eigenschaft), Hild, Lind, Trut, wenn 
sie an zweiter Stelle stehen, wie z. B. in dem ebenerwähn- 
ten Hildegund und Gundhild, dann in Adelheid, Walburg, 
Herburg, Gertrud, Irmengard, Hildegard, Theodolinde 
u. s. w. immer nur Frauennamen bedeuten. Einige an- 
dere Stämme dagegen, wie hart, mar u. s. w. werden 
an zweiter Stelle nur zu Männernamen verwendet. 

Ans Frauennamen scheinen keine Familiennamen entstanden 
zu sein, was eine wohlthStige Erleichterung ist, da uns die 
Mannsnamen allein schoh genug zu thun geben. Indessen soll 
damit die Frage nicht entschieden sein, denn Namen wie Hil- 
gard, Heigert, Menhild könnten gleichwohl von althochdeutschen 
Matronen herrühren. 

Nun beginnen aber die Verkleinerungen. Der Alt- 
hochdeutsche konnte nämlich an alle jene übriggebliebe- 
nen Stücke -— ilo setzen, und so entstand also ein Burk- 
ilo, Dankilo, Gebilo u. s. w. Bald aber trat das Gesetz 

3* 



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36 Erite Classe der Familiennamen. 

des Umlauts ein, d. h. das i der zweiten Silbe wirkte 
— jedoch nicht immer — auf den Vocal der ersten, 
wenn er a, o oder u war, und gestaltete ihn zu ä oder 
e, zu ö, zu ü oder ie, i um. Aus dem später eingetre- 
tenen au wurde auf diese Weise, wie schon oben be- 
sprochen, äu, eu, ei, ai. Zugleich verlor die Sprache, 
je älter sie wurde, mehr und mehr den Schmuck der 
klingenden Laute, die ihr Jugendalter geziert hatten, und 
aus ilo wurde ein verhallendes el, wie wir es heutzutage 
haben und öfter nur durch 1 darstellen. Unter solchen 
Einwirkungen wurde also Berilo Berl, Burkilo Burkl, 
Dankilo Dankl, Denkel, Fridilo Priedel, Gebilo, Geppilo 
Gebel, Geppel, Garilo Gerl, Gotilo Göttl, Grimilo Grün- 
mel, Greimel, Gundilo Gundl, Gundel (davon die Gindel- 
alm bei Tegemsee), Hartilo Härtl, Hattilo Hettel, Her- 
ilo Herl, Hörl, Hugilo, Hukilo Hugei, Hügel, Hückel, 
Hickl, Häugel, Heigel, Eerilo Kerl, Eunilo Kundl, Mann- 
ilo Mandl, Marilo Merl, Markilo Märkel, Ortilo Oertel, 
Ottilo Oettl, Eeinilo Reindl, Eichilo Reichl, Eudilo Mdl, 
Riedl, Sigilo, Sikilo Siegel, Siokel, Sichel, Thiudilo Dietl, 
Trutilo Treuttel, Volkilo Völkl, Wigilo Weigl, Winilo 
Weindl. 

Berl findet sich auch als Bierl und ebenso Gierl, Hierl, 
Mierl für Gerl, Herl, Merl. "Wierl kömmt von Werner und 
Dirl von Erhard. Darum ist auch Oürlet = Gerold. Von Marilo 
kommt also Merl und wohl auch Mörl. Mit letzterer Schreib- 
ung ist bekanntlich in Tirol eine angehende Heilige aufgetreten. 
Allerdings könnte man auch Möhrl schreiben, was sich als 
kleiner Mohr auslegen Hesse, wozu wieder Moriggl, moriculus, 
stimmt, Name eines namhaften Glaubenshelden zu Innsbruck. 

Alle diese Verkleinerungen nun haben sich zwar bis 
zum heutigen Tag erhalten, allein neben den vollen Formen 



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Kürzung und erste Art der Koseformen. 37 

kamen neuerdings gekürzte auf; man warf nämlich das 
verkleinernde el wieder weg und begnügte sich mit dem 
Best. So blieb denn von Bürkel Burk, Birk, von Denkel 
Denk, von Härtel Bart, von Merkel Merk, von Oertel 
Oert, von Oettl Oett, von Biedl Ried, von Völkl Volk. Der 
Unterschied zwischen Bürk, Denk, Hart, Merk, Oert, Oett, 
Eied, Volk und Burk, Dank, Hart, Mark, Ort, Ott, Euth, 
Volk ist also der, dass diese letztern Namen, so wie sie 
sind, aus dem grauen Alterthum hei-überkonmien, wogegen 
die erstem schon durch eine Verkleinerung durchgegangen, 
und erst, nachdem sie deren Kennzeichen abgeworfen, zur 
Einsilbigkeit zurückgekehrt sind. Auch Goethe ist sicher- 
lich eine Ableitung von Gotfrid, Gothard, Gotilo, Götel, 
und derselbe Name, der sich bei uns als Göth, Gott, 
Gett findet. 

Eine Spielart des eben dargestellten Verfahrens ist 
es, wenn bei dem Abwurf des zweiten Stammes auch der 
erste nicht unversehrt erhalten, sondern selbst wieder 
gekürzt wird. So wurde Adalbert zu Ado (jetzt Adt, 
pfälzischer Deputirter im bayerischen Landtage, und Ade 
in Stuttgart), Eberhard zu Ebo, Eppo, jetzt Epp, Eegin- 
hard zu Becco, jetzt Reck u. s. w. Aber auch aus diesen 
Trümmern wurden wieder Koseformen gebildet und so 
stand denn neben dem Ado bald ein Adilo, Edilo, jetzt 
Edel , neben Ebo , Eppo ein Ebilo , Eppilo , jetzt Ebel, 
Eppel, Epplein, neben Becco ein Bekilo, jetzt Reckel u. s. w. 



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38 Erste Glasse der Familiennamen. 

6. Zweite Art der Koseformen. 

Die Sprache unserer Altvordern hatte aber noch ein 
anderes weit reichendes Mittel um Schmeichelformen zu 
bilden, nämlich den Buchstaben z. Wollte man dieses 
Mittel anwenden, so wurde der zweite Stamm ebenfalls 
weggeworfen, zugleich aber in folgender Weise verfahren: 

1) Stand nach dem Vocal der ersten Silbe eine Muta 
(1>> g» d, p, k, t, f, ch), so liess man sofort an deren Stelle 
ein zo, zzo eintreten. Aus Adalbert entstand also Azzo, 
aus Fridrich Frizzo, aus Gebhard Gezo, aus Gotfrid 
Gozo, aus Hademar Hazzo, aus Hugibert Huzzo, aus Lud- 
wig Luzzo, aus Sudolf Buzzo, aus Thiudrich Thiuzzo, 
aus Sigfrid Sizzo, aus Udalrich Uzzo, aus Wigbert Wizzo. 

Da nun aus althochdeutschem wazzar, pezzir, wizzan, 
ein neuhochdeutsches Wasser, besser, wissen geworden ist, 
so sollten jene Namen zu unserer Zeit eigentlich nur 
Goss, Hass, Huss, Luss, Russ, Diess, Seiss u. s. w. lauten, . 
allein die Eigennamen gehen nicht auf alle Begeln ein, 
welche ihnen die Grammatiker vorlegen, und so laufen 
denn jetzt z und ss in diesem Bevier friedlich neben 
einander her. Neben Huss und Hussel gehen Hutz und 
Hutzel, neben Hass und Buss stehen Hatz und Rutz. 
Wizzo ist durch Witz und Waitz vertreten, aber auch 
durch Weiss. Sizzo ist zwar als Seitz sehr weit ver- 
breitet, aber es findet sich auch Siess und Seiss und im 
Diminutivum Seissl, was ich neulich zu meinem grossen 
Vergnügen in Brixlegg entdeckt habe. Aus Thiuzo ist 
Diez und Deutz geworden, aber auch Diess, Diss und 
Delss; aus Liutpold, Liuzo schwäbisch Lenze, aber baye- 
risch neben Luitz und Leiz auch Leiss. Ebenso ist Reiss 



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Zweite Art der Eoseformen. 39 

ein Doppelgänger von Beiz, welches auf Richard, Sizo 
zurückgeht. Daher der Name des alten Schlosses Eeizen- 
stein, nicht etwa von den landschaftlichen Beizen. Der 
alte Andechser Graf, der im Amperthale verehrt wird 
(letztes Jahr wurden seine Gebeine gestohlen, aber glück- 
lich wieder „zu Stande gebracht")? ör konmit uns in vier 
Formen entgegen, als Batpoto, als Graf Bath (Name 
seiner Wallfahrtskirche), als Bazzo in den früheren Ur- 
kunden und als Basso, was jetzt ein beliebter Taufname 
unter dem Landvolk dortiger Gegend ist. 

Als Nachfolger Ton Frizzo zeigt sich nur Fritz, nicht Friss, 
-welch letzteres sich wohl ^aus bewegenden Gründen^ in die 
Schreibung Friess, Fries (Diminutiy Friesel) goflachtet haben 
mag, wornach denn allerdings etwas zweifelhaft wird, ob aUe 
Zeitgenossen, welche sich Fries nennen, wirklich von den alten 
Friesen abstammen. — Uebrigens koomit — s o in diesen Schmeichel- 
formen eben so früh vor, als — zo. Baso, Boso, Buso, Haso, 
Huso u. s. w sind ebenso alt als Bazo, Bozo, Buzo, Hazo, Huzo. 

2) Stand aber nach dem Vocale der ersten Silbe 
eine Liquida (1, n, r), so trat der Ansatz zo erst nach 
dieser ein, und es wurde also aus Bernhard Berzo, jetzt 
Bertz, Pertz, aus Gerbold Gerzo, jetzt öerz, &örz, aus 
Hildebert Hllz, aus Gundebald Gunz, aus Kerpalt Kerz, 
aus Kunrad Eunz, aus Lindolf Linz, aus Muntger Münz 
u. s. w. 

Diese mit z gebildeten Namen sind wahrscheinlich 
jünger, als die der ersten Art, aber sie gehen inmierhin 
bis in die Tage unserer Agilolfinger zurück. Schon der 
Mitbegründer des Klosters Benedictbeuern, der fromme 
Landfrid, der ums Jahr 740 lebte, wird in der Kloster- 
chronik „der guteLanzo^^ genannt. (Daher auch Lanzen- 
hard, fälschlich Lanzenhaar geschrieben, Dorf bei München.) 



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40 Erste Glasse der Familiennamen. 

Wenn aber iso = izo ist, so erklSren sieh wohl auch die 
Namen anf —eis, die bei uns nicht selten, als Balleis für Baldeis 
= Baldizo Ton Baldwin, Brandeis = Brandizo von Brandolf, 
Branneis = Branizo yon Brunold, Gareis = Garizo Ton Gari- 
bald, Grimeis = Grimizo Tön Grimwald, Hareis =z Harizo Ton 
Haribert, Mareis = Marizo ron Harold, Beheis = Regizo Ton 
Beginhart, Bomeis =: Bomizo von Ramwalt. (Zu Grimo, Erimo, 
wäre noch zu bemerken: der alte berühmte Name Isengrim hat 
sich in Hessen als Eisengrein erhalten. Dieses Grein, wofür 
allerdings oben schon Grein wald =: Grimwald einsteht, erklärt 
aber nicht allein Greindl, Greinz, sondern gewiss auch Grendl, 
Krenn, Grenz, Kränz, in welchen ei in e, ä übergegangen. 
Darum ist auch Erembs sicher = Grimiso.) In andern Fällen 
ist aber aus jenem — iso auch — isch geworden, denn Gierisch, 
Irmisch, Hennisch, Beinisch sind sicherlich nur Abkömmlinge 
von Gerizo, Irmizo (Irmenfrid), Hiunizo (Hunpolt), Beinizo. Für 
dasselbe — iso findet sich endlich auch —es, — is, — os, — us, 
wie Ahles von Ahl = Adalbert, Bemns (Bernhard), Bnrgis 
(Burghard), Gebns (Gebhard), Gehres (Gerold), Hannes (Ha- 
gano), Helmes (Helmbrecht), Heres (Herold), Landes (Landfrid), 
Mages (Maganhart), Mannes (Mannhart), Begns (Beginhard), 
Bieges (Büdiger), Seelos, Seelns (Selibert) u. s. w., Formen, die 
namentlich am Bhein sehr häufig sind. Borz, Birz ist ein con- 
trahirtes Burgis. Harless kommt Ton Hariliso (Haro, Harilo). 
Nicht selten ist dies — eis auch in — eisen übergegangen, wie 
in Gerdeissen, Helmeisen, Lotheisen, von Gardizo = Gardulf, 
Helmizo = Helmbrecht, Lotizo = Lodwig u. a. m. üeberhaupt 
mag dem Sizzo ein Sigizo^ dem Heinzo ein Heinizo Yorausge- 
gangen sein imd daher jetzt noch Namen wie Segitz, Heinitz, 
eigentlich die älteren Formen für Seitz und Heinz. 

Nun begann aber das fröhliche Spiel von neuem. 
Diese Formen sollten zwar Koseformen sein, aber sie 
schienen gleichwohl nicht genug zu kosen, und man setzte 
also wieder — ilo an. So entstand denn ein Gezzilo, 
jetzt Gessel, ein Hazzilo, jetzt Hatzel, Hassel, Hessel, ein 



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Zweite Art der Koseformen. 41 

Huzzilo, jetzt Hutzel, Hussel, ein Razzilo, jetzt Ratzel, 
Rassel, Ressel u. s. w. Aus Mahalfrid (Mahal, Volks- 
oder GerichtsversammluDg, wovon Malstatt) wurde Mal- 
frid, aus diesem Malo oder Malzo, jetzt Hall und Malz, 
und daraus wieder Malzilo, Melzel. 'Aus Starkolf (Stark- 
wolf) wurde Starzo, Starz (davon das tirolische Sterzing), 
Starzilo, Stärzel; aus Sintram Sinzilo, Sinzel. Auch der 
Name des Bischofs Draculf (Drachwolf) von Freising, der 
schon lange, nämlich im Jahr 926 gestorben ist, hat sich 
in solcher Yerkleidung noch erhalten. Aus Draculf wurde 
nämlich Drazzo, jetzt Dratz, dann Drazzilo und daraus 
Tratzl, Trassl, oder umgelautet Dressel, Tressel. Hieher 
gehört endlich Tazzilo, Tassilo, der in Bajuvarien wohl- 
bekannte Name des letzten unglücklichen Agilolfingers, 
der schon verschiedentlich, zuletzt sogar Dachsei, gedeutet 
worden ist. Bis gelehrtere Forscher das Richtige gefun- 
den, wollen wir hier nur die Ansicht hinterlegen, dass 
es kaum etwas anderes sein kann als die ganz gewöhn- 
liche Koseform von Tagaperaht = Dagobert, wie einst 
drei merovingische Frankenkönige hiessen. Tazzo, Tazzilo, 
Tassilo ist heute in München noch als Datz, Datzl, Dassel 
imd Dessel erhalten. Auch der berühmte Ablasskrämer 
Tetzel ist eigentlich ein Tazzilo. 

Allerdings wäre auch eine Ableitung von Tato (Vater?) 
m5glioh , welchen Namen ein LongobardenkSnig im sechsten 
Jahrhundert führte. Sie wird von Dr. Stark empfohlen. 

Aber wie man Merkel, Völkel wieder zu Merk und 
Volk verkürzte, so warf man stellenweise auch hier das 
kosende — el wieder ab, und neben Dressel, Hutzel, 
Melzel, Sterzel haben wir auch unser Dress, Hutz, Heiz, 



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42 Erste Olasse der Familiennamen. 

Sterz, neben Hessel, Bessel unser Hess, was nicht jedes- 
mal der Yolksname sein muss, und unser Ress. 

Um nur annähernd zu zeigen, wie reichlich sich 
diese Bildungen entfaltet haben, wollen wir gleichwohl 
noch einige Beispiele vorführen: 

Burghart, Burz, Borz, Bürzel, Bfirz. 

Dank mar, Banz, Denzel, Denz. 

Gotthart, Götz, Götzel, Götz; Goss, Gössel, Göss. 

Gundobald, Gunz, Giinzel, Günz. 

Hartmann, Harz, Herzel, Herz. 

Landfrid, Lanz, Lenzel, Lenz. 

Mannhart, Hanz, Menzel, Henz. 

Marold oder Markwart, Harz, Merzel, Merz. 

Notger, Notz, Nötzel, Nötz; Noss, NSssl, Nöss. 

Nordbert, Norz, Nörzel, Nörz. 

Bichart, Ritz, Ritzel, Reitz, Reitzel; Riss, Rissel, 
Reiss, Reissei. 

Volk mar, Volz, Völzel, Völz. 

Walther, Walz, Welzel, Welz. 

An den Monatsnamen ist bei Merz kaum zu denken, auch 
nicht bei Mai, welches ohne Zweifel von Maio, Meio herrührt, 
einer Abkürzung von Maginhart. Der erste bay einsehe Meio 
kommt schon in einer Scheftlarer Urkunde des Jahres 762 vor. 
Oftmals laufen mehrere Yollnamen in eine Koseform zusammen. 
So kann Herz durch Harz, Herzel im dritten Glied von Hart- 
mann abstammen oder alsHerizo im ersten von Heribert. Eben- 
so kann Menz aus Manz, Menzel entstehen oder unmittelbar aus 
Meginhard, Meginzo. (Jedenfalls ist darnach jenes Menzing in 
Münchens Nähe benannt, „das lustige Menzing.'*) Auf solchen 
Zusammenlauf der Möglichkeiten können wir aber nur gelegent- 
lich hindeuten, denn ein fortwährendes Angebot zwei- und drei- 
facher Herleitungen, deren eine so annehmbar als die andere, 
würde den Leser mehr verwirren als aufklären. 



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Zweite Art der Koseformen. 43 

Uebrigens sind viele solche Namen zu finden, welche 
ein seh zeigen, wo die übrigen z und ss. Deisch, Drasch, 
Frisch, Hasch, Husch, Lusch, Nisch, Rasch, Heisch, Rusch 
werden nämlich nichts anderes bedeuten als Delss, Dratz, 
Fritz, Hass, Huss, Luss, Niss (Nithard, Nizzo), Rass, 
Reiss, Russ. Dasch, Deschel, Däsch, Desch geht durch 
Dazzo auf Dagobert zurück, Göschel durch Gozzo auf 
Gotthart, und Pasch, Peschel leitet sich ebenso von Patu- 
rich (Kampfreich) ab, wovon auch Patz. Dusch, Dosch 
ist soviel als Tuzzo, wovon Tutzing am Starenberger See, 
und dieses eine Koseform von Thiuderich. 

Wenn aber Haus von Huzzo, Huso abzuleiten, so 
kommt Hausch wohl eben daher, und Lausch, Rausch, 
Tausch sind soviel als Luzzo, Kuzzo, Tuzzo. Hin und 
wieder tritt sogar tsch ein, wie in Pritsch, Hautsch, Hetsch, 
Netsch, Nitzsch, Patsch, für Fritz, Hauz, Hetz, Nötz, 
Nitz, Patz, oder in Wetsch für Wetz, welches von Wezilo 
= Werner, in Götschl, das von Gozzilo, in Rletschel, 
das von Kuzzilo stammt. Darnach wäre denn das oben 
gegebene Verzeichniss noch einiger Ergänzungen bedürf- 
tig. Ja, noch eine weitere Reihe ist im Anzug, da auch 
80 manche einsilbige Namen, welche in st auslauten, ohne 
Zweifel hieher zu ziehen sind. Hast, Heist, Leist, Lust, 
Lust, Mast, Rast, Rost, Rust, Rist können nämlich kaum 
etwas anderes bedeuten, als Hass, Heiss, Leiss, Luss, 
Lüss, Mass, Rass, Ross, Russ, Riss. Denn auch 
Geist ist ja dasselbe was Geis, welches von Giso = Gi- 
selher abzuleiten. Ebenso vergleichen sich Gunst, Kunst, 
Künstel, Kunstmann und Gunz, Kunz, Künzel, Kunzmann, 
Gerstel und Gerzel, Gostel und GöscheL Neben Adelgeiss 



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44 Erste Classe der Familiennamen. 

kommt in München auch Adelgeist vor und ebenso fin* 
det sich Hillegeist für Hildegis. 

Die Formen in seh und st sind schon im Alterthume be- 
gründet, nftmlich so: 

1) Die Koseform in — sso konnte den weiteren Ansatz ico 
erhalten; es konnte also aus Asso, Basso, Biso, Buso, Tuso auch 
Assico, Bassico, Bisico, Bussico, Tusico und daraus später Essig,. 
Bässig, Beisig, Bussig, Tausig werden. Das i konnte aber 
auch ausfallen und aus Asco, Basco, Bisco, Busco, Tusoo musste 
dann noth wendig Asch, Basch, Bisch, Bosch, Bausch, Taisch 
entstehen. (In Lindau noch jetzt ein Basco.) 

2) Seltener ist es, dass an jene Koseformen — ito hinzu- 
tritt, aber Asito, Husito, Lusto, Busto kommen auch schon in 
althochdeutschen Zeiten vor. Unsre Posset, Bosset verhalten 
sich zu Post und Bost, wie Essig und Tausig zu Asch und 
Tausch. Soll unser Haseidl nicht ein altes Hasito sein? 

Endlich kann noch bemerkt werden, dass sich das 
schliessende z zuweilen auch nach den Liquiden in seh 
und tsch vergröbert. So finden sich z. B. Bersch, 
Bertsch, Dantsch, &ersch, Qüntsch, Harsch, Munsch für 
Berz, Danz, Gerz, öünz, Harz und Münz. — Borst, Horst 
und Norst gehören zu Burzo, Harzo und Norzo; Herbst 
vielleicht zu Herbert, wie Eomposch, Eompast, Eompst 
zu Kundpert 

Einzelweise findet sich auch s für z nach liquiden 
Buchstaben, wie z. B. Malss für Malz (Malfrid), Balss 
für Balz (Baldwin), Eiusele für Eünzele, Einsele für 
Einzele (von Eginhard), Linss für Linz. 

Alle jene Formen sind aber schon seit der Longobardenzeit 
auch in Italien bekannt. Auch dort finden sich die Gozzi, Lamzi, 
Manzi, Mensi, Mersi, Tensi (Götz, Lanz, Manz, Menz, Merz, 
Denz) u. s. w. Und wie bei uns aus uralter Zeit das GedScht- 
niss der Hofstifter Berilo, Gotilo, Gozilo, Marzilo, Ozilo, Pozilo 
noch in den Dorfnamen Berling, Gottling, G5ssling, Marzling, 



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Zweite Art der Koseformen. 45 

Oessling, Pötzling erhalten ist, so finden sich auch in der Lom- 
bardei die identischen Dorfnamen ßerlingo, Gottolengo, Go^30- 
lengo, Harzelengo, Oaaolengo, Pozzolengo u. a. m. 

Damit wären denn die durchschlagenden Kegeln auf- 
gestellt — es gibt aber auch Ausnahmen und zwar von 
allerlei Art. Von diesen wollen wir jedoch nur die er- 
heblichsten vorführen. 

Aus Berngar, Bernhard wird z. B. Benno (statt 
Berno) imd daraus wieder Beul, Bendel, Pendel, oder 
Benz, Bensch, Benzel. 

Hin und wieder tritt z gleich nach dem ersten Vo- 
cale ein, wenn ihm auch eine Liquida folgt. So wurde 
nicht allein aus Gebhard, sondern auch aus Gerhard Gezo, 
aus Hildeburg Hizzila, aus Hermann oder Heinrich He- 
zilo, wie unter andern ein bayerischer Herzog hiess; 
aus Warinher (Wehrheld) Waso, Wazzilo, jetzt Waas 
und Watzel, aus dem späteren Wernher Wezo, Wezilo, 
jetzt Wetz, Wess, Wetzel, Wessel, Wesel. 

Ausserdem kommt Ton Wernher, welches sich sehr reich- 
lich entfaltet hat, auch Wöhm, Werr, Wühr, Wierl, dann Werndl, 
Werte, Wömz, Wirz, Würz, Werzel und wahrscheinlich auch 
Würstel; ferner, nach Analogie von Benno, Bendel, Benz, Benzel, 
Wendel, Wenz, Wenzel, was nicht nothwendig von dem böhmischen 
Wenzeslaus abstammen muss. Endlich auch Wetsch und West. 

Auch unser Nassl, Nessel scheint auf Nantwein zu 
gehen, wovon sich aber auch noch Nanzo, jetzt Nanz, 
findet. Die Bedeutung ist entweder kühner Freund oder 
Freund der Göttin Nanda, welche Balders Gemahlin war. 
Bekanntlich heisst so ein im Landgericht Wolfrats- 
hausen verehrter Heiliger und ein sagenhafter Herzog der 
Bayern. 

Bernhard wurde femer zu Pezo, Pezilo, wovon unser 



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46 Erste Classe der Familiennainen. 

heutiges Petz, Petzel, Betzel, Pessl, Bessel u. s. w. Es 
ist daher begreiflich, dass Fetz auch als Koseform für 
den Bären gebraucht wird. 

Diese Ausnahmen mnssten wir wohl erwähnen, aUein sie 
wirken erschütternd auf alle Sicherheit der Ableitung und wir 
werden ohne Noth keinen weiteren Gebrauch dayon machen. 

Es lohnt sich wohl der Mühe, nach all diesen Er- 
fahrungen einen der gebräuchlichsten Namen in alle seine 
Ableitungen zu verfolgen, und deren Unzahl hier vor 
Augen zu stellen. Betrachten wir also z. B. die Nach- 
kommenschaft von Hruodulf, Kudolf, und gehen wir zu- 
nächst von Budo aus. 

Es ist nur zu erinnern, dass der regelrechte Umlaut Su in 
den Namen weniger häufig vorkommt, als eu, welches die 
Schwaben, als ei, ai, welches die Bayern yorziehen. Femer 
schreibt der Bayer für das regelrechte ü oft ie, i, weil er auch 
sprechend zwischen diesen Lauten keinen Unterschied macht. 
Der Uebersicht wegen glaubten wir auch solche Schreibungen 
nicht übergehen zu dürfen. 

Endo also spaltet sich in die vier Themata Rud, 
Baud, Butt, Kaut, und daraus bilden sich Rudel, Rüd, 
Riedel, Ried, Ridel, Rid; Räudel, Räud, Reudel, Reud, 
Reidel, Reid; Riittel, Rütt, Rittel, Ritt; Räutel, Räut, 
Reutel, Reut, Reitel, Reit. 

Ebenso spaltet sich Buzzo in Rutz und Rauz. Da- 
von dann RtLtzel, Rütz; Rietzel, Ritzel, Ritz; Räuzel, 
Räuz; Reuzel, Reuz; Reizel, Reiz. 

zz geht aber in ss über und so entstehen Russ, 
Rüssel, Röss; Riessei, Riess; Rissel, Riss; Rauss, Raus- 
sei, Räuss; Reussel, Reuss: Reissei, Reiss. 

SS hat sich aber auch zu s abgeschwächt und so 



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Zweite Art der Koseformen. 47 

finden wir Rns, Rttsel, Ms, Kiesel, Ries, Risel, Ris; 
Raus, Ränsel, Raus, Rensel, Rens, Reisel, Reis. 

SS ist aber auch in seh und tsch übergegangen und 
so bildeten sich Rusch, Rüschel, Rüsch, Rieschel, Riesch, 
Rischel, Risch; Rausch, Räuschel, Rausch, Reuschel, 
Reusch, Reischel, Reisch; Rutsch, Rutschel, Rutsch; 
Rietschel, Rietsch, Ritschel, Ritsch. 

SS ist ferner zu st geworden und so entstanden 
Rust, Rüstel, Rüst, Riestel, Riest, Ristel, Rist; Raust, 
Räustel, Räust, Reustel, Reust, Reistel, Reist 

Aber auch die Form Bodo hat' ihre Descendenz hin- 
terlassen, nämlich folgende: Rod, RSdel, Röd; Rott, Röt- 
tel, Rött, Rotz, Rötzel, Rotz; Ross, Rössel, R6ss; Ros, 
Rösel, Rös; Rosch, Röschel, Rösch; Rost, RSstel, Rost. 

Auch das ältere Hruodo, Euodo spielt noch herein; 
denn das bayerische Riedel, Ruotz, Rues und Ruosch 
iveisen eigentlich auf Ruodüo, Kuozo. 

Hiebei ist aber noch zu bemerken, dass der bayeri- 
sche Dialect den Umlaut gern vermeidet, und dass also 
z. B. von Rud, Rod, Russ, Ros nicht nur Rudel, Rodel, 
Rüssel, Rösel, sondern auch Rudel, Rodel, Rüssel, Rosel 
vorkommt. 

Wenn wir, diesen Umstand beachtend, die obigen 
Namen zusammenzählen, so werden wir finden, dass sich 
die grammatischen Nachkommen, Sonder und Enkel des 
alten Hruodulf zur Zeit auf weit mehr als hundert Köpfe 
belaufen. 

Nun versteht es sich aber von selbst, dass die land- 
läufige Schreibung jener Namen mit der oben aufgestell- 
ten nicht inmier zusammenfällt. Die Orthographie der 
Eigennamen richtet sich bekanntlich nicht nach Regeln, 



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48 Ente Glasse der Familiennamen. 

sondern nur nach gewissen dnnkel gefühlten Analogieen. 
Man wird daher schwerlich ein Kud, Rüd, Bod finden, 
da nns diese Gestalten ungewohnt und fremdartig vor- 
kämen, sondern eher Budt, Büdt, Bodt, nach Analogie 
von Stadt und todt, oder Buth, nach Analogie von Muth 
und Wuth. So ist auch sicherlich kein Bos zu treffen, 
wohl aber nach Analogie von Moos, Schoos ein Boos. 
Ebensowenig ein Bis, wohl aber ein Bies, hinter welchem 
in Gedanken der Biese steht, üebrigens ist wiederholt 
zu bemerken, dass alle die Formen, in welchen i und ei 
vorkommt, wie Bitz, Beitz, eben so gut und zwar auf 
kürzerem Wege von Bizzo = Bichaxd abgeleitet werden 
können, als von Buzzo. 

Den gleichen Weg genau verfolgend stimmen mit 
den Ableitungen, welchen Hrodulf das Leben gegeben, 
jene andern überein, welche von Hlodwic, Ludwig, her- 
rühren; doch wollen wir nur einige bekanntere Formen 
vorführen, als: Loth, Lotz, Loss, Lössei, Lösch; Lud, 
Lutt, Lauth, Ludl, Liedl, Lutz, Lautz, Lisch, Lausch, 
Lust, Lust und List. 

Nicht minder bemerkenswerth sind die zahlreichen 
Abkömmlinge, welche Boto, Poto hinterlassen hat. Es 
ist wahrscheinlich das zweite Stück von Sigipoto, da die 
Namen, in welchen Poto die erste Stelle einnimmt, nicht 
erheblich sind. Da wir im Nachtrag den Stamm in 
seiner Vollständigkeit behandeln werden, so wollen wir 
nur einige, mit den Ableitungen von Bodo, Budo ganz 
parallel laufende Formen aufführen, als Both, Beutel, 
Putz, Pitz, Buss, Baus, Busch — namentlich diese drei 
letzteren werden uns bald wieder entgegenkommen — 
Beischel, Büschel u. s. w. 



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Zweite Art der Koseformen. 49 

Es ist bekannt, dass diese bajuvarischen Diminutive, 
wie sie sind, auch in Schwaben vorkommen, nur dass 
dort der Mftrkl Merkle, der Merl Merle, der Völkel Völkle 
heisst. Durch schwäbische Verkleinerung wurde aus Uhl 
= Ulrich auch Uehle, Ihle, Hie Cnicht l eatus Hie). Das 
schwäbische Jehlln, Jehle ist ursprünglich wohl ü-elin, 
ü-ele gesprochen worden und gleichfalls von Ulrich 
abzuleiten. Johle ist nur andere Schreibart. 

Hieher gehört dann auch Jell, was mehr bayerisch klingt, 
nnd sogar Jall, da nicht nur Udal-, üodal-, sondern auch Uadal- 
rich gesprochen wurde. 

Den üebergang von uo in ie, je belegt der Ortsname 
Fosinwang (Feld des üoso, Uozo = üodalrich), jetzt Jesenwang. 
Sohin auch Jetzt = Uozo; Jemüller, früher wohl JedmüUer, 
von Uodo. ♦ 

Heutzutage zeigen sich in Altbayem auch manche 
Namen auf lein, wie Baierlein, Eümmelein, Simmerlein, 
Wörlein — doch nur unter den städtischen Leuten, nicht 
unter dem Landvolk, was auf Einwanderung deutet. 
Früher bildete auch der bayerische Dialect seine Dimi- 
nutive nach dem mittelhochdeutschen Hegelin, Kuedilin, 
Wizilin auf lein, und in Schwaben finden sich jetzt noch 
die Eeuchlin, Bümmelin, Weckherlin u. s. w., welche 
aber Heuchle, Eümmele, Weckherle gesprochen werden. 

In Altbayem hatte man jene Form schon abgewor- 
fen, ehe die Namen schriftmässig wurden. Desswegen 
darf man denn die Namen auf —lein wohl alle für 
fränkisch halten, zumal da sie sich besonders zahlreich 
gerade in fränkischen Landen finden. Namentlich kommt 
Baierlein dort oftmals vor, was im Zusammenhalt mit 
dem in Bayern häufigen Fränkel zu zeigen scheint, dass 
in längst vergangenen Zeiten der Bayer dem Franken 

Steub, Oberdentsche Familieanamen. 4 



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50 forste Classe der Familiennamen. 

ebenso kosewürdig vorkam, als der Franke dem Bayern. 
Qibt es dort anch ein Schwftblein? 

Eben weil j'ch jeder Leser aus Einern bayerischen Oertel 
gelbst ein schw.'lbisches Oertle oder ein frftnkischei Oertlein 
bilden kann, und weil die bayerischen Koseformen in ihrer Kürze 
die handsamsten sind, geben wir in der Folge die schwäbischen 
und fränkischen Diminutiva nur ausnahmsweise, wenn sich etwa 
kein bayerischer Yertreter findet oder auch, wenn ein schwSbi- 
Bcher oder fränkischer Name sich einer gewissen Berühmtheit 
erfreut. 

Ebenso finden sich jene Namen in Niederdeutschland 
wieder, wo aber an die Stelle unseres el ein ke getre- 
tren ist. Benl (Bernhard) heisst dort Benke, Deindl 
(Degenhard) Denicke, Heindl Heineke, Lampel (Land- 
precht) Lembke, Liedl Lüdke, Mandl Haneke, Meindl 
Heineke, Beindl Beineke u. s. w. 

Einem Lübke, was also der niederdeutsche Vertreter 
unserer Liebl, Leibl, Loibl ist, entspricht aber auch wie- 
der ein oberdeutsches Liebig (auch Liebioh, Leibig), ein 
weithinhallender Name! Liubico, Liebicho verzeichnet 
Förstemann schon im neunten Jahrhundert. Es kann 
von Liebhart, Liebwart, Liebwolf herrühren. 

Jenes ico, icho trat aber überhaupt gerne an ver- 
kürzte Namen und es sind solche Formen in ziemlicher 
Zahl erhalten. Hier einige Beispiele: Gerico = Gehrig, 
Hattico = Hettioh, Liutico = Lüttich, Eatico = Ret- 
tich, Willico = Willich. 

Mitunter scheint dies ico auch in eck, öck über- 
gegangen zu sein, wie in Rheineck = Reinico, Laubock 
= Liubico. Tritt ein genitivisches s hinzu (wie in Bein- 
hold's = Reinholz), so wird auch ix daraus, wie in 
Horix = Harico. 



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Dritte Art der Koseformen» 51 

Unser Salg, Selig, Selch, Solch ist schon seit dem 
achten Jahrhundert in Bajnvarien bekannt als Saluhho 
(so hiess ein Graf, der 777 dabei war, als Kloster 
Kremsmünster gestiftet wurde) oder als Salico. Dies 
ist wahrscheinlich eine Ableitung von Salipert und be- 
deutet sonach einen, der im Saale glänzt. (Auch Saal, 
Seil, Seel gehören hieher.) Jedenfalls hat der Name 
nichts mit selchen zu thun, was dessen Träger vielleicht 
erfreuen wird. Auch — ing kömmt häufig vor, wie in 
Niebling, was ein ganz deutlicher Nibelung sonst, aber 
jetzt ein Ffandverwahrer in München ist; KiUing == 
Künneling bedeutet einen Verwandten, von könne, Ge- 
schlecht; Häring, Hering istvonHero abgeleitet, gewiss 
nicht von dem Fische gleiches Namens; Hessling gehört 
zu Hezzilo. — ung ist in Oberdeutschland selten, doch 
kommt öerum öfter vor, ein deutliches Gerung und nicht 
etwa von geh' 'rum abzuleiten. Das niederdeutsche Adel- 
ung heisst bei uns Edling. 

Der Ansatz in, im Altdeutschen sehr hSufig, Übrigens ohne 
besondere Bedentang, ledigUch eine Erweiterung des schon ver- 
kürzten Namens, hat sich nur in wenigen Fällen erhalten. 
Z. B. Weltin von Walther. Ballin und Gottein können Baldin 
undGotin, vielleicht aber auch Baldwin undGotwin selber seio. 



7. Dritte Art der Koseformen. 

Wir gehen nun an die dritte Art der Koseformen, 
welche sich von den beiden früheren merklich unterschei- 
det. Während nämlich diese den zweiten Stamm ganz 
und gar verwarfen, so dass kein Laut mehr übrig blieb, 
der an sein ehemaliges Dasein mahnt, so nimmt die letzte 

4* 



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52 Erste Classe der Familiennamen. 

Art bei ihren Schöpfungen immer den Anlaut des zweiten 
Stammes zu Hilfe. Aus Gundopald bildet die erste Art 
Gundo, die zweite Gunzo, die dritte und letzte aber 
schafft ein Gumpo, nunmehr &ump. (Davon der Burg- 
name Gumpenberg.) 

Jener Flügelmann des zweiten Stammes ist nun aber 
so kräftig, dass er jeden andern Consonanten, der vor ihm 
steht, wenn es nicht 1, r oder nach Umständen n ist, voll- 
kommen aufzehrt, und so erwachsen denn allerdings 
Sprösslinge, deren Zusammenstellung mit ihren Vätern 
überraschen mag, an deren gesetzlicher Abkunft aber 
gleichwohl nicht zu zweifeln ist. Dass Dankmar und 
Damm, Dietmar und Diem zusammengehören, ist übrigens 
urkundlich bezeugt (Tancmarus qui et Tammo, Thiet- 
marus qui et Tymmo) und längst bekannt. Auch dass 
Ruep und Rüepel von ßuodprecht abzuleiten, ist nur 
wenigen ein Geheimniss. Die Bildungen nach diesen 
Mustern sind aber sehr zahlreich zu finden, und wir er- 
lauben uns zu näherer Prüfung eine Eeihe derselben vor- 
zuführen, die zum grössten Theil noch unerkannt sein 
dürften. 

Der zweite Stamm kömmt also nur mit seinem anlautenden 
Oonsonanten in Betracht. Es ergibt sich daher auch hier wieder 
üngewissheit oder freie Wahl, wenn mehrere taugliche Stämme 
mit dem gleichen Oonsonanten beginnen. Ohm z. B. mag Ot- 
mar, aber auch Otmunt sein; Seih kann Sigbert, Sigbold, Sig- 
boto vertreten. 

Wenn die neuen unverkürzten Formen nicht ganz und gar 
mit den alten zusammenfallen, wie Hartmann, Herbert, Sigfried 
u. s. w., so haben wir sie, wie sie eben zur Hand waren, in 
Parenthese ebenfalls angegeben, wobei denn allerdings einige 
wiederholt wurden, die schon früher vorgekommen sind. Manche 
andere dürften noch nachzutragen sein. 



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Dritte Art der EoseformeD. 53 

Adalbert = Alb, Elbel. 
Adalfrid = Alf. 

Agibert, Egibert = Eyb, Elbel. Egipert 
(Eippert) = Eipel. 

(Von einem solchem Eipel, ahd. Eipilo, stammt auch unser 
Eipilinga, jetzt Aibling.) 

Badger (Backer, Bager) = Back, Bach, Bachel, 
Beggel, Beeg, Beck. 

Badmar (Bammer) = Bahm, Bemmel. 

Baldger (Balger) = Balk, Bolch, Palg. 

Baldmar (Pahner) = Bolm, Palm. 

Blidger (Blicker, Bleicher) = Pleig, Bleich. 

Blidmar (Bleimer) = Bleim. 

Botfrid (Boffert, Biffart; Pöferlein) = Buff. 

Botger (Bocher, Bücker) = Bock, Boch, Buck, 
Buch, Bauch, Beigl, Bögl, Bog, Böckel, Pögl, Buckel, 
Bugl, Biegl, Bieg, Biechl, Pickl. 

Bot mar (Bommer, Pommer, Pummer) = Bumm, 
Pimmel, Baum, Böhm, Bäuml. 

Brandker == Pranckh. 

(Brand = Schwert) 

Brand mar (Bramer) = Braam, Bramel, Brehm. 
. Brunker = Brunk, Brink. 

(Brunja =: Panzer.) 

Brunpert = Prump. 

Dagbert = Daab. Dagpert (Dappert) = Dapp. 
Daganfrid = Dampf. 
Daganpert = Dampp, Tampel. 
Dankmar (Dammer) = Damm, Demmel, Demm, 
Dehm. 

Degenger (Denker) = Teng, Dengg, Dengl. 



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54 Erste Classe der Familiennamen. 

Degenpert = Dempp, Tempel. 
Dultger (Dfilclier, Dilcher, Delcher) = Dulk; 
Dolch, Dllg. 

(Ahd. Told = Fest, wovon die Münchener Dolten.) 

Dultpert (Dulpert) = Dolp, Delp. 

Fridker (Pricker) = Prick. 

Goldger = öolch, öölkel. 

Gotbert == Gob, Gobbel, Göbel, Göb. Gotpert 
(Goppert) = Gopp, Goppel, Göpp. 

Gotger = Gogg, Gogel, Göckl, Göck. 

Gundfrid = Gumpf, Qompf. Kundfrid = Knmpf. 

Gundmar (Gummer) = Gnmm, Guem, Gaurn. 

Gundpert (Gumpert) = Gump, Gümpel, Gimpel. 
Kundpert = Kumpel, Kimpel. 

Gutbert = Gaub, Geibel, Geib. Gutpert (Geup- 
pert) = Gaupp. 

Gutfrid = Gauff, Gift. 

Gutger (Gucker, Gieger) = Guck, Gugel, Gügel, 
Glickel, Gigl, Gauch. 

Hadbert = Haab, Habel, Hebel, Heeb. Hadpert 
(Happert) = Happ, Haap, Happel, Heppel, Hepp, Heep. 

Hadfrid = Haff, Haaf, Haft, Häfel, Hefele, Häffelin. 

Hadker (Hacker) = Hack, Heckel, Heck. 

Hadmar (Hammer) = Hamm, Hammel, Hämel, 
Hemmel, Hemm. 

Haganfrid = Häuf, Hanft. 

Haginker (Hänger) = Hank, Heinkel, Henkel^ 
Henk. 

Hagajiprecht (Hambrecht) = Hampp, Hampel, 
Hempel. 

Hartfrid = Harff. 



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Dritte Art der Koseformen. 55 

Hartmann = Harm. 

Herbert = Herb. Herpert = Herpp. 

Herfrid = Herff. 

Hermann = Herrn. 

Hildbert (Hilpert) = Hilb, HUpI. 

Hildmar (HUmer) = HUm. 

Hngbert (Hubert) = Hub, Hubel, Hiebel, Haub, 
Häubel, Hobel. Hugpert = Hupp, Hüppl, Hopp, Höppl. 

Hugfrid = Huff, Hauff, Hüffel, Häuft, Hoff, Hupf, 
Hopf, Höpfl. 

Hugmar (Hummer) = Humm, Hom, Hummel, 
Hommel, Hummel, Himmel, Himm. 

Huldger (Holger) = Holg, Holk, Holoh. 

Humfrid = Hompf. 

Karbert = Korb, Körbel. Karpert = Karp. 

Karfrid = Karpf, Kerf, Kerpf, Korf. 

Kotbold (Kobelt) = Kob, Koob, Kobell, Kobl, 
Eöbel. Kotpol d (Eoppold) = Kopp, Koppel, Koppel, 
Kopp. 

Kotfrid =:*Kopf, Köpfel, Köpf. 

Kunimar (Kummer) = Kuom, Kobm, Kümmel, 
Kimmel. 

Kutfrid = Kuff, Kauff, Kiefel. 

Kutger = Kuch, Küchel, Kiechle, Kich; Kugel, 
Kugel, Kick. 

Kutpert (Kaupert, [Kiepert?]) = Kaupp, Keupp» 
Kipp. 

Land mar (Lammer) = Lamm, Lahm, Lemmel, 
Lemm. 

Landpert (Lampert) == Lamp, Lampl, Lempp. 

Lindbert (Limpert) = Limb. 



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56 Erste Classe der Familiennamen. 

Lindger (Linker) = Link, LingL 

Llutger (Lüger) = Lenk, Leik, LiegL 

L int mar (Leimer) = Liem, Leint 

Liutpert (Leipert) = Lipp, LippL 

Ludfrid = Lanf, Lnft, Löffel 

Ludger (Lnger, Lncker) = Lnck, Lückel, Lang, 
Lank, Lanck, Langl, Loch^ Licktl, Licht. 

Marfrid = Morf. 

Muntger = Mnnk, Mnnkel, Mink. 

Mutfrid = Muff, Muffel. 

Mntger (Mucker, Mnger) = Muck, Muckel, Mauk, 
Manch, Moog, Mook, Moch, Moggl, Möckel, Möck, Mugel, 
Mnck, Mieg. 

Nitker = Nick, Nicki, 

Nitpold (Nippold) = Nipp. 

Notger = Nock, NugeL 

Notpert (Nocker) = Nopp, Noppel. 

Odalfrid = Olf (Olif?). 

Ortfrid = Orff. 

Otfrid = Off, Oefele, Oeff. 

Otger (Ocker) = Ogg, Och, Auch, Ockl, Oeggl, 
Oegg, Uckele, Igel. 

Otmar = Ohm, Oehm. 

Otpert (Oppert) = Opp, Oppel, Oepp. 

Baganfrid = Ranff, Rampf, Ranft, Ranftl. 

Ka gang er (Ranger) = Rang, Rank, Rankl, Renkl, 
Reng, Renk. 

Baganmar, Beginmar (Reimer) = Ramm, Rahm, 
Reim, Remm, Rehm, Remmel. 

Baganpald (Rambold, Reinbold) = Ramp, Rem- 
pel, Remp. 



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Dritte Art der Eoieformen. 57 

Batboto =:: Raab, RabI, Rebel, Reeb. Ratpoto 
= Rapp, Rappel, Repp. 

Ratfrid = Raff, Raffel, Reff. 

Ratger = Ragg, Rackel, Rachel, Reckel, Reck, 
Reeg. 

Richfrid (Reifert) = Reif, Riffel, Ripfl. 

Richpold = Ripp, Rippl. 

Rodker (Rogger) = Rock, Rogg, Rochel, Rockel, 
Röckel, Rock. 

Rudbert (Räubert) = Raub, Rubel, Robel, Rubel, 
Beubel, Rüb, Rieb. 

Rudpert (Ruppert) = Rupp, Ruepp, Raupp, Rup- 
pel, Roppel, Rüeppl, Rüppel, Riepl. 

Rudfrid = Ruef, Ruf, Rieft, Rief. 

Rudger (Rugger) = Rüg, Rueg, Ruck, Ruch, 
Rauch, Rauchel, Reuchliu, Rügel, Riegel, Riegg, Rieck, 
Rückl, Rück. 

Rudmar (Raumer) = Rumm, Raum, Rummel, 
Rümmeliu, Rümel, Rühm, Rohm, Rommel, Röhm. 

(Diese Namen können aber alle auch aus dem ersten Theii 
TOn Rambold, Rnmold abgeleitet werden.) 

Rumfrid = Rumpf, 
• Salibert (Seibert) = Selb. 

(Sal = Saal, Haus.) 
Salafrid = Solf. 

Sigboto (Seibt) = Selb, Seibel. Sigpoto = Sipp, 
Seipp, Sippel. 

Hieher gehört wohl auch Sepp, welches nicht aUein in dem 
oberbayerischen Tölz, sondern auch in Augsburg, Stuttgart, Darm- 
Stadt Yorkommt, denn Ableitung von Joseph ist kaum zulässig. 
So findet sich auch Sebert und Seboth für Seibert und Seibot, 
Lepp Ton Leppert = Lippert = Liutpert, Setz fftr Seitz u. s. w. 



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58 Erste OlMte der FamiHennameii. 

Sigfrid (Seifert, Seoffert) = Seiff, Sipf. 
Sigmund = Seihm, Semm, Simmel. 
Sindfrid = Senf, SenfL 
(Sind = Weg.) 

Sindger = Sing, Sengel. 
Starkfrid = Storf, Störfei, Sterf. 

Das häufige Stork ist wohl die erste Hftlfte dieses Namens, 
schwerlich Storch, ciconia; davon Storz, Störzel, Störz. 

Thiudbert (Deubert, Taubert u. s. w.) = Daib, 
Daub, Däuwel, Deibel, Dibell, Dobel, Döbel. Thiudpert 
(Deipert, Döppert) = Dopp, Doppel, Düppel, Taupp, 
Tipp, Tippel. 

Thiudfrid (Teuffert) = Doff, Duft. 

Thiudger (Deucker, Taucher u. s. w.) = Tuch, 
Dauch, Tock, Dogl, Dich, Dick, Dickel, Digl, Tiegel, 
Düchtl, Dichtl, Deig, Teich, Deigl. 

Thiudmar (Diemer, Teimer, Daumer, Domer u. s. w.) 
Diem, Diemel, Thum, Dumm, Dummel, Dümmel, Thüm- 
mel, Daum, Deimel, Dohm, Thomm, Dommel, Dumm, 
Thum, Timm. 

Tragpoto = Trapp. 

Trutbert (Traubert) = Traub, Treibl, Trubl, 
Tröbl, Trieb. Trutpert = Trupp, Trippel, Treupel. 

Trutger (Dracker) = Trog, Trögel, Druck, Drickel, 
Drück. 

Trutmund = Tramm (Tremmel?). 

Udalfrid = Ulf. 

Volt mar (Vollmar) = Volm, Völmle, VöUm. 

Waltker (Walker) = Walk. 

Winimar (Weimer) = Weim. 

Wintker (Winker) = Wink. 



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Dritte Art der Koteformen. 59 

Einzelweise sind auch andere AufsteUungen möglich, wie 
z» B. Tempel nicht nor Ton Degenpert kommen, sondern auch 
ein umgelauteteB Tampel aus Daganpert sein kann. Ja, man 
könnte auch Dempp zu Daganpert stellen, wie Remp zu Ra- 
ganpald. Derartige Zweifel wären noch mehrere zu erwecken, 
allein es 18t wohl besser, sie schlummern zu lassen. 

An die Namen in — f hat sich mitunter ein unorganisches 
t angelegt, wie bei Duft, Gift, Haft, Hanft, Luft, Banft, Senft. 
Dichtl und Lichtl belegen sich auch durch Heohtl =: Haohilo 
(s. Nachtrag). Selbst Fichtl kömmt schwerlich ron der Fichte, 
sondern ist eher Fichilo, eine Koseform ron Fioho = Ficco — 
Fricco rz Fridrich. 

Warum sind aber hier keine Namen aufgenommen, 
deren zweiter Stamm mit 1, n, r anlautet? Damit hat 
es folgende Bewandtniss: 

a) Die einsilbigen Namen in 1, 11, hl sind äusserst 
zahlreich (sie laufen anlautend fast durch alle Consonanten, 
inlautend fast durch alle Vocale des Alphabets), aber 
nicht leicht zu deuten. Ist z. B. nach Analogie von Ohm 
= Otmar, Seim = Sigmund auch GoU = Gottlieb, 
MoU = Mutlieb, NoU = Noüieb, TroU = Trutlieb? 
Es ist möglich, doch nicht sehr wahrscheinlich und jeden- 
falls einer näheren Untersuchung bedürftig. 

In mehreren Fällen scheint einConsonant nach dem 
1 abgefallen. Schall, SchoU und Voll stehen wohl für 
Schalk und Volk, BaU, Hül, HoU für Bald, Hild, Hold. 

In viel zahlreicheren Fällen ist dagegen ein Conso- 
nantvordem 1 ausgefallen; fragt sich nur welcher? Da 
aus Adal und Udal Ahl und ühl wurde, so mag auch 
aus Dietl Diehl, Dill, Thiel, Deyhle (in Stuttgart 36 mal), 
aus Gietl Glel, aus Götl Göhl, aus Liedl LiU, aus Biedl 
Riehl, aus Budel Ruhl geworden sein. Bell, Siehl und 



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60 Erste Classe der Familiennamen. 

Weil dagegen scheinen fär Reigel (Richger), Siegel, 
Weigel zu stehen. 

Förstemann bietet eine Menge ahd. Formen in lo, 11 o, 
die aber als Primitiva betrachtet, alle keinen Sinn haben. 
Um sie zu begeistigen dQrfte man aber nur 

1) 11 für eine Vertretung Ton tl oder gl, also Pallo 
= Patilo, Polio !=. Potilo, Collo = Cotilo, Lullo = Ludilo, 
Nile = Nitilo, Kollo = Rodilo, Tallo = Tagilo, Tollo = 
Totilo, Trollo = Trotilo anerkennen. (Zu jetzigem ToU und 
Troll gehören auch Dölz, Tölz und Tröltsch) Pallo hat schon 
Professor Freudensprung in Freising, allerdings ein verwe- 
gener Forscher, 1855 für Patilo angesehen. 

2) i wäre = u = o und sohin Bilo = Butilo, Botilo, Milo 
=: Mutilo, Thilo z= Tutilo zu nehmen. Dies würde auch auf 
ahd. Biso, Chitzo, Miso, Hripo u. a. m. ein neues Licht werfen 
und Zurückführung auf Budo, Cutzo, Mudo, Hrudpert erlauben. 
Die Annahme scheint allerdings ein bedenklicher Anachronismus, 
allein für Koseformen ist sie yielleicht doch zuzugeben, und ich 
glaube, dass man ohne sie nicht lange mehr durchkommen wird. 
Dass Diso = Thiuzo, mag Timme beweisen, das ja auch von 
Thiudmar stammt. 

Auf diese Weise würde sich auch unser Ghiemo, der uralte 
BajuTare, der dem Chiemsee den Namen gegeben, als ein ganz 
verständlicher Cuotmar heraussteUen. 

b) Die Namen in n, nn, hn, wie Hahn, Mann, 
Thenn sind weit weniger zahlreich als jene in —1 und 
gehören gar nicht hieher. Als eine Koseform nach der 
dritten Art möchte nur etwa ahd. Buno, Bono, Bonizo 
zu betrachten und vielleicht aus Botnant oder Botnit zu 
erklären sein. Davon Baun, Bohn, Bonn, Bühn, Biendl, 
Böhnle; Baunitz, Bonitz, Bonz, Bunz, Bienz, Binz, Bon- 
nes, Bonschel, Bunzel. Bunico = Bunk, Bing; Funkes. 
Auch Kern etwa von Kemot? Eher ein altes Kerno, d. h. 
keine Zusammensetzung, sondern eine Ableitung von Kero. 



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Dritte Art der Koseformeo. 51 

c) Kann man dem r zutrauen, dass es einmal vor- 
ausgehende Consonanten verschlungen habe? Dietrich, 
Friedrich, Heinrich lauten in Schwaben als Taufhamen 
Dieter, Frieder, Heiner und kommen so auch als Fami- 
liennamen vor. Gibt's aber nicht auch zusammengezogene 
Formen und gehören Thauer, Daur, Dauer, Freier, Seiher 
nicht zu Thjudrich, Fridrich, Sigrich? Rohr (Röhrl), 
Raur scheint allerdings ein verkürztes Rodrich (bestätigt 
durch Rohreis = Rorizo) und Ghur, Eurr, Kauer ein 
verkürztes Kunrad, aber darf man auch Lier, Laier, 
Laihr für Liuderich (jötzt Liederich), Laur, Lohr für 
Luderich (oder Lothar?), Mohr, Muhr, Murr, Miehr für 
Mutrich (jetzt Muthreich und Miedrich), Ohr für Otrich 
ansehen ? 

Die Namen in ro bei Förstern an n erwecken dieselben 
Zweifel. Liodro scheint aber doch nichts andres als Liuderich 
nnd Liro mag daraus zusammengezogen sein. Darnach wären 
Hiro, Miro etwa Hugerich, Mutrich, Tarro Tagrich und Diuro 
Thiudrich. Aus letzterem leitet Förstemann unser Dürr und 
Dörr ab. Jenes Tarro ist aber ohne Zweifel das jetzige Darr 
und so könnten sich auch Hiro und Miro noch finden. Auf 
ersteres weist Hejer, was in Frankfurt rorkommt, und Miro 
wäre wohl zu Meier geworden, so dass auch dieser Name zu 
seiner längst bekannten noch eine ganz andere weit abliegende 
Deutung erhielte. 

Soll Traurig = Trutrich sein? 

Man sieht übrigens aus jener Zusanmienstellung, dass 
auch aus den verkürzten Namen wieder neue Koseformen 
gebildet wurden. Aber damit waren noch nicht alle 
Möglichkeiten erschöpft — es stand, wie sich zeigt, auch 
noch frei, das verkleinernde el wieder abzuwerfen, und 
so ist denn also von Häckel, Heppel, Himmel, Lämmel^ 



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g2 Erste Classe der Familiennamen. 

Muckel, Oeffel, BeffeU Böckl wieder Heck, Hepp, Himm, 
Lemm, Mück, Oeff, Reff und Bock zurückgeblieben. Da- 
mit sind wir denn allerdings am äussersten Ziele ange- 
langt, wo wir unser Hadger, Hadprecht, Hugmar, Land- 
mar, Mutger, Otfrid, Batfrid, Bodger, von denen wir 
ausgegangen, nur nodi in duftiger Feme schimmern sehen. 
Einzelne Namen dieser Art sind mir bisher nur in 
ihrer Verkleinerung bekannt, wie Gerbel von öerbold, 
Humpel von Humpold, Rumpel von Bumpold (Buhmes- 
kühn), Weibel von Wigbold, Teufel, Tiefel von Thiud- 
frid, Relbel von Bichbold, Reigel von Bichger, ftaigl 
von Gauger (Gauspeer), Hergl von Herger, Kübel von 
Kutbert, Gunkel von Gundger, Kinkel statt Eünkel von 
Kundger. Von Kinkel blieb nach abgeworfenem — el Kink^ 
zurück und ebenso Nerf von Nörfel aus Nordfrid und 
Melf von Mälfel aus Malfrid. Dimpfel geht auf Ding- 
frid, Druffel auf Trutfrid, Empel auf Eginpert, Haimpel 
auf Haginpert, Krempel auf Krimpert zurück. 

Der interessante Name Gangengigl ISsst sich yieUeioht so 
erklären: Vater Gang (Gauger) hatte einen gleichnamigen 
Sohn, welchen man den Gängl oder des Gaugen Gäugl nannte. 
Dass sich gäugl zu gigl abschwächte, liegt ebenso nahe, als 
dass aus Sigfrid Seifert wurde. Oder: gaugken heisst nach 
Schmeller wackelig gehen und Gigl mag auch = Aegidius 
sein. Der gaugende Gigl wäre also Aegidius mit dem wackeli- 
gen Gang. Yilmar dagegen glaubt, der Name bezeichne eine 
musicalisohe Beschäftigung. Es kommt übrigens auch Gaugen- 
schädel und Gaugenzipfel ror. 

Der häufige Name Seidel stammt von einem althoch- 
deutschen Sigideo, Siegesdiener. Daraus vnirde Seid (wo- 
von der Ortsname Seiding), Seith und Seidel. Die Situli, 
die Ahnen der Seidel, kommen schon in den bayerischen 



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* Dritte Art der Koseformen. Q3 

Urkunden des achten Jahrhunderts vor. Söltl erklärt sich 
aus Salideo, Diener des Saales, des Hauses. 

Von diesen Koseformen der dritten Art wurden aber 
nebst den Verkleinerungen in —ilo, — el auch alle übri- 
gen Ableitungen gebildet, welche wir bisher kennen ge- 
lernt. Zu Böhm, Gogg findet sich ein Bomeisl, Gk)ggaisl, 
zum Karlsruher Prump gesellt sich ein Lindauer Brombeis. 
Auch Banunes, Bonunas, Göggus, Henkes, Hermes, Hilmes, 
Eippes, Lampes, Pokes, Rabus, B^mls, Remppis, Rieges, 
Rohmeis stehen den Formen in es, is, eis und us gleich, 
welche oben S. 40 aufgeführt wurden. An diese schlies- 
sen sich andere, bei denen der Vocal der Schlusssilbe 
ausgefallen, wie Damms, Dubs, Dups, Haps, Humbs, Lipps, 
(neben Lippus), Löfz, Raps u. s. w., welche selbstverständ- 
lich als Dammizo, Duppizo, Happizo u. s. w. zu erklären. 
Formen, wie sie wirklich auch schon im Althochdeutschen 
vorkommen. (Förstemann S. 1363, wo namentlich 
Hamizo, Hapizo, Obizo, Tapizo, Wippizo zu beachten). 
Zu Heunisch, Keinisch stellen sich Deppisch (Dapp), Kau- 
pisch, Eopisch, Kubsch (Kaupp) u. a. Auch das alte — ico, 
—ine und — linc hat sich an zahlreiche Namen dieser 
Art gefügt, wie z. B. Dflmich, Thfimig, Doppich, Döbich, 
Happich, Herbich, Köbig, Kämich, Ohmich, Rübig u. s. w., 
wie Böcking, Bücking, Depping, Kieming, Roming und 
Bückling, Demling, Hänfling, Mögling u. s. w. darthun. 

Aus welcher Zeit aber stammen jene Namen der 
dritten Art? Man sollte glauben: Gump, Hub und Seif 
könnten erst entstanden sein, nachdem Gumpold, Hubert 
Seifried gäng und gäbe geworden, und darnach 
wäre ihre Geburt etwa in die Tage Ludwigs des Bayern 
zn stellen, da der allgemeine Durchbruch solcher ausge- 



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64 Erste Glasse der Familiennamen. 

beinter Formen ins vierzehnte Jahrhundert gesetzt werden 
mag. Allein jene Annahme wäre doch nicht richtig. 
Es kommen nämlich schon seit dem achten Jahrhundert 
Bildungen wie Hubo, Gurapo, Sifo vor, und der Urahn 
unserer Seidel, ein alter deutscher Sido, findet sich schon 
bei — Tacitus. Diese Art ist sicherlich allererst in der 
Kinderstube entstanden, durch gegenseitiges kosendes 
Anlallen der Kinder, der Zofen und der Eltern ; aber bei 
der Vorliebe unserer Altvordern für solche Formen blie- 
ben sie auch an den Erwachsenen, an manchem fümehmen 
Grafen, Bischof oder Erzbischof hängen. Die Forscher 
sind ihnen lange nicht recht beigekommen. Förstemann 
sieht sie meistens noch für Prinaitiva an und sucht einen 
Sinn für sie, den er aber selten findet. Andere sagen: 
Oflf ist althochdeutsch Oflfo, Opp ist Oppo, Rogg ist Roggo 
— wobei aber nur eine Dunkelheit durch die andere er- 
hellt wird.' Die richtige Anschauung findet sich bei Pott 
S. 226 ; weiter ausgeführt und durch mancherlei urkund- 
liche Belege erhärtet bei Dr. Stark. Wir haben uns 
erlaubt, noch weit über die urkundlichen Belege hinaus- 
zugehen nnd glauben nicht irre gegangen zu sein. Es 
liegt hier augenscheinlich einer von den Fällen vor, wo 
die Neuzeit das Alterthum erklärt; denn es ist ausser 
Zweifel, dass die zahllosen althochdeutschen Formen wie 
Bocco, BuflFo, Coppo, Gogo, Hacco, Haflfo, Happo, Hubo, 
Hufo,Hunmio, Nicco, Raffo, Eammo, Rufo, Ruppo u. s. w. 
nicht anders erklärt werden können, als wir oben Bock, 
BuflF, Kopp, Gogg, Hack, Haff, Happ, Haub u. s. w. er- 
klärt haben. 

Althochdeutsch kommen eiaige solche Formen vor, in welchen 
gegen dieBegel auch liquidae vor dem zweiten Stamme ausge- 



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Dritte Art der Koseformen. 65 

fallen sind. So Woffo, welohes schon Dr. Stark auf Wolffrid 
zurückführt, wie auch jetzt noch Wolfgang in der bayerischen 
Koseform Woferl lautet. So Geppa für Oerberga. Snppo (jetzt 
Supp, Sopp, Sanppe) ist Sundpert (Sund = Süd), Griffe, Grippe 
=z Grimfrid, Grimpert. Von Suppenmoos d. h. dem Moose, Moore 
des Suppo, auch die tirolischen Snppenmooser, keineswegs Ton 
einem Moose, in welches eine Suppe läuft. Mit es, uz = izo 
gebildet ist Snppes, Snppas (in Hessen). Zu Griffe stellt sich 
unser heutiges Grief , Griffel und Greif, welch letzteres zum 
fabelhaften Vogel Greif in keiner Beziehung steht. Deswegen 
sind auch die Ortsnamen Greifenberg, Greifenstein nicht so zu 
betrachten, als wären sie nach jenem benannt. 

Endlich gibt es noch eine Art Koseformen zu bilden, 
welche sich dadurch zeichnet, dass zwar mitunter der 
erste, jedenfalls aber immer der letzte Consonant des 
zweiten Stammes stehen bleibt. Auf diese Art wurde 
Dietrich, Gerhard, Kunrat, Kudolf, Wilhelm zu Dirk, 
Gert, Kurt, Rolf, Wilm. Solche Bildungen kommen aber, 
wie uns Dr. Stark belehrt, nur in den niederdeutschen 
Mundarten vor, und es ist daher hier nicht nothwendig, 
sich näher darauf einzulassen. Doch findet sich gerade 
im tiefsten Süden, zu Bozen nämlich, ein bekannter 
Kanzelredner, der sich Trolf schreibt, was als Troolf 
schon in einer schwäbischen Urkunde des neunten Jahr- 
hunderts erscheint und sich vielleicht als Trudolf, Traut- 
' wolf erklären lässt. Als südtirolisches Gewächs könnte 
es aber auch durch tru alv, weisser Weg, seine romani- 
sche Deutung finden. 

8. Deutsche Schimpfnamen. 

Wenn nun aber Rudmar zu Eumm und Eümmel 
fahrt, so leitet Ludmar (lautrühmig) nothwendig zu Lumm 



Stenb, Oberdeatsche Familiennamen. 



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06 Ente GiMse der Familieniiameii. 

und die Eosefonn davon wäre — hier stehen wir vor 
einem Oeheimniss! Soll das deutsche Volk auch seine 
Schimpfwörter aus jenen Namen ausgewählt haben, die 
so mächtig von Krieg und Sieg, von Buhm und Ehre 
wiederhallen? Sollte Lümmel eine Ableitung von Lud- 
mar sein? Können wir doch der Vermuthung nicht wider- 
stehen, dass auch Gimpel nur ein Sprössling von Gund- 
precht sei, was Schlachtenglanz bedeutet. Und bei Tropf 
denken wir unwillkührlich an Trutfrid. — Interessant 
wäre zu vernehmen, was Schmeller dazu sagt; allein 
dieser hat die drei Wörter in sein Wörterbuch leider nicht 
aufgenommen. Aber auch Büpel ist ja Budprecht, Ruh- 
mesglanz, und Lippel rührt gewiss nicht von Philipp her, 
sondern von Liutprecht, Lippert, bedeutet also Volkes- 
glanz. Und warum soll Tölpel nicht von Dolp = Dult- 
pert abzuleiten sein? obgleich die gemeine Meinung da- 
hin geht, dass es vom mhd. Dörpel, Dorfbewohner, her- 
stamme. Bäcker schickt sich so gut zu Badger (Bath- 
speer) wie Hacker zu Hadger. (Ein Backer, der erste 
bayerische, findet sich in einer Schäftlarer Urkunde vom 
Jahre 776. M. B. 8. 366.) Wahrscheinlich ist auch 
unser Hiesel nicht vom hebräischen Matthias ausgegangen, 
sondern eher ein Abkömmling von Hugibert (Gedanken- 
glanz), Huzo oder Huozo. Lackel, meint Schmeller, 
könnte vielleicht vom französischen General Melac, der 
semer Zeit die Pfalz verwüstete, zurückgelassen worden 
sein (als Hundename scheint Melakl für ewige Zeiten 
gesichert), aber Lacco als Mannsname findet sich bereits 
im elften Jahrhundert bei Meichelbeck, nur weiss man 
nicht, was es bedeutet. Vielleicht kommt's doch von 
Landker? Und warum sollte Nickßl nicht von Nitker, 



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Deutsoke Sohimpfnamen. 67 

Neidspeer, ausgehen, wie im elften Jahrhundert ein Bi- 
schof von Freising hiess? Gauzo als Mannsname, unser 
heutiges Eauz, das im neunten Jahrhundert erscheint, 
bedeutet nach damaligen Lautverhältnissen einen Gothen, 
Gauten. Lump könnte leichtlich von Landprecht ab- 
stammen, möchte aber eher ein verstünmielter Lampart 
sein, was zu dem Rufe, welchen die goldmäkelnden Lom- 
barden im späteren Mittelalter genossen, nicht übel 
stimmen würde. Matz, Motze ist sicherlich Koseform 
von Mathilde, Mechthilde. Unter solchen Umständen 
mödite ich selbst gegen Wackernagels Autorität Lenz 
in Faul-lenz, Hemedlenz, nicht von Lorenz ableiten, son- 
dern viel lieber von Landfrid. Ueberraschend wäre es, 
wenn irgend eine Akademie der Wissenschaften eine Schrift 
über die Herkunft der deutschen Schimpfwörter als Preis- 
aufgabe setzte und sich dabei herausstellte, dass sie 
eigentlich den edelsten Sinn in sich tragen und nur 
durch Entartung des Gebrauchs in ihre gegenwärtige Lage 
gerathen sind! 

Aus den Dialeoten wäre wohl noch verschiedenes beizu- 
bringen, 80 aus dem bayerischen: Benz, roher Mensch, Hainel 
(Heinrich), Heimpel (Haginpert), beide nach Seh melier einen 
Einfaltspinsel bedeutend, Gispel (Gispert), unbedachtsanier, Trap- 
pel (Tragpoto), blödsinniger Mensch, Trutsoherl (Gertrud), „zärt- 
liche Benennnng einer lieben Person^. Auch die romanischen 
Sprachen bieten mehreres. So ribaldo, ribaud, Lotterbube, deut- 
lich ein deutsches Richbald, kaum Reginbald, wie Grimm meint. 
(Vgl. übrigens Diez, "Wörterbuch, S. 347.) Auch Schneller 
in seinem eben erschienenen Buche : „Die romanischen Yolksmund- 
arten in Sadtirol" gewährt einige Beispiele. Tacco, Dummkopf, 
kommt ebenso im Althochdeutschen als Mannsname Tor und ge- 
hört zu Tagano wie Haoco zu Hagano. Bereohino, Spitzbube, 
scheint Tom deutschen Berico zu stammen u. s. w. 

5* 



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68 Ente Classe der FamilieiuiaaeD. 

9/ Die Namen in --1er nnd —er. 

Was es aber in Bajuvarien auch noch gibt, das 
sind unzählige Namen auf —1er, wie Deisler, Denzler, 
Gunzler, Hassler, Rassler, Rumpier u. s. w. Jetzt sind 
wir längst an sie gewöhnt; aber doch sind sie uns ganz 
unverständlich und bisher hat sie auch noch niemand 
zu erklären versucht. Denzler, Rassler, Rumpier könnten 
allerdings ron tänzeln, rasseln, rumpeln kommen, allein 
wenn wir Deisler, Gunzler, Hassler auf dieselbe Weise 
erklären wollen, so fängt die Analyse zu stocken an, 
und wir finden, dass wir auf dem falschen Wege sind. 
Dagegen werden wir vollkommen sicher gehen, wenn wir 
diese Formen als ursprüngliche Bauernnamen betrachten, 
die von der Seide, vom Anwesen, vom Hofe sich bildeten. 
Als z. B. Rassel, ehemals Ratpoto, dann Razzilo, dann 
Rassel, sich einst ansiedelte und sein neues Haus in die 
grüne Flur setzte, nannten dies die Nachbarn den. Rassel- 
hof, seine Nachkommen aber nannten sie die Bassler. 

Wenn also ein Landsmann in der Lage ist, Rützler 
zu heissen, so kann und darf er sich etwa folgenden 
grammatischen Stammbaum entwerfen — quem non im- 
ber edax etc. — nämlich: Im grauen Alterthum, zur 
Zeit als Herzog Tassilo Frauenchiemsee stiftete, lebte 
irgendwo im Nord- oder Sundergau ein freier Bajuvare, 
Namens Hruodulf ; diesem folgte allmälig ein Ruodulf, die- 
sem ein Rudolf, Rudolf zeugte einen Ruzzo, Ruzzo einen 
Ruzzilo, Ruzzilo einen Rützel; Rützel aber baute einen Hof, 
den man den Rützelhof nannte. Ebenderselbe hatte 
mehrere wackere Söhne erzielt und er sandte die Nach- 
gebornen aus in den Gau, damit sie sich dort ihr ehrlich 



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Die Namen in — ier und —er. g9 

Brod verdienen sollten. Als sich diese nun unterwegs 
um einen Namen umsehen wollten, bemerkten sie, dass 
sie schon einen hatten, . da sie jedermann die Bützler 
nannte. Damit gaben sie sich zufrieden, und als sie in 
späteren Jahrhunderten schreiben lernten, schrieben sie 
sich selber so. Auch die Rüssler, Rieissler, Riesler fallen 
unter die gleiche Genealogie. Heisst aber einer Ritzler, 
so thut er besser, wenn er Eichard, Bizzilo, Ritzel auf 
einander folgen lässt. 

Auf diese Art erhalten viele bisher unverständliche 
Namen ihre verlässige Aufklärung. Das angehängte —er 
verewigt immer die Thatsache, dass der Urahn einmal 
Hofbesitzer war. 

Dass aber Dassler von Dagobert, Dassilo, Dassl, 
Dehler von Dagobert, Dabilo, Debel, Deisler von Thiu- 
derich, Thiuzilo, Disilo, Deisl, Denzler von Dankmar, 
Danzilo, Denzel, Dressler von Draculf, Drazzilo, Dressl, 
Ounzler von Gundhart, Gunzilo, Gunzel, Hassler von 
Hademar, Hazzilo, Hassel, Nissler von Nithard, Nizzilo, 
Nissl, Rumpier von Rumpold, Rtmipilo, Bumpel, Trflschler, 
Trutschler von Trutpert, Truzzilo, Trüschel oder Trüt- 
schel herzuleiten sei, brauchen wir nach den früheren 
Auseinandersetzungen nicht mehr weitläufig zu beweisen. 

Auf diese Weise sind auch die Namen, welche in 
— erer ausgehen, nicht schwer zu erklären. Das erste 
—er ist der verklingende Theil eines Wortstammes, das 
zweite enthält die Anzeige ehemaligen Grundbesitzes. 
Die Namen Kümmerer, Lammerer, Landerer, Pummerer, 
Ruederer, Sicherer erzählen uns, dass einmal vor Jahr- 
hunderten ein Kunimar (Stammesruhm), Landheri (Land- 
held), Landmar (Landesruhm), Fotmar (Botenruhm), 



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70 Ente Clftsse der FamiliemiaiDeii. 

Ruodheri (Buhmesheld), ein Sigheri gelebt, dass jeder 
derselben einen Ansitz erworben habe und dadurch zum 
Kümmerer, Lammerer, Landerer u. s. w. geworden seL 

AUerdings gibt es auch unorganiflohe —er er, wie denn 
z. B. Bderer, Engerer, IGtterer niehts anderes sagen woDen 
als Eder, Enger, Ifitter — doch mögen gerade aoeh solche 
Namen ron einem Eder-, Enger-, Ifitterhot herrühren. 

Nach diesem Umwege durch die verwickeiteren 
Namen werden uns manche einfachere um so klarer er- 
scheinen. Es ist nunmehr unzweifelhaft, dass unsere 
Ahnen, wenn sie Gerz (Gerbold), Grimm (Grimwalt), 
Heim (Heimrich), Herz (Hartmann), Hild (Hildebert), 
Reiss (Rizzo), Rutz (Ruzzo), Seiss (Sizzo) Messen, nur 
ein Hftuschen am Waldesrande zu bauen und sich dort 
niederzulassen brauchten, um von da an Gerzer, Grimmer, 
Heimer, Herzer, Bilder, Reisser, Rutzer, Seisser genannt 
zu werden. Je nach Umständen kann aber statt er auch 
ner eintreten, wie ja auch Bucher, Eicher, Pichter und 
Buchner, Eichner, Fichtner neben einander gehen, und 
dann Mten jene Namen Gerzner, ffildner, Reissner, 
Rutzner, Seissner u. s. w. Wer nun auf das, was bisher 
vorgetragen worden, einige Acht gegeben hat, der wird 
nichts leichter Anden als Namen aufzulösen wie: Birzer, 
Danzer, Gemer, Göttner, Gossner, Hassner, Hetzner, Hie- 
mer, Lottner, Lutzner, Oeffner, Ritzer, Walzer u. s. w. 
Dafflier erklärt sich aus Tagfrid, Daffert == Daff; Deff- 
ner setzt Däffel, Deff voraus. Daff scheint sich übrigens 
nicht mehr zu finden, obgleich es auch in Daffenreuter 
erhalten ist; dagegen ist Tafel, Tafler, Täfler, Tafelmaier, 
was alles hieher gehört, nicht selten. 



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Die Namen in —mann. 71 

10. Die Namen in —mann. 

Nachdem Dun aber der Oenius der deutschen Sprache 
in den Namen viele Jahrhunderte lang gewirkt und ge- 
schaffen hatte, fibersah er eines Tages sein Werk und 
prfifte es. Er war zwar in der Hauptsache nicht unzu- 
frieden mit seinen Schöpfungen, fand jedoch auch ein 
erhebliches Bedenken. Viele seiner Lieben waren ihm 
nämlich zu kurz geworden ! Atz, Utz, Goss, Hass, Hub, 
Lipp, Ott, Uhl, Volk, Wiss u. dergl. in ihrer Einsilbigkeit 
sahen doch gar zu dfirftig aus! Glficklicher Weise war 
leicht zu helfen. Wer so hiess und sich verkürzt erach- 
tete, durfte nur ein —mann ansetzen, und der Name 
kam alsbald wieder zu Kraft und Haltung. Dieser Zu- 
satz war wie ein Stelzbein, welches das abgerissene, 
lebendige Glied, so gut es ging, ersetzen musste. So 
entstanden also Atzmann, Utzmann, Gossmann, Hassmann, 
Habmann, Lippmann, Ottmann, Uhlmann, Volkmann, 
Wissmann und viele hundert andre. Auch die zweisilbi- 
gen verschmähten später jene ergänzende Zuthat nicht 
und so entstanden Edelmann, Gundermann, Gnnzelmann, 
Helnzelmann, Hutzelmann, Seidelmann und abermals viele 
hundert andre. Bei solchem Zusammenstoss mag aber 
in manchen Namen wie z. B. in Hamann, Humann^ Hau- 
mann, Rumann, Thomann, Thumann der Consonant, der 
die erste Silbe schloss, verloren gegangen sein, so dass 
sie jetzt ffir Hagmann, Hubmann oder Hugmann, Bud- 
mann, Thodmann, Thudmann stehen. Uebrigens soll 
keineswegs behauptet sein, dass —mann in allen Fällen 
nur ein späterer Ersatz für einen früher abgeworfenai 
Stamm sei. Li Namen wie Altmann, Hartmann, Her- 
mann und anderen ist es ohne Zweifel ursprünglich und uralt. 



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72 Erste Classe der Familiennamen. 

Auch dieses — mann scheint aber hie und da wieder nach 
der dritten Art behandelt worden zu sein. Oder ist UlnLy Schnnini, 
Schaum nicht ülmann, Schumann, Schanmann? Ersteres kann 
freilich auch zu Ulmer = TJdalmar gehören; Asam aber ist 
schwerlieh anders za erklären, als ans Asaman = Azaman yon 
Azzo. So wohl auch Bosom (in Nürnberg) = Bosoman yon 
Bozzo und Salm (in ZOrioh) = Salamann — oder Salamuot, 
Salamunt? Bei Schnchmann, Schnmaim ist übrigens kaum an 
Schuh zudenken, sondern nach Weinhold undFörstemann 
an altn. skog, Wald oder nach Dr. Stark an ahd. scoch, Pfeil. 
Schooh kommt noch jetzt als Name ror. 

Indessen sollen mit dem eben Gesagten auch nicht alle 
Functionen tou — mannierschöpft sein. In Namen wie Bach- 
mann, Flossmann, H4izmann, Stegmann, Zimmermann u. s. w. 
steht es augenscheinlich in einem andern Sinn, bedarf aber keiner 
Erklärung. 



IL Betrachtmig ttber die bisherigen Ergebnisse. 

Mancher gute und ehrenwerthe Landsmann wird aber 
ans dieser Abhandlung, wenn er ihr überhaupt Vertrauen 
schenkt, die üeberzeugung gewonnen haben, dass er sich 
seinen Namen ganz anders construiren müsse, als er 
wohl bisher gethan. Herr Wein z. B. (ich meine aber 
keinen bestimmten, denn Persönlichkeiten sind mir ferne), 
Herr Wein hat vielleicht den seinigen, seit er im Gym- 
nasium gewesen, mit dem lateinischen vinum erklärt, 
und in ihm, je nachdem er selbst ein gutes Glas Deides- 
heimer (aus Hm. Jordans Keller!) zu schätzen weiss 
oder nicht, entweder eine humoristische Vorbedeutung 
oder eine unwahre Denunciation gesehen — aber dieses 
Wein ist kein eigentlicher Wein, sondern ein althoch- 
deutscher Freund, ein vorderer Best von Winibald, Win- 
frid, Winimar, oder ein hinterer von Qodwin, Gerwin, 



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Betrachtung über die bisherigen Ergebnisse. 73 

Ortwin. Auch Herr Frühwein braucht sich nicht mehr 
mit seiner Liebe zum Frühschoppen aufziehen zu lassen. 
Der Wein hat mit seinem Namen nichts zu thun. Er 
ist ein Freund des Gottes Fro! Herr Bausch, der sich 
bisher gegen onomastische Anzüglichkeiten , vielleicht 
durch Berufung auf Vater Noe , Lot und andere Patri- 
archen zu decken suchte, wird jetzt gern anerkennen, 
dass sein Name nicht auf übermässigem Weingenuss 
seines Eponymus beruhe, sondern von Buzzo, Budolf her- 
zuleiten sei. Wie sich Herr Ochs aus seiner Namens- 
verlegenheit helfen könne, ist oben ebenfalls angedeutet. 
Hammer ist kein wirklicher Hamm^, sondern ein alter 
Hadumar, und Hammel kein Thier der Heerde, sondern eine 
aus jenem gebildete Koseform; Hummer kein Seekrebs, 
und Hummel keine dichtzottig behaarte Blumenwespe, 
kein Bombus, sondern ersteres einHugmar und letzteres 
eine Verkleinerung davon. Auch Kummer bewahrt der 
Familie nicht das Gedächtniss ^ergangener Leiden, son- 
dern mag als Kunimar, Geschlechtsruhm, eher grosse 
Erinnerungen festhalten oder eine grosse Zukunft vorbe- 
deuten. Harz hat nichts mit Pech gemein und Herz 
ist keineswegs jenes empfindsame Organ, unter dessen 
Einfluss schon so viele Liebesgedichte und Bomane ent- 
standen sind. Hügel darf nicht als eine gedankenlose 
Erderhöhung betrachtet werden, sondern bedeutet viel- 
mehr, als Abkömmling von Hugiprecht, Gedankenglanz. 
Herr Hunger hat in seinem Namen nicht eine ständige 
Anweisung auf Nahrungssorgen ererbt, sondern vielleicht 
ein Andenken an die Schlacht auf den catalaunischen 
Feldern, wo sein Aeltervater sich den Namen Hunnen- 
speer verdient. Wer allenfalss Link heisst, wird ein- 



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74 Erste Classe der Familiennamen. 

sehen, dass sein Eponymos nicht etwa durch linkisches 
Benehmen solchen Namen erworben habe, sondern dass 
dieser (Lindger) so viel als Lindwurmspeer bedeute und 
vielleicht an den Tag erinnere, da der Urahn, wie St. 
öeorg, siegreich mit einem Drachen oder Tatzelwurm 
gekämpft. Teufel ist endlich kein Bewohner der Hölle 
und Verführer des Menschengeschlechts, sondern Thiud- 
frid, wovon es stanmit, ist einer, der dem Volke Frieden 
bringt. Im ganzen glaube ich gleichwohl, dass meine 
Enträthselungen in viele Eamilien mehr Trost und Be- 
ruhigung, als Verdruss und Unwillen gebracht haben, 
und mancher, der auf seinen ehrlichen Namen immer 
etwas hielt und dennoch nie wusste, was er bedeute, ist 
mir vielleicht im stillen dankbar, dass ich diesem bisher 
sinnlosen Gesellen Geist und Leben eingehaucht und ihn 
an des deutschen Volkes Heldenzeit angeknüpft habe. 

12. Unechte Namen. 

Nach allem, was bisher erörtert worden, sehen wir 
unsre lieben Ahnen mit beständiger Umgestaltung ihrer 
werth^ Namen beschäftigt. Wir haben beobachtet, wie sie 
dieselben zuerst auseinander schnitten, den einen Theil 
wegwarfen, sich eine Zeit lang mit dem Torso begnügten, 
dann diesen verkleinerten, dann das Zeichen der Ver- 
kleinerung abwarfen und wieder mit dem Best zufrieden 
dahinlebten — wie sie anderseits ihr — zo heranzogen, 
die Namen dadurch unkenntlich machten, sie abermals 
verkleinerten, das Verkleinerungszeichen wieder fallen 
Hessen und sich an dem, was überblieb, ergötzten — wie 
sie femer die beiden Stämme zusammenschweissten, das 



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Unechte Namen. 75' 

Amalgam abermals verkleinerten, das Yerkleinenings- 
zeichen abermals fetllen Hessen und wieder sich mit 
einem StOckchen des ehemaligen Ganzen begnügten, bis 
sie am Ende dort und hier ein yerlängemdes — mann 
ansetzten, während doch Becht und Billigkeit verlangt 
hätten, den Namen, wenn er zu kurz schien, einfach auf 
seinen früheren Stand zurückzuführen, das heisst aus 
Hass nicht Hassmann zu bilden, sondern den alten 
guten Hademar wieder zu Ehren aufzunehmen. In- 
dessen sind die Zusammensetzungen jener Art für das 
Sprachgefühl nicht verletzend, denn der Hassmann ist 
eben ein ^Mann , der Hass heisst , allein der Trieb , an 
den Namen herumzukünstelu, führte bald auf andre wun- 
derliche, fast bedauerliche Abwege. Man begnügte sich 
nämlich nicht mehr mit — mann allein, sondern wählte 
auch andre Ansätze und zwar namentlich — hart, — art, 
— ert oder — old, — olt, — elt, setzte diese an bereits 
bestehende Koseformen und bildete auf solche Weise neue, 
aber ganz unzulässige Namen. Die Erscheinungen dieser 
Art sind äusserst zahlreich, wussten sich jedoch bisher 
jedem Yerständniss und jeder Auslegung standhaft zu 
entziehen. Sie lauten beispielshalber: Assold, Bausen- 
hart, Beuggert, Borschert, Börzelt, Boshart, Possart,' 
Bosselt, Dämmert, Demmert, Gluckert, Gänzert, Hasert, 
Hasold, Helssert, Hemmert, Hensolt, Itschert, Mauchert, 
Meichelt, Mozelt, Naschold, Nastold, Niesert, Nösselt^ 
l^enisold, Rftschert, Ritzert, Trautschold, Ufert, üschold, 
Wasöört, Witzert u. s. w. 

Was Ms, Baus, Beugg u. s. w. bedeuten, ist aus dem Vor- 
ausgehenden zu entnehmen. Ein paar andre dieser Bildungen 
werden aU^rdings erst im Nachtrag Idar werden. Ufert ist Me^ 



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76 Ente Classe der Familiennamen. 

eingestellt, weil es wahrsoheinlich als Off-ert zn betrachten. 
Es könnte aber anoh Otfrid sein. 

Um uns deutlich zu machen, wie verfehlt diese Bild- 
ungen seien, dürfen wir nur festhalten, dass jeder alte 
und echte deutsche Name nicht mehr als zwei Stämme 
öder Begriffe in sich aufhehmen konnte, und dass die 
Koseform eben der verkürzte Vertreter dieser beiden Ele- 
mente ist* Bitz z. B. ist Bichard, Witz ist Wighard und 
Bitzert, Witzert bedeuten also eigentlich Bichardhard, 
Wighardhard! Boshart, Possart leitet sich ab von Sigi- 
poto, Pozo, Peso und hiesse demnach Siegesbotenhart. 
Jtschert für üetschert und üschold sind als ützhart, ütz- 
hold anzusehen und demnach in üdalrichhart, üdalrich- 
hold aufzulösen. Hasolt wäre Hadumarwalt, Nösselt Not- 
pertwalt. Auch die verkürzten Formen der dritten Art 
haben sehr vieles zu diesen Bildungen abgegeben. So 
würde z. B. Bolkart, Dämmert, Hunkert so viel als Bald- 
gerhart, Dankmarhart, Muntgerhart bedeuten. Rückert 
wäre Budgerhart, Buhmspeerkühn, Mozart (in München 
auch Mutzhart, Mutzenhart) Mutgerhart, Muthspeerkühn 
oder auch Mutharthart, was doch alles — in tiefster Ver- 
ehrung vor den unsterblichen Trägem dieser Namen sei 
es gesagt — ganz verwerfliches Zeug ist. Ursprung und 
Bedeutung von hart (art, ert) und walt (olt, elt) 
hatten sich eben, wie J. Grimm schon angemerkt, in 
den Zusammensetzungen bald so verdunkelt, dass sie ein- 
fach als leere Ableitungssilben verwendet wurden und 
niemand mehr an ihre eigentliche Bedeutung dachte, so 
dass Bizhart und Hasolt keinen anderen Eindruck mach- 
ten als Bizico und Hasico. Der bekannteste unter diesen 
Namen ist in vielfacher Schreibung Pätzold, Bezold, Petz- 



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unechte Kamen. 77 

hold, Besold u. s. w., der insofeme zu entschuldigen ist, 
als man Pez dabei för Bär nahm (s. S. 46) und der 
daher dasselbe bedeutet, was Bemoaldus, Bemwalt oder 
Bemhold. 

Nur selten trifft es sich, dass an die zweite Stelle 
solcher Bildungen auch ein andrer mehr wuchtiger Stamm 
als die genannten tritt. Doch haben wir z. B. Götzfried, 
was, da Götz schon Qottfrid bedeutet, mit Gottfridfrid 
zu erklären wäre; ferner Bausewein, wo Bause = Boso 
ist (s. S. 48) und der Sinn daher Siegesbotenfreund. 
Dempwolf ist, so zu sagen, Degenpertwolf u. s. w. 

Allein, als diese Bildungen entstanden, war schon 
die Zeit gekommen, wo man von den Namen eigentlich 
keinen Sinn mehr verlangte. Die ganze Erscheinung be- 
stätigt nur den sehr früh eingetretenen Verfall des Namens- 
wesens, den wir oben (S. 31) besprochen haben. Es ist 
nicht schwer nachzuweisen, dass man schon zur Zeit der 
Karolinger anfing, Koseformen mit andern Stämmen zu- 
sammenzustücken, ohne sich zu fragen, welche Bedeutung 
etwa dabei herauskommen könnte. 

Förstemann bietet bereits eine Menge solcher Namen, 
nur zeigt sich an zweiter SteUe eine grössere Auswahl yon 
Stämmen, z. B. neben Bozolt auch Bosogast, Boshelm, Bosrioh, 
Bosolf. Ebenso neben Hasolt auchHaspald, Hasland, Hasmuot; 
zu Azzo findet sich ein Azibald und Etzelfrid, zu Pazzo ein 
Pazmunt und Pazrich, zu Tuzzo ein Tusolf u. s. w. Uebrigens 
wurden auch solche Bildungen später nach der dritten Art be- 
handelt, d. h. Yon Haspert, Kaspert, Bospert blieb nur unser 
Hasp (Haspel), Rasp, Rosp. 

Ronkarz, jetziger Abgeordneter aus ünterfranken, zusam- 
mengesetzt aus Rank = Raganker und hart, wozu ein genitiYi- 
sches 8 getreten. Horschelt dagegen ist noch ein achter Name, 
zusammengesetzt aus ahd. horsc z= frisch, und walt. 



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78 Ente ClMse der FAniliennamen. 

Zu bemerken ist endlich, dass derlei Namen in Bajem nar 
selten vorkommen und haoptsftchlioh schwäbisch, fränkisch, 
rheinisch, niederdeutsch sind. 



13. Die aQs Koseformen zasammengesetzteii Namen. 

Indessen können die Namen Götzfried, .Bausewein 
und Dempwolf doch auf eine andre Spnr führen. Bei 
ims auf dem Lande nämlich unterscheidet der Bauer 
sehr genau, wie er heisst und wie er sich schreibt. Wie 
er heisst, ist sein Taufname, wie er sich schreibt, sein 
Familienname. Letzterer bildet gleichsam ein halbes Oeheim- 
niss, das selbst bei den nächsten Nachbarn nicht immer 
zu erfragen ist. Ln gewöhnlichen Leben heisst der Mensch 
Hansenseppel oder Seppenhansel oder Jörgenhiesel, d. h. 
Joseph, des Hansen Sohn, Johann, des Joseph V Sohn, 
Mathias, des Georg's Sohn. Solche Bildungen können 
aber jedenfalls erst entstanden sein, seitdem die kirch- 
lichen Namen in Gebrauch kamen, also ungefähr seit 
dem fünfzehnten Jahrhundert. Sollten nun aber die Deut- 
schen in andern Zeiten und auch in andern als bajuva- 
rischen Ländern nicht mit ihren deutschen Namen ebenso 
verfahren sein? Sollte z. B. Götzfried nicht des, Götzen 
Fried, d. h. Fridrich, der Sohn des' Gottfrid, Bausewein 
nicht des Bansen Wein, d. h. Winfrid, der Sohn des 
Buso, Dempwolf, nicht des Dempen Wolf, d. h. Wolf- 
gang, der Sohn des Degenpert sein? Allerdings kommen 
uns jetzt diese deutschen Composita viel fremdartiger 
vor, als jene hebräisch-griechischen, aber dieser Umstand 
allein darf uns nicht scheu machen. Wir sind eben 
längst nicht mehr gewohnt, ihre beiden Bestandtheile 



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Die aus Kosefonnen zasammengesetzteii Kamen. 79 

als Taufnamen zu vernehmen. Wenn uns heutiges Tages 
Burzo und Hanno noch eben so oft in die Ohren klängen, 
als Sepp und Hans, so würden wir die Zusanmiensetzung 
Burzhahn eben so wenig auffallend finden als Seppenhans 
oder als Simonmathes, was zu Würzburg, oder als Josen- 
lians, was zu Stuttgart wirklich als Familienname vor- 
kommt. Wir wollen auf dieser schlüpfrigen Bahn noch 
einige Schritte wagen, — wenn wir fallen, so werden 
uns die andern Forscher wohl wieder freundlich aufrichten. 
Reinhenz z. B. kann nichts anderes sein, als eine 
solche aus zwei verschiedeneu Mannsnamen entstandene 
Zusammensetzung. Es bedeutet also Heiüzen, den Sohn 
des Beino. Deigendesch (A.) '^) ist des Deigen Desch, d. h. 
in's Althochdeutsche übersetzt Tazzo, Tazzico, der Sohn 
des Tiugo (Thiudger); Ruckdeschel (W.) ist Tassilo, 
der Sohn des Ruggo (Rudger); Ritzhaupt (St.) istHugi- 
poto, der Sohn des Rizzo; Hattenrath ist Rato, der Sohn 
des Hatto. Wenn Hiltebeutel (D.), Siebenbeutel (W.) 
der Butilo des Hildo, des Sibo ist, so muss Beutelrock 
. der Roggo des Butilo sein. In Seidenfuss haben wir 
früher (S. 26) ein altes Sigifuns gefunden ; es könnte aber 
auch Funs, der Sohn des Sido sein und ebenso wäre 
Seidenbusch Busco, der Sohn des Sido. Damach könnte 
man ferner Haarbusch, Hagenbusch, Harzenbusch, Rauten- 
busch, Thambusch als Busco, Sohn des Haro, Hagano, 
Harzo, Ruto, Tagano deuten. 



*) Diese Namen klingen zum Theil so auffallend, dass ich 
ffir gut befunden habe, gewissermassen zu meiner Becbtfertigung 
bei den meisten auch den Fundort anzugeben. (A«) bedeutet 
Augsburg, (B.) Bamberg, (D.) Darmstadt, (F.) Frankfurt, (K.) Karls- 
ruhe, (M.) München, (N.) Nürnberg, (St.) Stuttgart, ( W.) Würzburg. 



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80 Erste Classe der Familiennamen. 

Diese Auslegungen mögen zur Zeit noch etwas aben- 
teuerlich klingen, allein es liegt in ihnen vielleicht doch 
der Schlüssel zu dem besonderen Schrein, in welchem 
die letzten und dunkelsten Geheimnisse der deutschen 
Onomatologie verborgen sind. 



Beispiele bieten sich aber so aufdringlich dar, dass 
wir uns gleichwohl nicht enthalten können, noch einige 
vorzustellen. Also: 

Abendanz = Danzo, Sohn des Abo (Adalbert). 

Abenthum = Thumo (Thiudmar), Sohn des Abo. 

Alberbosch (M.) = Bosco (Boso), Sohn des Adalbero. 

Backmund (W.), = Muntger, Sohn des Badger. 

Berdux (St. Gallen) = Thudgis, Sohn des Bero. 

Bressgott (St.) — doch nicht das americanische 
Prescott? = Goto, Sohn des Bresso (Brechtold). 

. Bohmwetsch (St.) = Wezzo (Werner), Sohn des Bomo 
(Botmar). 

Buckreis (B.) = Biso, Sohn des Bucco (Butger). 

Burzhahn (St) = Hanno, Sohn des Burzo (Burkhard). 

Busenbaum = Bumo, Sohn des Buso. 

Ghorhummel (St.) = Hummilo (Hugmär), Sohn des 
Caro (Garibald). 

Datzerath (F.) = Bato, Sohn des Tazzo. 

Distelbarth (St.) = Barto, Sohn des Tizilo. 

Eidebenz (F.) = Benzo, Sohn des Egideo. 

Eisenbraun = Bruno, Sohn des Isengrim. 

Eitelbuss (St.) = Busso, Sohn des Eitilo (Egideo). 

Eytelwein = Wino, Sohn des Eitilo. 

Preiligrath = Rato, Sohn des Frilico (Frilico für 
Fridilico von Frido). 



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Die aus Koseformen zasammengesetzten Kamen. gl 

Garterthum (St.) = Thuino, Sohn des Gartheri. 

Gayrlios = Hoso (Hugbert), Sohn des Gero, wie 
Laubengaier (St.) = Gero, Sohn des Liubo. 

(Jottswinter = Windheri (s. S. 24), Sohn des Gozo. 

Gnteknnst (St.) = Kunzo, Sohn des Guto. 

Hammelehle (St.) = EUo, Egilo, Sohn des Hammilo 
(Hademar), 

Hartranft (St.) = Baganfrid, Sohn des Hartman. 

Hanprich, Eauprich, Solbrig = Bicho, Sohn des 
Hngipoto, Kutpert, Salabert 

Hänselbetz (N.) = Bezo, Sohn des Husilo. 

Heitefuss (F.) = Funs, Sohn des Hegideo, Heito. 

Hergenhahn = Hanno, Sohn des Herico. 

Himmelstein (W.) = Tegino (Teginhard), Sohn des 
Hummilo. 

Himmelstoss (M.) = Tosso, Tuzzo, Sohn des Hum- 
milo. 

Hirsemenzel = Manzilo, Sohn des Herizo 

Hoffnaass (M.) = Nasso (Nantwin), Sohn des Hoflfo 
(Hugfrid). 

Hopfenstock = Tocco (Thiudger), Sohn des Hoffo. 

Hopfenzitz (St.) = Zizo (Förstemann, S. 1370), 
Sohn des Hoffo. 

Hopphahn (St.) = Hanno, Sohn des Hoppo (Hugpert). 

Hottenstein (A.) = Tegino, Sohn des Hutto (Hugideo). 

Kachelriss (M.) = Bisso, Sohn des Kagilo (Kagan- 
hart). 

' Eohlhaas, Eohlhagen, Eohlhauf , Eohlhanpt, Eohlhepp 
= Hasso, Hageno, Hufo, Hugipoto, Happo, Sohn des 
Kotilo. 

Eordeater (K.) = Thiutheri, Sohn des Karo. 

S t e u b , Oberdeutsche Familiennamen. Q 



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82 Ente ClAtse der Familieniiameii. 

KasBmaiil, sicherlich kein kfissendes Manl, sondern 
Mulo, Mutilo (Mntger), Sohn des Ensso (Kutpert). 

Klisswieder, gewiss nicht einer, der wieder küsst, 
sondern Withar (Förstemann, S. 1286), Sohn des Knsso. 

Lanbreis = Biso, Sohn des Linbo. 

Lautermilch (K,) = Miliko (Förstemann, S. 930, 
Ableitung von Muthger), Sohn des Lutheri. 

Lotzgesell (Hessen) = Oisilo, Sohn des Luzzo. 

Lindenlaüb = Liubo, Sohn des Lindo, wie wohl auch 
Eichenlaub = Liubo, Sohn des Egino. 

Mainzweig = Wigo, Sohn des Maginzo. 

Mairock (W.) = Roggo, Sohn des Maio* 

Mannteufel = Tiufilo (Thiudfried), Sohn des Manno. 

Meisrinunel (St) = Rummilo (Rudmar), Sohn des 
Meizo (Meginhard) oder des Muso (Mutger). 

Muggensturm = Sturm (Förstemann, S. 1125), 
Sohn des Muggo (Mutger). 

Mussgang, Miesgang = Gangolf, Sohn des Muso. 

Nesselhauf (D.) = Hufo, Sohn des Nassilo. 

Nothhaas, Nothhaft = Haso, Haffo (Hadfried), Sohn 
des Noto. 

Oelenheinz (E.) ~ Heinzo, Sohn des Odilo. 

Boschlaub, Böschlaub = Liubo, Sohn des Bosco 
(BodulO. 

Siebenhaar, Siebenhürl, Siebenkäs, Siebenlist, Sieben- 
tritt = Haro, Herilo, Easo (Eadalhoh), Lusto (Ludwig), 
Truto, Sohn des Sibo. Nur Siebenpfeiffer passt nicht 
in den Bahmen, müsste nur als Pfeiffer des Sibo ge- 
meint sein. Sehr gut erklärt sich dagegen das altbayer- 
ische Siebzehnräbel als Bubilo, Sohn des Sibizo. 

Simrock = Boggo, Sohn des Simo oder des Sibo. 



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Die aus Koseformen zusammengesetzten l^amen. g3 

Sommerrock (W.) = Eoggo, Sohn des Sundmar* 

Syptroth (W.) = Eoto (Kodulf), Sohn des Siboto. 

Tussbass = Basso, Sohn des Tusso. 

Vollherbst (St.) = Herbert (s. S. 44), Sohn des 
Volko. 

Winzenhörlein (W.) = Herilo, Sohn des Winzo 
(Winhard). 



Elfroth — ein in Bayern überraschender Name, der 
in Wolfratshausen vorkommt. Was am nächsten zu 
liegen scheint, nämlich Elfenrode, die Rodung, wo die 
Elfen tanzen, es ist leider kaum das wahre. Der Name 
scheint nichts andres zu bedeuten, als Boto, Bodulf, der 
Sohn des Alfo, Elfo, Adalfrid. 

Auch in Löffelholz steckt weder ein Löffel, noch ein 
Holz. Es ist vielmehr Holzo, Koseform von Holdo 
(Förstemann, S. 757, der aber Holz hereinzieht), Sohn 
des Lofaio = Ludfrid. 

Guckemus, auch Guggumos, Gucumus, wird von 
Vilmar als: guck in's Mus erklärt, ist aber doch eher 
Muso, Sohn des Guggo. 

Birnstiel, Lanzenstiel, Roggenstiel, Rosenstiel = 
Thilo, Sohn des Bero, Lanzo, Roggo, Roso. Rocken- 
bauch (St.) = Buggo, Sohn des Roggo. 

Vielleicht ist auch mit Herrgott nicht der Welten- 
schöpfer gemeint, sondern nur ein Goto, Sohn des Hero. 

Aber wo sind die Namen hinzustellen, welche in 
—sack ausgehen, wie Bauchsack, Biensack, Biersack, Bon- 
sack, Botsack, Buttersack, Habersack, Hopfensack, Landen- 
sack u. s. w. Soll auch in diesem —sack ein Manns- 
name stecken? vielleicht Sacco (Förstemann, S. 1064) 

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g4 Ente Classe der FamilieniiAmeii. 

oder Hacco, so dass Biersack = Berins Hacco, Haber- 
sack = Hadberins Hacco, Landensack = Ludins Hacco 
wäre? Auch Acco, von Agino, thäte dieselben Dienste. 
An einen wirklichen Sack zu denken, ist ancb erlaubt, 
doch wird es nicht weit führen. 

Um die Sammlung nicht zu reich werden zu lassen, 
wollen wir hier schliesen, behalten uns aber vor, einige 
bemerkenswerthe Formen noch im Nachtrag aufzuführen. 

üebrigens sind auch von diesen Bildungen die mei- 
sten in Schwaben, Franken und am Bhein, ungleich 
wenigere in Bayern zu finden. Der Lieblingssitz derselben 
scheint aber das Stuttgarter Adressbuch zu sein. 



14. Nachtrag. 

Hier folgt nun ein Nachtrag zu den Familiennamen 
der ersten Classe. Es sind zwar bisher allenthalben Bei- 
spiele in reichlicher Fülle gegeben worden, allein dennoch 
ist eine Anzahl nicht unerheblicher Stämme noch kaum 
zu Worte gekommen, und es scheint immerhin nöthig, 
auch diese in ihren mannigfaltigen Erscheinungen etwas 
näher zu betrachten. Ueberdiess sind noch einige andre 
Bemerkungen anzubringen, für welche oben eine passende 
Stelle nicht zu finden war. 

Wir beginnen mit einer kurzen orthographischen 
Betrachtung, welche allenfalls auch früher gegeben wer- 
den konnte, die aber hier doch besser steht, weil sie 
hauptsächlich für das folgende verwendbar ist. 

Es ist eine alte Unart der Bajuvaren, dass sie e und 
ö in der Aussprache nicht unterscheiden. Schon vor 



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Nachtrag. 85 

vierhundert Jahren schrieb man auch gerne roden, höben, 
stöUen statt reden, heben, stellen. 

Da aber auch ä in manchen Wörtern denselben Laut 
hat, wie e in reden, heben, stellen, so wird ein Lands- 
mann zwischen Lech und Leitha, der nur durch unsre 
Dorfschulen gegangen, auch jetzt nicht zu fehlen meinen, 
wenn er etwa Fösser, Göst, Eölber, Nögel, Schlöge 
schreibt statt Fässer, Gäste u. s. w. Dieses bestätigt 
uns das Münchener Adressbuch, wo wir Back, Scherg 
und Ferg, eigentlich Schärg und Färg (von althochd. 
scarjo, farjo, welche mit Schaar und fahren zusammen- 
hängen) ganz entsprechend Bock, Schörg und Förg ge- 
schrieben finden Daran schliessen sich Höcht, Höss, 
Eöck, Schnöll, Stöger, Stöttner u. a. m. Da nun aber 
ö und e überhaupt für identisch angesehen werden, so 
suchte man letzteres für so viele schmerzliche Verluste 
wieder dadurch zu entschädigen, dass man ihm auch 
manches ö zur Vertretung übertrug. Diesem Gefühl von 
Billigkeit entsprechen z. B. die Schreibungen Esterer, 
Esterhammer, Estner für österer, österheimer, Östner. 

Die Schreibung örtel findet sich in unsrer Mün- 
chener Quelle nur viermal, Ertel aber dreiunddreissig- 
fach, obwohl auch dieses von Ortilo konmien wird, weil 
ein Artilo, Ertilo nicht concurrirt, wie denn auch in 
Stuttgart nur Örtle, kein Ertle, zu treffen. Die Leute, 
die einst in dör Oede wohnten und daher die öder ge- 
nannt wurden, schreiben sich jetzt alle ohne Ausnahme 
Eder — in München über 30 Nummern. Nur in den 
zusammengesetzten Namen streiten noch beide Schreib- 
ungen (z. B. Ameisöder, Schusteröder). Uebrigens ein 
Name, der nur in Bayern vorkommt. 



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36 Ertte Clatse der Familiennamen. 

Aus diesen Wahrnehmungen überzeugen wir uns 
nun allerdings, dass ft, e, ö in vielen Fftllen miteinander 
verwechselt wurden, allein diese üeberzeugung schafft 
uns nur Verlegenheiten. Es finden sich z. B. die drei 
Koseformen Pazilo, Pezilo, Pozilo, die erste von Paturich, 
die zweite von Bernhard, die dritte von Sigipoto her- 
rührend. Diesen entspricht eine grosse Anzahl neuerer 
Namen, die in einer Menge von Schreibungen umher- 
gehen, aus denen wir aber nur die drei Hauptformen 
Pätzl, Petzl, Pötzl hervorheben wollen. Es scheint nun 
nichts einfacher, als Pätzl zu Pazilo, Petzl zu Pezilo 
und Pötzl zu Pozilo zu stellen, allein, da Pätzl auch 
Petzl, Petzl auch Pötzl, Pötzl aber auch Petzl und 
Petzl wieder Pätzl geschrieben werden kann , so ist jene 
Zusammenstellung doch sehr unsicher und die Inhaber 
solcher Namen werden über deren Abstammung wohl nie 
zu voller Oewissheit durchdringen. 

Indessen bleibt hier doch nichts übrig, als die neue- 
ren Formen zu jenen alten zu stellen, denen sie schein- 
bar am nächsten liegen und so nehmen wir denn Ettel, 
Etl, Ett zu Attilo, Öttel, Ott zu Ottilo, obgleich alle 
diese Namen höchst wahrscheinlich zusammen und zwar 
zu Ottilo gehören. Nebenbei bemerkt ist auch öttel ein 
hauptsächlich bajuvarischer Name und im Schwabenlande 
fast unbekannt. 

üebrigens betheiligen sich an der Unart, e und ö zu 
verwechseln, doch alle oberdeutschen Völker, vielleicht 
nur in minderem Grade als die Bajuvaren. Auch in 
Mnkischen und rheinischen Landen finden wir Namen 
wie z. B. Qöhrig, Qöring, Göhrisch, Göhrs, Görtz, welche, 



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Nachtrag. 87 

als von Gero stammend, richtiger Gerig, Gering, Gerisch, 
Gers, Q^rz zu schreiben wären. 

Es könnte überhaupt die Frage aufgeworfen werden, 
ob es nicht erlaubt wäre, ein Buch über Familiennamen 
zu schreiben, ohne auf diese die geringste Bücksicht zu 
nehmen. 

Man würde, so paradox es klingt, diese Frage mit 
gutem Fug bejahen können. Der Verfasser hätte näm- 
lich seine Beispiele in etlichen reichlich entfalteten Stäm- 
men, wie etwa Budo, aufzustellen, die Begeln daraus 
abzuleiten und dann zu sagen: Nach diesen Gesetzen 
müssen aus diesen und jenen altdeutschen Namen folgende 
neudeutsche Formen in dieser regelrechten Schreibart 
hervorgehen. Ob sie wirklich vorhanden sind und wie 
sie da oder dort geschrieben werden, wäre ganz gleich- 
giltig. Jedenfalls wäre es dann Sache des verehrlichen 
Inhabers, seinen werthen Namen in dessen oft so will- 
kürlicher Gestalt am richtigen Orte selber unterzubringen. 
Denn gerade die Einordnung der neuem Formen ist der 
undankbarste Theil der Aufgabe. Einerseits ist es in 
vielen Fällen sehr zweifelhaft, unter welchen alten Stamm 
sie gebracht werden dürfen, anderseits bleibt dem Ordner 
gar oft nur die bange Wahl zwischen einer Vielheit von 
Schreibungen, die in der Aussprache ganz gleich lauten, 
wie Apel, Appel, Appell oder Bösl, Bösel, Pösl, Pösel 
und die er des Baumes halber doch nioht alle auffuhren 
kann, obgleich sie alle gleichen Anspruch auf Erwähn- 
ung haben. 

In diesem Nachtrage ist übrigens die Behandlung 
der Namen etwas anders eingerichtet, als in den vorher- 
gehenden Abschnitten. Dort hiess es nämlich z. B. aus Got- 



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g3 Erste OlMie der Familiennamen. 

hart wird Götz, hier dagegen sagen wir, ans dem Stamme 
Goto gehen diese nnd jene Namen nnd unter anderen 
anch Götz hervor. Diese Art und Weise ist insofeme 
richtiger, als Götz eben so gut aus Gotbalt, Gotbert, 
Gotfrid, Gtotmar, Gtotschalk, Gotolf entstehen konnte, als 
aus Gothart, denn der zweite weggeworfene Stamm ist 
ja^ wie wir schon oben gesagt, nicht mehr zu errathen. 

Diesem Nachtrag fehlt es auch nicht an Monotonie 
und der damit verbundenen Langweile. Da aber einmal 
deutsche Familiennamen erklärt werden sollen, so schien 
es nicht gerathen, so viele hunderte, die noch der Deutung 
harren, nur desswegen zu übergehen, weil ihre Aufstell- 
ung sich etwas reizlos und trocken gestalten muss. Der 
Verfasser sieht wohl voraus, dass er in diesem Abschnitt 
einen guten Theil seiner bisherigen Begleitung verlie- 
ren und dass ihm nur jene Leser folgen werden, welche 
zu den engern und innigem Freunden der Onomatologie 
gehören. 

Auch dieser Nachtrag will übrigens keine Vollstän- 
digkeit anstreben, den altdeutschen Formenschatz keines- 
wegs erschöpfen. Es ist allerdings auffallend, wie viele 
ganz vereinzelte und verödete altdeutsche Namen sich in 
neudeutschen wieder finden ; allein wenn ihre Bedeutung 
nicht zu errathen und daher gar nichts über sie zu sagen 
ist, so scheint es unnöthig, sie dem Leser vorzuführen. 
Oder was hilft -es z. B. anzugeben : Samo ist unser heu- 
tiges Sahm, Snuppo unser heutiges Schnupp, Spranco, 
Sprankilo unser heutiges Sprengel, Spreng, da wir doch 
weder wissen, was Samo, noch was Snuppo, noch was 
Spranco bedeutet? 

So findet sich auch zu Quitzmann ein vereinzeltes 



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Naehtrag. 89 

Quito, ans welchem regelmässig ein Qnizzo abgeleitet 
werden kann. FOrstemann, S. 988, erklärt es ans 
ahd. qnedan, reden. 

Die Fruchtbarkeit der altdeutschen Stämme, wie sie 
sich in ihren nendeutschen Abkömmlingen zeigt, ist un- 
gemein yerschiedeu. Die dürftigsten von allen sind die 
Stämme in — mo, wie z. B. Grimo, das nur etwa Grimm, 
Grimmel, Greimel und Erembs, Grimmeisen = Grimiso 
hinterlassen hat, denn ein Grimsch, Grimst, Grimstel 
ist aus euphonischen Gründen kaum zu erwarten. Nicht 
viel besser daran ist z. B. Hildo, das eben auch nicht 
über Hild, Hiltl, Hilz, Hilzel hinauskömmt Dann folgt 
ungefähr Yolco, welches unter Gunst des Umlauts neben 
Volk, Volkel, Volz, Volzel doch auch ein Völkel, Volk, 
Völzel, Völz aufzustellen hat. Noch besser entfalten sich 
Hado, Bato, da neben a auch ä, e, neben z auch ss, und 
dann statt dessen s, seh, st eintreten können. Die Stämme 
dieser Art brauchen wir aber im Nachtrag nicht m^r 
vorzuführen, da ihre Ableitungen schon in dem Voraus- 
gehenden so ziemlich erschöpft sind. Ungleich reich- 
licher sind aus naheliegenden Gründen die Namen in 
— odo, — oto vertreten, ja die Ableitungen von Boto und 
Goto wären, wenn man alle die verschiedenen Schreib- 
ungen der jetzigen Namen vorführen wollte oder könnte, 
geradezu unübersehbar und unzählbar, wie der Sand am 
Meer. 

Ado, Odo, Udo, Adalo, Odalo, Udalo hängen 
mit ahd. Ot, Adal, Uodal zusammen, was Grundbesitz, 
Reichthum, Adel -und Vaterland bedeutet. 

Ado, Atto, Otto, Utto sind im früheren Mittelalter 



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90 Erste Olasse der Familiennamen. 

sehr gebräacUiche Formen. Ado hat sich als Adt, Ade 
erhalten, Ott kommt zumal in Altbayem sehr oft vor, 
ütto ist das niederdeutsche ühde, oberdeutsch zeigt es 
sich nur als Auth. 

Von Adilo, Attilo, Edilo stammt unser Edel, Ettel, 
Etl, Ett, Edt, von Ottilo unser Qettl. Ein Üttel scheint 
sich nicht zu finden, wohl aber zeigt sich ein Jettel. 
Jodel (M.) scheint ein altes XJodalo zu vertreten. 

Von Adilo auch AM, Aal,^ von Udilo Uhl, Aul, 
ühle, Jehle, Johle, Jhle, Jlle, von üadilo Jall und Jell 
(s. S. 49). 

Von Allico Allioh und Elgg, von Ullico Ulioh, Illig 
und Ilg, von ülizo ülsch und Ultsch. 

Von Azzo, Azzico, Azzilo Atz, Essig, Asch, Atzl, 
Etzel (auch Ezzelino, der berühmte Tyrann und Menschen- 
feind), Essel, Ess, Ast; von Ozo Osl (Tirol), was aber 
auch eine Verkürzung von Oswald sein kann, und Ost, 
von üzzo ütz, Ütz und Autsch. 

Zusammensetzungen: Adlgos, der Adelgothe; Adel- 
her = Adler; Adelmar = Almer; Odalher = Ohler, 
Oehler, Oeller; Udalrich = Ulrich; Udalland = Uhländ; 
Udalmar = Ulmer. 

Von Adelbert Abo, Appo, woraus Abb, Aab, App, 
Abel, (der also nicht nothwendig als Kains biblischer 
Bruder gedacht werden muss), Appel; vonUdalbert Ubo, 
woraus Aub, Anbei, Übel, Ibl. Von Abico Abegg und 
Ewig, von Ubico Iwig. 

Aus der Stelle: Adelberga quae cognominabatar Ava (F o rs te- 
mann S. 189) ersieht man übrigens, dassAba zn Aya erweicht 
wnrde, und sonach ist wohl auch Avo =: Adalbert, Dayo = 
Dagobert, Eto = Eberhard, Hero = Hegibort, Mavo =: Hadal« 



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Kaofatrag. 91 

bert, Miyo = Mntbert, Nivo = Kitbert, Ovo = Otbert, Siro 
= Sigbert u. s. w. 

Ob wohl ein jeder Adam seinen Namen aus dem 
Paradiese ableiten darf? Sehr möglich, dass er mitunter 
eine Abkürzung aus Adelmar, Ademar ist ; auf letzteres 
weist auch Adamer (N.). 

Der bayerische Herzog Adelger, der einst in mythi- 
schen Zeiten die Eömer bei Brixen besiegte, ist wenig- 
stens in seinem Namen nicht ganz verschollen. Letzerer 
lautet jetzt Alger und bekleidet zur Zeit einen Fabrik- 
arbeiter in Augsburg. 

Authari, der König von Lamparten, der einst, von Bo- 
denstedt und andern Dichtem besungen, in Begensburg die 
schöne Theodolinde freite, ist also Held des Eeichthums; 
der Name kommt jetzt noch als Otter vor. 



Ago, Agilo, Agino, Ego, Egilo, Egino, einst 
sehr reich vertretene Stämme aus einer Wurzel, welche 
Schrecken bedeutet. Ego ist der Taufname Egon, der 
noch in mehreren Fürstenhäusern üblich, vielleicht als 
Vertreter eines alten Agilulf, und findet sich als Familien- 
name wieder in Ege, Ehe. Ecco = Eck; Acho = Ach 
(St.); Egilo = Egel, Eigel, Eichel; auch Ell (K.) ist 
wohl dasselbe. Ekilo = Eckel; Egino = Eigen, Aign, 
Egen, Eggen. Die ältere Form Agino wurde ahd. zu 
Anno (der heilige Anno, Erzbischof von Köln, f 1075, 
der im Annolied gefeiert wird), jetzt Ahn und im Dim. 
Endl. Aus Annizo ist Anns, Angst, aus Annico Enk ge- 
worden , wozu auch Ankele und Ankelein gehören. Aus 



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92 Snte CIms« der Familieniuunen. 

Eginzo wurde Egenz (St.), Enz, was im Diminutiv Ens- 
lin oder Einsele lautet; aas Egilizo Eilles. 

Agilolf, der Urahn des ersten bayerischen Herzogs- 
geschlechts, jetzt Egloff, Agiwald jetzt Egold. Egilherr 
= Eller; Aginker = Anker; Aginheri = Eigenherr». 
Algner, Eigner, Ehner; Egimar = Eimer; Egiman = 
Ehmann, Ehm; Egifrid = Elffert; Egilmar = Eimer; 
Egirich = Eyrlch; Egiwig = Eiweck; Agilhard = Eichel- 
hard; im neunten Jahrhundert ein Bischof von Nismes^ 
jetzt eine Segenschirmmacherin in München (ital. Agli- 
ardi). Eylert ist derselbe Name. Der alte Eginhard^ 
Einhard, Kaiser Karl's Biograph und vermeintlicher Schwie- 
gersohn, scheint keinen Namensvetter mehr zu haben* 

Ankenbrand (W.) = Brande (Brandolf oder Liut- 
prand), S. des Anko = Annico. — Anno ist neuerlich ala 
Amhard erklärt worden, was allerdings die Analogie- 
Benno = Bernhard für sich hätte, allein da Hanno^ 
Manno, Hanno, Tanno = Hagano, Magano, Bagano, Ta- 
gano, so ist wohl auch Anno sicherer zu Agino zu stellen. 
— Einstein = Tegino, S. des Eginzo. 



Bado, Fato von badu, patu = Schlacht, Kampf, 
was schon im Althochdeutschen ausgestorben, nur noch 
unverstanden in Namen fortlebte, wie Patumar, Paturich 
u. s. w. (Von Paso = Pazo Pasing bei München.) Von 
Bado u. s. w.: Batt, Bettel, Pättel, Patz, Pätzel, Bätz; 
Bass, Baas, Basl, Basel; Pasch; Patsch; Basset, Passet,. 
Bast, Basti. 

Die Ableitungen von Bado scheinen weniger zahl- 
reich als sie wohl wirklich sind, weil wir Petz, Petzel 



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NftObtrag. 98 

u* s. w., welche auch hieher gehören können, zu Fezo 
(Bero) stellen. Hado und ^to , welchen kein Hedo und 
Seto zur Seite geht, zeigen daher ungleich mehr Formen, 
<Uk sie auch alle mit dem Vokal e sich zurechnen dürfen, 
^0 z. B. auch Hetz, Hetzel, Hess, Hees, Hesel, Hesch 
oder Retz, Retzel, Ress, Rees, Resel, Resch, Rest u. s. w. 

Ein alter, -schon im achten Jahrhundert aussterben- 
der Stamm ist band, welches Grimm zu badu stellt. 
Die Zusammensetzung Baudegisil kommt mehrfach vor 
imd könnte jetzt Baudgistl lauten. Wir fähren sie nur 
an, weil sie den in Stuttgart zwanzigfach Torhandenen 
Namen Baudistel zu erklären scheint. Als willkommene 
Bestätigung nehmen wir das in Darmstadt vorkommende 
Daudistel hin, welches ebenso aus Thiudegisel (im sechs- 
ten Jahrhundert ein Westgothenkönig) entsprungen sein 
wird. Daudistel also für Daudgistel wie Baudistel für 
Baudgistel. 

Beffert = Badufrid, wie Biffart = Botfrid (s. S. 53). 
Badum, in Bamberg zahlreich, von Badumar wie Adam 
von Ademar. So auch Hodum von Hadumar. 

Badubert = Babo, Baab, Babel. 



Barto. Förstemann schlägt bardus (poeta), barta 
(Axt), hart (Bart) zur Erklärung vor. Beraht, braht 
ist aber wenigstens als zweites Glied nicht selten in 
— hart übergegangen (Gumbart = Gundberaht, Her- 
bart, Membarth = Meginberaht, Rennbart = Begin- 
beraht, Rothbart (was nicht immer Barba rossa sein muss) 
= Bodberaht, und so ist also wohl auch Barthold für 
Berthold anzunehmen. Zahlreich ist der Name Bsurth 



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94 I<r^ ClMie der Faniilieimftiiieiu 

(in M. 30 Mal); davon Bartel, Barz, Porzel, Barseh, 
Bartsch. 

Von perht, praht, preht, pert stammen Preoht, 
Peroht (wohl auch Pecht, wie Bechtold, = Berchtold 
nnd wie auch mhd. schon Bechte, Bechtong für Berchte, 
Berchtung), Pracht, Prechtel, Berti, Pradl, PredL 

Ferner wurden ans praht und preht auch Kose- 
formen der zweiten Art gebildet und zwar aus ersterem 
Prass, Prässl, Brasch, Praschel, Bratsch; aus letzterem 
Pretz, Pretsch, Bresel, Pressl, Prest, Prestel. 

Raufenbarth (W.) = Barto, S. des Eufo; wenn 
es nicht ein imperativischer Name ist = Kauf den Bart ! 

Auch der Name der bayerischen Freiherm Ton Hafen- 
brädl kann leichtlich in die Bitterzeiten zurückgeführt 
werden. Warum soll er nicht Bratilo, S. des Hafo sein? 



Bero, Gen. her in, Bär. Davon, d. h. als Ab- 
kürzung von Bernhard u. s. w , der Name Bär in den 
mannigfaltigsten Schreibarten wie Bär, Bahr, Beer, Behr, 
Pähr, Peer, Bohr u. s. w., auch, damit der Dehnung die 
Schärfang nicht fehle: Berr und Perr. Von Berilo dann 
Berl, Perl, Bierl. Neben Bär findet sich auch Bier (F.), 
Bir (M.) und Buhr (M.), wie neben Gehr auch Girr, 
Glhr, Giehr, Giirr, neben Wehr auch Wühr; und dann 
Bärstel (was aber auch von Burkhard kommen mag) 
wie Girstel und Wfirstel. (So wird auch Nirk (St.) = 
Nerk = Nörk und von Nortger abzuleiten sein.) Als 
Bier spielt es in einige Namen hinein, wo gewiss nicht 
an das Nationalgetränk zu denken ist, wie Biermann, 
Biermayer, Bierlinger u. s. w» Bierdimpfl (in Stutt- 



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Nachtrag. 95 

gart Bierdämpfel) ist der Dflmpfel (ahd. tamphflo, lat. 
gurges, tiefe Stelle im Flusse, Oumpe, siehe Schm. I. 
373), wohin die Bären sich zu baden kamen, kann aber 
eben so gut Dingfrid, Sohn des Bero, sein. 

Bei manchen Ortsnamen wie Biermoos, Bierdorf, 
Bierwang mag allerdings auch an Bimmoos, Birkmoos 
u. s. w. gedacht werden. 

Berichilo, die Verkleinerung von Berico, Bierig, ist 
wohl in unser Bieregel (M.) übergegangen und möchte 
dieses — ichilo vielleicht noch andre — egel und — igel 
zu erklären im Stande sein, wie z. B. Belsiegl = Pisi- 
chilo von Poto, Harigel = Harichilo von Haro, Kunigel 
= Eunichilo von Euno, Reisigl = Bisichilo von Bizzo 
u. s. w. Hundigl dagegen und Feldigl sind Namen, die 
von tirolischen Orten ausgehen, nämlich von Muntigl, 
monticulo, bei Kaltem und von Valltigl, val de tegula, 
am Brenner. Moriggl (s. S. 36) mag auch Marichilo sein. 
. Femer: Berz, Bersch, Bertsch^Perzel, Berstel; Benz, 
Benss, Benzel, Bensei, Pemsel; dann die Ableitungen von 
Pezo, Pezilo (s. S. 46): Petz, Peez, Petzl, Bess, Bees, 
Bessel, Pessl, Besel, Besch, Peschel, Petsch, Best, Bestel. 

Bero kommt auch nicht selten (71mal nach Förste- 
mann) als zweiter Namenstheil vor, musste aber an 
dieser Stelle nach Analogie von —mar und — heri in 
ein tonloses —her übergehen. In folgenden Namen ist 
uns wahrscheinlich ein solches —bero erhalten, obgleich 
einige derselben auch anders erklärt werden können. 

Adalbero = Alber. 

Degenpero =■ Demper. 

Egibero = Eiber, Eiberle. Egipero = Eiper, 
Eypper. 



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96 Erste Clftsse der Familiennamen, 

Gerbero = Gferber. 

Oundpero = Qninper, Gfimperlein, Gimberlein. 

Gutbero = Guber. 

Hadbero x= Haber, Häberlin, Heberlein, Hebberling. 

Heribero = Herber. 

Hildbero = Hilber. 

Hugibero = Hauber. 

Kerbero = Eerber, Eörber. Kerpero = Korper. 

Kotbero = Kober, Eoberlin. 

Kutpero = Küpper, Küpper. 

Liutbero = Lieber, Leiber, Leber. 

Nitbero = Neuber. 

Notbero = Nuber, Nöberl. Notpero = Nopper. 

Eegibero = Reber. 

Eichbero = Reiber. 

Rudbero = Ruber, Räuber. 

Sigibero = Sieber. 

Sindpero = Simper, Semper. 

Thiudbero = Tauber, Deuber, Teuber. 

Wigpero = Wipper. 

Auch Gutbier ist wohl nichts andres als Gutbero 
und Dambör wird Taganbero sein. 

Für Momber, welohes sonst von Maganbero zu leiten 
wäre, gibt Grimm die Erklärung munt-bor, advocatus, 
soviel als schutzbringend. 

Könnte aber nicht bei einzelnen dieser Namen ein 
schliessendes t abgefallen sein und also z. B. Alber, Demper, 
Eiber für Albert, Dempert, Eibert stehen? In Kupfer, 
Kiefer, Laufer, Liefer, Raufer, Seiffer scheint dieser Fall 
allerdings eingetreten, da sie wohl von Kutfrid, Liut- 
frid, Rudfrid, Sigfrid abstammen? (Freilich könnten sie 



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Nachtrag. 97 

auch nach den Beispielen auf Seite 70 betrachtet werden.) 
Lieber, Leiber, Leber mögen (s. S. 16) ebenso gut von 
Liubheri ausgehen, als von Liutbero. Ob unser bayeri- 
sches Leeb ein mhd. lewe, lew = Löwe oder mit Lieb, 
Laub, Leib, Lob ein Liubo vertritt, bleibt zweifelhaft. 
Haberkorn = Karo, S. des Hadbero. Kiefhaber, 
Ruckhaber = Hadbero, S. des Kutfrid, des Kuggo. 
Koberstein, Koberweiii = Tegino, Wino, S. des Kotbero. 
Niebergall (D.) = Gagilo, S. des Nitbero. 



Bluto. Förstemann fahrt nur zwei Namen auf, 
die mit Blut anlauten, Blutgard und Blutrat, stellt sie 
aber zu blid, heiter. Es finden sich jedoch so viele 
neuere Bildungen, die jenen Stanmi voraussetzen, dass 
man ein Bluoto, Bluto, Bloto von bluot, Blut, oder 
bluot, Blüthe, ganz gewiss auch in die altdeutsche Zeit 
verlegen darf. Davon dann Blutt, Plaut, Blott, Plödl, 
Blotz, Plötz, Bloss, Bloos, Bloss, Pless, Plössl, Blösch, 
Blesch, Blöst, Blust. 

Blutmar = Blummer, Blum, Blaum, Blümmel, Blttmm; 
Blotheri, jetzt imDim. Plöderl; Blotker = Block, Bloch, 
Bluck, Blöckl, Block. Blotfrid = Bluff. Bluthardt und 
Blutharsch (St.), letzteres wohl für Bluthard's, wie Burg- 
artz für Burghard's. Heidenblut = Bluto, S. des Hegideo. 

Dr. Stark deckt in seinen „Beiträgen zur Kunde ger- 
manischer Personennamen'^ auch einen Stamm blat, plat 
auf, den er aus ags. blaed, gloria, erklärt. Von diesem 
wäre Platt, Blädel, Platz, Blass, Blatsch abzuleiten. Auch 
die oben angeführten Namen, die mit Ble, Ple anlauten, 
können hieher gezogen werden. 

ßtoub, OberdeatMh« Familiennamen. 7 



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98 Erste OlMse der Fftmilieniiamen. 

Ein seltsamer Name ist Plabst (M.), Plebst (St.)» 
Plöbst (Pfarrer bei Freising), um ihn aufzuhellen, muss 
man ein ahd. Blawo (Förstemann S. 266), blau (auch 
jetzt noch als Familienname Blab, Plab, Blob), voraus- 
setzen. Daraus Blawizo, Blawiso, später Blawes, Blewes, 
welches — nach Analogie von Babes = Pabst, Obes = 
Obst, — Plabst, Plebst, Plöbst werden konnte. Obst als 
Name ist übrigens = Obizo = Otbert. 



Boto (vergl. 8. 48) ist unser Bote, mag aber einst 
auch jenen bezeichnet haben, der zu gebieten hat, also einen 
Herrn und Gebieter. Es zeigen sich zahlreiche Ableit- 
ungen, welche ganz und gar denen von Kudolf (S. 46) 
folgen. Ahd. Bodo, Boto, Buto, Poto, Puto, Bozo, Boso, 
Bozilo, Bosico, Bositto u. s. w. Davon Bott, Both, Pott, 
Potel, Böttel; Booz, Potz, Pötzel, Pötz; Poss, Boos, Pössl, 
Pösel, Boss; Bosch, Posch, Pöschel, Bosch; Botsch, Pötzsch; 
Post, Boost, Bostel, Postl; Büttel, Büdel, Bittel, Beutel; 
Butz, Putz, Bautz, Bitzel, Bitz, Peitz, Benz; Buss (in 
Nürnberg noch ein alterthümliches Busso), Buhs, Pusel, 
Possl, Busel, Bussel, Bissei, Biesl, Piesl, Biss, Piest, 
Puhst; Baus, Pausel, Pelssl, Belsele, der aus den Fliegen- 
den Blättern bekannt ist (sein Beisegeßlhrte Eisele müsste 
eigentlich auf Isengrim oder Eisenhart zurückgeleitet 
werden), Beiss; Busch, Büschel, Pischel; Pansch, Beisch, 
Beuschel, Beischel, Beitsch; Putsch, Pietsch; Batst, Balscht 
und vielleicht auch Beust. 

Puterich == Püttrich, ein altes adeliges Geschlecht 
zu München. Putker = Baucker, Paucker, Pttcker; 
Butheri = Buder, Puder, Bänder, Pütter, Büder. Risoh- 



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Nachtrag, 99 

bieter = Butheri, S. des Bizzo. Kornbansoli = Buso, 
S. des Earo. 

Butterweck, Bouterwek (der bekannte Literarhisto- 
riker) ist wahrscheinlich nicht aus Butter und Wecken 
zu erklären, sondern als Botowig oder als Wigo, S. des 
Botheri. (Vgl. Dotterweich unter Thiudo.) Niepoth und 
Nephut (D.) sind wohl ein und dasselbe und gehen auf 
Nitpoto zurück. Lippott (M.) = Liutboto. Engelboth 
= Angilboto. 

Poppe, ehemals und jetzt als Bopp, Popp sehr häufig, 
müsste nach der Begel eigentlich Potpert sein, allein 
dieser Name kommt ahd. nicht yor (wohl aber jetzt als 
Puppert, Pippert) und es ist zweifelhaft, ob man 
ihn voraussetzen darf. Dieses Poppe ist schon vielfach 
angeforscht worden. (S. Stark, Koseformen S. 34.) 
Wenn aber Babo Badubert ist, so kann Poppe doch nichts 
anderes sein als Potpert. 

Hieher gehören auch, wenn nämlich, wie oben an- 
genommen, Polio = Potilo ist, viele Namen in 1, 11, hl, 
wie BoU, Bohl, Pohl, Buhl, Paul, Bühl, Pühl, Biel, Poll 
u. s. w. Auch Bolz, Bülz, Piels, Pölsl, Pilsl, die aber 
eben so gut zu Polt = Liutpolt gestellt werden können. 

Bothling, Bolling, Bulling, Beutling, BilUng = 
Potalunc, ein Name, der schon im achten Jahrhundert 
im bayerischen Geschlecht der Maxelrainer glänzt. 



Ahd. brogo, proko, Schrecken, undbrort, prort, 
brod, Lanzenspitze, Pfeil, zwei Stänmie, auf welche 
Dr. Stark in seinen „Beiträgen^^ besonders aufmerksam 
macht. Der erste hat es übrigens schon im Alterthume 

7* 



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100 Erste Olasse der Familiennamen. 

nicht weiter gebracht, als bis zu der jetzt noch vor- 
kommenden Znsammensetzung Brockhard, der zweite isi; 
uns durch den ags. Namen Willibrord bekannt. 

Von ersterem: Brock, Brück, Bruch, Progel, Bröckel, 
Prögel, Pregel, Brog, Brückl, Briechle, Prügel, Brlgel, 
Brück, Brauch, Brauchle; von letzterem: Brod, Brödl; 
möglicher Weise von beiden: Bröll, Brüll, Breul; Pröls. 

Mundbrod bedeutet also nicht eine feinere Semmel, 
sondern Schutzpfeil; Warmbrod aber ist Warinbrod = 
Wehrpfeil. 

Da Brogo und Brodo durch den Ansatz zo gleich- 
massig zu Brozo werden, so sind die weiteren Ableit- 
ungen nicht mehr auszuscheiden. Sie lauten etwa: Protz, 
Protzel, Brötz, Prutz, Pross, Prössl, Pröss, Presch, der 
berühmte Zillerthaler und Hoftiroler, Pröschel, Prausoh, 
Preuschel, Preusch, Breisch, Prltzel, Britsch, Brissei, 
Preis, Preisel, Brust, Prost. 

Brox, Brugsch geht auf Brodgis oder Brokiso zurück. 
Broderlx ist eine genitivische Form von Broderich. Brod- 
mar oder Brogmar = Brommer, Brummer. Brugwig 
=1 Brüchweh (D.). Bruogliub = Briegleb. BroflTt, Proff, 
eine Koseform der dritten Art von Brodfrid oder Brog- 
frid. Brodruck nnd Ruggenbrod erklären sich gegen- 
seitig: Ruggo, S. des Brodo, Brodo, S. des Euggo; Ei- 
genbrod = Brodo, S des Egino; Brotengeier (N.), 
Bruckeier, Bruggeier (M.) = Gero, S. des Broto. Weis- 
senbruch = Brogo, S. des Wizzo. Kornbrust = Bruzzo^ 
S. des Karo. Drittenpreis (Oberbayem), Priso, S. des 
Truto — doch wohl nicht imperativisch und particular- 
istisch: Tritt den Preuss' ! Preussendanz (Catharina, Wirtii- 
schaftspächterin im Jägerhause auf dem Hasenberg bei 



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Nachtrag. 101 

Stuttgart) = Danzo, S. des Priso — oder, demotisch 
erklärt, von einem Orte, wo die Prenssen gerne tanzen 
oder getanzt haben? Kaum annehmbar. 



Bruno, von brun, braun, oder brunja, Brflnne, 
Panzer. Sehr häufig als Braun^ welches aber auch in 
der zweiten Klasse einen ehrenwerthen Platz einnimmt. 
Dazu Brindl, Bräundl. Brunz (ahd. Pronzo) und Brünzel 
sind wohl als cacophon immer fern gehalten worden; 
doch findet sich Bruntsch (St.), Brinz, Prinz, Prienz 
und Prinzel. 



Deo, Diener, oben (S. 62, 63) zur Erklärung von 
Seidel und Söltl verwendet, einst als zweiter Stamm nicht 
unbeliebt — 72 Formen verzeichnet Förstemann — 
scheint noch aus manchen neueren Namen herauszuschim- 
mem. Wir glauben übrigens wahrzunehmen, dass es 
schon im Althochdeutschen in ein unverständliches do, 
to übergegangen und versuchen folgende Zusammenstell- 
ungen, die wir aber mit Vorsicht aufzunehmen bitten, 
nämlich: Egideo 1= Eide = Eydt, Eit; Hagandeo = 
Hando = Hand; Hagideo = Haido = Haid, Heid; He- 
rideo = Herdo = Herd, Heerdt; Hugideo = Huto = 
Hut, Hauth; Kagandeo = Kanto = Kant, der Welt- 
weise von Königsberg; Magandeo = Mando = Mand; 
Saladeo = Salado = Salat, ehemals Professor zu Lands- 
hut, Salldt; Sigideo = Sido = Seid; Tagandeo = T^o 
= Dant. Davon dann wieder Diminutiva, wie Eitel, Handl, 



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102 Erste Classe der Familieniiameii. 

was aber auch von Hagano kommen mag, Heidi, Eandl, 
Mantel, Seidel, SSlü, Dandl. 

Von Heido Heydolph, Heideloff. 



Gabo, ein unerheblicher, in den Urkunden sehr 
seltener Name, der nur aufgeführt wird, um den auf 
Seite 13 Torkommenden Formen einige Erklärung zu ge- 
währen. Er kommt wie Gebo von geben, aber zu Zu- 
sammensetzungen wurde nur geb— verwendet. (Gebhard, 
Gebold, Gebolf, Gebrat, Gebwin). Zu ersterem also: 
Gtaab, Oapp, Gabel, Oappel, Gäbelein (in München auch 
Gabelino, ein alter Lombarde?), Gabes und £app, Eappel, 
Zappes, Käppis, Eappus. 



Die zahlreichen neuem Namen, die mit gl, kl, gn, 
kn, gr, kr anlauten, sind im Althochdeutschen fast ohne 
alle Vertretung. Wir erkennen aber gleichwohl aus den 
jetzigen Formen drei alte Stämme, die sich sehr reich 
entwickelt haben, nämlich Eloto, Enoto, Eroto. 
Wenn wir eine Anknüpfung suchen, so finden wir diese 
allerdings nur in fernen Landen und in einer sehr fernen 
Zeit, nämlich auf dem linken Ufer des Bheins und in 
jenen bekannten fränkischen Namen aus den ältesten 
Tagen, in Namen wie Chlodwig, Ghnodomar, Ghrodgar. 
Im Althochdeutschen trat an die Stelle des ch ein h, wie 
in Hludwig, Hrodger, welches aber bald abfiel. Um so 
auffallender ist allerdings, dass sich in diesen Namen 
jenes ch als anlautendes k und g aus den Zeiten der 
Merovinger bis auf unsere Tage erhalten hat. Sie gehen 
übrigens ganz und gar wie Boto. 



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Nachtrag. 103 

Ghlodo, Kloto (ahd. hlut, laut): Elott, aiauth, 
Klotz, Elötzel, Klutz, Kloos, Gloss, Klöss, Elans, Elaisel, 
Klaiss, aieiss, Kleist, Kleitz, Klötsoh, aiutsoh. 

Auch wenn wir Zusammensetzungen und Bildungen 
nach der dritten Art annehmen, scheint mancher sonst 
unerklärliche Name klar zu werden. So erklärt z. B. 
Chlodbero: Klopper, Klöber, Klauber, Klüber, Klob, 
Klöppel, Kliebel, Klippel, Klttbel. 

Chlodfrid: Klopf, Klöffel, Klüpfel. 

Chlodgar: Klocker, Qlocker, Glücker, Kloch, Qlock, 
Klug, aiuck, aiück. 

Ghlodmar: Klunmi, KUmm. 

Chnodo, Knoto- (goth. knods, ahd. chnuot, 
chnot, chnuosal, chnosal Oeschlecht), Knott, Knödel, 
Knotz, Knötzl, Knötz, Knos, Knosel, Knösel, Knös, Knuth, 
Knüttel, Knaut, Gnauth, Kneut, Kneitz, Knutz (hiezu ahd. 
Ghnuz), Knus, Knaus, Knäusel, Kneissl, Knaisch, Knies, 
Kniesel, Knust. Knosp (St.) und Knispel (D.) scheinen 
auf ein ehemaliges Ghnuzpert hinzuweisen. 

Mutschelknaus (St.) = Enuso, S. des Muzzilo. 

Ghnodbero: Knopper, Knopp, Knobel, Knöbel, Knaub, 
Knaupp, Kniep, Knipp, Kniewel, Kneib, Knips. 

Chnodfrid: Knauff, Knopf, Knöffel. 

Ghnodgar, Knocker (einen vereinsamten Knocher 
bietet Förstemann aus einer Lorscher Urkunde des 
neunten Jahrhunderts), Knock, Knoch, Knöchel. 

Ghrodo, Eroto (hrod = Buhm): Krott, Kraut, 
Kreidel, Krotz, Grotz, Krötzel, Krötz, Krutz, Kreuz, Kreitz, 
Kroos, Groos (hiezu ahd. Ghroso, Qrozo, Grauso), Grosch, 
Gröschl, Grötsch, Kraus, Grans, Gräusel, Kreisel, Kreis, 
Greis, Gries, Griss, Krisch, Gritsch, Griessel, Grüsel, 



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X04 Erste Glasse der Familiennamen. 

Krftss, Erenss, Erois, Emis. Grespel (F.) setzt nach 
Analogie von Baiispel ein altes Crospert voraus. 

Chrodbero: öropper, Kropp, Kmpp, Grob, ömb, 
ömpp, Grübel, Kriebel, Grub, Grieb, Kripp, KreiK)L 

Chrodfrid: Kropf, Kröpf. 

Chrodgar: Krack, Krag, Krück, Kröck, Krick, Krieg, 
Krügel, Kriegel. 

Chrodmar: Grammer, Kramm, Gramm, Krom, Grom, 
Krammel. 

Egglkraut = Kroto, S. des Egilo oder Ekilo (Ekhart). 
In Karlsruhe lautet der Name Eichelkraut. (Vergl. S. 92 
Eichelhard.) Krauthalm = Hagano, S. des Kroto. 
Krommelbein (D.), Kremmelbein (M.) = Wino, S. des 
Chromilo ? 

Dürfen auch Knollo, Knorro, Krollo aufgestellt 
und etwa für Chnodilo, Chnodrich, Chrodilo angesehen 
werden? 

Zu ersterem stellt sich KnoU, KnöU, Kniel, Kneule, 
Knolz, zum zweiten Knorr, Knauer, Kneuer, Knaier, Knier, 
Knörr, Knortz, Knorsch; (Knorpp (St.) scheint sogar auf 
ein altes Knorpert zu deuten) ; EroUo kömmt als Kroll, 
Groll, Krell, Graul, GrüU, Grill u. s. w. vor. 

Grillparzer — ein Name, über den sich bekanntlich 
Lord Bjnron geärgert und der meines Wissens bis heute 
noch keinen Erklärer gefanden hat. Die Namen in —er 
sind oben schon besprochen. Grillparz aber erklärt 
sich, w;enn die vorausgehenden Aufstellungen richtig, als 
des Grillen Parz d. h. Barzo (Barto), Sohn des Chrodilo. 

Diese Namen gehören zu den schwierigsten in der 
ersten Classe. Einerseits scheint es verwegen, sie von 
unseren heimischen und alltäglichen Wörtern Kl9tz,^Knö- 



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NaohWag. - 105 

del, Knüttel, Kropf, Krumm u. 8. w. losznreisseii und 
in die Zeiten Gregor!s von Tours hinaufzuführen, ander- 
seits ist aber ersichtlich, dass jene bei weitem nicht 
hinreichen, den ganzen Kreis,* der doch zusammenhängt, 
verlässig zu erklären und dass man jedenfalls über sie 
hinausgehen muss. 



Goto von got, Gott, Guoto, Guto von guot, 
gut, wirren sich schon in alter Zeit durch einander. Der 
Ordnung halber werden wir gleichwohl die Ableitungen 
getrennt halten. 

Dass überall neben g auch k auftritt, erklärt sich 
aus dem, was S. 12 gesagt ist, und mögen dabei über- 
diess S. 54 und 55 verglichen werden. 

Godo, Goto, Gotilo: Goth, Kott, öodel, ööttel, 
Gott, Köth. 

Gozo, Gozilo: Götz, Kotz, Götzel, Kötzel, Götz; 
GOSS, Gössel, Gössel, Eössel, Göss; Goos, Koos, Gösel, 
Kösel, Gös; Gösch, Goschel, Gösch; Gost, Kost, Göstel, 
Köstlin, Göst; Gotsch, Kotsch, Götschel, Gotsch. 

Gudo, Guto: Guth, Gietl, Giet; Gant, Kaut, Geitel, 
Keitel, Keidel, Keith, Geith; Kutt, Kittel, Kütt, Kitt 

Guzo, Guzilo: Gutz, Kutsch, Gutsch; Gützel, 
Gütz, Kitz, Gietz ; Gautz, Kautz, Gautsch, Kautsch, Gelzel, 
Geiz; Guss, Kuss, Kusel, Gussei, Güss, Güstel, Käst; 
Gus, Giesel, Kiesel, Kies, Gies, Gistel« Kist; Guschel, 
Gischel; Gauss, Kauss, Geissei, Geiss, Geuss; Gaus, Geisel, 
Geis, Kais, Geist. 

Hieher femer, da man Gollo = Gotilo eben so gut 
ansetzen darf als Polio = Potilo, noch allerlei Namen 



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106 Ente GlMse der Familiennameii. 

wie GoU, GöU, GuU, aftll, Giel, Gaul, EoU, Kohl, KöUe, 
EaUe, Kall, EiUü, Kill, Kiel, Kaul u. s. w. (Vgl. S. 60 und 
99.) Endlich Golz, Gols, piz, Kölsch — Golling, GfitUner. 

Hiebei ist aber zn bemerken : der Oothenname kommt 
althochdeutsch als Ganto, Ganto, Goto, Goto, Gauzo^ 
Gozo, Ganze, Gozo vor und bildet viele Zusammen- 
setzungen* (Als zweites Glied ist er in Adlgos (M.) 
erhalten, s. S. 90). Dieser Stanmi concurrirt nun ohne 
Zweifel in allen obigen Formen, soweit sie au oder o 
führen oder davon ausgehen und Goth, Kaut, Geith, 
Götz, Goss u. s. w. können daher auch einen Gothen 
bedeuten. Femer ist möglich, dass Geiss, Geissei (für 
Gauss, Gäussel) ebenfalls von Gauzo herrühren. Dass 
unser Eauz als Appellativum jenes Gauzo sei, haben wir 
oben (S. 67) schon behauptet. 

Gozwin = Goss wein; Gotheri, Gautheri = Gotter, 
Kotter, Kutter, Kuder, Kiderlin, Kautter; Gozraban = 
Gausrapp; Gaudomar = Gaumer. 

Gutberiet = Berold (vgl. Heinleth = Heinold), S. 
des Gute; Gutbrod = Brodo, 8. des Gute; Kuchenbrand 
= Brande, S. des Eucho = Kutger; Lotterkaus = 
Kauzo, S. des Lothar; Götzger, Gitschger = Gero, S. 
des Gozo, Guzo; Kopfsgotter = Gotheri, S. des Gotfrid. 

Femer spielen Giso und Gisal, KisoundEisal 
ebenfalls herein und haben auf alle Fonnen, in denen 
sich i und ei zeigt, also auf Gies, Geis, Geisel, Eies, 
Eiesel, Gistel u. s. w. einen näheren oder wenigstens 
augenföUigeren Ansprach als Gott, gut und Gaut. 

Mitunter steht für Gisel auch Gil, daher Gilbert, 
Kilbert, Gelbert (auch Geliert?) wohl als Giselbert zu 
erklären. — Ital. Ghilardi ist deutsch GeiseUiard, 



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Nachtrag. 107 

Gilmer = Giselmar. Davon dann Oilm, der geniale 
Tirolerdichter. 



Hugo von ahd. hugu, Gedanke, Geist. Eng, 
Hngel, Hügel, Hfig, Hickl; Hang, Hengel, Eeigel; Hanck, 
Heiokel, Henck; Hock, Höckel, Hock; Hutz, Hutzel, 
Hutzel, Hitzel (davon der Ortsname Hitzeisberg und da- 
von der bekannte Familienname Hitzelsberger), Hütz, Hitz, 
Hitsch; Hauz, Hautsch, Hautzel, Heitz; Huss, Hussel, 
Husel, Hüssel, Hiess, Hiss; Haus, Häusel, Heuss, Heiss; 
Hotz, Hötzel, Hotz; Hoss, Hösel, Hössle, Hösslin, Höss; 
Hutsch, Heusch, Hosch; Hust, Host. Die Huoso, Hoso, 
Huso, eines der vier bayerischen Urgeschlechter , nach 
welchem später der Hausengau benannt wurde, gehören 
ebenfalls hieher. 



Judo (Förstemann denkt an die Juten oder 
Juthungen; warum nicht an die Juden?), bemerkenswerth, 
weil es als Mannsname einen andern Lautgang genom- 
men, denn als Volksname (vergl. unten Scuzzo). 

Judo: Jud, Jaud, Jaith, Jodel, Joes, Jösel, Jaus, 
Jais, Joas, Jost, Jossl, Jöst. (Joos und Jost gelten frei- 
lich auch für Jodocus und Jodel haben wir oben auch 
zu Uodalo gestellt). Judger == Jucker, Jueho, Juoh, 
Jauck, Joch, Jock (ahd. Joco), Jockei, Jockei, Jugel, 
Jügel, Jegel; Jokiso = Jox(W.), Jokisch (N.), Jöckisch 
(M.). Judpert = Jaup (ahd. Joppo). 

Es ist in der That kein Grund gegeben, warum Judo 
nicht als Jude genommen werden sollte. Namentlich 
Judger, Judenspiess, konnte ja nach den Begriffen der 



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IQg Erste Classe der Familiennamen. 

damaligen Zeit als ein wahrer Ehrenname fdr einen guten 
Ghristenhelden gelten. 

Judmann = Jaumann. Judheri = Jotter, Jeutter, 
vielleicht auch Jauer? 



Kuno von kuoni, kühn. Kahn, Eundl, Eunell (auch 
Eienöhl), Eündl, Eiendl, Eähn; Eaun, Ealndl, Eein; 
Ennz, Eünzel, Einsele, Eünz; Eaunz, Eainzel, Eainz, 
was sich aber auch aus Eagano ableiten lässt. Eolin, 
Eöhnlein, Eonz u. s. w. 



Magano, Bagano von magan, ragan, Macht, 
Gewalt, gehen in den Ableitungen denselben Weg. 

Erstlich ziehen sie sich zusammen in Manne und 
Eanno, wovon Mann, Mahn, Mohn, Rann, Bahn, Bohn. 
Davon wieder Mannilo, Bannilo = Mandl, Mendl, Bandl, 
Bendl und abgekürzt Mend, Menth und Band. Femer Man- 
ico, Banico = Mehnig, Behnich; dann Mannes, Bannes. 

Aus den späteren Formen Megin, Begin wurde 
Mein, Bein, vor Labialen auch Mem, Bem, wie in 
Membart, Bembold. 

Aus Maganzo, Baganzo — Manz und Banz, aus 
MeginzQ, Beginzo — Mainz und Beinz, Beinsch, zuletzt 
Menz, Menzel (s. S. 42) und Benz, Benzel. Meinilo, 
Beinilo = Meinel, Meindl, Beinel, Belndl, auch in der 
Schreibung Beinöhl. Beinico = Beinig, Bheineok. 

Diese zweisilbigen Stämme erleiden aber auch einen 
Abfall der zweiten Silbe (s. S. 37), womach dann der 
auslautende Gonsonant verdoppelt und verschoben werden 



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Nachtrag. 109 

kann. So entstehen also Mago, Macco, Mache = Haag, 
Hack, Hach. Ebenso Sago, Sacco, Bacho = Ragg, Räch. 
Davon wieder Magilo, Makilo, Machilo = Hegele — 
der Geschlechtsname des berühmten Eanzelredners Abra- 
ham a Santa Clara aus Schwaben — Heokl, Hachel, 
Hechel und Bagilo, Bakilo, Bachilo = Regel, Reckel, 
Rachel. Endlich davon wieder Heeg, Heck, Hech, Reeg, 
Reck, Rech. (Back, Backel, Beckel, Beck mögen aber 
auch von Batger kommen (s. S. 57). Aus Magilo, Ba- 
gilo aber auch Hall, Bali, Rahl. 

Mago, Bago erweichte sich aber auch zu Maio (s. 
S. 42), Baio und daraus Hay, Reyh. Diese wieder ver- 
kleinert ergeben Mailo und Railo = Heil, ReiU, Hehl 
und Rell, welche aber auch unmittelbar aus Begilo, Me- 
gilo entstehen konnten. 

Wenn an diese verkürzten Stämme, izo antrat, so ent- 
stand Magizo, Bagizo, Begizo = Hages, Reges, Regus 
und femer Maizo, Baizo, Mazo, Bazo, Mezo, Bezo. Doch 
ist hier die Zutheilung der neueren Namen sehr bedenk- 
lich. Hatz, Hetz, Hass, Häss, Heess, Hassel, Hesch, 
Hast mögen nämlich ebensogut zu Machtolf oder Madal- 
frid gehören, als Hais, Haisch, Haisohel zu Muto. Batz, 
Retz, Rassel, Ressel können wir nicht von Bato trennen 
und Beiz, Beis, Beischel nicht von Bizzp (oder Buzzo). 
Nach Analogie von Mazo = Mago müsste man auch 
Hazo (Hass, Hassel u. s. w.) zu Hago stellen, während 
es doch viel sicherer von Hado abzuleiten ist. 

Hebert, Hebold, Heffert >= Megibert, Megibold, 
Megifrid; Henold = Meinold. Hagold = Magoald, Mag- 
walt, wie Egold = Egwalt. Happes = Mappizo = Mappo 
= Magipert. Hagersupp, bei Yilmar S. 49 zu lesen, 



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110 Erste Classe der Famfliennamen. 

was ihm natürlich „inagi^^ Sappe'^ scheint, ist Suppo 
(s. S. 65), S. des Mago. Mehlbeer, Mehltretter = Bero, 
Tmhtheri, S. des Megilo. So auch Bosentreter = Truht- 
heri, S. des Bozo. Bellstab = Tabo (Tagobert), S. des 
Begilo und so wohl auch Bodenstab, Bungenstab, Wahl- 
stab = Tabo, S. des Bodo, des Bungo (s. S. 60), des 
Walo (von walah, wälsch). 



Ungefähr in derselben Weise entwickeln sich Ha- 
gano und Eagano. Ob hagan Dom oder Stier be^ 
deuten solle, ist zweifelhaft Eagan, gagan, gegin ist 
unsere heutige Präposition gegen. 

Nach Mein = Megin geht Hein = Hegin, wovon 
Heinel, Heindl, Heinlein. 

Ein Hanz (ahd. Hanzo) s Haganzo würde wohl 
Hans geworden und also von Johannes nicht zu sondern 
sein. (Doch bietet Frankfurt ein alterthümliches Hanse.) 
Dagegen findet sich Handsch (M.) Von Heginzo: Heinz, 
Henz, Henzel, Henss. 

Nach Hanno bildet sich Hanno und daraus Hann, 
Hahn, Bonn, Hohn. Davon Handl, Hänel, Hendl, Hän- 
lein, Hönlein, Beule. Von Hanno wieder Hannico = 
Hanich, Bennich, Bönig, Böng. Hannizo = Bannes. 

Durch Abfall der zweiten Silbe entsteht Hago, Hacco, 
Hacho = Baag, Back, Bach. Femer Bagel, Begel*, Backl, 
Beckel, Bachel, Bechel und auch wieder Ball, Bahl, BeU, 
Beel, Behl. (Hack, Heckel, Heck lassen sich aber auch 
von Hadker ableiten [s. S. 54].) 

Aus Hechl ist durch Einschub eines euphonischen 
t, wie bei Dichtl, Lichtl (s. S. 59), Bechtl, und aus 



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Nachtrag. 111 

diesem nach Abfall des 1 wieder Hecht geworden. Von 
einem Hachilo geht der Name Hachilinga aus, den eines 
der vier bayerischen Urgeschlechter fahrte und wären 
daher die Hachel, Hechel, Hechtl am ersten berechtigt, 
jenen Namen an den Anfang ihres Stammbaumes zu 
stellen. 

Ebenso gehören hieher Heeg, Heck, Hech. In allen 
diesen Namen tritt, wie oben besprochen, für e auch 
d ein, wie in Högl, Höckel, Höchel, HdchÜ, Höcht, Hock, 
wobei sie aber in bedenkliche Nachbarschaft zu den Ab- 
leitungen von Hugo gerathen. 

Nach Maio bildet sich Haio und diesem mögen Hei, 
Heu, Hoi (sämmtlich in München) entsprechen, obgleich 
bei den zwei ersten auch an Hei = Hege, wie in Wies- 
hei, Holzhei (s. u.) gedacht werden darf. Aus Haio dann 
wieder Hailo = Heil. 

Aus Haizo konnte Haiss, Heiss entstehen, welches 
aber auch eine zweite Ableitung von Huzzo und sogar 
eine dritte von Hizzo = Hildebert zulässt. Ferner 
Haisch, Halst. 

Ob Heinrich = Heginrich oder Heimrich, ist un- 
entschieden. In Würzburg jetzt noch ein Heimrich. Hein- 
leth (s. S. 20) = Heinold = Heginwalt. 

Hagelgans = Ganso, S. des Hagilo. 

Hannawacker = Wakar, S. des Hagano. 

Helmhang = Hagano, S. des Helmbrecht. 

Heidenhahn, Seltenhahn = Hagano, S. des Hagideo, 
des Salideo. 

Benglan, Habann, Loschan = Anno, S. des Bingilo 
(von Bunico, s. S. 60), Habe, Losco (Lodwig)? 

Unser Bengel = Bingilo verdient als gutes deutsches 



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112 Erste Classe der Familiennamen. 

Schimpfv^ort wohl auch eine angemessene Stelle oben 
S. 66 unter seinen Zeitgenossen. 

Kagano, Oagano: Kahn, Gann, Gähn, Eandl, 
Gandl. Kagino = Eain, Kein, Kenn. Kaganzo, Eeginzo, 
Geginzo = Kanz, Gantz, Gans, Eainz, Eeinz, Genz, Gen- 
zel, Gentsch. Eagilo = Gagel, Eegel, Eögel, auch Eall, 
Gall, Eahl, Eahlo (F.), Eehl, Eail, Geil; Ealz, Eelz. 
Von Gacco (nach Macco, Hacco), öacho: Gack, Gacli, 
Gackle, Eachel, Geck, Geek. Eaio, Gaio = Gay (F.), 
Goy (M.). Coy (D.). 

Eeginheri = Eeiner, Eenner, Gegner, vielleicht anch 
Göhner, Gönner, was also Gegenheld bedeuten würde. 
Eeinath wird wohl Eeginhard sein, wie Ehrat = Ehr- 
hard ist. Eaganpert = Eamp, Eambl, Eempel, Eemp. 
Gagenpert = Gamp, Gempel. 

Eambeitz (D.) = Bizo, S. des Eagano. 

Biergans = Ganzo, S. des Bero. 



Modo, Mudo, Moto, Muto von mot, muot, 
Muth, bilden so ziemlich alle Formen wie Boto. Also: 
Mott, Muth, Model, Müthel, Miedl, Mittel, Meidel, Müd; 
Motz, Mutz, Mautz, Mutzel, der seiner Zeit vielgenannte 
Gemeine von Bronnzeil, Mitzel, Mutz, Husch, Mutschel; 
Moos, Mosel, Mös6l, Mössl, Möss, Mosch, Moesch, Möstl, Host ; 
Huss, Müssel, Missel, Miesel, Mies, Mistel, Mist; Maus, 
Häusel, Mais, Helss; Husch, Huschel, Hausch, Maischel, 
Haisch u. s. w. 

Uosengeü = Gagilo, S. des Mose. Hosthaff = 
Hafo, S. des Mosto. 



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Nachtrag. 113 

Von MotUo = MoUo: MoU, Mohl, MöM, MuU, 
HuM, Hühl, Hanl u. s. w. — Hühlig, Müllich, MüliliDg» 



Noto von not, Noth. Davon: Noth, Nödel, Nötel, 
Nöth, Notz, Nötzel, Nötz, Noss, Nössel, Nöss, Noest, 
Nutz, Nützel, Nnss, Nüssel, Nüss, Nnsch; Naus, Nensel^ 
Neuss, Nenschel; Nudel, Niedel, Nied, Nies, Niessl, Niest. 

Nussbiegel (N.) = Buggo, S. des Nuzzo. 

Von Notüo: NoU, NuU, NiU, Neul. — Nuding. 



Unter den Namen, die mit s anlauten, sind die mit 
Sign, Sieg zusammengesetzten (Sigbald, Sigbert, Sigfrid, 
Sigmund u. a.) weitaus die zahlreichsten, ihre Kosefor- 
men können aber über Sitz, Seitz, Siess, Seiss, Seissel 
nicht hinausgehen. Ebenso vermögen die mit stark zu- 
sammengesetzten wie Starkfrid, Starkhand, Starkolf nur 
die Formen zu bilden, die wir früher schon vorgeführt. 
Einige andre nicht unansehnliche Namenschaften, die mit 
Sal, Sind, Sund, Swind anlauten, übergehen wir, da die- 
selben, soweit sie nicht oben schon angezogen, für den 
heutigen Bestand ohne Belang erscheinen. Dagegen 
wollen wir nicht verheimlichen, dass die Namen, die mit 
Schi, Schm, Sehn, Sehr anlauten, aus althochdeutschem 
Stoffe nur sehr mangelhaft zu decken sind. So bringt 
Förstemann für alle mit Schm beginnenden Namen 
nur das einzige Smido, unser Schmid, mit der Koseform 
Smidilo, welche unser Schmeidl ist, aber unser Schmädel, 
Schmaizl, Schmauss, Schmautz, Schmelz, Schmer, Schmoll, 
Schmolk u. s. w. bleiben alle ohne Vorfahren und ohne 

Sieub, OberdentBche Familiennamen. g 



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114 Ente GlMSe der Familiennamen. 

Erklärung. (Nur Schmaizl mag von einer zweiten Kose- 
form Smizzilo herrühren und Schmftdl etwa für Schmeidel 
stehen.) In dieser Noth bleibt nur ein gewagter Vor- 
schlag übrig, der eine theil weise Bettung bringen kann, 
nämlich anzunehmen, dass sich in diesen Namen der Ton 
versetzt und dass sonst tieftonige Silben den Hochton 
erhalten haben. Wir finden z. B. Salaco, Salico, Salihho, 
Saluhho (s. S. 51). Bleibt nun der Ton auf der ersten 
Silbe, so ergibt sich das heutige Salg, Selig, Selch und 
Solch ; geht er aber auf die zweite, so entsteht nothwen- 
dig Schlag, Schlick, Schleich, Schluch und Schlauch. 
Ebenso wird aus Salizo zwar erstlich Seelus, Selz, aber 
auch auf demselben Wege Schlitz, Schliss und Schleiss. 
Aus Saline einerseits Salling, anderseits Schlenk, aus 
Sarunc Saring undSchrenk, aus Saliker Seeliger, Solger 
und Schlicker, aus Salirat Sellrath und Schlereth, aus 
Senocus, was ein sehr alter aber unerklärter Name, der 
schon bei Gregor von Tours vorkommt, Senk und Schnoch, 
Schnuck, aus Saramunt vielleicht Schramm, wovon dann 
wieder Schrammel, Schremmel, welches auch an ein ur- 
altes westfränkisches Sarromalus mahnt. In derselben 
Weise gibt Sarico Sarg, Sorg (Sörgel) und Schrick, Sa- 
valo Säbel und Schwall. Und ebenso mag Schlaff und 
Schleiff mit Salafrid und Salifrid, Schlappolt, Schlapp 
mit Salapolt zusammenhängen. Auch Draxel und Trag- 
seil zeigen eine doppelte Stellung des Acc^ts; Trägisil 
und Tragisfl (von Trage, Draculf). 

Das Licht, das dieser gewagte Vorschlag verbreitet, ist 
allerdings nicht blendend. Schnack und Schwall^ Senk und 
Säbel bleiben so dunkel als vorher. Die mit Sar anlautenden 
Kamen mag ahd. saro, Eriegsrüstung, erklären. 



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Nachtrag. 115 

Sonst sind von den mit s anlautenden Stämmen noch 
etwa folgende hervorzuheben: 

Scalco, von scalc, Knecht, jetzt Schalk, Schall, 
Scholl; in Engelschall, Gottschall, Marschall (marah =: 
Mähre, Boss) an zweiter Stelle. SchoUwöck = Scalcvig. 
Dass auch ein Scalcpert vorhanden gewesen, gibt Scholpp 
(St.) zu erkennen. 

Scroto, Scruto, von scrotan, hauen, schneiden, jetzt 
Schrott, Schrauth. Scrotilo = Schrödl, SchroU, Schreil. 
Von Scrotfrid Schroff, Schmff, Schröfel; von Scrotpert 
Schropp, Schrupp, Schröppel; von Scrutolf Schraudolph. 

Scuzzo = Schütze, ging als Eigenname seinen eige- 
nen Weg, unbekümmert um den appellativen Doppel- 
gänger, und wurde einerseits zu Schütz, Schiess, Schüssel, 
Schiessl, Schistl, anderseits zu Schautz und Schauss. 

Schutzmarlln (M.), Marilo, S. des Scuzzo? Anschütz, 
Hugschütz^ Roschütz = Scuzzo, S. des Anno, Hugo, 
Bodo. 

Strobo,*Strubo, Strobilo, jetzt Strub, Straub, 
Streibl, Streib, Striebl, Strobel, Ströbl. 

StroUo, jetzt StroU, StröU (und Strolz) ist wohl 
dasselbe, was Strobilo. Ferner die von Strubo abgelei- 
teten, Koseformen Struzzo, Struzzilo: Strutz, Strauss, 
Stritzel, Streltz, Strotz. 

Schmerold — ein Bauernname bei Tegernsee — 
echt deutscher Klang! an Gerold und Herold erinnernd 
und doch ganz dunkel, wenn er nicht einfach als einer, 
der des Schmeeres oder der Schmiere waltet, erklärt 
werden darf. XJebrigens dann ein vortrefflicher Name 
für einen altbajuvarischen Seifensieder oder Kerzelgiesser. 
Bei Forste mann S. 1070 findet sich Samanolt — 

8* 



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116 £rste CU88e der Familiennamen. 

dürften wir Samarolt lesen, so wäre uns allen geholfen, 
nur hätten wir nichts davon, denn der Sinn bliebe ebenso 
finster als vorher. Ebenda Samilin — wenn wir ein 
Samalico bilden, erhalten wir Schmalik nnd dieses in 
genitivischer Form, wie Horix (S. 51), Broderix (S. 100) 
ergäbe unser Schmalix (sei. Erben, Blutegelhandlung in 
München). Aber eine brodlose Kunst, fflr neuhochdeutsche 
Namen althochdeutsche Formen aufzustellen, wenn weder 
althochdeutsch noch neuhochdeutsch ein Sinn zu finden 
ist. Uebrig^ns mag auch Gmelch (M.) ein altes Gama- 
lico sein; Qmälln, Gmähle entspricht einem ahd. Qama- 
lin. Beide kommen von gamal, alt; für Gmelch aber 
bietet sich nebenbei auch ein ahd. gemellich, lustig, von 
gamen, Freude. 

Tagano, eine Ableitung von Tag, was ursprünglich 
wohl Licht und Glanz bedeutete. Davon Dano, Danno = 
Dahn, Dann, Tann, Thon, Dangl, Dähnel. 

Wenn Tagano in Tagino, Tegino übergeht, so fällt 
es zusammen mit Tegano, Degen (gr. Texvov), was Sind, 
Knecht und Held bedeutet, aber von Degen, ensis, ganz 
verschieden ist. 

Davon dann Dehn, Thenn, Teng, Dengl. Wie aber 
Megin zu Mein, so wird Degin zu Thein, wovon Deindl, 
Deinlein, Deines. Wie Kagilo = Eall, so Tagilo = 
Dali, Dahl und Tegilo = Dell; ob Thell, Dail, Dell zu 
jenem oder diesem, ob sie nicht zu Thiudilo (s. S. 59) 
gehören, ist kaum zu entscheiden. Tallo, Telo, Tello 
finden sich althochdeutsch in Bayern und in St. Gallen 
(Förstemann, S. 330). Schiller's Teil wäre allenfalls 
in Degenhard zu übersetzen. Aus Tellizo Deltsch. 



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Nachtrag. 117 

Abgekürzt erscheint Tagano als Dack (ahd. Tacco), 
wogegen die Formen Deck, Deeg, Deckel, Degele, Tegel 
eich besser zn Tegano stellen. 

Degenhard, Delnhard; Tagmar = Dahmer; Tagheri 
= Decher, Decker. 

Dexel wird = Daigisil sein, das bei FOrstemann 
S. 519 zu finden und in Dagigisil aufzulösen ist. 

Jenes Tegino möchte aber auch manchen Familien- 
namen in —stein erklären, wie es oben schon zur Deut- 
ung von Himmelstein, Hottenstein u. a. benützt worden. 
So vielleicht auch Eochsteln, Hollenstein, Rammenstein 
(sämmtlich in St.) = Tegino, S. des Eoggo (Eotger), 
Holdo, Bammo. Doch ist dabei Vorsicht zu empfehlen, 
da solche Bildungen leicht auch Ortsnamen sein können. 
Indessen ist anderseits zu bemerken, dass es den Gepflo- 
genheiten des Bürgerstandes, wenigstens in Altbayem, 
nicht entspricht, Ortsnamen unverändert als Geschlechts- 
namen zu führen, da solches gewissermassen als ein Vor- 
recht des Adels gilt. Die Herren Auerbach, Bodenstedt, 
Müllenhoff, Oldenbourg würden sich, wenn .die Wiege 
ihres Geschlechts zwischen dem lustigen Menzing und Tru- 
dering gestanden wäre, nicht anders als Auerbacher, Boden- 
stätter (oder besser — stötter), Müllenhofer (nicht —höfer, 
was fränkisch wäre), Oldenburger schreiben. Und so 
würde auch ein bürgerlicher Altbayer, dessen Familie 
von Eochstein, Hollenstein, Bammenstein stammt, jeden- 
falls Eochsteiner, Hollensteiner, Bammensteiner heissen. 



Thiudo, von thiud, diet, Volk. Die Ableitungen 
bilden sich von den vier Formen Thiudo, Tido, Tudo, Todo. 



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11g Erste Classe der Famüieiinamen. 

Thindo: Deut, Deitel, Denss; Diez, Dietzseh, Diess, 
Diesel, Diessl, Doisl; Daiss, Deiss, Theiss, Deisch; Diest. 

Tido: Ditt, Dittel, Ditz, Ditzel; Diss, Discli, Disü. 

Tudo: Dutt, Daut, Dautel; Duss, Dassel, Dassel« 
Dauss, Duscli, Duschel, Tausch, Deuschle, Dütsclt 

Todo: Todt, Dottl, Dodl, Döttl, Dotz, Dötzel, Dötsch, 
Doss, Thoss, Dossei, Dos, Dostl. 

Dotter (wovon Döderleln), sicherlich nicht, wie Vi 1- 
mar glaubt, ein Eierdotter, sondern, wie schon Pott ver- 
muthete, abd. Thiotheri. Auch Dotterweich wahrschein- 
lich Thiudewig oder Wigo, S. des Thiotheri. (Vgl. But- 
terweck unter Bodo.) Tillmetz = Mezzo, S. des Tilo, 
Titilo. Dilldapp (M*) = Tagpert, S. des Tilo. Ebentheuer, 
Komtheuer = Tiuro (s. S. 61), S. des Ebo, Eiiro. Theuer- 
körn = Earo, S. des Tiuro. 

Tooco = Tiudger, wovon auch die Toggenburg be- 
nannt, bildet jetzt in vielen Namen den zweiten Theil. 
Hopfenstock ist schon oben S. 81 aufgefährt. Ferner 
beispielsweise: Birkenstock, Dörrstock == Tocco, S. des 
Berico, des Toro; Eierstock = Tocco, S. des Iring, wie 
ja auch die alte Iringsburg an der Loisach jetzt Euras- 
burg heisst; Matterstock, Rosenstock = Tocco, S: des 
Mahtheri, des Bozo. Tugendhad (H.) = Hatte oder Täte, 
S. des Tugo. 

Da Frohbein gewiss aus Frowin (s. S. 23) entstellt 
ist und Hahnenbein, Hühnerbein kaum etwas anderes 
bedeuten als Wino, S. des Hagano, des Huno, so mag 
auch Tischbein, Deutschbein als Wino, S. des Tasco er- 
klärt werden. Hasenbein, Ochsenbein, Lindenbein = 
Wino, S. des Haso, des Otgis, des Lindo. Holbein = 
Holdwin. Siebein = Sigwin. Zur Erklärung von Schnur- 



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Nachtrag. 119 

bein mflsste man aber sehr weit aasgreifen, denn ein ahd. 
Snnrro findet sich nicht. Bleibt also nur übrig, die hälbgött- 
liche Frau Snotra (die weise, artige) ans dem Dunkel der alt- 
nordischen Mythologie herbeizuholen (Grimm, D. Mythol. 
S. 843) und den Namen als Snotrafreund zu erklären. 
TJebrigens findet sich das Adj. snotar auch noch im Alt- 
hochdeutschen und bedeutet klug und weise. Es muss 
wohl auch das jetzige Schnorr und Schnarr erklären, 
für welche sonst, wie gesagt, kein althochd. Vorbild auf- 
zutreiben. Schnorf (in Zürch) wäre demnach als Snotra- 
frid zu deuten. Schnurrbusch wäre Busco, S. des Snotro. 
Dauses (M.), Ulsess (M.) — seltsame Formen. Ein 
Tuzzizo, Ulzizo kann nicht angenommen werden; man 
wird sie daher für Genitive ansehen müssen. 



Truto von trut, lieb. Truto = Truth, Traut, 
Trott, Trudel, Treutel, Dreydel; dann Truzzo = Trutz, 
Trautz, Treitz, Trutzel, Trützel, Dreiss, Driesslein, 
Trusch, Druschel, Treusch, Trieschel, Treischel, Triet- 
schel, Tross, Drossel, Droschel; Trost, Trostel. Troll 
und Tröltsch sind oben S. 60 aufgeführt. 

Auch Trozzo, Name eines der vier bayerischen Ur- 
geschlechter, gehört hieher. 



Turin g, Thüring, der Name des Volkes, war auch 
als Mannsname beliebt (jetzt Düring, Deuring, Döring, 
Türk, Dürk) und hatte als solcher auch die gewöhnlichen 
Abkürzungen u. s. w, zu erfahren. 

Aus Turo, Toro ist wohl unser Thur, Thaaer, 
Thorr, Dorr entstanden, wogegen Dürr, Dlehr, Thier, 



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120 Erste Glasse der Familiennameii. 

Dirr, Theuer sich besser zu Tiuro schicken. (Vgl. aber S. 61.) 
Aus Turizo, Torizo unser Dnr2, Thiersch, Dfirsoh, Tfirschl, 
Dors, Dorsch und Durst. Oder sollen diese von ahd. 
tburis, turse, der Riese, stammen? Wunderlich ist, dass 
der uralte Name Thorismut, der schon in der GK>thenzeit 
vorkömmt, fast unwiderstehlich auf das jetzige Thor- 
schmidt, Dürrschmidt leitet Dirigl (M) = Turichilo? 

Dorn und Thurn gehen auf ahd. Tumo zurück, was 
wohl auch eine Ableitung von Turing ist. Tumizo = 
Dümitz, Thurnes und Thurneisen. 

Dornseif (D ) = Sifo, S. des Tumo. 



lieber die mit z anlautenden Namen lässt sich wenig 
gedeihliches sagen. 

Es sind im Althochdeutschen fast lauter Koseformen, 
deren Primitiva fehlen und die daher auch nicht erklärt 
werden können. So z. 6. Zacco, Zazzo, Zizzo, Zozo, jetzt 
Zaoh, Zass, Zitz, Zotz u. s. w. Die Bedeutung ist daher 
nur für sehr wenige festzustellen, so für Zelts, Zeiss, 
welche von ahd. zeiz, zart oder heiter, abzuleiten oder 
für Zink, da ahd. zinco einen weissen Fleck im Auge 
bedeutet. Davon dann Zinz, Zenz, Zenns; vielleicht 
auch Zinkeisen = Zinkizo ? jedenfalls Zingerle, Professor 
in Innsbruck und ausgezeichneter Germanist, als Dimi- 
nutiv von Zinger, dem Besitzer des Zinghofes. Oder 
gar von Zinc-heri, ein Held mit einem weissen Fleck im 
Auge? Zanger, Zängerle wird man dagegen aus dem 
Adjectiv zanger = scharf, räss, welches Seh melier 
beibringt, erklären dürfen. 



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Nachtrag. 121 

Noch ein Beispiel, um zu zeigen, wie die Sache 
steht Zaubzer, ein guter Münchner Name — denn ein 
Zaubzer war es, der schon in den achtziger Jahren des 
vorigen Jahrhunderts eine scharfe Ode auf die heilige 
Inquisition gedichtet und für die damalige Sehnsucht 
der Münchner nach einiger Aufklärung schönes Zeugniss 
abgelegt hat — Zaubzer lässt sich etymologisch leicht 
construiren. Förstemann bringt nämlich S. 1370 ein 
Zuppo (dazu auch Zubilo = Zobel) und aus Zuppizo 
musste Zaubz werden. Unangenehm ist nur, dass nie* 
mand weiss, was Zuppo bedeuten soll, denn dass es Zeus s 
an den Volksnamen der Tubanten anknüpfen will, wird 
wenig Zustimmung finden. Eher könnte man fragen, 
ob Zuppo nicht = Thiudpert sei, ob z überhaupt in die- 
sen Namen nicht für th oder t eingetreten. Dürfte diese 
Frage bejaht werden, so wären allerdings die meisten, 
mit z anlautenden Namen unschwer zu erklären. Es 
wäre dann nämlich Zaoh = Dach, Zahn = Dahn, Zass 
= Dass, Zitz = Ditz, Zistl = Distl, Zotz = Dotz 
d. h. Zach und Zahn würden sich zu Tagano, Zass zu 
Tazzo, Zitz, Zistl, Zotz zu Thiuzo stellen. 



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IV. 
Zweite Classe der Familiennamen. 

Unser Ziel wäre nun eigentlich erreicht. Die Fa- 
miliennamen , welche aus alten Mannsnamen hervorge- 
gangen, sind, so gut wir es vermochten, zerlegt und erklärt 
worden. Unsere Batzel, Datzel, Hatzel, Matzel, Natzel, 
unsere Bessel, Dessel, Gessel, Hessel, Lessl und tausend 
andere mehr haben nun vernommen, was ihre Namen 
bedeuten, und wenn sie es auch fürderhin nicht wissen 
sollten, so fiele die Verantwortung wenigstens nicht auf 
mein unschuldiges Haupt. Die andern drei Classen da- 
gegen, welche Eigenschaften, Stand oder Herkunft der 
ursprünglichen Namenserwerber festhalten, hätten diese 
Schrift nicht veranlassen können. Theils liegen sie dem 
Verständniss an und für sich viel näher, theils ist nach 
allen Vorgängern, nach Schmeller, Pott, Vilmar 
und andern, überhaupt wenig neues darüber beizubringen. 
Indessen, da sie doch einmal zum Ganzen gehören, so 
wollen wir auch sie etwas näher betrachten und einer 
jeden Classe wenigstens einen kurzen Abschnitt widmen. 

Zuerst aber noch einige Worte zur Rechtfertigung 
des vorhergehenden Capitels. Mancher Leser wird aller- 
dings überrascht gewesen sein, als er da die bekanntesten 
Namen, über deren Sinn unter den Gebildeten nie ein 



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Zweite Olasse der Familiennamen. 123 

Zweifel gewesen, plötzlich aus dieser ihrer landläufigen 
Bedeutung herausgerissen und auf eine ganz neue, uner- 
hörte Weise erklärt sah. Eoth und Weiss sollen also 
nicht Farben anzeigen, sondern von Rodulf und Wicpert 
herstammen, Bader soll nicht ein Standesname sein, son- 
dern ein althochdeutsches Badheri — Ochs, Bock, Hahn, 
Haase, Gimpel, Maus und andere bewährte Thiernamen 
sollen nicht mehr das bedeuten, was sie nach allgemeiner 
Meinung bisher bedeutet haben, sondern etwas ganz un- 
gewöhnliches und neues! 

Hiegegen gesteht der Verfasser aufrichtig, dass es 
allerdings sein Streben gewesen, die erste Classe in allen 
Richtungen bis an ihre äussersten Grenzen zu führen und 
wo möglich alle Gestalten aufzuweisen, in denen sie sich 
ergangen hat; allein er gibt sehr gerne zu, dass nicht 
alle Namen des gleichen Lautes auch des gleichen Ur- 
sprungs sein müssen. Da wir z. B. ein ganz unverdäch- 
tiges Schwarz haben, so gehört dazu sicherlich auch ein 
Weiss und ein Roth. Mancher Roth wird also einen 
ehemaligen Rodulf, mancher andre einen ehemaligen Rufus, 
mancher Weiss einen Wicpert, mancher andre einen Albus 
zu vertreten haben, nur ist die Ausscheidung heutiges 
Tages nicht mehr möglich. Da wir ferner Müller, Fischer, 
Schmid und noch so viele andre Gewerbsnamen besitzen, 
so müssen wir wohl auch die Bader anerkennen, aber 
doch ist nicht zu bezweifeln, dass unter unsern Badern 
auch einer oder der andre sich findet, welcher, ohne es 
zu ahnen, einen alten Badheri oder Schlachtenheld mit 
sich herumträgt. Endlich haben wir einige echte Thier- 
namen, wie z. B. Hirsch, Fuchs, Fink, Schaf, Schnepf, 
Nachtigall und so kann denn auch Ochs, Bock, Hahn u. s. w. 



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124 Zweite Classe der Familiennamen. 

anders aufgefasst werden, als oben geschehen ist. üeber 
diese unsichem Dinge zu streiten, wäre verlorne Mühe, da 
den Streit niemand entscheiden kann. 

Es sollte hier nur gezeigt werden, dass aus diesen 
und jenen alten Mannsnamen diese und jene neuern For- 
men entstehen konnten ; wo eine Wahl gegeben ist, mag 
jeder wählen, was seiner üeberzeugung, seinem Glauben, 
seinem Oeföhl das Beste scheint. 

Im ganzen wird der Leser der gegebenen Deutung" 
immer zustimmen, wenn er selbst keine andre weiss. 
Dass Raus = Ruzzo, Rudolf, Naus = Nuzzo, Notpert, 
Raas = Razzo, Ratpoto wird man ohne Widerspruch 
hinnehmen, aber dass Haus = Huzzo, Hugibert, Maus 
= Mttzzo, Mutger, Haas, Haase = Hazzo, Hademar, 
wird man lieber bezweifeln, weil man mit diesen Worten 
bisher ganz andere Begriffe verband, obgleich, wenn jene 
Deutungen richtig, auch diese gerechtfertigt sind. 

Wie gering aber bisher die Erkenntniss dieser ersten 
Glasse gewesen, mag man daraus abnehmen, dass selbst 
Forscher wie Vilmar noch im Jahre 1865 unser Riedel 
nicht vonRuodilo abzuleiten, sondern nur als „Schnürriem, 
mit welchem man ehedem die Kleider befestigte,^^ zu 
erklären wussten. The rest is silence. 

und somit können wir nunmehr zu einem andern 
Hauptstück übergehen. 

In die zweite Glasse stellen wir also jene Geschlechts- 
namen, die einfach den Eindruck wiedergeben, welchen 
der Urvater nach Gestalt und Aussehen oder nach Ge- 
müthsbeschaffenheit und Charakter auf seine Umgebung 
gemacht hat. So bezeichnen ja auch, wie man sagt, 
unsre Schenkinnen zu Stadt und Land, wenn ein Trupp 



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Zweite Classe der FamiliennameD. 125 

unbekannter Touristen sich zur Labung niederlässt, die 
neuen Gäste nach Weise der Vftter, indem sie auf die 
schwarze Tafel kunstlos notiren: der roth, der lang, 
der glatzet, die Nase u. s. w. 

Auf gleiche Weise entstanden Namen wie Weiss, 
Roth, Schwarz, Braun, entweder nach der Farbe der 
Haare oder der Haut, während Kraus (vgl. aber S. 103), 
Straub und Strobel lediglich auf die Beschaffenheit der 
ersteren deuten. Braun mag aber auch der alte Name 
Bruno sein und wie alle diese Namen wieder verkleinert 
werden können (vgl. Sohwärzel, Bräunlein u. s. iv.), so 
findet sich von Strub, Straub auch Striebel, Streibel, 
Strutz, Strauss u. a. m. (vgl. oben S. 115). Straub und 
Kraus haben sich auch mit — ert und — -old verbun- 
den — Straubert, Streubert, Strobert, Kraussold — 
eigentlich auch keine sinnreichen Zusammensetzungen 
(s. S. 75). 

Wenn SchlichthSrle richtig geschrieben wäre, so 
müsste man an ein kleines Schleich- oder Einlassthor 
denken, eher aber mag es als schlicht Herrle oder noch 
besser als schlicht Härle, ein Gegensatz zu Strobel, ge- 
deutet werden. Für letzteres spricht, dass sich in Mün- 
chen auch ein Schönhärl findet. 

So entstanden auch Alt, Jung, Gross, Klein, Kurz, 
Lang u. s. w., dann die Zusammensetzungen Rothbart, 
Weisshaupt, Grossschädel u. s. w. Ebenso wurden die 
moralischen Eigenschaften zu Familiennamen verwendet, 
wie Treu, Streng, Stolz, Keck, Nüchtern, Lammfromm, 
Schadenfroh u. s. w. Auch körperiiche Gebrechen gaben 
zu Namen Anlass, wie Blind, Schilcher (Schiller?), 



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126 Zweite Glasse der Familiennamen. 

Stammler zeigen. Pott bietet von allen diesen Sorten eine 
sehr niedliche und ausgiebige Sammlang (S. 590 u. s. f.). 

Auch die Namen dieser Art nehmen schon seit alten 
Zeiten gern ein — mann zu sich, um etwas vollkomme- 
ner zu werden; so Jongmann, Altmann, Grossmann, 
Weissmann, Schwarzmann u. s. w. 

Krenkl, der symbolische ür- und Erzbajuvare, der 
leider dahingegangen und noch nicht ersetzt, obgleich 
jeder echte Landsmann mit einem Tropfen seines Oels 
gesalbt ist, Erenkl's Name ist dem gelehrten Forscher 
in Halle auch zu Ohren gekommen und leitet sich nach 
seiner Ansicht von Kranich ab; vielleicht geht es aber 
gar auf ein uralt fränkisches Chramnico, Cranico (jetzt 
Krenig) zurück, was von chranmo, Rabe, kömmt. Davon 
wohl auch 6ran, Orahn, Erandel, Eranz. 

Thumb hängt aber sicherlich nicht, wie Pott ver- 
meint, mit Dom zusammen, sondern ist das mittelhoch- 
deutsche tump, was leichtsinnig, unbesonnen bedeutet. 
Die lateinische Uebersetzung des alten Namens, die zu- 
weilen in den Urkunden vorkömmt, lässt darüber keinen 
Zweifel. Der Thumsee bei Reichenhall dagegen ist wohl 
ehemals ein See des Doms zu Salzburg gewesen. Thumser, 
Dumbser soll wahrscheinlich Thumseeer heissen. 

In diese Classe gehört auch der weitverbreitete und 
alte Name Kolb. In München kommt er zur Zeit 57 mal 
vor — aber wie ist er zu erklären? Die Forscher geben 
darüber keinen verlässigen Aufschluss. Vilmar's An- 
nahme, dass es einen Kolben, eine Waffe bedeuten soll, 
will mir wenigstens nicht gefallen. Sollte nicht das alte 
chalw, lat. calvus, jetzt kahl, die Lösung bieten, da aus 
diesem wohl leichtlich Kolb werden konnte? Kalb und 



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Zweite Glasse der Familiennamen. 127 

Kolb sind wahrscheinlich dasselbe. Die zahlreichen In- 
haber dieser Namen legen aber jetzt noch Zeugniss ab, 
dass auch schon in der Vorzeit ein reicher Haarschmuck 
nicht jedermanns Sache war, obgleich unsere Maler die 
Cherusker ausnahmslos mit den dicksten, hochaufgedrehten 
und wahrhaft demonstrativen Zöpfen darzustellen lieben. 

Durch Zusammensetzung mit —mann ist wohl unser 
ehrenvoll bekannter Name KoUmann entstanden ; aus die- 
sem wieder Eolm. 

Bei EoUmann hat man auch schon an die heiligen Golum- 
ban oder Ooioman gedacht. Möglich wäre femer, dass Eoll = 
Cotilo wär^. Die Schreibung Kohlmann erinnert allerdings auch 
an Kohlen. 

Augenscheinlich haben sich in den Namen auch 
manche althochdeutsche, sonst längst verschollene Adjec- 
tiva erhalten. Wir geben hier eine kleine Sammlung, 
die sich aber leicht vermehren liesse: 

gtri (gierig): Giehr, Geyer. 

gogel (üppig) : Gogel. 

gram (zornig): Gram. 

hwas, später wachs (scharf, spitzig): Wachs (daher 
auch der Bergname Wachsenstein). 

kamal, gamal (alt): Eammel, Eambl, Gammel, Gamm, 
Gemmel, Gommel. 

keil, geil (stolz, übermüthig, lustig): Keil, Geil. 

klao (schlau): Eloo. 

mihhil (gross): Michel. 

s§r (schmerzend, wund): Sehr, Söhr. 

skiri (hell, glänzend): Scheier, Scheuer, Scheuerl. 

veigi (dem Tode bestimmt) : Foag (M.), Feigl, (Feil?). 



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128 Zweite Clmtae der FaBflienm». 

Tlät (reinlich): Flad, Flfttt; dazu auch der Gegen- 
satz: ünilad. 

Tmot (weise): FmtlL 

wnot (wfithig): WfitiL 

Von vlat, Trat, wat auch wieder die Koseformen 
Flatz, Hetz; Frntz, Frantz; Wutz. 

zieri, (zierlich): Zier, Zeier. 

Auch mhd. rasch, resch, rosch (munter) ist gewiss 
zu Namen verwendet worden und hat Ansprüche auf 
Rasch, Resch, Rosch, Rdsch, die wir oben von Batpoto, 
Kodulf ableiteten. 

Spengel bedeutet in Franken: selten, theuer, könnte 
aber auch ein Diminutiv von Spange sein; oder gar ein 
ehemaliger Spaniel, ein Spanier? Ein freilich unerklärtes 
Spenneol findet sich schon im neunten Jahrhundert bei 
Meichelbeck, Ob das häufige Endres, Entress, Entriss 
jedesmal von Andreas herzuleiten, ist auch nicht ausser 
Zweifel. Es könnte mitunter auch aus ahd. entrisc (riesig 
oder uralt) zu erklären sein. 

Uebrigens wird nicht unbemerkt bleiben, dass wieder 
verschiedene Anstösse mit früher gegebenen Deutungen 
eintreten. Von Rasch, Resch, Rosch, Rösch ist eben die 
Rede gewesen. Giehr ist oben von Gero, Gogel von 
Gotger, Keil von Kagilo, Wachs von Watgis abgeleitet 
worden. Auch Michel kann einerseits noch vom Erzengel 
Michael, anderseits von Mutger (Michel nämlich = Müchel) 
herrühren und bleibt daher nichts übrig, als an die Trost- 
worte zu erinnern, welche am Anfange dieses Capitels 
gesprochen worden. 



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V. 
Dritte Classe der Familiennamen. 

Eine andere Gattung der Namen, die dritte, bezeich- 
net Gewerbe, Stand und Wurde der ursprünglichen Na- 
mensträger. In dieser Classe lacht uns zuerst das überall 
erschallende Maier entgegen, aller Namen häufigster und, 
sofern der Nährstand allen andern, wie in China, vorge- 
zogen wird, aller Namen ehrenwerthester. Wenn er 
auch nicht in Bajuvarien aufgekommen, so hat er doch 
in unsern Gauen eine sehr zuträgliche Lebensluft gefun- 
den. Unser München könnte in Süddeutschland mit Recht 
die Stadt der Maier genannt werden. Aber im Norden 
'ersteht ihm ein siegreicher Nebenbuhler. Hannover, die 
Hauptstadt des ehemaligen Königreichs, an der Leine, 
ist nämlich noch maierreicher als unsre Metropole an der 
Isar. Diese zählt nach dem letzten Adressbuche bei 
einer Bevölkerung von 170,000 Seelen eine runde Summe 
von 350 einfachen Maiern, Hannover aber bei einer Be- 
völkenmg von 80,000 Einwohnern erklimmt die verhält- 
nissmässig schwindelnde Höhe von 400 Nummern, so dass 
wir nach diesem Massstabe gemessen in München noch 
der Maier viel zu wenige besitzen, diese vielmehr, um 
Hannover gleichzustehen, bis auf die Zahl 850 vermehren 
müssten. Einen grossen Vorzug behauptet übrigens Mün- 

8 1 e u b , Oberdeutsche Familiennamen. Q 



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130 Dritte CJasse der Familiennamen. 

chen doch wieder darin, dass es einen angenehmen Wech- 
sel der Schreibart bietet. Wir haben nämlich Mair, 
Maier, Majer, Mayr, Mayer, Meir, Meier, Meyr, Meyer, 
also neun Formen aufzuweisen, während in Hannover die 
Schreibung Meyer dermassen den Sieg errungen, dass 
unter jenen 400 Namensvettern nur Ein Maier und 
nicht mehr als drei Mayer gefunden werden. Wenigstens 
in dieser Beziehung sind wir also wesentlich günstiger 
gestellt. 

Bisher sind aber in München wie in Hannover nur 
die einfachen Maier gezählt worden, die Zahl der zusam- 
mengesetzten ist noch ganz unbekannt. *) Uebrigens haben 
auch diese durch die vorausgehenden Untersuchungen 
manche freundliche Beleuchtung erhalten. Humpelmaier 
und Rumpelmaier z. B. wird jetzt kein wahrhaft Gebil- 
deter mehr von humpeln und rumpeln ableiten, sondern 
nur von Humpold und ßuhmpold. Auch för das Ver- 
ständniss der Bestelmeier, Dafelmaier, Deiglmaier, Dob- 
maier, Eibelmaier u. s. w. ist oben gebührend gesorgt. 
Der dunkelste unter sämmtlichen zusammengesetzten 
Maiern ist im Münchner Adressbuch gerade der erste, 
der Herr Ablassmayer, ein Name, der in der That zu 
einer gelehrten Untersuchung und Monographie Veran- 
lassung geben könnte. Einmal wäre zu erforschen, ob 
hier Ablass eine Schleusse oder einen kirchlichen Ablass 
bedeute ; ob der Eponymus etwa an einem Ablass ersterer 
Art gewohnt und daher seinen Namen erworben oder ob 
er durch häufige Wallfahrten, z. B. nach Deggendorf und 



*) Nach einer verlflssigen Mittheilung soll dieselbe in Man- 
chen, jeden Namen einfach gerechnet, 307 betragen. 



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Dritte Olasse der Familiennamen. 131 

andern Gnadenorten, seinen Zeitgenossen ein gntes Beispiel 
gegeben nnd so viele Ablässe gewonnen, dass jene nicht 
umhin konnten, ihn darnach zu benennmi — oder aber, 
wenn sich beide Vennuthungen trügerisch erweisen, ob 
nicht dem vordem Theile des Namens ein Abels—, Ge- 
nitiv von Abel, oder ein Abless = Abilizo (wie Harless 
= Harilizo) zu Grunde liege, welches lediglich in Ablass 
umgedeutet worden. Für letztere Annahme spricht wenig- 
stens der Name Appelsmaier, welcher in München eben- 
falls vorkommt. 

Manche Zusammensetzungen aber, die wir mit Stolz 
die unsrigen nennen, wie Sedelmaier, Ostermaier, Wester- 
maier u. dgl. — sie kommen anderswo gar nicht vor. 
Oster- und Westermaier zusammen sind im Münch- 
ner Adressbuch 70 verzeichnet; im Stuttgarter Adress- 
buch findet sich keiner von beiden. Auch ein Obemie- 
dermaier wird sich auswärts schwerlich treffen lassen; 
doch fehlt selbst uns ein Vorderhintermaier. So häufig 
die Oster- und Westermaier, so selten sind aber die 
Norder- und Sonder- (Süd-) maier, wenn auch für letzteres 
einige Male Sonnenmaier vorkommt. Der Grund dieser 
Erscheinung liegt wohl darin, dass sich Norder- und 
Sunder- nach dem Laufe der Flüsse viel anschaulicher 
durch Ober- und Unter- ersetzen liessen. 

Dass Maier aus dem lat. major stamme und den 
Major oder Obersten eines Hofes bedeute, leuchtet wohl 
männiglich ein. Nicht so bekannt dürfte sein, dass unter 
Sedel ehemals nur ein adeliger Sitz und unter Sedel- 
maier der Zeit-, Leib- oder Erbpächter auf einem Sedel- 
hof verstanden wurde. 

Sonst bedürfen die Namen, welche auf Stand und 

9* 



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132 Dritte Clftsse der Familiennameiu 

Gewerbe beruhen, wie Müller, Fischer, Schmid, Wagner, 
Kramer, Kauftnann, Probst, Eichter, Bürger, Bauer u.s. w. 
weniger Erklärung. 

Uebrigens Ifisst sieb, wenn aucb balb im Spasse, docb be- 
haupten, dass nicht einmal jeder Fi<cber Ton den Fisoben, nicht 
jeder Müller Ton der Mühle benannt sein müsse. Förste- 
mann bietet nSmIich auch ein Fuscari, wohl für Funscari = 
Fertigspeer, welches, einerseits die Quelle des lombardisch-vene- 
dischen Foscari, anderseits in deutschem Munde zuFüscher, Fischer 
(aucb Futscher?) werden musste und wenn Odalhari zu Oeller 
wurde, so konnte aus Mutilhari eben so gut ein Müller entstehen 
wie aus Motilhari ein Moller, Möller, Möhler. 

Nur einzelne jener Bezeichnungen sind nicht mehr 
allen verständlich, wie z. B. Ferg, Ferch, Förg, Vörg, 
Furch (im Diminutiv Ferchl), was den Fährmann be- 
deutet (den Lesern der Nibelungen ist es freilich nicht 
unbekannt) und jetzt auch häufig als Fehr, Föhr, sogar 
als Vier (K.) vorkommt. Dieses gibt aber noch einige 
weitere Aufklärung. Wenn nämlich Fehr = Ferge ist 
(vgl. Grimm, d. G. I. 435), so muss Scharr, Scherr, 
Scheer = Scherge sein. Nun ist aber sehr bemerkens- 
werth, dass beide Namen sich auch als Fahr und Schaar, 
Scharr, Schorr, Scharl, Schorle finden und also noch 
den Vocal des uralten farjo, scarjo erhalten haben. (In 
Karlsruhe auch Fark, in Darmstadt Scharch, in Würz- 
burg Schork, in München Schurk, was also jetzt auch 
erklärt wäre). Davon ferner Fehrl, Fierz, Forsch, Fertsch, 
Fttrtsch, Ferstel und anderseits Schier, Schierl, Schert, 
Schörl, Schärzel, Scherz, dann Scherrigl, Scherribl; oder 
auch Schores und sogar Schorn, wornach denn der Fami- 
lienname Schornstein als Scarines Tegino erklärt werden 
dürfte (s. S. 117). Bemerkens werth ist auch Scharold (W.). 



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Dritte Classe der Familiennamen. 133 

VierneHsel, was Yilmar S. 33 aU ^vier Ndsel, Schoppen*^ 
erklärt, möchte eher, wenn Vier-neusel, Neusei (s.S. 113), oder 
wenn Yiern-eusel, Eisel (s. S. 98), der Sohn des Fergen sein. 
Auch Fernkorn, Firnhaber vielleicht Karo, Hadbero, S. des 
Fergen. 

Was ist aber Starr, Statr, Sterr, Steer, Sterl, Storr, 
StörrMn, Störr, Stier, Steyer, Stener? Soll man da 
fein unterscheiden oder alles zusammenwerfen? Da Gier 
= Gehr und Geyer = Gier, so ist vielleicht auch Stier, 
Steyer, Steuer nichts anderes als Steer, Störr» — Aber 
dieses? Der Störfisch ist wohl nicht beizuladen, allein 
ahd. stero, der Widder, scheint kaum abzuweisen. Doch 
bleiben Starr und Storr dann unerklärt Storr, Stier, 
Steyer, Steuer könnte man allerdings für ahd. stur, stiur, 
gross, ansprechen. Ein andrer Vorschlag, der vielleicht 
die ganze Familie ungetrennt beisammen liesse, wäre fol- 
gender: Pinn, Sinn und Zinn haben wie Schall und Voll 
deutlich ein auslautendes k abgeworfen, d. h. sie stehen 
för Fink, Sink = Sindger und Zink. Leicht möglich ist, 
dass Starr und Storr für Stark und Stork stehen, welche 
Namen jetzt ein altes Starkfrid, Starkhand, Starkolf ver- 
treten. (Starkolf kömmt auch als Strakolf vor, eine 
Form, die wir nicht entbehren können, wenn wir Strack, 
Streck, Stratz, Stretzel, Stretz erklären sollen.) Pott 
macht übrigens aufmerksam, dass die Ortsnamen Stern- 
bach, Sternberg, Sternheim, Sternstein auch nicht nach 
den Sternen, sondern naeh stero, Widder, benannt sein 
dürften. 

Ein vergessenes Wort ist auch der Hei, soviel als 
der Heger, Aufseher, Hüter. Daher Bmokhei, Fischhei, 
Orashel, Halmhei, Holzhei, Wieshei, jetzt gewöhnlich 
Holzheu, Wiesheu gesdirieben. Der Oeschey ist der Eschhei 



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134 Dritte Classe der Familieniiameii. 

und der Esch ist die Dorfflur. In Augsburg auch ein Brng- 
gey = Bruckhei. Davon dann wieder Helmann, gewöhn- 
lich Heumann geschrieben. 

Hofmann war ursprünglich nicht etwa ein Mann, 
der gerne zu Hofe ging und dort gerne gesehen wurde, 
kurz nichts weniger als ein Höfling, sondern ein Höriger, 
der auf einem ländlichen Herrenhofe seinen Unterhalt 
empfing. 

Kretsohmar ist ein slavisches Wort, kommt zunächst 
von böhmisch kretscham, Wirthshaus, und bedeutet ^inen 
Schenkwirth. 

Messner, Hessmer hängt nicht, wie man glauben 
möchte, mit der Messe zusanunen, sondern kommt nach 
Schmeller von mansionarius, bedeutet also einen, der 
einen mansus, ein Anwesen auf dem Grundeigenthum der 
Kirche zu gemessen hatte. 

Noder, das im mittelalterlichen Stadtrecht von Trient 
so häufig vorkommt, ist das jetzige Notar, welches man 
früher deutsch betonte, und ersteres verhält sich zu letz- 
terem wie das bäuerliche Maier zum militärischen Major. 
Auch Vogt ist bekanntlich aus advocatus hervorgegangen, 
findet sich übrigens jetzt auch als Voit und Fanth. Letz- 
teres hat sich wieder koseförmig ausgebildet, wie Fautz, 
Fauss, Fausel, Veusel darthun. Für Faubel ein Fauth- 
bert anzunehmen, geht aber doch nicht. Eher lässt es 
sich von Fulbert = Volkbert herleiten, wozu denn auch 
Fiebel stimmt.- Ebenso darf man wohl Fugger = Fucker 
= Volkher oder Volkger ansetzen. Dasselbe ist Föcker-er, 
was also Volksheld oder Volksspeer bedeutet, ein passen- 
der Name für den beredten Landboten von Niederbayern. 
(Das unerklärte Fucco, Pocco, Vocco bei Förstemann 



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Dritte Classe der Familiennamen. 135 

S. 437 kann auch nichts andres sein, als Fulco, Volco. 
Ihm entspricht Vock [A].) Aus jenem Fulbert wäre 
vielleicht auch Faul- in Faulhaber zu erklären, also Had- 
bero, S. des Fulo? Faulstich = Thiudger (Dich), S. 
des Fulo? 

Plattner hiess vordem der Waflfenschmid, von den 
Metallplatten, die er zu bearbeiten hatte, und Pleitner war 
ehemals einer, der die Wurfmaschinen, die Bleiden, bediente. 

Pftiorr, Pfnörr, Pfnür, ein seltsamer, doch nicht ganz 
seltner Name, ist wahrscheinlich das romanische venor, 
veneur (lat. venator), der Jäger, was in den Hoftiteln 
Grandveneur, engl. Grosvenor, oft durch die Zeitungen 
läuft. (Vgl. den tirolischen Ortsnamen Pfnatten =: vig- 
nata.) Vonier (St.), Funier (A.) scheint dasselbe. Aber 
was ist Pfiiautsch (W.) ? Es könnte vielleicht auf einen 
italienischen Namen Vinuccio zurückgehen, oder soll es 
etwa venustus sein? 

Ein Fridericus Phnurro k5mmt 1220 in einer Urkunde des 
Klosters Ranshofen vor (M. B. III. 304). Es ist zweifel- 
haft, ob die oben gegebene Deutung sich auch auf ihn verwen- 
den lasse. Sonst ist pfnurren nach Schmeller so viel als 
-schnurren (wie ein Spinnrad) und pfnausen =: schnauben, nament- 
lich durch die Nase. 

Schmelcher, Schmeller kommt von Schmelche, Schmelle, 
Schmiele, einer Art Gras, das dünn und langhalmig ist und 
zu Flechtwerk verwendet wird, wie das spanische esparto, 
so dass der Name unseres unvergesslichen Germanisten 
in seinem lieben Spanisch eigentlich mit Espartero wieder- 
zugeben wäre. 

Schöpf, niederdeutsch Schöppe, nach dem älteren 
Gerichtsverfahren ein beisitzender Urtheilssprecher. Scof, 



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136 Dritte Classe der Familiennamen. 

scopf aber heisst ahd. der Dichter (von schaffen) und 
wie es manchen Schopf gibt, so gibt es auch in Bayern 
manchen Schöffel, in Schwaben manchen Schaufele, Scheu- 
feie und in Karlsruhe einen« Scheffel, den Verfasser des 
Eckehart und anderer berühmter Dichtungen, welchen 
man ohne Zweifel den hieländischen Schöffeln gleichstel- 
len darf, so dass sein Name, jedenfalls mit mehr Recht 
als der seiner unpoetischen bayerischen Namensvettern, 
aus dem ahd. Scof abgeleitet werden kann. (Oder sollte 
er doch em verkleinerter Schöffe sein?) 

Schopenhauer, etwa gar Haro, S. des Scopo? 

Schröder (auch Schröder, niederdeutsch Schrader) 
leitet sich vom alten schroten, schneiden her und be- 
deutet eben so viel als Schneider. 

Unser Schubert klingt so nahe an franz. Joubert 
und ital. Gioberti hin, dass man fast auf Einwanderung 
schliessen sollte, allein dieser Schluss wäre falsch. Im 
Mittelalter hiess nämlich der Schuhmacher auch Schuch- 
worcht, Schuhwürk, und daraus wurde allmählich Schu- 
bert, Schauppert, Schuffert, Schauffert. Ein zweites Wort 
dafür war Sutor, der Näher, woraus jetzt auch Sauter 
und Seuter. Unser Schuster ist nur aus Schuhsuter zu- 
sammengezogen. 

Jene Yil mar 'sehe Erklärung (s. auch Schmeller III. 
341) Yon Schubert, Schauffert scheint sehr annehmbar, allein 
da doch einmal ein uraltes scog oder scoch (s. S. 72) in unsre 
Namen hereinragt, so darf man sich immerhin umsehen, ob nicht 
noch andre dazu gehörige Formen als Schoch und Schuchmann 
Yorhanden sind. Wir versuchen folgende AufsteUung, welche 
übrigens die Vi Im arische Erklärung nicht beseitigen, sondern 
nur darthun soll, dass Schubert, Schauffert eine doppelte Deut- 
ung zulassen. Es ist dabei das althochdeutsche sooch zu Orunde 



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Dritte Glasse der Familiennamen. 137 

gelegt. Also Soocho: Sehocli, Schock, Sclmcli, Schnck, Schock, 
Schickl, Schicht!, Schiegl, Schick, Scheich; Scochiso = Schanx 
(M.); Scochilo = Schani (?); Scochbalt = Schobelt; Scoch- 
bero = Schober, Schanber, Schöberlein; Scochbert, — pert = 
Schobert, Schnbart, Schnbert, Sohnppert, Schanbert, Schanp- 
pert, Schippert; iSchanb, Schnpp, Schanpp, Sehopp, Schübel, 
Schiebel, Schippel, Schenppel, Schöppel, Scheibl, Scheib; 
Soocbdeo=Schndt, Schant, Schentle, Scheitle, Scheit, Schiedt. 
(An Schiedt hängen sich übrigens unsre Schieder, Schiedennaier 
an.) Scochfrid = Schnffert, Schanffert, Schoffer (vgl. S. 96). 
Schnfft; Scochhart=r Schnchart, Schnckert, Schickert, Schac- 
hert (?); Scoohmari= Schomer, Schnmm, Schanm (vgl. S. 72)^ 
Schimmel (?); Scoohrat = Schanroth (?); Scochrich = ganz 
deutlich HerrSchnrich, Buchdruckereibesitzer in München; Scoeh- 
win = Schnhwein. Und was ist Schnegraf oder Schnhkraft (St.) ? 
Etwa Crafto, S. des Scocho ? Hier gibt's noch allerlei Zweifel zu 
lösen, wenn ein Forscher einmal die Zeit dazu findet. Von Scoch- 
deo sollte allerdings auch ein Schott aufgestellt werden. Es ist 
nicht geschehen, nur um mit den demnächst folgenden Schotten 
in Frieden zu bleiben. Schottenhammel möchte aber doch nichts 
anderes sein, als Hammilo, S. des Scochdeo. 

Schwegler ist benannt nach der Pfeife, der Schwe- 
gel, welche unter diesem Namen schon der gothische 
Illfila kennt. 

Schweler ist so viel als Schwager. Der oder die 
Geschwei nannte man früher eine Person, mit der man 
verschwägert war. 

Sttiber, Stöber bedeutete einen, der eine Badestube hielt. 

Soll Wallmenicli nicht etwa der Waldmünich, Wald- 
mönch, der Einsiedler sein? 

Unser Weinzlerl, ehemals Winzuril, stammt vom lat. 
vinitor, ist gleichsam Vinitörl und bedeutet einen Winzer. 

Wie 80 viele Bezeichnungen der höchsten Würden, 
als Papst, Bischof, Abt, Kaiser, König, Herzog, Fürst, 



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138 Dritte Classe der Famfliennamen« 

Vitzthnm (VicedomiDus), Graf unter die bürgerlichen 
Kreise gerathen, Hesse sich wohl auch fragen — aber 
wer wird die Antwort geben? Theilweise mögen sie 
von alten Hausschilden herrühren ; denn in älteren Zeiten, 
da der gemeine Mann noch nicht zu lesen verstand, konn- 
ten die Häuser weder durch Ziffern noch durch Auf- 
schriften kenntlich gemacht werden. So kam es, dass 
man allerlei Bilder aufmalen liess, nach denen sie ge- 
nannt wurden, wie dies in den Schweizerstädten noch 
jetzt geschieht. Aus dem Manne, der einen Papst oder 
Kaiser im Schilde führte, konnte allmählich wohl ein 
«Papst*' oder , Kaiser* selber werden. So können auch 
Pfab, Ochs, Fuchs u. s. w. auf alte Hausschilde zurückgehen. 

Sogar der Name Pfauw, Pfab gerieth in den Kose- 
zug hmein, da sich auch ein Pfautz, Pfautsch, Pfetsch 
findet. 

Zintgraf, Zinkgraf ist aus Gentgraf entstanden. So 
hiess bekanntlich in alten Zeiten der Graf, der einer Cent 
(centena), einer Bezirksversammlung präsidirte. 

In Auers „Stadtrecht von München* wird ,des Be- 
sehen Haus* angeführt, „das jetzund (1691) die Krön 
heisst.* Mit diesem Hilfsmittel lässt sich der sonst nicht 
leicht zu deutende Name Kroner oder Kröner (die Erz- 
bischöfe von Mainz und Köln waren früher in Deutsch- 
land die einzigen wahren Kröner) wohl mit Sicherheit 
auslegen. So mögen sich denn auch Namen, wie Beiler, 
Ganser, Pflüger, Vogler u. dgl. von aufgemalten Bildern 
ableiten. Selbst Wieland, der fabelhafte ürschmid, mag 
als aufgemalter Handwerkspatron manchem Nachfolger 
zu einem bürgerlichen Namen verhelfen haben. 



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VI. 
Vierte Classe der Familiennamen. 

Die vierte Gattung der Namen geht von der Her- 
kunft der Träger, von deren Vaterland und Heimath aus. 
Solche Namen konnten nur in der Fremde entstehen, 
denn einen Bayern im Bayerlande Bayer zu heissen, 
mochte wohl niemand einfallen ; es wäre zu viel Aufzeich- 
nung gewesen! (Aufrichtig gesagt, tritt aber doch hier- 
zulande schon im neunten Jahrhundejrt hie und da ein 
Peigiri, Bayer, auf.) In dieser Gattung thun sich vor 
allem die alten Stammnamen hervor — der Bayer, der 
Schv^rab, der Frank (Rheinfrank, Saalfrank), der Sachs 
(Sass). Der Franke zeigt sich bei uns am liebsten im 
Diminutivum als Fränkel, vielleicht wegen seiner gefäl- 
ligen niedlichen Art. Selbst der alte Alemanne geht 
noch als Allmann um. Ausserdem noch der Steyrer, 
der Hess, der Fries, der Holste (Holsteiner), der Thü- 
ring, letzterer meistens als Türk, Dürk (s. S, 119) — 
auch Tiirkheim, Türkenfeld sind nicht nach den Os- 
manen benannt, sondern nach den Thüringern. In den 
letzten Jahrhunderten erwarben sich die Meixner, Meiss- 
ner, d. h. die Tuchhändler aus Meissen, im übrigen 
Deutschland viel Gewinn und viele Neider. Auch der 
Name der Walser, welche einst im Thale Wallis an der 



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140 Vierte Classe der Familiennamen. 

Rhone wohnten und vor sechshundert Jahren als gerufene 
Colonisten in Graubünden und Vorarlberg einwanderten, 
ist im südlichen Deutschland ziemlich verbreitet. Sie 
dürfen aber ja nicht mit den Walchen verwechselt wer- 
den, weil sie deutschen und wahrscheinlich burgundischen 
Stammes sind.*) Neben den Waisern können wir auch 
noch der Algäuer (Alpgäuer) gedenken. 

Fries kann aber eben so wohl, wie S. 39 erörtert worden, 
eine Koseform von Friedrich sein, wie auch Hess, Höss gewiss 
nicht immer der Hesse, sondern sehr oft auch ein verkürztes 
Hezilo oder Hozzilo ist (s. S. 42). 

Von den deutsch sprechenden Angränzem zeigen 
sich der Schweizer, der Elsässer, der Plemisch (Flamän- 
der), der Holländer u. s, w. 

Von den nicht deutschen Nachbarn findet sich häufig 
der Böhm, Böheim, der Renss (was aber auch vonBuzzo 
kommen mag) und der Unger, seltener der Wind, Win- 
disch, Wlndisehmann oder Wend. Ein Franzos, Italiener, 
Spanier kommt nicht vor; sie alle deckt der Name Wahl, 
Waloh oder Wälsch. Lampart ist der Lombarde. Ob 
unsere Bfiller, PüUer, Biller, Piller nur verkappte Namens- 



*) Um mehrfachen Anfragen über die Deutung des eigenen 
Namens zu begegnen, erlaubt sich der Verfasser zu bemerken, 
dass dieser im vorarlbergischen Montavon zu Hause ist, dort früher 
als StOw Yorkam, jetzt Stey geschrieben und Stein gedeutet 
wird. Einer des Namens, der vor langer Zeit nach Schwaben 
auswanderte, hielt für besser, sich Steuw zu schreiben, woraus 
dann spSter Steub wurde. Da die Montayoner deutschen Namens 
meist Walser, d. h. Einwandrer aus dem burgundischen Wallis 
sind, so nimmt auch der Verfasser solche Abkunft in Anspruch 
und gibt sich mitunter in guten Stunden für einen Burgunder aas. 



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Vierte Classe der FamilieDnamen. X41 

vettern der Büchler, Pichler oder ehemals aus Fülle 
(d. h. Apulien oder überhaupt nach mittelhochdeutscher 
Geltung Unteritalien) eingewandert sind, mag hier dahin- 
gestellt bleiben. Der Lampart und der Füller stünden 
übrigens ganz gut neben einander. 

JedenfaHs ist Millbiller nicht, wie Pott meint, einer der 
Mühlsteine schärft, sondern nach den Freiheiten, welche sich die 
Bajuvaren von jeher in der Schreibung ihrer Kamen genommen 
haben, ein Mühlbühler. (Ein Mühlbühel findet sich auch bei 
Brixlegg und geniesst man dort einer sehr schonen Aussicht). 
Was die Franzosen betrifft, so wurden sie aber mhd. die Fran- 
zen genannt und daher unsre Familiennamen Franz, Franzelin, 
Frenzel, Frenz. Nach Analogie von Nazo = Nanzo (s. S. 45) 
darf man wohl auch Fraaz, Fraas, Frasch, Fressl hieher ziehen. 

Nicht selten ist auch der Schott, der Schöttl. Die 
schottischen und irischen Benedictiner verpflanzten sich 
seit dem zwölften Jahrhundert gerne nach Deutschland 
und errichteten dort mehrere Klöster, welche zugleich 
als Herbergen für ihre nach dem heiligen Lande wallen- 
den Landsleute dienten. Im dreizehnten Jahrhundert 
bestanden bereits fünfzehn solcher Anstalten, welche eine 
Con^egation bildeten, deren Fräses der Abt des Schot- 
tenklosters zu Regensburg war. Von diesen ehrwürdigen 
Vätern stammen übrigens die Familien jenes Namens 
nicht ab, sondern sie verdanken ihren Ursprung den zahl- 
reichen weltlichen Schotten, welche im Mittelalter, gleich 
den Lombarden und Kawerzen (den Leuten aus Cahors), 
als Krämer imd Hausirer durch unsre Gauen zogen. 

Bemerkenswerth ist, dass sich auch der mittelalter- 
liche Name des Saracenen, nämlich Sers, Serz noch er- 
halten hat. Ihm zur Seite stellen sich der Mohr und der 
Heid, die aber auch andere Deutung zulassen (s. S. 61 



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142 Vierte Classe der FamilieniuuBen. 

und 101). Selbst der Hnnn (Hünn, Hin, Hann) geistert 
noch hie nnd da. 

Viel zahlreicher als die Namen, welche vom Vater- 
land ausgehen, sind jene, welche den Geburtsort fest- 
halten. Insofern sie hauptsächlich aus Dorf- und Einöde- 
namen hervorgewachsen sind, weisen sie auch hauptsäch- 
lich nach, dass der Eponymus des Geschlechts ein Land- 
mann gewesen. Es zeigt sich dabei , mit welcher Kraft 
und welchem Erfolg das Landvolk seit vielen Jahrhun- 
derten sich in unsere Städte gedrängt, und wie unendlich 
viel gesundes Bauemblut jetzt durch die Adern unserer 
gebildeten Stände rollt, ohne dass man es ihren Manieren 
nach denken sollte. Wer kennt nicht die Auer, Berg- 
heimer, Cammerloher, Dettenhofer, Eisenberger, Frauen- 
dorfer, Gampenrieder , Haushof er, Jägerhuber, Kalten- 
mooser, Lechleitner und so viele hundert andere? 

Für alle jene Herren Auer und von Auer, welchen 
der Ursprung aus der grünen Au zu alltäglich scheinen 
möchte, bietet sich noch eine andre stattliche Etymologie. 
Das gewaltigste einheimische Thier, der Ur, gab nämlich, 
wie Förstemann sagt, auch für die Namen als Sinn- 
bild der Grösse und Stärke ein passendes und häu^ges 
Element ab. So findet sich ürhard, ürold (wovon Aurolz- 
münster, ehemaliges Kloster im Innviertel) und Urolf, wie 
im neunten Jahrhundert ein Abt von Benedictbeuern 
hiess. Diese Namen zwar haben sich verloren, aber 
Urschall = Urschalk kommt jetzt noch vor. Die abge- 
kürzte Form Uro musste aber nothwendig zu Auer werden. 
Verkleinert findet sie sich zu Bozen als Eyerl, in Mün- 
chen als Aierl, vielleicht auch als Ihrl, wenn diesem 
nicht von Erhard kommt. Urico = Urich, sehr empfeh- 



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Vierte Claase der Familiennamen. 143 

lenswerthes Weinhaus in Hall bei Innsbruck. Urizo 
könnte etwa Yrsch, IrscM und Eiriscli erklären. Urlaub 
= Liubo, S. des Uro. 

Sollte dies Uro nicht auch das sehr dunkle, bei Förstc- 
mann achtmal vorkommende Oancuro erläutern? Da man 
einen Gang-wolf bildete, könnte man ja auch einen Gang-ur 
gebildet haben. 

Das endende — sauer, das mitunter vorkonunt, könnte 
glauben lassen, dass die betreffenden Namen mit dem Adjectiv 
sauer zusammengesetzt seien, allein die Helmsaner, Hilsensaner, 
Wensaner stammen von Helmsau, Hilsensau, Wensau und in 
diesen Ortsnamen selbst ist Au mit Helmo = Helmbrecht, Hilso 
z=. Hildebert, Wenno =: Werner zusammengesetzt. 

Allerdings sind gar manche jener Namen zur Zeit 
noch nicht hinlänglich aufgeklärt, allein eine Wendung 
nach dieser Seite hin würde uns in das unermessliche 
Gebiet der Ortsnamendeutung hineinführen, wo kein Ende 
mehr abzusehen wäre. Freilich böte es grossen Keiz, die 
Sätze, die wir oben aufgestellt, auch auf diesem Felde 
zu verwerthen, allein es fehlt Zeit und Raum dazu. 
Wir geben daher nur einige sporadische Bemerkungen 
über hieländische Namen, die eine Erklärung ansprechen, 
verweisen aber im übrigen aufFörstemann's Altdeut- 
sches Namenbuch, dessen zweiter Band die Ortsnamen 
enthält und auf desselben Werk über „Die deutschen Orts- 
namen'* (Nordhausen 1863). 

Besonders ehrwürdig für Jagdliebhaber müssen jene 
Namen sein, welche noch an die grossen, halbmythischen 
Urthiere unserer alten deutschen Wälder mahnen. Die 
Ellwanger stammen von Ellwangen, welches ein Anden- 
"^en an den riesigen Elch, das Elenthier, bewahrt und 
eigentlich Elensfeld bedeutet. Davon auch bayerische 



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J44 Vierte Classe der Familiennamen. 

Ortsnamen wie Elchenberg, Elchenbach und Ellbach, das 
Dorf im schönen Thale der Leizach (Liuzinaha, Klein- 
bach) bei Schliersee, und davon wieder der Familiennanae 
Ellepeck. 

Bei Ellbach auch ein Aurach, Denkmal des andern 
oben erwähnten vorzeitlichen Thiers, des Urs oder Auer- 
ochsen. Davon der Familienname Auracher. So auch 
Auerbach. Aurweck ist entweder Auerbeck = Auer- 
bacher, oder ürwig = Kampf mit dem Auerochsen. 
Des Urs nächster Vetter war der Wisent, der Büffel, 
dessen Name schon ein Gothe Wisandos bei Procopius 
und jetzt noch (auch als Wisand, Wisnet, Wissend) 
mancher Bayer führt. Zu München finden sich Elend- 
schneider und Wessanschneid als Familiennamen; in 
Winterthur ein Wiesendanger = Wisent -Anger. Ein 
drittes Thier der Vorzeit, das neuerdings F. Pfeiffer 
in der Germania ausführlich behandelt und bildlich dar- 
gestellt, ist der Scheich, der Kiesenhirsch, der in den Fa- 
miliennamen Schellhorn und Schellkopf sich verewigt hat. 
Nach ihm sind auch die zahlreichen Schellenberge be- 
nannt. 

Nach einer andern Meinung sind diese aber schallende Berge 
d. h. Berge, wo das Echo schallt, und nach einer dritten steckt 
in Schellen das alte skeljo, Hengst. 

Der jetzige Familienname Scheich ist aber sicherlich 
auch ein alter Mannsname gewesen. Das heutige Schell 
wird = Scheich sein, wie Schall und Voll = Schalk 
und Volk smd. Damach wäre Schelling = Schelching 
wie Schmeller = Schmeicher ist. Ein koseförmiges 
Schelzo mnsste Schelz und Schels geben, was auch vor- 



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Vierte ClasBe der Familiennamen. 145 

banden^ Schelpert, Schelbert, Schelb sind = Schelch- 
pert. Schelf vertritt Schelchfrid und Scheid wahrschein- 
lich Schelchdeo. Schelliger = Scheichger. Schelhar, 
Schelhass, Sehelsan mögen Haro, Hazzo, Anno, S. des 
Schelcho, Schelzo bedeuten. In den Urkunden findet sich 
allerdings keine Spur von diesem Stamme. 

Es gibt sehr viele Namen in — hörn, die aber in ver- 
schiedene Categorien auszuscheiden sind. Boxhorn, Hirsch- 
horn, Ziegenhorn, Sohellhom werden bei ihrer buchstäb- 
lichen Bedeutung zu belassen sein. Schellhom wäre zwar 
nach anderer Meinung so viel als Schallhorn, allein da- 
gegen spricht das in Bayern vorkommende Schelkshorn 
und Schelshorn. Zu Schellhorn bieten Pott und Vil- 
mar auch ein Gellhom, welches sie, wie jenes, zu den 
Blasinstrumenten rechnen. 

Blankenhorn, Silberhom, Weissenhom (wenn dieses 
nicht der Stadtname) könnten von ehemaligen Haus- 
schilden herrühren. 

Nun bleiben aber noch viele übrig, in deren — hörn 
ein Name stecken wird. Ein ahd. Homo findet sich zwar 
nicht, allein es lässt sich aus Homung, welches vorkommt 
und altnordisch filius servilis bedeutet, unbedenklich ab- 
ziehen. Für sein ehemaliges Dasein zeugt der jetzt nicht 
seltene Name Hörn, Hörndl, dann Hornik, Horneck, Hor- 
nig, Hornikel, Homigel und Hiemeis, Hömes = Hornizo, 
Darnach wären denn Ballhom, Buschhorn, Dannhorn, Ditt- 
horn, Einhorn, Engelhorn, Oanghom, Helfershorn, Lösch- 
horn, Mehlhorn, Seltenhorn, Siebenhom, Tribelhom, Uhl- 
horn so viel als Horno, S. des Baldo, Buso, Tanno (Ta- 
gano), Tito (Thiudo), Egino, Angilo, Gange, Helfe (Helf- 
rich), Lozzo, Megilo, Salideo, Sibo, Trubilo, Udilo. Da 

Steab, Oberdeutsche Familiennamen. \Q 



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146 Vierte Classe der Familiennamen. 

aber altes Karo jetzt öfter als Korn auftritt, wie in Korn- 
brust, Komtheuer u. s. w., so könnte jenes Hörn gleich- 
wohl auch Haro sein. Homschuh würde sich hienach 
als Harinscoch, Heldenpfeil deuten (s. S. 136). Zu Sel- 
tenhorn mag noch Seltenhahn und Seltenreich gestellt 
werden, Hagano, Richo, S. des Salideo. 

Viele Namen erinnern noch an den Baum, in dessen 
Schatten der Urvater seine Hütte oder seinen Hof erbaute. 
So Buehner, Fichtner, Lindner, Larcher, Tanner, der 
Mann vom Buchen-, Fichten-, Linden-, Lärchen-, Tan- 
nenhof. 

Eine bajuvarische Eigenthümlichkeit ist es, dass z. B. 
der Einwohner von Miesbach früher nicht der Miesbacher 
hiess, sondern der Miesbeck. (Nach heutigem Sprach- 
gebrauch der Miesbecker.) So sagte man auch früher 
nicht der Witteisbacher, sondern der Witteisbeck. Unsere 
Arnbeck, Eohlbeck, Oriesenbeck sind daher leicht zu er- 
klären als Bewohner von Arnbach u. s. w. Die Schreib- 
ung wechselt natürlich in —back, — beck und — bock, 
pack, peck und pöck. Lotzbeck heisst aber demnach so 
viel als Ludwigsbacher, Deisböck ist = Dietrichsbacher, 
Reischenbeck = Eichardsbacher, Virlböck = Fergen- 
bacher und Waitzenböck = Wighardsbacher. Birnbock 
ist wohl =: Bärenbacher (vgl. S. 94). Uebrigens sagen 
wir auch der Back (Beck, Bock), wie der Schenk, der 
Bräu, nicht der Bäcker, und diese Form, die jetzt auch 
in Bayern vorkommt, scheint nur eingewandert zu sein. 

Alle die Eder, die jetzt in den gebildeten Städten 
und den nahrhaften Marktflecken mit uns behaglich zu- 
sammenwohnen, die Hocheder, Obereder, Mittereder, Nie- 
dereder, Haumeder (Humo), Hauzeneder (Huzo) u. s. w. 



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Vierte Classe der Familiennamen. 147 

sind eigentlich die Söhne der Oede, der Einöde (s. S. 85), 
und man daii daher bei Namen wie Engleder, Herleder, 
Lückleder, Schlüssleder, Steigleder, Wendleder beileibe nicht 
an Leder denken. Hemeter (Heimöder), Schlageter, Weileter 
u. s. w. scheinen nur unrichtige Schreibung. Trumeter 
dagegen ist mittelhochdeutsch der Trompeter. Die — söder 
sind einzelweise darauf verfallen, sich in — sieder umzu- 
wandeln, wie die Oeisselsieder, Hutzelsieder, letzere kaum 
zu ihrem Yortheile. Hutzelsieder ist nämlich einer, der 
gedörrte Birnen siedet, während der Name doch eigent- 
lich viel würdiger sich von Hugibrechtsöd ableiten lässt, 
was an gedankenglänzende Waldeinsamkeit erinnert. In 
Nürnberg auch ein Kantensieter = Kantensöder, in dessen 
erster Hälfte der Name unsers grossen Philosophen zu 
stecken scheint (vgl. S. 101). 

Empfenzeder, Lempenzeder — zwei uralte bayerische 
Namen — ersterer von Ampho = Aginfrid, der schon 
im achten Jahrhundert bei Meichelbeck und jetzt noch 
in Ortsnamen wie Ampfing, Empfing, auch in Castel 
d'Anfo am Idrosee vorkommt, letzterer von Lampo = 
Landpert. Beide stehen im Genitiv — An^fines-, Lam- 
pinesöd. 

Im Augsburger Adressbuch finden sich Manzeneder 
und Manznetter neben einander und ohne Zweifel ist 
das zweite dasselbe was das erste. In München auch 
Obernetter, Panzetter, in Salzburg Scharfetter, in Stutt- 
gart Scharfetter und Schaffetter, in Karlsruhe Mosetter, 
ursprünglich wohl lauter Bajuvaren, die ihr —öder nicht 
mehr verstanden haben. Ebenso Eppeneter in Darmstadt 
von Eppenöd, Oede des Eppo, Eberhard, oder eppe net? 
(bayerisch für: etwa nicht?) 

10* 



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148 Vierte Classe der FamilienDamen. 

Die Eemeter, Eemetter dagegen sind keine Eemöder, 
sondern haben, wie die Kinader, ihren Ursprung in einer 
Kemenate. Kemenate aber, romanisch caminata, war eigent- 
lich eine mit Kamin versehene d. h. heizbare Stube und 
wurde dann zum Ortsnamen wie ja auch Stuben z. B. am 
Arlberg als solcher vorkommi Das stille Dörflein, an 
dessen Stelle später (1665) das Lustschloss Nymphenburg 
erbaut worden, fahrte ehemals jenen Namen. Er kömmt 
auch sonst vor, namentlich als Stadt Kemnath in der Ober- 
pfalz, als Kemoden u. s. w. Ob aber die Kemptner, 
Eempter alle von Kempten oder theilweise aus den ver- 
schiedenen Kemenaten herstammen, dfirften sie wohl selbst 
am besten wissen. 

Enthofer, Entlentner, Entmooser, Entstrasser bedeu- 
tet enet, jenseits des Hofes, der Leite u. s. w. hausend. 
Fdr enet steht auch enne, wie in dem tirolischen Enne- 
berg und in Ennemooser. Ebenso findet sich Em — und 
En— , wie in Embacher, Emberger, Enhuber. Oder soll 
die Enhube die Hube des Egino, Egno, Enno sein? 

Unsere — hammer, die mancherlei Frosch-, Foroh, 
Moos-, Haus-, Holz-, Schell-, Thal-, Rothhammer u. s. w. 
stehen dem eigentlichen Hammer und den Hammerwerken 
nicht nur ganz fem, sondern sind ursprünglich Frosch-, 
Forch-, Moos-, Haus-, Holz-, Scheich-, Thal-, Bothheimer. 
Uebrigens lautet auch das englische home in Ortsnamen 
harn, und so trifft es sich, dass mehrere oberbayerische, 
sonst sehr obscure Oertchen mit berühmten ][)ritischen 
Namen buchstilblich zusammenfallen, wie z. B. Durham, 
Graham u. s. w. 

Hie und da ist das h ausgefallen, wie in Vollkam- 
mer, Bergkammer, Herkommer, Hexamer (von Hagigis?), 



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Vierte Classe der Familiennamen. 149 

und dann in den fränkischen Formen BuUemer, Hege- 
mer, Leidemer, Reinemer, Rngamer, Rügemer, Rüg- 
mer u. s. w. Reitsamer und ülsamer sind Beizheimer 
und ülzheimer, Attensamer ist Attensheimer, von Attens- 
heim — Heimath desAtto, und Tuffensamer ist Tuffens- 
heimer und die erste Hälfte des Namens ist der Genitiv 
von Tuffo = Thiudfrid. Auch Breitsammeter hat wohl 
nichts mit breitem Sammet zu thun, sondern ist eher 
ein Brechtsheimöder. 

Die Hofer sind uns vollkommen klar als Leute, die 
von einem Hofe den Namen tragen; nur Pott kommt 
(S. 63) auf die seltsame Idee, es sei in Andreas Hof er 
aller Wahrscheinlichkeit nach das schwäbische Hofer 
(Höcker, gibbus) zu suchen, eine Meinung, die in Tirol 
nur üblen Eindruck machen wird, .da der vielverkannte 
Heros wenigstens nicht an einem Leibesfehler gelitten hat. 

Lehner, Lechner ist der Besitzer eines Lehengutes; 
Loher, Lohner, Lochner aber stammt von Loh = Hain 
(lucus). (Davon auch Hesselloh, Hain des Hezilo, und 
das Löhel, Lehel bei Manchen.) Ebenso Bernlohner, 
Kammerloher, Eisenloher, Eschenloher. Oft ist jenes Loh 
zu —lach geworden, so in Perlach bei Mönchen, urk. 
Peraloh, Bärenhain (in welch ängstlicher Nähe uns da- 
mals die Bären hausten ?), Pullach, urk. Pohloh, Buchen- 
hain, Allach, urk. Ahaloh, Wasserhain. Damach auch 
Familiennamen, wie Baierlacher, Berniaoher u. s. w. In 
Schwaben steht dafür öfter — lauer, wie Eisenlauer, 
Gferstenlauer, Heckenlauer. (Loh des Isengrim, Gerzo, 
Hecco.) 

Die Obwexer sind aus Tirol, wo Ob Wegs als Orts- 
name nicht selten ist. Dasselbe bedeutet der ladinische 



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150 Vierte Classe der Familiennamen. 

Name Soratroy — sor a troi — über dem Weg, der 
auch schon nach Bayern gewandert. 

Pflaum (Pflum) scheint nicht von der Baumfmcht 
zu kommen, sondern ein Ortsname zu sein. Mittelhoch- 
deutsch galt nämlich auch Pflum, Pflaum, d. h. das 
lat. flumen, für Fluss. Daher St. Veit am Flaum, der 
deutsche Name von Fiume. Pflumer, Pflaumer ist also 
ein Name wie Bacher und bedeutet den Anwohner eines 
Flusses. Und wie man früher ,zu den Bachern, zu den 
Hardern" sagte, woraus die jetzigen Ortsnamen Bachern, 
Hadern entstanden, ebenso ist aus „zu den Pflumem'' 
der Orts- und Familienname Pflummern hervorgegangen. 
Pflaumiaoher (M.) entspringt einer Verbindung von Pflum 
und Loh. 

Unsere zahlreichen Reiter, einfach oder in verschie- 
denen Zusammensetzungen, als Neu-, Hof-, Buch-, Resch- 
(Razzo), Hast- (Hazzo), Halbreiter, Prauenreiter, Oberreiter, 
Niederreiter u. s. w., sind keine Reiter zu Pferd, sondern 
leiten sich alle von Reut ab, was anderwärts Rode heisst ; 
davon Gereut, dann Greut (daher auch Greuter, el famoso), 
oder falsch geschrieben Ereut, das berühmte Bad, und 
schweizerisch Grütli, was bayerisch Greutel wäre. Nur 
die üeberreiter bleiben unerschüttert; sie waren ehe- 
mals, was jetzt die reitenden Gensdarmen sind. Die 
Margreiter aber sind weder Mark-reuter noch Mark-reiter, 
sondern stammen aus dem südtirolischen Dorfe Margreit, 
wo die guten Weine wachsen und die gastfreundlichen 
Leute wohnen. Die Abstreiter endlich sind gewiss keine 
Ab-streiter, sondern stammen von Abstreit, einem Weiler 
bei Traunstein, der aber eben nicht so, sondern Abtsreut 
geschrieben werden sollte, weil der Name irgend einen 



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Yierte Classe der Familiennamen. 151 

wohlwollenden Prälaten verewigt, der hier einst den Ur- 
wald roden Hess. 

Die Standesgenossen der Keiter sind, so zu sagen, 
die Schwendner, deren Name jetzt noch meldet, dass sie 
in alten Zeiten den Urwald abgeschwendet. Gschwendner 
dagegen sind jene, welche das fertige Gschwend besetz- 
ten und bewohnten. 

Das in Altbayem häufige, auch in der Schweiz vor- 

V kommende Seon ist ein alter Dativ Plural von See. Gegen 

den Lech zu schreibt man Soyen (Bayer-Soyen, Schwab- 

Soyen), woher der Familienname Soyer, dem anderwärts 

ein Sewer, Seher entspricht. 

Tautphöus — eigentlich wohl Tautphe-ius — nicht 
von dem griechischen TavTOTtoiog, sondern von dem Dorf 
Tautphe in Oberhessen. 

Werd hiess in früheren Zeiten ein Eiland, eine Insel. 
Daher Wörth, Donauwörth u. a. Hesselschwerth ist also 
= Eiland des Hezilo, Schönwerth = Schöneiland. Jener 
Werther, derselbe, der einst Werthers Leiden erlitten, 
war daher eigentlich ein Eiländer oder Insulaner. Im 
Uebrigen laufen die Namen in —werth, — wart und 
— wirth gar schlimm durch einander und es ist nicht 
leicht, sie auch nur leidlich zu sondern. Der ahd. Name 
Adelwart florirt z. B. noch in alter Form zu München, 
gleich daneben steht aber das offenbar identische Adl- 
werth, in welchem also —werth sicherlich keine Insel 
bedeutet. Dazu kommt nun als dritte Form noch Edel- 
wlrth, in welchem —wirth auch sicherlich kein caupo. 
Ebensowenig in Ehrenwirth, welches weder aus Wirth 
noch aus Ehre zu erklären, sondern ein ahd. Arinwart 
ist und einen, der des Adlers wartet, zu bedeuten hat. 



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152 Vierte Classe der Familiennamen. 

Auch Pemwerth ist keine Bäreninsel, sondern das alte 
Berinwart. Neben Pemwerth findet sich aber auch Bier- 
wirth — in Oberdeutschland, wie es scheint, selten, in 
der Stadt Hannover lOmal — was meines Erachtens das 
gleiche ist (s. S. 94). Jungwirth und Rosenwirth da- 
gegen mögen wirkliche Wirthe sein. Liebwerth und 
Mehrwerth, in Stuttgart Meerwarth, sind ahd. Liubwart 
und Marahwart (Rossewart). Seywerd = Sigwart. Viel- 
werth vielleicht Volkwart? 



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VII 
Schlusswort. 

Um die etymologischen Saiten, die so mächtig an- 
geschlagen worden, ruhig ausklingen zu lassen, gedenken 
wir noch einige Betrachtungen anzustellen, welche mit 
der Sache, die wir bisher behandelt, mehr oder weniger 
zusammenhängen. 

Namenforschung zu betreiben ist in Bayern kein 
gaiiz neues Unternehmen. Schon vor dreihundert Jahren 
hat Vater Aventin auf diesem Felde einen Versuch ge- 
wagt, doch sind ihm wenige Erklärungen gelungen. Die 
Bedeutung so vieler Wortstämme war damals noch tief 
vergraben und es ist daher nicht zu wundem, dass der 
Vater der bayerischen Geschichte so vielfach irre ging. 
Win (Freund) nimmt er z. B. für Wein, Winfrid ist 
nach ihm einer, der beim Weine friedlich ist, Alberwein 
(soll wahrscheinlich Alboin, Elfenfreund, verdeutschen) 
ist »ein grosser Herr, der allwegWein zu trinken hat." 
Ariovist erklärt er mit Ehrenfest, eine Deutung, die be- 
kanntlich lange nachgehalten hat, während die neuere 
Philologie jenen Namen als Hariovist = Heerweiser, 
Heerführer erklärt. Bert, glänzend, gilt ihm für werth 
und Bertha ist daher die wertlie. Hugibert (öedanken- 
glanz) übersetzt er aber doch mit „Hautprecht, einer, der 



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154 8chlu88wort. 

4 

sich wehrt (dies scheint er in bert zu finden) und um 
sich haut/^ Diez erklärt er aus Thuets und dies „aus 
den gemeinen Sprüchen der Bayern: wie geht's, wie 
thuet's?" 

Zum weiteren Nachweis, dass schon mehrere ver- 
nünftige Leute sich mit Erklärung der Eigennamen be- 
schäftigt, wäre auch der allgemein bekannte Dr. Martin 
Luther anzuführen, welcher ebenfalls ein kleines nied- 
liches Büchlein darüber herausgegeben hat. Er ist nicht 
viel glücklicher, als sein vorerwähnter Zeitgenosse, mit 
dem er Jibrigens selten zusammentrifft. Budolf z. B. ist 
nach Aventin einer, der sich nach Buhe sehnt, Luther 
aber erklärt es als Bathulf, einer, der durch guten Bath 
hilft. Win bringt Luther nicht mit Wein, sondern mit 
gewinnen in Verbindung und Alboin, Allwin ist ihm da- 
her einer, der alles gewinnt. Was Vercingetorix betrifft, 
so behauptet er, Cäsar habe diesen ganz richtig Hertog 
Hinrich (Herzog Heinrich) genannt, aber die Abschreiber 
hätten die Buchstaben versetzt und den Namen verdorben. 

So verfehlt uns diese und andre solche Deutungen 
jetzo erscheinen, so kam man doch auf diesem Felde 
nicht viel weiter, ehe nicht Jakob Grimm eine neue 
Lehre aufstellte und der Forschung die neue Bichtung 
gab. Hätten Luther und Aventin diese erlebt, so 
hätten sie sich der Führung wohl sicherlich mit ganzem 
Herzen angeschlossen, nicht wie so mancher nativistische 
Forscher auf eigene Faust weiter gearbeitet, ohne dabei 
Ehre für sich oder Nutzen für die Wissenschaft zu er- 
ringen. 

Diese unsere deutschen Namen erklingen jetzt noch 
in weiten Landen, wo längst kein deutsches Wort mehr 



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Schlusswort 155 

schallt. Die Longobarden brachten sie vor langen Tagen 
nach Italien, die Franken nach Gallien, die Westgothen 
nach Spanien und die Yandalen nach Garthago. Der 
deutsche Seefahrer, der von Bügen und Bomholm, von 
Island oder andern kühlen Inseln kam, fand dort im 
heissen Afrika wieder seinen wohlbekannten Geiserich, 
Guntherich und Hilderich. Namentlich ist uns die No- 
menclatur unserer sudlichen Nachbarn viele Bereicherung 
schuldig geworden. Im Gebiete der Namengebung zeig- 
ten die Bömer überhaupt keine besonderen Anlagen. 
Gegenüber den idealen Schöpfungen der Griechen und 
Germanen steht ihr Fabius oder Cicero, ihr Bohnen- oder 
Kichermann, ihr Niger, Kufus, Calvus, Crassus, Naso, 
Brutus sehr prosaisch und werktäglich vor unsern Augen. 
Um ihre Kinder zu benennen, fiel ihnen oft kein anderer 
Ausweg ein, als sie durch Zahlen zu unterscheiden. Den 
fünftgebomen nannten sie Quintus, den sechsten Sextus. 
Der „seme puramente latino", der reinlateinische Samen, 
würde sich mit lauter altgebackenen Curiern, Furiem und 
Spuriem langweilen müssen, wenn nicht die longobardi- 
schen Namen, die noch immer in anmuthiger Jugend- 
frische glänzen, wenn nicht die Bertaldi (Berthold), Grim- 
aldi (Grimwald), Inghirami (Ingram)*), Eambaldi (ßein- 



*) Ton Ingram lässt sich nur die zweite Hftlfte erklären (ram 
= Rabe), was ing bedeutet, ist unentrfitbselt Im zwölften Jahr- 
hundert kommt der Name auch in Bayern öfter vor. Die Scheft- 
larer Urkunden aus jener Zeit erwähnen einen Ingram von Hart- 
kirchen bei Starenberg und einen andern von Piesenkam bei 
Miesbach. In Bozen hausen jetzt Freiherrn von Ingram, in Mün- 
chen lebt ein Ingerl und ein Ingerle, letzterer ein bekannter 
Lehrer und Schriftsteller. 



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156 SchluBiwort 

bold), Rinaldi (Beinold), Sismondi (Sigismund), Tibaldi 
(Diepold) und so viele andere einige Abwechslung unter 
jene Mumien gebracht hfttten. Selbst der grosse Dante 
führte einen deutschen Familiennamen, nämlich Alighieri, 
Adelger, wie auch der mythische Bayemherzog heisst, 
der einst den römischen EOnig Seyerus am Haselbrunnen 
bei Brixen auf das Haupt geschlagen. Eigenthümlich 
ist es femer und hat vielleicht einen tiefen Grund, dass 
der gefeierte Held, der die neue, hoffentlich recht segens- 
reiche Aera der schönen Halbinsel eingeweiht, nicht Bo- 
mulus oder Remus heisst, sondern denselben Namen 
trägt, wie der Agilolfinger und Herzog Garibald, der an 
der Quelle und dem Ursprung der bayerischen Geschichte 
steht. Und Umberto, wie der italische Thronfolger ge- 
tauft wurde, erklärt sich auch nur aus dem deutschen 
Humbert = Hunnenglanz. — Ebenso reichlich sind wir 
in Frankreich vertreten. Die Bemard, Eynard (Egin- 
hard), Isnard (Eisenhard), Evrard (Eberhard), Gerard 
(Gerhard), Gontard (Gundhart), Thierry (Dietrich), die 
Gautier (Walter), Goffard (Wolfhart), Gueroult (Wer- 
hold), Kaimbault (Reinbold), Beignault (ßeinold), Thi- 
baut (Diepold) und viele andre erinnern uns noch an die 
alte Brüderschaft. Unser Beginhard, Reinhard hat in 
der französischen Jägersprache das romanische volpe ver- 
drängt und ist geradezu Bezeichnung für den schlauen 
Fuchs geworden. Und selbst aus der iberischen Halb- 
insel klingen noch alte westgothische Namen herüber, 
die erst in Deutschland wieder erklärt worden sind, da 
den Spaniern das Verständniss derselben längst ver- 
loren gegangen ist. Der gefeiertste Eriegsheld dieser 
Nation, Gonsalvo von Cordova, el gran capitano, trug 



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Sohlusswort. 157 

einen deutschen Namen.'*') ügarte, Iriarte sind nach 
Pott aus Hughart und Erhart hervorgegangen. Becalde, 
Becarte sind unser Beicholt und Beichart; ja selbst unser 
Possart tritt in Spanien als Posarte wieder auf. Auch 
der in so vielen Novellen und Balladen verwendete 
Bodrigo ist ein deutscher Bodrich, Buhmreich; Guzman 
ist Gotesmann, Ferdinand = Fridinand erklärt sich als 
Friedekühn. Ildefons, zu deutsch Hildefuns, später Al- 
fonso, Alonso, deutet sich als schlachtbereit u. s. w. 

üeber das bayerische Namenwesen wollen wir noch 
anmerken, dass unter den Tassilonen und den Karolingern 
eine zahlreiche Menge deutscher Namen im Gebrauche 
war, darunter auch manche schwer zu deutende und 
viele längst verschollene. Die Auswahl war übrigens so 
gross, dass in den Urkunden, wenn auch zehn oder zwanzig 
Zeugen aufgeführt sind, ein und derselbe Name nur selten 
mehrmal vorkommt. Es ist gerade, als ob damals keiner 
einen Namen haben sollte, den in der Gemeinde auch 
ein andrer trug. Wenige Jahrhunderte darnach, in den 
ersten Zeiten der Witteisbacher, hatte sich aber diese 
Fülle ganz verloren. Bitter, Bürger und Bauern theilten 
sich damals in verhältnissmässig wenige, ungefähr zwan- 
zig bis dreissig Namen, die meist jetzt noch in üebung 
sind, als Arnold, Bernhard, Berthold, Dietrich, Eberhard, 
Gotfrid, Heinrich, Konrad, Markwart, Otto, Sigfrid, Ul- 
rich u. dgl. Karl, Lothar und Ludwig finden sich sehr 



*) AUerdings ist nur gon ganz klar^ nämlich das deutsche 
gund = Kampf. Ueher salyo siehe Diez, Grammatik der ro- 
manischen Sprachen. I. 305. 



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158 Schiasswort 

selten, wie aus lange nachgeschleppter Abneigung gegen 
die alte Earolingische Herrschaft. Kirchliche Namen, 
d. h. hebräisch-griechisch-lateinische, schleichen sich nur 
allmälich ein, zuerst Johannes und Georg, ersterer des 
Heilands Lieblingsschüler, letzterer Schutzpatron des 
Bitterstandes und siegreicher Drachentödter. Die ersten 
bayerischen Herzoge, welche solche Namen führten, waren 
Stephan und Johann, um die Mitte des vierzehnten Jahr- 
hunderts, der erste römische Kaiser bekanntlich erst 
Maximilian. Nach der Eeformation wurde die Hebraisir- 
ung ins grosse getrieben und statt der herrlichen alt«n 
Schlacht- und Siegesmale der Germanen drangen nun die 
asiatischen Judennamen herein, wie Josef, Johann, Jakob, 
Mathias, die jetzt als Seppel, Hansel, Jäkel, Hiesel durch 
die bayerischen Felder und Wälder hallen. Es ist über- 
haupt ein tragikomischer Zug in unsrer christlichen Cultur, 
dass wir den Juden all ihre bedenklichen Geschichten, 
Sinnsprüche, Weisheitsregeln, das Beste ihrer Beligion, 
ihre Namen, ihre Heiligen und sogar unsem Erlöser ab- 
borgten und sie zum Danke dafür doch immer schunden, 
hingen und brieten. Die Geschichten Dietrichs von Bern, 
Karls des Grossen, Otto des Grossen, von Christoph 
Schmid für die Jugend bearbeitet, würden mehr mora- 
lische Eindrücke hinterlassen, als die unmoralischen Ge- 
schichten von König Saul, David und Salomo. Die 
deutschen Kinder werden immer so erzogen, als wenn 
sie recht tüchtige Juden werden sollten. Sie müssen 
alle hebräischen Mythen auswendig lernen, doch von der 
deutschen Vorzeit hören sie nichts! 

Mit den Juden kamen aber auch die Christen zu Ehren 
und der heilige Ignatius, Antonius, Pancratius, Augusti- 



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Schlusswort. 159 

nus und andre nahmen neben den Hebräern so überhand, 
dass es jetzt eine Seltenheit ist, wenn auf dem Lande 
noch ein deutscher Taufname gefunden wird. Nur im 
Augsburger Bisthum hat sich und mit vollem Eechte 
St. Ulrichs Name in guter üebung erhalten, zum An- 
denken an den tapfem Kriegs- und heiligen öottesmann, 
der am Lorenzitag 955 auf dem Lechfeld gegen die Un- 
garn mitgekämpft. Wollte Gott, unsere Bischöfe zögen 
Jetzt noch alle so verständig und tapfer aus gegen alles 
schädliche undeutsche Gezücht, so sich der Beute halber, 
wenn auch nicht mehr mit Speer und Schwert, auf un- 
sem unbewehrten Landmann stürzt! 

Unter den gebildeten Ständen haben dagegen die 
altdeutschen Namen in neuerer Zeit wieder sehr freund- 
liche Aufnahme gefunden. Otto, Heinrich, Friedrich, 
Rudolf und andre alte IS^aiser- und Königsnamen, sie 
dringen jetzt selbst in katholische Familien ein, die viele 
Menschenalter hindurch immer an den heiligen Ignatius, 
Aloysius, Xaverius festgehalten. Auch Bertha, Mathilde, 
Theodolinde, die alten Königinen, sind jung wieder auf- 
gestanden, doch ist zu tadeln, dass man zum Gebrauch 
des schöneren Geschlechts jetzt die Männemamen durch 
den Zusatz ine zu verweiblichen sucht. Es gibt heut- 
zutage Adolfinen, Bemhardinen, Ernestinen, Gustavinen 
und so das ganze Alphabet durch bis zu den Wilhel- 
minen. In der Abkürzung entstehen dann die einförmigen 
und charakterlosen Binen, Dinen, Einen, Linen, Minen, 
Stinen u. s. w., bei denen, wie Otto Abel sagt, von 
dem, was man ursprünglich in einem Namen suchte, 
allerdings kaum mehr die Bede sein kann. 

Unter den Geschlechtsnamen haben wir aber noch alle 



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l^Q Sohlasswort. 

erhalten, die einst in den alten Heldenliedern erklangen, 
Herrn Sigfrid, Günther, Qemot (Gemet) und Giselher 
(Geisler), die Könige, den grimmen Hagen, Herrn findi- 
ger, den edlen Markgrafen, Dietrich und Hildebrand, die 
Recken, selbst der König Ezzel lässt sich nicht vermissen 
— kurz, wenn man sie zusanunenkommen liesse, man 
könnte die ganze Tragödie der Nibelungen aufführen mit 
lauter Eingebomen, die sich alle selber spielen. Neben 
diesen haben sich auch Niebling, Wieland, Biterolf, Ilsung 
und noch andre Berühmtheiten aus den Dichtungen des 
Mittelalters bis in unsre Zeit gerettet Selbst die leicht- 
sinnigen Bitterromane der Franzosen haben uns ein paar 
Namen eingelegt, wie Eyband (Iwain, Eibanus) und Lan- 
zelott. Aber ein Tristan will sich nicht finden, obgleich 
der Ortsname Eiseisried, Landgerichts Schrobenhausen, 
urkundlich Isoldesried, eine Erinnerung an seine Ameie 
bewahrt. Uebrigens ist bekannt, wie sehr beliebt die 
Namen aus dem Kreis der Tafelrunde, die Parceval, 
Wigalois, Gamuret, Gramoflanz u. s. w« früher bei dem 
bayerischen Adel gewesen sind. Wiguleus d. L Wigalois 
d. i. Guy (Guido, wovon dann wieder Guizot), der Wal- 
liser, war ja auch ein Taufname unsres ehemaligen Ge- 
setzgebers, des Freiherm von Kreittmayr. 

Auch unsre Ortsnamen gehören zu den ältesten und 
echtesten, gewiss auch zu den klarsten und verständlich- 
sten in ganz Deutschland, nur schade, dass den Topo- 
graphen nicht auch ein überall gegenwärtiger Schmeller 
beigegeben werden kann, welcher jene hin und wieder 
richtig zu stellen oder vor Misshandlungen zu schützen 
hätte; denn die Verheerung, welche da die Feldmesser, 
Mappirer und Landbeschreiber anzurichten pflegen, wird 



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SohlnSBWort. 161 

täglich ärger. Wenn wir ein geographischegr Handbuch 
von Bayern aufschlagen, so finden wir schon in den ersten 
Zeilen einen Weiler Abstreit bei Traunstein, der (vgl. 
S. 150) eigentlich Abtsreut geschrieben werden müsste, 
und derlei Verstösse würden sich wohl noch zu Dutzen- 
den aufzeigen lassen. In Vorarlberg haben die Carte- 
graphen aus einem Matzonaberg (von mezzano, also Mitter- 
berg) einen Amazonenberg gemacht. Freilich ist in vielen 
Fällen fraglich, wie weit man der veränderten Aussprache 
nachgeben darf, denn jenes Lausepelz an der schlesischen 
Grenze werden alle Grammatiker für den gewöhnlichen 
Gebrauch nicht mehr auf seinen glanzvollen Ursprung, 
nämlich auf Ladislai palatium, zurückzufahren vermögen. 
Auch die Touristen bringen in diesen Dingen oft 
manch wunderliches Zeug ans Licht. Bekannt ist das Bei- 
spiel, wie auf des alten Peter Anich Tiroler Karte tief im 
Oetzthal „gewesterSee** zu lesen ist und wie daraus ein 
Franzose einen lac de Gewester, spätere Beiseschriftsteller 
aus Deutschland aber einen Gewesteiner See erschufen. 
Auch Fräulein A. B. überraschte uns einmal, als sie zum 
ersten Male den Stamberger See besucht hatte, in den 
„Unterhaltungen am häuslichen Herde" mit der hier sehr 
auffallenden Nachricht, der schönst gelegene Ort au jenem 
Gewässer habe den wunderlichen, unbegreiflichen Namen 
Federvieh, während wir ihn doch immer nur Feldafing 
nennen hören. 



Stonb, Oberdeutsche Familieimameii. ^2 

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Wer den Altbayern liebgewinnen will, muss ihn 
nicht blos in seinem jetzigen Zustande betrachten, son- 
dern vielmehr wie er war in alten Tagen. Vorzüglich 
die Oermanisten lehren ihn achten und ehrenwerth finden. 
Es leuchtet aus der Sprache, aus dem Bechte, aus seinen 
Sagen, wie aus seinen Namen die volle Trefflichkeit eines 
deutschen Stammes. Die deutsche Literatur des Mittel- 
alters hat er mit den Schwaben fast allein gegründet 
und der Dichter der Nibelungen war ja auch ein Bajuvare. 
Im Zeitalter der Beformation stand das Volk auf einer 
Höhe mit den Schwaben, den Franken und den Sachsen; 
es stellte ebenso seine Helden in den Kampf der Oeister. 
Bald aber kamen die wälschen Jesuiten ins Land und 
um Fürsten und Herrn, Bürger und Bauern von der deut- 
schen Gemeinschaft abzulösen, strebten sie jene wie diese 
mit allen Mitteln zu romanisiren. Der Hof ergab sich 
den wälschen Götzen und verlor bald das Herz für das 
eigene Volk. Das ganze geistige Büstzeug, die Beicht- 
väter, die Gelehrten, die Maler, die Architecten, die 
Dichter, die Musicanten, auch die Sänger und die Tänzer 
beiderlei Geschlechts, sie mussten damals alle aus Wälsch- 
land sein. Die Bayern selbst sind über zweihundert Jahre 
im eigenen Lande wie verschollen. Den grossen Haufen 
überliess man lustigen Bettelmönchen, „die bessern Leute" 
aber nahmen die Jesuiten selbst in Pflege. 



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Schliwswort. 163 

Diesen war nichts widerwärtiger als das deutsche 
Wesen, aus welchem sich leider die Beformation erhoben 
hatte. In den gelehrten Schulen verfolgten sie die Mutter- 
sprache, das ungelehrte Volk gewannen sie durch all 
jene gdstlichen Spielereien, in denen die verkommenen 
Bomanen so erfinderisch sind. Sie brachten ganze Lasten 
fabelhafter Knochen fabelhafter Heiliger ins Land, welche 
sie die fabelhaftesten Mirakel wirken liessen. Geistliche 
Schauspiele, prächtige Eirchenfeste, comödienhafte Buss- 
predigten, öffentliche Geisselungen, Teufelaustreibungen 
und andre Lustbarkeiten, neue Feiertage, neue Wallfahrten, 
neue Andachten und Litaneien, alles ging darauf hinaus, 
den Gottesdienst in sinnlichen Tand zu verkehren, die 
Leute an frommen Müssiggang, an blödsinnigen Glauben 
zu gewöhnen und ihnen zu beweisen, dass eigentlich in 
diesem irdischen Jammerthal nichts plaisirlicher und unter- 
haltlicher sei als die katholische Kirche. Wie es aber 
damals die Väter Jesu eingerichtet, so schleppte sich das 
fremde Wesen fort bis in unsre Tage, wo es erst wieder 
in den zweiten Saft gerieth. Es ist begreiflich, dass die 
thierischen Triebe unsrer Landleute in jenem gedanken- 
losen Kirchendienst keinen Zügel finden. Die Kirche 
amüsirt sie nur, sie erzieht sie nicht. 

So kam es denn, dass das Yolk in den meisten Din- 
gen zurückblieb, nur in der Griminalstatistik allen andern 
voraneilte. Mord und Todschlag, Brandstiftung, Meineid 
und andre schwere Sünden reichen weit über den bescheide- 
nen Spielraum, den ein christliches Land in diesem Fache 
ansprechen kann. Auch Unmässigkeit und Unwissenheit 
stehen viel höher als in andern deutschen Ländern. Man 
blickt auf seine angeblichen Erzieher, die ihr Geschäft 

11* 



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164 Sehlnsswort. 

schon dreizehnhundert Jahre treiben, und bittet um Auf- 
klärung. Ach, sagen diese, wir haben die Leute nicht 
f&r euch erzogen, sondern für uns. Wir müssen die 
Völker derart zurichten, dass sie für Vernunft und Frei- 
heit nie mehr taugen. Italien und Spanien sind unsre 
Meisterstücke. Wir verlangen keine Bildung, keine Tu- 
gend, wir verlangen nur Gehorsam und Opfer. Seht 
ihr denn nicht, dass sie für euren Idealismus viel zu 
brutal sind? Seit euem Schwurgerichten haben die Ver- 
brechen zugenommen, und die Pressfreiheit nützt euch 
auch nichts, denn wir verbreiten jetzt in einer Woche 
mehr Lügen als unter der Gensur in einem Jahrhundert. 
Eure Gegenreden, eure Journale belegen wir mit dem Inter- 
dict. ünsre Blättlein sind allerdings die rohesten in 
der Welt, aber sie entsprechen unserm Bildungsstand. 
Wir treiben ja heute noch Teufel und Heien aus, ob- 
gleich euer Ferdinand Sterzinger schon vor hundert Jah- 
ren dagegen gepredigt hat. Von unserm Beruf als Bildner 
und Erzieher in irdischem Sinn spricht nur noch Herr 
von Döllinger, sonst kein vernünftiger Mensch, ünsre 
Aufgabe ist das Jenseits. Steigt nur hinauf in den 
Himmel und zählt die Seelen ab, die wir täglich einlie- 
fern! Hienieden kennen wir keine Intelligenz, keinen 
Fortschritt — unser Rückschritt aber ist unaufhaltsam, 
bis wir wieder in den grossen Zeiten der Kirche, in der 
vollen Finsterniss angelangt sind und wieder Ketzer und 
Juden und euch alle miteinander verbrennen dürfen. 

So lautet ungefähr die Eechtfertigung. Fragt man 
aber die Bauern, ob sie nicht den Janus gelesen und 
einen kritischen Blick in die Kirchengeschichte geworfen, 
so antworten diese: Durch den Janus lassen wir uns 



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Sehlosawort. 165 

nicht betiiören. Wenn auch die ganze päbstliche Weltherr- 
schaft und die Unfehlbarkeit ein zusammengelogener Schwin- 
del ist, wir halten doch zeitlebens fest an Qratian und an 
unseren Führern, die ihm folgen. Der erste zwar ist 
ein Betrüger, aber die letzteren sind höchst ehrenwerthe 
Männer. Wir glauben, wie man uns gelehrt, dass die 
heilige Stadt Bom der Sitz aller Tugenden sei und dass 
das Heil der Völker nur von dort ausgehen könne. Und 
wir werden nächstens nach dem Dreschflegel greifen und 
euch niederschlagen, wenn ihr anders glaubt. Dieu le veut. 
Wir andern aber geben den Glauben nicht auf, dass 
auch in diese ägyptische Finsterniss noch einmal ein Strahl 
der göttlichen Vernunft sich senken werde. Unsere Hoff- 
nung ist jetzt das Concil; von ihm erwarten wir das 
Beste. Um den päbstlichen Stuhl herum herrscht be- 
kanntlich ein sehr merkbarer Moderduft und man wittert 
allenthalben etwas Fäulniss. Möglich, dass mancher ehr- 
liche deutsche Bischof, wenn er in jenen geistlichen Demi- 
monde hineingeräth und dessen tiefe Entartung gewahrt, 
sich selber fragen wird: Und diese Leute wollen die 
Welt regieren? Diese demoralisirten Pfaffen wollen die 
Laien moralisch machen? Dieses lasterhafte Regiment, 
das sein eignes Ländchen zu Grunde gerichtet und ver- 
giftet hat, dies will der ganzen Menschheit Glück und 
Segen bringen? Möglich, dass sich mancher ältere Eir- 
chenhirt schämt, so lange mitgethan zu haben. Möglich, 
dass mancher jüngere Cleril^r bekehrt zurückkommt, 
wenn er auch in der römischen Lotterie einen Temo ge- 
wonnen oder vielleicht einem hangerleidenden Prete die 
angenehmste Bekanntschaft verdankt Möglich, dass viele 
von denen, die jetzt in glühender Begeisterung nach der 



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166 Sohlniswort. 

heiligen Stadt wallen, sie bei ärem Abschiede, wie der 
aufrichtige Lamennais, die infamste Cloake nennen, die 
je die Welt besudelt hat Die Brahmanen, die Lama, 
Bonzen, XTlema, sie halten alle mehr auf die irdischen 
Güter als auf die himmlischen Freuden, die sie andern 
predigen, aber durch den Schacher mit göttlichen Qnaden- 
mitteln, Eirchenämtem, Pallien, Dispensen, Exemptionen 
und Absolutionen, durch Ablasszettel, Beliquienhandel, 
Peterspfennig und andre Bettelei die (Goldfüchse der 
Beichen, das Scherflein der Armen aus der halben Welt 
zusammenzufangen und sie am Grabe der sparsamen Apo- 
stel in andächtigem Müssiggang, in üppigen Festen, Hei- 
ligsprechungen scheusslicher Blutmenschen, mit lächer- 
lichem Soldatenspiel und andern nicht zu nennenden Di- 
vertimenti zu vergeuden, das verstanden und verstehen 
nur die römischen Prälaten. All diesem schmutzigen 
Erwerbe aber ehrbare, erhabene, an das Göttliche n^- 
nende Namen zu geben, das wissen, trotz ihrer Unwissen- 
heit, auch nur sie. Sopranaturali, übernatürlich, nennt 
sie daher mit Becht das bekannte Jesuitenblättlein und 
bedroht alle, die ihm nicht glauben wollen, mit dem 
Scheiterhaufen, der „ein erhabenes Schauspiel socialer 
Vollkommenheit** sei. 

Ob unsere guten Deutschen diese italienische Gauner- 
wirthschaft im Hauptquartier der catholischen Christen- 
heit wohl noch lange ertragen werden? 

Für immer wird man auf ihre Gemüthlichkeit nicht 
rechnen dürfen. Unsere Landpfarrer und Cooperatoren 
leiden zwar jetzt stark am römischen Fieber und an Ana 
cattiva, wie sie aus dem römischen Sumpfe aufsteigt, aber 
eines kühlen Morgens wird auch über sie der frische 



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Sohlusswori 167 

germanische Geist kommeQ, sie werden eine warnende 
Stimme ihrer Ahnen vernehmen, die einst unter Kaisers 
Fahnen nach Italien zogen und dort yon demselben Pack 
gemeuchelt wurden, das sie zu Hilfe gerufen; sie werden 
sich schämen, von jener verrufenen Clique, die sie an 
Kenntnissen und Charakter soweit überragen, beherrscht 
zu sein; sie werden das Blendwerk durchschauen und 
wieder finden, was die Deutschen schon vor tausend Jah- 
den gefunden, nämlich: Bei den Wälschen ist kein Heil! 
In den Tagen, da Max III regierte, nannten sich 
jene Männer Patrioten, welche das versunkene Volk 
wieder von ausländischem Schmutze zu reinigen und zum 
deutschen Bewusstsein zu erheben strebten; jetzt haben 
sich andre den Namen beigelegt, die jenen Unflat erhal- 
ten und den deutschen Geist erdrücken wollen. Jetzt 
ziehen wieder die wälschen Plänkler durch das Land, 
mit Encyclica und Syllabus bewaffnet, hetzen die Bayern 
gegen einander, stiften Unfrieden allenthalben, predigen 
Verachtung der Landesgesetze, verleiten Kirchenlichter 
zu Albernheiten, die sie später wieder abläugnen, und 
suchen die Tage vorzubereiten, wo der infallible Ponti- 
fex, der zwar das eigne Haus nicht verwalten kann, 
wieder der Gebieter über alle Fürsten und Völker, neben- 
bei auch Landesherr in Bayern, dieses aber eine Melkkuh 
der italienischen Monsignori werden soll. Die Bildung 
ist so gering, geschichtliche Kenntnisse sind so selten, 
dass es diesen Sendlingen gelungen ist, zahlreiche Schaaren 
an sich zu ziehen und ihre Policinelle aus Adel- und 
Bauernstand beliebig spielen zu lassen. Man nennt den 
Tross und seine Führer euphemistisch die Ultramontanen, 
eigentlich und wahrhaft ist es aber die wälsche Partei 



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1^8 ' Sohlasswort. 

im Lande. So langsam schreitet die Bildung des Men- 
schengeschlechtes vorwärts, dass jetzt die wahren Patrio- 
ten mit diesem Haufen wieder dieselben Kämpfe zu 
kämpfen haben, wie vor hundert Jahren unter Mai in. 
In den Städten ist zwar manches besser geworden. Die 
Münchner z. B. würden jetzt die Akademie nicht wieder 
stürmen, wie sie damals, von den Mönchen aufgehetzt, 
versuchten. Ein grosser Theil des Volkes aber kränkelt 
mehr als je an wälschem Aussatz und die Aufgabe der 
wahren Patrioten ist keine andre, als es wieder dem 
deutschen Geiste zurück zu erobern, es wieder zu ger- 
manisiren. 



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Register. 



Wenn dieses Register jeden Namen, der oben vorkommt, 
immer ^en unter dem andern, und jeden so oft er vorkommt 
verzeicbnen würde, so möchte es vielleicht denselben Umfang 
erhalten, wie das Büchlein selbst. Es schien daher nothwendig, 
einige Beschränkungen eintreten zu lassen und deshalb wurden 
1) alle althochdeutschen Formen und 2) alle Namen ausgeschlos- 
sen, die keiner Erklärung bedürfen, wie Pabst, Kaiser, König 
(8. 137) oder wie Alt, Jung, Gross, Klein (8. 125) u. s. w. End- 
lich werden auch jene Namen, welche Aufnahme gefunden, in der 
Begel nur einmal und nur jene 8eite verzeichnet, auf welcher 
ihre Erklärung gegeben, versucht oder wenigstens besprochen 
wird. Andre Stellen, wo sie nur gelegentlich und aus andern 
Gründen vorkommen, sind nicht angegeben. Die mit Z. bezeich- 
neten Namen sind noch nachträglich in den auf das Begister 
folgenden Zusätzen behandelt 



Aab 90. 

Aal 90. 

Abb 90. 

Abegg 90. 

Abel 90. 

Abendanz, Abenthum 80. 

Ablassmaier 130. 

Abstreit, Abstreiter 150. 

Ach 91. 

Adam, Adamer 91. 



Ade 37, 90. 
Adelgeiss 24. 
Adelgeist 44. 
Adelwart 151. 
Adler 90. 
Adlgos 90. 
Adlwerth 151. 
Adt 37, 90. 
Ahl 40, 59, 90. 
Ahles 40. 



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170 



Begiiter. 



Ahn 91. 
Aibling 53. 
Aierl 142. 
Aign 91. 
Aigner 92. 
Alb 53. 
Alber 95, 96. 
Alberbosoh 80. 
Albert, Albreoht 19. 
Alf 53. 
Algäuer 140. 
Alger 91, 
Allach 149. 
AUioh 90. 
Allmann 139. 
Ahner 90. 
Altmann 71. 
Alwein 23. 
Ampfing 147. 
Angst 91. 
Angstwarm Z. 
Ankele, Ankelein 91. 
Ankenbrand 92. 
Anker 92. 
Anns 91. 
Ansohütz 115. 
App, Appel 90. 
Appelsmaier 131. 
Arnbeok 146. 
Ameth 17. 
Amhart 17. 
Arnold 19. 
Asam 72. 
Asch 90. 
Ast 90. 

Attensamer 149. 
Atz, Atzl 90. 



Atzmann 71. 

Aub, Anbei 90. 

Auch 56. 

Auer 142. 

Auerbach 144. 

Aul 90. 

Anrach, Anraoher 144. 

Aurweek 144. 

Auth 90. 

Autsch 90. 



Baab 93. 

Baas 92. 

Babel, Babo 98. 

Bach, Bachel 53. 

Bachern 150. 

Back, Bäcker 53. 

Backes 24. 

Backmund 80. 

Bader 21. 

Badum 93. 

Bager 53. 

Bahm 53. 

Bahr 94. 

Baierlacher 149. 

Baischt, Baist 98. 

Baldauf 28. 

Balger, Balk 53. 

Ball 59. 

Ballauf, Baluff, Balufft 28. 

Balleis 40. 

BaUhorn 145. 

Ballin 51. 

Ballweg 21. 

Balss 44. 

Bammer 18, 21, 53. 



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Beg^ter. 



171 



Banmies 68« 

Bfir 38, 94. 

Banoh 94. 

Bartel 94. 

Barth, Barthdd 98« 

Bartsch 94. 

Bftrwein 28. 

Barz 94. 

Basl^ Bftsl 92. 

Bass, Basset, Bast, Basti 92. 

Batt, Bätz 92. 

Bauch 58. 

Bauoker 98. 

Bauder 98. 

Baudistel 98. 

Baum, BäumI 58. 

Baun, Baunitz 68. 

Baus 98. 

Bausewein 77. 

Bautz 98. 

Beohtold 94. 

Beck, Beeg 58. 

Beer 94. 

Bees 95. 

Beffert 98. 

Beggel 58. 

Behr 94. 

Beigl 58. 

BeUer 138. 

Beisch, Beisohel 98. 

Beisele 98. 

Beisiegl 95. 

Bei88, Beitsoh 98. 

Bemmel 58. 

Bendel 45. 

Bengel, Benglan 111. 

Benke 90. 



Benl 45. 

Bennat 17. 

Bensoh 45. 

Benss, Bensei 95. 

Benz, Benzel 95. 

Beratz 17. 

Berchtesgaden 85. 

Berdux 80. 

Bergkammer 148. 

Beringer 20. 

Berkes, Berks 24. 

Berl 86, 94. 

Berling 44. 

Berlingo 45. 

Berlohner 7. 

Bematz, Bemet 17. 

Bernhard 17. 

Bernhold 19. 

Bemlaoher, Bemlohner 149. 

Bernus 40. 

Berr 94. 

Bersch, Berstel 95. 

Berti 94. 

Bertsch 95. 

Bertz 89. 

Berz 95. 

Besch, Besel 95. 

Besold 77. 

Bess 95. 

Bessel 46, 95. 

Best, Bestel 95. 

Bettel 92. 

Betzel 46. 

Beuschel, Benst, Beutel 98. 

Beutehrook 79. 

Beutling 99. 

Benz 98. 



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172 



Register. 



Bezold 76. 

Biechl 58. x 

Bieg, Biegl 53. 

Biel 99. 

Biendl 60. 

Bienz 60. 

Bier 94. 

Bierdftmpfel 95. 

Bierdimpfel 94. 

Bierdorf 95. 

Bieregel 95. 

Biergans 112. 

Bierig 95. 

Bierl 86, 94. 

Bierlinger 94. 

Biermann 94. 

Biermayer 94. 

Biermoos, Bierwang 95, 

Bierwirth 152. 

Biesl 98. 

Biffart 58. 

BUIer 140. 

Billing 99. 

Bing 60. 

Binz 60. 

Bir 94. 

Birk 37. 

Birkenstook 118. 

Birnstiel 83. 

Birx 40. 

Biss, Bissei 98. 

Bittel 98. 

Bitterauf 29. 

Blab 98. 

Blfldel 97. 

Blankenhom 145. 

Blass 97. 



Blatseh 97. 

Blaom 97. 

Bleich, Bleicher 53. 

Bleifiiss 26. 

Bleim, Bleimer 53. 

Blesch 97. 

Blicker 53. 

Blob 98. 

Bloch 97. 

Block, B15ck, B15ckl 97. 

Bloos 97. 

Blösch 97. 

Bloss, B15SS, B15st 97. 

Blott, Blotz 97. 

Block 97. 

Bluff 97. 

Blum, Blümm, Blfimmel 97. 

Blummer 97. 

Blust 97. 

Bluthart, Blutharsch 97. 

Blutt 97. 

Boch, Bocher, Bock, Böckel 53. 

Böcking 63. 

Bodenstab 110. 

Boffert 53. 

B5g, B5gl 58. 

Bohl 92. 

Böhm 53. 

Bohmwetsch 80. 

Bohn, Böhnle 60. 

Bohr 94. 

Bolch 53. 

Bolkart 76. 

Bell, Bolling 99. 

Bollwöck 21. 

Bolm 53. 

Bolz 99. 



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Register. 



173 



Bomeisl 63. 
Bommas 68. 
Bommer 58. 
Bonitz 60. 
Bonn, Bonnes 60. 
Bonschel 60. 
Bonz 60. 
Boos, Boost 98. 
Booz 98. 
Bopp 99. 
Bork 83. 
Boret 44. 
Borz 42. 

Bosch, Bosch 98. 
Boshart 76. 
Bostel 93. 
Both, Bothling 99. 
Botsoh 98. 
Bott 97. 
Bouterweck 99. 
Bozhom 145. 
Braam, Bramel 53. 
Bramer 53. 
Brandasoh Z. 
Brandeis 40« 
Brasoh, Bratsoh 94. 
Brauch, Brauchle 100. 
Braun 101, 125. 
Brftundl 101. 
Brauneis 40. 
Braunholz 20. 
Brehm 53. 
Breisch 100. 
Breitsameter 149. 
Bresel 95. 
Bressgott 80. 
Breul 100. 



Briechle 100. 

Briegleb 100. 

Brigel lOO. 

Brindl 101. 

Brink 53. 

Brinz 101. 

Brissei 100. 

Britsoh 100. 

Brock, Bröckel 100. 

Brockhard 100. 

Brod, BrSdl 100. 

Broderix 100. 

Brodruck 100. 

Brofft 100. 

Brög 100. 

BröU 100. 

Brombeis 68. 

Brommer 100. 

Bronn Z. 

Brotengeier 100. 

BrStz 100. 

Brox 100. 

Bruch, Bruck3rück,Brfickl 100« 

Brüchweh 100. 

Bruckeier, Bruggeier 100. 

Bruckhei 138. 

Bruggey 134. 

Brugsch 100. 

Brüll 100. 

Brummer 100. 

Brunk 53. 

Bruntsch 101. 

Brust 100. 

Buch 53. 

Buchner 146. 

Buchs 24. 

Bück, Buckel 58. 



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174 



B«giiter. 



Bücker 53. 


Bat! 98. 


Büoking, BüoUüig 68. 


Bax 24. 


Baokreb 80. 




Büdel 98. 




Buder, Büder 98. 


Castel d* Anfo 147. 


Buff 63. 


Ghiemsee 60. 


Bngl 58. 


Chrismar 90* 


Buhl, BOU 99. 


Chorherr 24. 


Bühn 60. 


Chorhammel 80. 


Bühr 94. 


Char 61. 


Buhs 98. 


Coy 112. 


Bullemer 149. 


Crespel 104. 


BüUer 140. 


Cacamas 83. 


Bnlling 99. 




Bülz 99. 




Bumm 53. 


Daab 53. 


BuDgenstab 110. 


Dack 117. 


Bank 60. 


Daffert 17. 


Banz, Banzel 60. 


Daffner 70. 


Bargharz 20. 


Dahl 116. 


Bargis 40. 


Dahmer 117. 


Burk 33. 


Bahn, Dfthnel 116. 


Bflrk 37. 


Daib 58. 


Borkert 17. 


DaigftMs 26. 


BOrkl 86. 


Daü 116. 


Bürstl 94. 


Daiss 118. 


Barx 40. 


Dali 116. 


Borz, BOrz, Bürzel 42. 


Dambör 96. 


Barzhahn 80. 


Damm 52, 58. 


Basch, Büschel 98. 


Dammer 18, 53. 


Baschhom 145. 


Dämmert 76. 


Basel 98. 


Damms 63. 


Basenbaam 80. 


Dampf 53. 


Bass, Büssel 98. 


Dampp 53. 


Bu880 98. 


Dandl 102. 


Büttel 88. 


Dangl 116. 


Butterweck 99, 


Dank 33. 



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Begister. 



175 



Dank! 86. 

Dann 116. 

Dant 101. 

Dänisch 44. 

Danz 42. 

Dapp, Dappert 53. 

Darr 61. 

Dasoh, Dftsoh 48. 

Dassel 41. 

Dassler 69. 

Datz 41. 

Datzerath 80. 

Datzl 41. 

Danb 58. 

Dauch 58. 

Dauoher 28. 

Daudistel 98. 

Daum 58. 

Daomer 18, 58. 

Daur 61. 

Dauses 119. 

Dauss 118. 

Dant 22, 118. 

Daniel 118. 

Dauter 22. 

DSuwel 58. 

Debel 16, 69, Z. 

Debelt 16. 

Debold 16. 

Decher 117. 

Deck, Deckel, Decker 117. 

Deeg 117. 

Deffher 70. 

Degele 117. 

Degen 116. 

Degenhard 117. 

Dehm 58. 



Dehn 116. 
Deibel 58. 
Deichs 24. 
Deig 58. 
Deigendesch 79, 
Deigl 58. 
Deü 116. 
Deimel 58. 
Deindl 50, 116. 
Deines 116. 
Deinet, Deinert 17. 
Deinhard 117. 
Deinlein 116. 
Deisböck 146. 
Deisch 48, 118. 
Deiss 88, 118. 
Deitel 118. 
Deicher 54. 
Dell 116. 
Delp 54. 
Delpert 58. 
Deltsch 116. 
Demling 63. 
Demm, Demmel 58. 
Demper 95. 
Dempp 54, 59. 
Dempwolf 77. 
Dengg 53. 
Dengl 58, 116, Z. 
Denicke 50. 
Denk 87. 
Denkel 86. 
Denker 53. 
Denz, Denzel 42. 
Denzler 69. 
Depping 68. 
Deppisch 68. 



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176 



RegiBter. 



Desoh, De8oh6l^43. 
Dessel 51. 
Dettm«r 18. 
Deuber 96. 
Deubert 15, 22. 
Deuoker 58. 
Deuer 61. 
Deuring 119. 
Deusohle 118. 
Denss 118. 
Deut 118. 
Deuter 22. 
Dentsohbein 118. 
Deutz 38. 
Dexel 117. 
Deyble 59. 
DibeU 58. 
Dieb, Diobtl 58. 
Diek, Diokel 5a 
Digl 58. 
Diebold 15. 
Dieder 22. 
Diebl 59. 
Diebr 119. 
Diem 52, 58. 
Diemel 58. 
Diemer 18, 58. 
Diepold 22. 
Diesel 118. 
Diess 38, 118. 
Diessl 118. 
Diest 118. 
Diet 34. 
Dieter 61. 
Dietberr 22, 24. 
Dietl 15, 36. 
Dietmar 18. 



Dietram 22. 
Dietricb 15. 
Dietzscb 118. 
Dies 38, 118. 
Dilcber 54. 
Dilg 54. 
Diu 59. 
DiUdapp lia 
Dimpfel 62. 
Dingl 120. 
Dirk 65. 
Dirr 120. 
Discb 118. 
Di98 88, 118. 
Distelbartb 80. 
Distl 118. 
Ditt, Dittel 118. 
Ditter 22. 
Dittbom 145. 
Dittmer 18. 
Dittricb 15. 
Ditz, Ditzel 118. 
Dix 14. 

Dobel, D5bel 58. 
Döbicb 63. 
Döderlein 118. 
Dodl 118. 
Doff 58. 
Dogl 58. 
Dobm 58. 
Doisl 118. 
Dolcb 54. 
Dolp 54. 
Dölz 60. 
Domer 58. 
Dommel 58. 
Dommer 18. 



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Register. 



177 



Donauwörth 15 L 

Dopp, Doppelt Döppert 58. 

Doppioh 68. 

Döring 119. 

Dom 120. 

Domseif 120. 

Dörr 61, 119. 

Dors, Dorsch 120. 

Dörrstock 120. 

Dös 118. 

Dosch 43. 

Doss, Dossei 118. 

Dostl 118. 

Dötsch 118. 

Dotter 22, 118. 

Dotterweich 118. 

Dottl, Döttl 118. 

Dotz, Dötzel 118. 

Drappeldrei 8. 

Drasch 43. 

Dratz 41. 

Drax 24, Z. 

Draxel 114. 

Dreiss 119. 

Dressl, Dressel 41. 

Dressler 69. 

Dreydel 119. 

Drickel 58. 

Driesslein 119. 

Drittenpreis 100. 

Droschel 119. 

Drossel 119. 

Druck, Dracker, Drück 58. 

Draflfel 62. 

Dubs 63. 

Düchtl 58. 

Duft 58. 

Steub, Oberdeutsche Familiennamen. 



Dülcher, Dulk 54. 

DOlpert 54. 

Dümich 68. 

Dumm, Dummel, Dumm, Dum- 

mel 63. 
Dumser 126. 
Düppel 58. 
Dups 63. 
Düring 119. 
Dürk 119, 139. 
DOmitz 120. 
Dürr 61, 119. 
Dürrsohmidt 120. 
Dürsch 120. 
Durst 120. 
Durz 120; 

Dusch, Duschel 118. 
Duss, Dassel, Dussel 118. 
Dutt, Dütsch 118. 
Düx 24. 



Ebel 37. 
Ebentheuer 118. 
Eberhart 17. 
Ebert 17. 
Eberwein 23. 
Eberz 20. 
Eck, Eckel 91. 
Eckert 17. 
Edel 37, 90. 
Edelmann 71. 
Edelwirth 151. 
Ederer 70. 
Edling 51. 
Edt 90. 
Ege, Egel 91. 



12 



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178 



Regfister. 



Egen, Eggen 91. 
Egenz 92. 
Egglkraut 104. 
figloff 92. 
Egold 92, 109. 
Egolfing 2. 
Egon 91. 
Ehe 91. 

Ehm, Ehmann 92. 
Ehner 92. 
Ehrat 112« 
Ehrenwirth 151. 
Ehret 17. 
Ehrwig 21. 
Eibel 53. 
Eiber 95, 96. 
Eiberle 95. 
Eichel 91. 
Eiohelhard 92. 
Eichelkraut 104. 
Eichenlaub 82. 
Eidebenz 80. 
Eierstock 118. 
Eiffert 92. 
Eigel 91. 
Eigen 91. 
Eigenherr 24, 92. 
Eigner 92. 
Eiler 92. 
Eilles 92. 
Eimer 92. 
Einhorn 145* 
Einsele 92. 
Einstein 92. 
Eipel 53. 
Eiper 95. 
Eippert 53. 



Eirisch 142. 

Eisenbraun 80. 

Eisengrein 40. 

Eisenlaner, Eisenloher 149. 

Eiseisried 160. 

Eit, Eitel 101. 

Eitelbnss 80. 

Eiweck 92. 

Elbel 53. 

Elchenbach, Elchenberg 144. 

Elendschneider 144. 

Elfroth 83. 

Elgg 90. 

Ell 91. 

Ellbach 144. 

Ellepeck 144. 

Ellwangen, Ellwanger 143. 

Eimer 92. 

Embacher 148. 

Emberger 148. 

Empel 62. 

Empfenzeder 147. 

Empfing 147. 

Endl 91. 

Endres 128. 

Engelboth 99. 

Engelhom 145. 

Engelschall 115. 

Engerer 70. 

Engleder 147. 

Englert 17. 

Enhnber 148. 

Enk 91. 

Enneberg 148. 

Ennemooser 148. 

Enslin 92. 

Enthofer 148. 



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Register. 



179 



Entleutner 148. 
Entmooser 148. 
Entress, Entriss 128. 
Entstrasser 148. 
Enz 92. 
Epp 37. 
Eppel 37. 
Eppeneter 147. 
Eppert 17. 
Epplein 87. 
Erat 17. 
Ertel 85. 
Esohenloher 149. 
Ess, Essel 90. 
Essig 90. 
Etl 90. 

Ett, Eitel 90. 
Etzel 90. 
Eurasburg 118. 
Ewig 90. 
Byb 53. 
Eyband 118. 
Eydt 101. 
Eyerl 142. 
Eylert 92. 
Eypper 96. 
Eyrich 92. 
Eytelwein 80. 
Ezzelino 90. 



Fahr 132. 

Fark 132. 

Faubel 134. 

Faulhaber, Faulstioh 135. 

Fausel, Fauss 134. 

Fauth, Fautz 134. 



Fehr, Fehri 132: 
Feigl, Feil 127, 
Feldigl 95. 
Ferch, Ferohl 132. 
Ferg 132. 
Fernkorn 133. 
Ferstel 132. 
Fertsch 132. 
Fichtl 59. 
Fiohtner 146. 
Fiebel 134. 
Fierz 132. 
Finn 133. 
Finzl 26. 
Firnhaber 133. 
Fischer 132. 
Fischhei 133. 
Flad 128. 
Flatt, Flatz 128. 
Flemisch 140, 
Flerx 25. 
Fletz 128. 
Foag 127. 
F5ckerer 134. 
F5hr 132, 
Forchhammer 148. 
F5rg 132. 
Forsch 132. 
Fraas, Fraaz 141. 
Frftnkel 139. 
Franz, Franzelin 141. 
Frasoh 141. 
Frautz 128. 
V Freier 61. 
Freiligrath 80. 
Frenz, Frenzel 141. 
Fressl 141. 

12* 



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180 



Begiiter. 



Frick 54. 

Frioker 28, 54. 

Fried 33. 

Friedel 86. 

Frieder 61. 

Friederioh 27. 

Friedwalt, Friedwart 27. 

Friedwein 27. 

Fries 39, 139. 

Fries8 89. 

Frimmer 18. 

Frisch 48. 

Fritsch 43. 

Fritz 39. 

Fröbel 23. 

Frobenios 23. 

Frohbein 118. 

Froschhammer 148. 

Frühwein 23. 

Fmth, Fratz 128. 

Fugger 134. 

Fanier 185. 

Furch 132. 

Fürtsch 132. 

Füscher, Futscher 132. 

Fass, Füss, Fussel 26. 



Oaab 102, 

Gabel, Gabelino, Qäbelein 102. 

Gabes 102. 

Gaoh 112. 

Gack, Gackle ^112. 

Gagel 112. 

Gähn 112. 

Gaigl 62. 

Gailfuss 26. 



GaU 112. 

Gamauf 28. 

Gamm, Gammel 127. 

Gamp 112. 

Gandl 112. 

Ganganf 29. 

Ganghom 145. 

Gann 112. 

Gans 112. 

Ganser 138. 

Ganz 112. 

Gapp, Gappel 102. 

Ckur 33. 

Gareis 40. 

Garterthom 81. 

Gaub 54. 

Gauch 54. 

Gauff 54. 

Gangengigl 62. 

Gaul 106. 

Gaurn 54. 

Gaumer 106. 

Gaupp 54. 

Gaus, Gauss 105. 

Gausrapp 106. 

Gaut 105. 

Gebel 36. 

Gebert 17. 

Gebus 40. 

Geck 112. 

Geeb 34. 

Geeck 112. 

Gegner 112. 

Gehr 33, 94. 

Gehres 40. 

Qehrig 50. 

Gehwald, Gehwein, Gehwolf Z. 



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Register. 



181 



Geib, öeibel 54. 
Geü 112, 127. 
Geis 105, 106. 
Geisel 25, 105, 106. 
Geiselhard 106. 
Geisler 21. 
.Geiss, Geissei 105. 
Geisselsieder 147. 
Geist 106. 
Geitel, Geith 105. 
Geiz, Geizel 105« 
Gelbert, Geliert 106. 
Gellhorn 145. 
Gemmel 127. 
Gempel 112. 
Gentsch 112. 
Genz, Genzel 112. 
Gepp 34. 
Geppel 86. 
Gerbel 62. 
Gerber 96. 
Gerbold 20. 
Gerdeissen 40. 
Geret 17. 
Gerhard 20. 
Gerl 36. 
Gerloff 20. 
Germaier 18. 
Germer 18. 
Gemet 160. 
Gernot 20. 
Gerold 19. 
G^rsch 44. 
Gerstel 43. 
Gerstenlauer 149. 
Gert 65. 
Gertrud 20. 



Genim 51. 
Gerrinus 23. 
Gerz 39. 
Gerzel 43. 
Gerzer 70. 
Ckrzner 70. 
Gessel 40. 
Gett 37. 
Geuppert 44. 
Geuss 105. 
Gewinner Z. 
Geyer 127. 
Gezeck Z. 
GMlardi 106. 
Gieger 54, 
Giehr 94, 127. 
Giel 59, 106. 
Gierisch 40. 
Gierl 36. 
Gies 106. 
Giesel 105. 
Giet, Gietl 105. 
Gietz 105. 
Gift 54. 
Gigl 54. 
Gübert 106. 
Gilm, Gilmer 107. 
Gimberlein 96. 
Gimpel 54, 66. 
Gindelalm 36. 
Girr, Girstel 94. 
Gisohel 105. 
Gistel 25, 105, 106. 
Gitsohger 106. 
Glauth 103. 
Gleiss 103. 
Glock, Glooker 103. 



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182 



Kegister. 



Gluck, Glück, GHLcker lOS. 

Glutsch 103. 

GmShle, Gmftlin 116. 

Gmelch 116. 

Gob, Gobbel 54. 

GOb, GObel 54. 

G5ek, Göckl 54. 

Godel 105. 

Goethe 37. 

Gogel 54, 127. 

Gogg 54. 

Goggaisl 63. 

GSggns 63. 

Göhl 59. 

Göhner 112. 

Göhrig, GShriflch, Göhrs 86. 

Golch 54. 

GSlkel 54. 

GoU 59, 106. 

Golling 106. 

GÖU 106. 

Geis, Golz 106. 

Gommel 127. 

Gompf 54. 

Gönner 112. 

Goos 105. 

Göpfert 17. 

Gopp, G9pp, Goppel 54. 

Goppelt 19. 

Goppert 54. 

Göring 86. 

Görtz 86. 

G5rz 39. 

Gosob, Goschel, Gösch 105. 

Göschel 43. 

Gö8, Gösel 105. 

Goss 38, 42, 105. 



Gössel 105. 

Göss 105. 

Gössel 42. 

Gössling 44. 

Gossmann 71. 

Gossolengo 45. 

Gosswein 106. 

Gost, Göst, Göstel 105. 

Goth 33, 105. 

Göth 37. 

Gotsch, Götsch, Götschel f05. 

Götschl 43. 

Gott 37, 105. 

Gottein 51« 

Göttel 105. 

Götti 36. 

Gotter 106. 

Göttling 44. 

Gottolengo 45. 

Gottschall 115. 

Gottswinter 81. 

Gottwein 23. 

Götz, Götz, Götzel 42, 105. 

Götzfrid 77. 

Götzger 106. 

Goy 112. 

Gozzi 44. 

Gram 127. 

Grahn, Gran 126. 

Grashei 133. 

Graul 104. 

Graus, Grftusel 103. 

Greif, Greifenberg, Greifenstein 

65. 
Grreimel 35. 
Greindl 40. 
Greinwald 19. 



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Register. 



183 



Qreinz 40« 

Greis 103. 

Grendl 40. 

Grenz 40. 

Grief, Griffel 65. 

öries 103, 

Oriesenbeok 146. 

Griess, Griessel 103. 

Grill, Grillparzer 104. 

Grimaldi 19. 

Grimeis 40. ' 

Grimm 33. 

Grimmeisen 89. 

Grimmel 36. 

Grimmer 70. 

Gritsob 103. 

Grob 104. 

Groll 104. 

Grom 104. 

Groos 103. 

Gropper 104. 

Grosch, Gröflchl, Grötscli 103. 

Grolz 108. 

Grub, Grub, Grübel 104. 

Grüll 104. 

Gramm, Grummer 104. 

Grünwald 19, 20. 

Grüsel 103. 

Grütli 150. 

Gsch wendner 151. 

Guber 96. 

Guck, Gucker, Gückel 54. 

Guckemus 83. 

Guem 54. 

Gugel, Gügel 54. 

Guggumos 83. 

Gühr 94. 



GuU, GüU 106. 

Gumbart 93. 

Gumm 54. 

Gummer 18, 54. 

Gump, Gümpel 54. 

Gümper, Gümperlein 96. 

Gumpert 19, 54. 

Gumpf 54. 

Gumpold 19, 20. 

Gumprecht 20. 

Gund 33, 34. 

Gunder 21. 

Gundl, Gündel 36. 

Gundermann 71. 

Gundolf 20. 

Gunkel 62. . 

Gunst 43. 

Günther 21. 

Günthör 24. 

Guntram, Guntrum 20. 

Güntsch 44. 

Gunz 39, 42. 

Gunzelmann 71. 

Günz, Günzel 42. 

Gunzler 69. 

Gürlet 36. 

Gus, Guschel 105. 

Guss, Gussei, Güss 105. 

Güstel 105. 

Gutberiet 106. 

Gutbier 96. 

Gutbrod 106. 

Gutekunst 81. 

Guth 105. 

Gütling 106. 

Gutsoh 105. 

Gutz, Gütz, Gützel 105. 



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184 



Register. 



Haab, Habel 54. 
Haaf 54. 
Haag 110. 
Haap 54. 
Haarbusoh 79. 
Habann 111. 
Haber 96. 
Haberkom 97. 
HftberUn 96. 
Habersaok 84. 
Hacb, Hache! 110. 
Hack 54, 110. 
Hacker 23, 54. 
Hackl 110. 
Had 34. 
Hadern 150« 
Hftfel 54. 
Hafenbrftdl 94. 
Haff, Häffelin, Hafft 54. 
Hagen Z. 
Hagel 110. 
Hagelgans 111. 
Hagenbusch 79. 
Hahl 110. 
Hahnenbein 118. 
Haid 101. 
Haimpel 62. 
Haisch, 111. 
Haist 111. 
Hall 110. 
Halmhei 133. 
Hamann 71. 
Hambrecht 54. 
Hämel 54. 
Hamm, Hammel, 54. 
Hammelehle 81. 
Hammer 18, 54. 



Hamosch Z. 

Hampel 54. 

Hampp 54. 

Hand, Handl 101, 110. 

Handsch 110. 

Hftnel 110. 

Hanf; Hanft 54. 

Hang Z. 

Hänger 54. 

Hanich 110. 

Hanisch Z. 

Hank 54. 

Hftnlein 110. 

Hann 109. 

Hanna wacker 111. 

Hannes 40, 110. 

Hanusch Z. 

Happ, Happel 54. 

Happert 21, 54. 

Happich 63. 

Happolt 21. 

Haps 63. 

Hareis 40. 

Harff 54. 

Harigel 95. 

HSring 51. 

Harless 40. 

Harm 55. 

Harr 33. 

Harsch 44. 

Hart 33. 

Hart 37. 

Hftrtl 36. 

Hartmann 71. 

Hartranft 81. 

Hartwig 21. 

Harz 42. 



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Begister. 



185 



Harzenbnsch 79. 
Hasch 118. 
Hasenbein 118. 
Haseidl 44. 
Hasolt 76. 
Hasp, Haspel 77. 
Hass 38, 109. 
Hassel 40, 109. 
Hassler 69. 
Hassmann 71« 
Hast 43. 
Hastreiter 150. 
Hatt 34. 
Hattenrath 79. 
Hatz 38. 
Hatzel 40. 
Haub, Häubel 55. 
Hauber 96. 
Haubold 21. 
Hang 107. 

Hauch, Hauck 34, 107. 
Hau£f, HSufl 55. 
Hänfling 63. 
Häugel 36. 
Haumann 71. 
Haumeder 146. 
Haun 142. 
Hauner 21. 
Hauprich 81. 
Haupt 21. 
Haus 107. 
Hausoh 43. 
Häusel 107. 
Häuselbetz 81. 
Hanshammer 148. 
Hauth 101. 
Kautsch 43, 107. 



Hautzel 107. 

Haux 24. 

Hauz 107. 

Hauzeneder 146. 

Hax 24. 

Hebberling, Heberlein 96. 

Hebel 54. 

Hech 111. 

Hechel, Hechtl 110. 

Hecht 111. 

Heck, Heckel 54, 110, 111. 

Hockenlauer 149. 

Heeb 54. 

Heeg 111. 

Heel 110. 

Heep 54. 

Heer 33. 

Heerauf 29. 

Hees 93. 

Hefele 54. 

Hegel 110. 

Hegemer 149. 

Hehl 110. 

Hei 111, 133. 

Heickel 107. 

Heid 101, 141. 

'Heidelauf Z. 

Heideloff 102. 

Heidenhahn 111. 

Heidi 102. 

Heigel 36, 107. 

Heü 111. 

Heiland 21. 

Heimann 134. 

Heimer 70. 

Heimrich 111. 

Hein 110. 



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186 



BegUter. 



Heindl 110. 

Heiiieke 50. 

Heinel 110. 

Heiner 61. 

Heinitz 40. 

Heinkel 54. 

Heinlein 110. 

Heinleth 20, IIK 

Heinrich 111. 

Heinz HO. 

Heinzelmann 71. 

HeiBt 43. 

Heiss 107. 

Heitefuss 81. 

Heitz 107. 

Heldwig 21. 

Helfershorn 145. 

HeU HO. 

Hellwig 21. 

Helmeisen 40. 

Helmes 40. 

Helmhang 111. 

Helmsauer 143. 

Hemeter 147. 

Hemm, Hemmel 54. 

Hempel 54. 

Hendel 110« 

Henk, Henkel 54. 

Henkes 63. 

Henle HO. 

Hennich HO. 

Henss, Henz, Henzel HO. 

Hepp, Heppel 54. 

Her 33. 

Herb 55. 

Herbart 93. 

Herber 96. 



Herbert 21. 

Herbich 63. 

Herbst 44. 

Herd 101. 

Heres 40. 

Herff 55. 

Hergenhahn 81. 

Herger 23. 

Hergl 62. 

Hering 51. 

Herkommer 148. 

Heri 36. 

Herleder 147. 

Herlet 20. 

Herm 55. 

Hermann 71« 

Hermes 63. 

Herold 19, 21. 

Herpp 55. 

Herrgott 83. 

Herwegh 21. 

Herz, Herzel 42. 

Herzer 70. 

Hesch 93. 

Hesel 93. 

Hess 42, 93, 139, 140. 

Hessel 40. 

Hesselloh 149. 

Hesselschwerth 151. 

Hessling 51. 

Hetsch 43. 

Hettel 36. 

Hettich 50. 

Hetz, Hetzel 93. 

Heu 111. 

Heuck 107. 

Heugel 107. 



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Register. 



187 



Heimisch 40. 

Heusoh 107. 

Heuss 107. 

Heydolph 102. 

Heyer 61. 

Heygis 24. 

Hexamer 148. 

Hiokl 36, 107- 

Hiebel 55. 

Hierl 36. 

Hierneis 145. 

Hiesel 66. 

Hiess 107. 

Hilb 55. 

Hüber 96. 

Hüd 89. 

midepold 19. 

Hilder, Hildner 70. 

Hilger 23. 

HUI 59. 

Hillegeist 44. 

HiUemaier 19. 

Hilm 55. 

Hilmer 18, 55. 

Hilmes 63. 

Hilpert 19, 55. 

HUpl 55. 

Hilpold 20. 

Hilpreoht 20. 

Hilsensauer 143. . 

Hiltebeatel 79. 

Hiltl 89. 

Hilz 39, 89. 

Hilzel 89. 

Himm, Himmel 55. 

Himmelstein, Himmelstoss 81« 

Hin 142. 



Hingerle 23. 

Hirschhorn 145. 

Hirsemenzel 81. 

Hiss 107. 

Hitsch, Hitz, Hitzel 107. 

Hitzeisberg, Hitzelsberger 107. 

Hobel 55. 

Höchel 111. 

Höcht, HdchÜ 111. 

Hock 107. 

Hock, Höckel 107, 111. 

Hodom 93. 

Hofer 149. 

Hoff 55. 

Hoffnaass 81. 

Hofmann 134. 

Högl 111. 

Hohn, Hdhnlein 110. 

Hoi 111. 

Holbein 118. 

Holch 55. 

Holg 55. 

Holger 23, 55. 

Holk 55. 

Holl 59. 

Hollenstein 117. 

Holste 139. 

Holzhammer 148.- 

Holzhei 133. 

Hom, Hommel 55. 

Hompf 55. 

Höng, Honig 110. 

Honn 110. 

Hopf, Höpfl 55. 

Hopfenstook, Hopfenzitz 81. 

Hopp 55. 

Hopphahn 81. 



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188 



Begister. 



Höppl 55. 

HOr 83. 

Herauf 29. 

Horix 50. 

Hörl 36. 

^orn> Hörndl, Hernes 145. 

Horneck, Hornig, Horniok 145. 

Hornigel, Honiikel 145. 

Horschelt 77. 

Horst 44. 

Hosoh 107. 

Höael 107. 

Hoss 107. 

Höss 107, 140. 

HSssle, HÖBslin 107. 

Host 107. 

Hottenstein 81. 

Hotz, Hotz, Hdtzl 107. 

Hub 55. 

Hubald 21. 

Hübel 55. 

Hubert 21, 55. 

Hubmann 71. 

Huck 34. 

Hückel 36. 

Hücker 23. 

Huff, Hüflfel 65. 

Hug 34, 107. 

Hügel, Hfigel 36, 107. 

Hugsdiütz 115» 

Hüg 107. 

HOhnerbein 118. 

Humann 71. 

Humblot 20. 

Humbold 19. 

Humbs 63. 

Humm, Hummel, Hummel 55. 



Hummer 18, 55. 

Humpel 62. 

Humpelmaier 130. 

Hunger 23. 

Hunker 23. 

Hunn, *Hünn 142. 

Hupf 55. 

Hupp, Hfippl 55. 

Husch 43. 

Husel 107. 

Huss 88, 107. 

Hussel 38, 41, 107. 

Hüssel 107. 

Hust 107. 

Hut 101. 

Hutsch 107. 

Hutz, Hutzel 38, 41, 107. 

Hutzelmann 71. 

Hutzelsieder 147. 

Hütz 41, 107. 

Hützl 107. 

Hux 24. 



Ibl 90. 

Igel 56. 

Ihle 49, 90. 

Ihrl 36, 142. 

Hg 90. 

nie 49, 90. . 

Hlig 90. 

Ingerl, Ingerle 155. 

Ingram 155. 

Irmiscb 40. 

Irschl 142. 

ItsobeH 76. 

Iwig 90. 



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Register. 



189 



Jais 107. 

Jaith 107. 

JaU 49, 90. 

Jauok 107. 

Jaud 107. 

Janer 108. 

Jaumann 108. 

Jaup 107. 

Jegel 107. 

Jehle 49, 90. 

Jehlin 49. 

Jen 49, 90. 

JemüUer 49. 

Jenewein 23. 

Jesenwang 49. 

Jettel 90. 

Jetzt 49. 

Jentter 108. 

Joas 107. 

Joch 107. 

Jock, Jockei, Jockei, Jöckisch 

107. 
Jodel 90, 107. 
Jöble 49, 90. 
Jokisch 107. 
Jost 107. 
Jotter 108. 
Jox 107. 
Jach, Juobo 107. 
Juoker 107.' 
Jud 107. 
Jugel, Jügel 107. 

Kachel 112. 
Eachelriss 81. 
Kahl, Eahlo, Kahn 112. 
Kall, Eain 112. 



Eaindl 108. 

Eainz 108, 112. 

Eainzel 108. 

Eai3 105. 

Ealb 126. 

Eall, Ealz 112. 

Eambeitz 112, Z. 

Eambl 112, 127. 

Eammel 127. 

Eammerloher 149. 

Eamp 112. 

Eandl 102, 112. 

Eant 101. 

Eantensieter 147. 

Eanz 112. 

Eapp, Eappel, Eappes, Eappis, 

Eappus 102. 
Earp, Earpf 55. 
Eatz, Efttzel 26. 
Eauer 61. 
Eauff 55. 
Eaul 106. 
Eann, Eaunz 108. 
Eaupert 55. 
Eaupisch 63. 
Eaupp 55. 
Eauprich 81. 
Eauss 105. 
Eant, Eautsch 105. 
Eautter 106. 
Eautz 105. 
Eauz 67. 
Eegel 112. 
Eehl 112. 
Eehr 33. 
Eeidel 105. 
Eeü 127. 



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190 



Eegister. 



Kein, Eeinatli, Keiner 112. 

Keinz 112. 

Eeitel, Eeith 105. 

Kelz 112. 

Kemenate 148. 

Kemeter, Eemetter 148. 

Kemnath 148. 

Eemoden 148.. 

Eemp, Eempel 112. 

Eempfenhaosen 11. 

Eempter, Eemptner 148. 

Eenn 112. 

Eerber 96. 

Eerf 55. 

Eerl 36. 

Eern 60. 

Eerpf 55. 

Eerz 89. 

Eessel 26. 

Eenpp 55. 

Eich, Eiok 55. 

Eiderlin 106. 

Eiechle 55. 

Kiefel, Eiefer 96. 

Eiefhaber 97. 

Eiel 106, 

Eieming 63. 

Eienast Z. 

Eiendl 108. 

Eienöhl 108. 

Eiepert 55. 

Eiermayer 6. 

Eies, Eiesel 105, 106. 

Eilbert 106. 

EiU 106. 

Eilling 51, Z. 

Kimmel 55. 



Eimmerle 18. 

Eimpel 54. 

Einader 7. 

Eink, Einkel 62. 

Einsele 44, 108. 

Eipp 55. 

Eippes 63. 

Eist 105. 

Eitt, Eittel 105. 

Eitz 105. 

EUdsel, Elaiss 103. 

Elauber 103. 

Elans 103. 

Eleist, Eleitz 103. 

Eliebel 103. 

Elimm 103. 

Klippel 103. 

Elob, KlSber 103. 

Klooh 103. 

Klooker 103. 

Kl^ffel 103. 

Kloo 127. 

Kloos 103. 

Klopf 103. 

Klopper, Klöppel 103. 

K158S 103. 

Klott, Klatsch 103. 

Klotz, Klötzel 103. 

Klübel, Elüber 103. 

Klug 103. 

Klumm 103. 

Klüpfel 103. 

Klutz 103. 

Knaier 104. 

Knaisch 103. 

Knaub 103. 

Knauer 104. 



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Register. 



191 



Enauff 103. 

Knaupp 103. 

Knaus, Enäusel 103. 

Enaut 103. 

Kneib 103. 

Kneitz 108. 

Kneuer 104. 

Eneule 104. 

Eneut 103. 

Kniel 104. 

Kniep 103. 

Enier 104. 

Enies, Eniesel 108. 

Eniewel 103. 

Enipp, Enips 103. 

Enispel 103. 

Enissl 103. 

Enooh, Enoobel 103. 

Enook, Enooker 103. 

Enödel 103. 

Enöffel 103. 

EnoU, EnöU, Enolz 104. 

Enopf, Enopp, Enopper 103. 

Enorpp 104. 

Enorr, Enörr, Enorsoh, Enortz 

104. 
Enos, Enosel, En9s, Endsei 

103. 
Enosp 103. 
Enott 108. 

Knotz, En9tz, EnOtzl 108. 
Enos, Enust 103. 
Enuth 103. 
Enüttel 108. 
Enutz 103. 

Eob, Eobel, Eobell, Eobelt55. 
Eober, EOberlin 96. 



Eoberstein, Eoberwein 97. 

Eöbig 68. 

Eobl 55. 

Eogel 112. 

Eobl 106. 

Eoblbeck 146. 

E5hle 106. 

Eoblbaas, Eoblbagen, Eoblbanf, 

Eoblbanpt, Eoblbepp 81. 
Eoblmann 127. 
Eobm 55. 

Eobn, Eöbniein 108. 
Eolb 126. 
EoU, Eölle 106. 
Eollmann, Eolm 127. 
Eolsob, Edlz 106* 
Eompast, Eomposob, Eompst 

44. 
Edniger 23. 
Eonz 108. 
Eoob 55. 
Eoos 105. 

Eopf, E9pf, E9pfel 55. 
Eopfsgotter 106. 
Eopisob 63. 
Eopp, Eoppel, E5pp, Eöppel 

55. 
Eoppold 55. 
Eorb, E9rbel 55. 
E5rber 96. 
Eordeuter 81. 
Eorf 55. 
Eornbaoscb 99. 
Eornbrnst 100. 
Eorntbeuer 118. 
Eörper 96. 
Edsel, EOssel 105. 



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192 



Regster. 



Kost, OsÜiii 105. 
Köth 105. 
Eotsch 105. 
Kott 105. 
Kotier 106. 
Kotz, Eötzel 105. 
Krandel 126. 
Kranewitter 7. 
Kranz 126. 
Kränz 40. 
Kraus 103. 
Kraussold 125. 
Kraut 103. 
Krauthahn 104. 
Kreidel 108. 
Kreippl 104. 
Kreis 103, 104. 
Kreisel 108. 
Kreitz 103. 
KreU 104. 
Krembs 40. 
Kremmelbein 104, 
Krempel 62* 
Krenig 126. 
Krenkl 126. 
Krenn 40. 
Kretschmar 184. 
Kreuss 104. 
Kreut 150.^ 
Kreuz 103. 
Krick 104. 
Kriebel 104. 
Krieg, Kriegel 104. 
Kripp 104. 
Krisch 103. 
Krispel 104. 
Kröck 104. 



Kroll 104. 

Krom, KrSmmelbein 104. 

Kronenbitter 7. 

Kroner, KrSner 188. 

Kroos 103. 

Kropf, Kröpf 104. 

Kropp 104. 

Krott, Krotz, Krötz, Krötzel 

103. 
Krack, Krück 104. 
Krug, Krügel 104. 
Kruis 104. 

Krumm, Knimmel 104. 
Krapp 104. 
Krüss 104. 
Kratz 103. 
Kübel 62. 
Kubsch 63. 
Kuch, Küchel 55. 
Kuohenbrand 106. 
Kuder 106. 
Kuff 55. 

Kugel, Kugel 55. 
Kühl 106. 
Kuhn 33, 108. 
Kühn 108. 
KuU 106. 
Kümich 63. 
Kümmel 55. 
Kummer 18, 55. 
Kummerer 69. 
Kumpel 54. 
Kumpf 54. 
Kundl 36, 108. 
Kündl 108. 
Künell 108. 
Kunigel 95. 



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Begister. 



193 



Kunst, Efinstel, Eunstmann 43. 

Kanz 89, 108. 

Kanz, Efinzel 108. 

Euom 55. 

Kupfer 96. 

Eupper, Efipper 96. 

Eurr 61. 

Eurt G5. 

Eusel 105. 

Euss 105. 

Eussmaul, Eüsswieder 82. 

Eüst 105. 

Eutsch 105. 

Eutt, Eütt 105. 

Eutter 106. 



Lackel 66. 
Lahm 55. 
Laier, Laihr 61. 
Lamm, Lammer 65. 
Lammerer 69. 
Lamp 55. 
Lampart 140. 
Lampert 55. 
Lampes 63. 
Lampl 55. 
Landeck Z. . 
Landerer 69. 
Landes 40. 
Landherr 24. 
Langer 23. 
Lankes 24. 
Lanz 42. 
Lanzenhaar 39. 
Lanzenstiel 83. 
Lanzi 44. 

Steab, Oberdeutsche Familiennamen 



Laub 15, 97. 
Laubengaier 81. 
Lauber 16. 
Laubhart 16. 
Laubmann 16. 
Laubdck 50. 
Laubreis 82. 
Lauch 56. 
Laudensack 84. 
Laudert 17. 
Lauf 56. 
Laufer 96. 
Laug, Laugl 56. 
Lauk 56. 
Laumer 18. 
Laur 61. 
Lausch 43. 
Lauter 21. 
Lautermilch 82. 
Lauth, Lautz 48. 
Leber 97. 
Lebert 16. 
Lebling Z. 
Lebold 16. 
Ledl 16. 
Ledold 16. 
Leeb 97. 
Lehnert 17. 
Leib 15, 97. 
Leiber 16, 96, 97. 
Leibig 50. 
Leik 56. 

Leim, Leimer 56. 
Leipert 56. 
Leiss 38. 
Leist 43. 
Leizach 14. 



13 



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194 



Begister. 



Leix 24. 
Leiz 38. 
Lembke 50. 
Lemm, Lemmel 55. 
Lempp 55. 
Lenz 67. 
Lenz, Lenzel 42. 
Leonhart 17. 
Leopard, Leopardi 15. 
Leopold 15. 
Leopreoht 15, 19. 
Lepel 16. 
Lepp 57. 
Lernbecher 7. 
Leubelfing 15. 
Leuk 56. 
Leupert 19. 
Leupold 15. 
Leuthold 19. 
Leutram 20. 
Leux 24. 
Lenze 38. 

Licht, Lichtl 56, Z. 
Lieb 15, 97. 
Lieber 16, 96, 97. 
Liebert 17. 
Liebich 50. 
Liebig 50. 
Liebl 15. 
Liebrecht 15. 
Liederich 61. 
Liedl 15, 50. 
Liefer 96. 
Liegl 56. 
Liem 56. 
Lier 61. 
Lillbopp Z. 



Limb 55. 

Limmer 18. 

Limpert 55. 

Lindenbein 118. 

Lindenlaub 82. 

Lingl 56. 

Link, Linker 56. 

Linss 44. 

Linz 39. 

Lipp 56. 

Lippel 66. 

Lippert 15, 10. 

Lippl 56. 

Lippmann 71. 

Lippott 99. 

Lipps, Lippus 63. 

Lisch 48. 

List 48. 

Lob 15, 97. 

Lober 16. 

Loch 56. 

Löffel 56. 

L5ffelholz 83. 

Löfz 63. 

Loh, Löhle, Ldlius 26. 

Lohr 61. 

Loibl 15. 

Loidl 15. 

Loisach 15. 

Lommer 18. 

Loschan 111. 

Lösch 48. 

Loss, Lössei 48. 

Loth 48. 

Lotheisen 40. 

Lotterkaus 106. 

Lotz 48. 



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Begister. 



195 



Lotzgesell 82. 

Luber 16. 

Lübke 50. 

Luck, Luoker, Lückel 56. 

Lud 48. 

Lüder 21. 

Lüdke 50. 

Ludl 48. 

Ludwig 21. 

Luft 56. 

Luger 56. 

Lüger 23, 56. 

Luibl 15. 

Luidl 15. 

Luitz 38. 

Lümmel 66. 

Lummer 18, 

Lump 67. 

Lusoh 43. 

Luss 38. 

Lust 48. 

Lust 48. 

Luther 21. 

Lutt 48. 

Lüttich 50. 

Lutz 48. 



Maag 109. 
ICaoh, Maohel 109. 
Hack 109. 
Hacklot 20. 
Hagersupp 109. 
Hages 40, 109. 
Hagold 109. 
Hahn 108. 
Hai 42, 109. 



Haier 131. 

Hainz 108. 

Hainzweig 82. 

Hairock 82. 

Hais 109, 112. 

Haisch, Haisohel 109, 112. 

Hälfel 62. 

Hall 41, 109. 

Halss 44. 

Halz 41. 

Hand 101. 

Handl 86, 108. 

Haneke 50. 

Hang Z. 

Hanger 23. 

Hängst Z. 

Hangstl 25. 

Hank Z. 

Hann 33, 108. 

Hannert 17. 

Hannes 108. 

Hannteufel 82» 

Hantel 102. 

Hanz 42, 108» 

Happes 109. 

Hareis 40. 

Hark 33. 

Härkel 36. 

Harold 19. 

Harr 33. 

Harschall 115. 

Harz 42. 

Harzelengo 45. 

Harzling 44, 

HasB, HäSB, Hasel 109. 

Hast 43. 

Hatterstock 118. 



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196 



Register. 



Matz 67, 109. 
Hauch 56. 
Mauder 24. 
Mauk 56. 
Maul 113. 
Mavfl, Mfiosel 112. 
Mansch 112. 
Mauter 24. 
Mautz 112. 
Max 24. 
May 109. 
Mebert 109. 
Mebold 109. 
Mech, Meohel 109. 
Meohs 24. 
Meck, Meckl 109. 
Meeg 109. 
Meess 109. 
Meffert 109. 
Megele 109. 
Mehl 109. 
Mehlbeer 110. 
Mehltretter 110. 
Mehnig 108. 
Mehring Z. 
Meichelbeck Z. 
Meidel 112. 
Meier 61. 
MeU 109. 
Mein 108. 
Meindl 108. 
Meineke 50. 
Meine! 108. 
Meiner 21. 
Meinhart 22. 
Meingast Z. 
Meinhold 19. 



Meinrad 22. 

Meinx 25, 

Meisrimmel 82. 

Meiss 112. 

Meissner, Meixner 139. 

Melf 62. 

Melz, Melzel 41. 

Membarth 93, 108. 

Mend, Mendl 108. 

Menges, Mengs 25. 

Menner 21, 109. 

Menold 109. 

Mensi 44. 

Menth 108. 

Menz, Menzel 42, 108. 

Menzing 42. 

Merk 37. 

Merkle 49. 

Merl 36. 

Merle 49. 

Mersi 44. 

Merz, Merzel 42. 

Mesch 109. 

Messmer, Messner 134. 

Metz 109. 

Metze 67. 

Michel 127. 

Miedl 112. 

Miedrich 61. 

Mieg 56. 

Miehr 61. 

Mierl 36. 

Mies, Miese! 112. 

Miesgang 82. 

MiUbiUer 141. 

Mink 56. 

Misse! 112. 



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Begister. 



197 



Mist, Mistel 112. 

Mittel 112. 

Mitterer 70. 

Mitzel 112. 

Moch 56. 

Möck, M5ckl 56. 

Model 112. 

Moggl 56. 

Mögling 63. 

Mohl, Möhl 113. 

Mohler 132. 

Mohn 108. 

Mohr 61, 141. 

MoUery MöUer 132. 

Momber 96. 

Moog, Mook 56. 

Moos 112. 

Morf 56. 

Moriggl 36. 

Morl 36. 

Mosch, M5sch 112. 

Mosel 112. 

Mosengeil 112. 

Möss, M5881 112. 

Most, Mostl 112. 

Mosthaff 112. 

Mott, Motz 112. 

Mozart 76. 

Müchel 128. 

Muck, Muckel, Mucker 56. 

Mück 56. 

Müd 112.' 

Muff, Muffel 56. 

Mugel 56. 

Müger 56. 

Muggensturm 82. 

Muhl,Mahl,Mühl]g,MfihIing 113. 



Muhr 61. 

Mull 113. 

MfiUer 132. 

Müllich 113. 

Mundigl 95. 

Munk, Münkel 56. 

Munkert 76. 

Munsch 44. 

Muntigl 95. 

Münz 39. 

Murr 61. 

Musch, Müsch, Muschel 112. 

Muss, Mfissel 112. 

Mussgang 82. 

Muth, Müthel 112. 

Muthherr 24. 

Muthreich 61. 

Mutschel 112. 

Mutschelknaus 103. 

Mutter 24. 

Mutz, Mutz, Mutzel 112. 

Muxel 25. 

Nanz 45. 

Nassl 45. 

Naus 113. 

Neidhart 17. 

Nephut 99. 

Nerf 62. 

Nessel 45. 

Nesselhauf 82. 

Ketsch 43. 

Neuber 96. 

Neuss, Neusel, Neuschel 113. 

Nick, Nicki 56. 

Nickel 66. 

Niebergall 97. 



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198 



lUgister. 



NiebliDg 51. 

Kied, Riedel 113. 

Niepoth 99. 

Nies, Niessl, Niest 113. 

Nill 113. 

Nipp 56. 

Nippold 19, 56. 

Nirk 94. 

Niss, Niflch 43. 

Nissler 69. 

NSber 96. 

Nock 56. 

Nooker 23, 56. 

Nödel 113. 

Noder 134. 

Noest 113. 

NoU 59, 113. 

Nopp, Noppel 56. 

Nopper 96. 

Nörfel 62. 

Norst 44. 

Norz, Nora, Nörzel 42. 

Noss, Nöss, Nössel 113. 

Nösselt 76. 

Noth, NStel 113. 

Nothhaas, Nothhaft 82. 

Notz 42, 113. 

Notz, Notzel 113. 

Nuber 96. 

Nuding 113. 

Nugel 56. 

Null 113. 

Nasch 113. 

Nuss, Nüssel 113. 

Nussbiegel 113. 

Nutz, Nützel 113. 



Obst 97. 

Och 56. 

Ochs 25. 

Ochsenbein 118. 

Ocker 56. 

Ockl 56. 

Off, Öff, Öfele 56. 

Ogg, Ögg, Öggl 56. 

Ohler, Öhler 90. 

Ohm 52, 56. 

Öhm 56. 

Ohmich 63. 

Olf, Olif 56. 

Öller 90. 

Opp, Öpp, Oppel 56. 

Oppert 56. 

Orff 56. 

Ort 34. 

Ort 37. 

Örtel 36. 

Örtle 85. 

Ortloff 20. 

Öschey 133. 

Osl 90. 

Össling 45. 

Ossolengo 45. 

Ost 90. 

Otfrid 25. 

Otmar 25. 

Ott 34. 

Ott 37. 

Otter 91. 

Ötti 90. 

Ottmann 91. 



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Begister. 



199 



Pähr 94. 

Palm, Palmer 53. 

Pammer 18. 

Pasch 92. 

Passet 92. 

Patsch 92. 

Pättel 92. 

Patz, Pätzel 92. 

Pätzold 76. 

Paucker 98. 

Paul 99. 

Paasch 98. 

Pausl 98. 

Pecht 94. 

Peer 94. 

Peez 95. 

Peissl 98. 

Peitz 98. 

Pcmmerl 18. 

Pemsel 95. 

Pendel 45. 

Percht 94. 

Perl 94. 

Permaneder 7. 

Perr 94. 

Pertz 39. 

Perzel 95. 

Peschel 95. 

Pessl 95. 

Peter 21. 

Petsch 95. 

Petz 95, 

Petzel 46. 

Petzl 95. 

Petzhold 76. 

Pf autsch, Pfautz 138. 

Pfetsoh 138. 



Pflüger 138. 

Pfnautsch 135. 

Pfnorr, Pfn5rr, Pfnür 135. 

Pickl 53. 

Piels 99. 

Piesl 98. 

Piest 98. 

Pletsoh 98. 

Piller 140. 

Pllsl 99. 

Pimmel 53. 

Pippert 99. 

Plsohel 98. 

Plttroff 29. 

Pitz 48. 

Plabst 97. 

Pläss 97. 

Platt 97. 

Plattner 135. 

Platz 97. 

Plaut 97. 

Plebst 97. 

Pleig 53. 

Pleitner 153. 

Plesa 97. 

Plöbst 97. 

Plöderl 97. 

P15dl 97. 

Plötz 97. 

Poferlein 53. 

Pögl 53. 

Pohl 99. 

Pokes 63. 

Pöll 99. 

Pölsl 99. 

Polt 35. 

Pommer 53. 



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200 



Begister. 



Popp 99, 

Porzel 94. 

Poschs Pdsohel 9a 

Pösel 98. 

Poss, Pdssl 98. 

Possart 76. 

Posset 44. 

Post 98. 

Postl 98. 

Potel 98. 

Pott 98. 

Potz, Pötz, Pötzel 98. 

Pötzling 45. 

Pötzsch 98. 

Pozzolengo 45« 

Pracht 94. 

Pradl 94. 

Pranokh 58. 

Prasohel 94. 

Prass, Pr&ss 94. 

Prausch 100. 

Precht 35, 94. 

PrechteL94. 

Prechter 21. 

Predl 94. 

Pregel 100. 

Preis, Preisel 100. 

Pressl, Prest, Prestel 94. 

Pretsch 94. 

Pretz 94. 

Preusch, Preuschel 100. 

Preussendanz 100. 

Prienz, Prinz, Prinzel 101. 

Pritzel 100. 

Proff 100. 

Progel, PrSgel 100. 

Pröls 100. 



Prosch, PrSschel 100. 

Prosa, Prosa, Prössl 100. 

Prost 100. 

Protz, Protze! 100. 

Prügel 100. 

Prump 53. 

Prutz 100. 

Pücker 98. 

Pader 98. 

Pühl 99. 

Puhst 98. 

Pulg 53. 

Püller 140. 

Pummer 53. 

Pummerer 69. 

Punkes 60. 

Puppert 99. 

Pusel, Pussl 98. 

Putsch 98. 

patter 98. 

Püttrich 98. 

Putz 98. 



Quitzmann 88« 



Raab, Rabl 57. 
Babus 63. 
Bach, Rachel 109. 
Bächel, Backel 57. 
Backer 66. 
Baff, Baffel 57. 
Bagg 57, 109. 
Bahl 109. 
Bahm 56. 
Bahn 108. 



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Begister. 



201 



Rall 109, 116. 

Bambaldi 22. 

Bambold 56. 

Ramis 63. 

Bamm 56. 

Bammenstein 117. 

Bamp, Bampf 56. 

Band, Bandl 108. 

Banff, Banft, Banftl 56. 

Bang 56. 

Banger 23, 56, Z. 

Bank, Bankl 56. 

Bann, Bannes, Banz 108. 

Bapp, Bappel 57. 

Bappolt 19. 

Baps 63. 

Rasch 44, 128. 

Rasco 44. 

Rasp 77. 

Rassel 41. 

Rassig 44. 

Bast 43. - 

Bath 39. 

Ratwart 27. 

Ratwein 27. 

Ratz 109. 

Ratzel 41. 

Raub 57. 

Rauber 96. 

Räubert 57. 

Raubling 10. 

Raubold 19. 

Rauch, Bauchel 57. 

Raud 46. 

Rftud, Bändel 46. 

Baufenbarth 94. 

Baufer 96. 



Baum 57. 

Baumer 18, 57. 

Bauner 21. 

Baupp 57. 

Baur 61. 

Baus, Baus 47. 

Bausch 43, 47. 

Bftusoh, Bftusohel 47. 

Bäusel 47« 

Bauss, Bäuss, Bäussel 46. 

Baust, BSust, Bäustel 47. 

Baut, Baut, Bautel 46. 

Bautenbusoh 79. 

Bauz, BSuz, Bäuzel 46. 

Bebel 57. 

Beber 96. 

Beeb 57. 

Bech 109. 

Beck, Beckel 37, 57, 109. 

Beeg 57, 109. 

Bees 93. 

Begel 109. 

Beges 109. 

Begus 40, 109. 

Beheis 40. 

Behfus 26. 

Böhm 56. 

Behnich 108. 

Beibel 62. 

Beiber 96. 

Reich 34 

Beichelt 20. 

Beichl 36. 

Beiohold 19. 

Beid, Beidel 46. 

Beif 57. 

Beifert 17, 57. 



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202 



Begister* 



Reigel 62. 
Reiger 23. , 
BeU 59. 
Beul 109. 
Beim 56. 
Beimer 18, 56. 
Rein 34, 108. 
Beinbert 22. 
Beinbold 22, 56. 
Beindl 36, 108. 
Beineke 50. 
Beinelt 20. 
Bein er 21. 
Beinert 20. 
Beinbenz 79. 
Beinberz 20. 
Beinhold 19, 22. 
Beinholz 20. 
Beinig 108. 
Beinisch 40. 
Beindhl 108. 
Beinold 19, 22. 
Beinsch 108. 
Beinwald 19, 22. 
Beinz 108. 
Reis 47, 109. 
Beisch 47. 
Beischel 47, 109. 
Beiseck Z. 
Beiäel 47. 
Beisig 44. 
Beisigl 95. 
Beiss 38, 46. 
Beissel 46. 
Beisser 70. 
Beissner 70. 
Beist, Beistel 47. 



Beit, Beitel 46. 
Beiter 150. 
Beiz 39, 46, 109. 
Beizel 46. 
Beizenstein 39. 
Bell 109. 
Belhtab 110. 
Bembold 108. 
Bemm, Remmel 56. 
Remp, Rempel 56. 
Remppis 63. 
Rendl 108. 
Reng 56. 
Renk, Renkl 56. 
Rennbart 93. 
Renner 21. 
Renz, Renzel 108. 
Repp 57. 
Resch 93, 128. 
Resel 93. 
Ress 42, 93. 
Ressel 41, 93, 109. 
Rest 93. 
Rettich 50. 
Retz 93, 109. 
Retzel 93. 
Reubel 57. 
Reuchlin 57. 
Reud, Reudel 46. 
Rens, Reusei 47. 
Reusch, Reaschel 47. 
Reuss 46, 140. 
Reussel 46. 
Reust, Reustel 47. 
Reut, Reutel 46. 
Reuz, Reuzel 46. 
Res 25. 



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Register. 



203 



Reyh 109. 
Rheineck 50, 108. 
Rid, Ridel 46. 
Rieb 57. 
Rieck 57. 
Ried 37, 46. 
Riedel 46, 47. 
Riedl 36. 
Rief, Rieft 57. 
Riegel 57. 
Rieger 24. 
Rieges 40,. 63, Z. 
Riegg 57. 
Riehl 59. 
Riepl 57. 
Ries 47. 

Riesch, Riesohel 47. 
Riesel 47. 
Riesler 69. 
Riess, Riessei 46. 
Riessler 69. 
Riest, Riestel 47. 
Rietsob, Rietsehel 47. 
Rietzel 46. 
Riffel 57. 
Rinaldo 19. 
Ringseis 7. 
Ripfl 57. 
Ripp, Rippl 57. 
Ris, Risel 47. 
Risch 44, 47. 
Risohbieter 98. 
Rischel 47. 
Riss, Rissel 46. 
Rist, Ristel 47. 
Ritsch, Ritschel 47. 
Ritt, Rittel 46. 



Ritz, Ritzel 42, 46. 

Ritzert 76. 

Ritzhaupt 79. 

Ritzler 69. 

Rix 25. 

Robel 57. 

Roche! 57. 

Rock, Rockel, Rock, R5ckel 

57. 
Rockenbauch 83. 
Rod, Rodel, Röd, Rddel 47. 
Roder, Röder 22. 
Roger 24. 
Rogg 57. 
Roggenstiel 83. 
Rogger 24, 57. 
Rohm, Röhm 57« 
Rohmeis 63. 
Rohn 108. 

Rohr, Rohreis, Röhrl 61. 
Rolf 65. 
Romeis 40. 
Romer 18. 
Roming 63. 
Römisch Z. 
Rommel 57. 
Ronkar z 77. 
Roppel 57. 
Roppelt 19. 
Rorich, R5rich 22. 
Ros, Rös 47. 
Rosch 47, 128. 
Rösch 47, 128. 
Röschel 47. 

Roscblaub, Röschlaub 82. 
Roschütz 115. 
Roseck Z. 



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204 



Register. 



Rosel, Bdsel 47. 

Rosengtiel 83. 

Ro6en8tock 118. 

Rosentreter 110. 

Rosom 72. 

Rosp 77. 

Ross, RÖ88, Rössel 47. 

Rosset 44. 

Rost 43, 47. 

RöBt, Röstel 47. 

Rothbart 93. 

Rothgang 22. 

Rothlauf Z. 

Rothmund 22. 

Rott, Rött, R5ttel 47. 

Rotz, Rotz, Rdtzel 47. 

Rubel, Rüb, Rubel 57. 

Ruber 96. 

Rübig 63. 

Ruch, Ruck 57. 

Rück, Rückl 57. 

Ruokdeschel 79. 

Rucker 24. 

Rücker, Rückerl, Rüger, Rieger 

24. 
Rückert 76. 
Ruckhaber 97. 
Rud 46. 
Rudel 47. 
Rüd, Rudel 46. 
Rudhard 17. 
Rudigier 22, 24. 
Rüdeger 22. 
Rüderer 69. 
Rüdl 36. 
Rudloflf 20. 
Rudolf 22. 



Roes 47. 

Ruf, Ruef 57. 

Rüg, Rüg, Rogger 57. 

Ruger 24. 

Ruggenbrod 100. 

Ruhl 59. 

Rühm 57. 

Ramann 71. 

Rümel 57. 

Ramer 18. 

Rumm, Rummel, Rümmelin 57. 

Rumpel 62. 

Rumpelmaier 130. 

Rumpf 57. 

Rumpier 69. 

Rumppus Z. 

Ruosoh 47. 

Ruotz 47. 

Rüpel 66. 

Rupolding 19. 

Rupp, Ruepp, Ruppel 57. 

Ruppert 19, 57. 

Rüppl, Rüppel 56. 

Rapprecht 19. 

Ras, Rüs, Rüsel 47. 

Rusch 44, 47. 

Rüsch, Rüschel 47. 

Russ 38, 46. 

Rüssel 47. 

Rüss, Rüssel 46. 

Russig 44. 

Rüssler G9. 

Rust 43, 47. 

Rüst, Rüstel 47. 

Rüthling Z. 

Rutsch, Rutsch, Rütsohel 47. 

Rutt, Rütt, Rüttel 46. 



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Begister. 



205 



Butz 38, 46. 
Bütz, Bfitzel 46. 
Butzer, Butzner 70. 



Saal 51. 

Säbel 114. 

Salat 101. 

Salg 51. 

Sallet 101. 

Salling 114. 

Salm 72. 

Sarg 114. 

Sauppe 65. 

Sauter 136. 

Schaar 132. 

Schaokert 137. 

SchafhSutl, Sohafbeitl 7. 

Schalk 115. 

Schall 59, 115. 

Soharch 132. 

Scbarl 132. 

Soharold 132. 

Scharr, Scharr 132. 

Schärzel 132. 

Schaub, Schauber, Scbaubert 

137. 
Schaufele 136. 
Schauflfert 136, 137. 
Schani 137. 
Schaum 72, 137. 
Schaupp 137. 
Schauppert 136, 137. 
Schauroth 137. 
Schauss 115. 
Schautz 115, 137. 
Sohaux 137. 



Soheer 132. 

Scheffel 136. 

Scheib, Scheibl 137. 

Scheier 127. 

Scheit, Scheitle 137. 

Scheich 144. 

Schell, Schellhorn 144. 

Schelling 144. 

Schellkopf 144. 

Schels, Schelz 144. 

Scherl 132. 

Scherr 132. 

Scherribl 132. 

Scherrigl 132. 

Scherz 132. 

Scheuchenpflug 7. 

Scheuer, Scheuerl 127. 

Scheufeie 136. 

Soheuppel 137. 

Scheutle 137. 

Schick, Schickert, Schickl 137. 

Schichtl, 137. 

Schidt 137. 

Sohiebel 137. 

Schieder, Schiedermaier 137. 

Schiegl 137. 

Schier, Schierl 132. 

Schiess, Schiessl 115. 

Schiller 125. 

Schimmel 137. 

Schippel 137. 

Schippert 137. 

Sohistl 115. 

Schlaff 114. 

Schlag 114. 

Schlapp, Schlappolt 114. 

Schlauch 114. 



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206 



Register. 



Schleich 114, 187. 

Schleiff 114. 

Schleiss 114. 

Sohlenk 114. 

Schlereth 114. 

Schliohthörle 125. 

Schlick, Sohlioker 114. 

SchUu 114. 

Schlitz 114. 

Schluch 114. 

Schm&dl 114. 

Scbmaisl 114. 

Schmalix 116. 

Schmeidl 113. 

Schmeicher, Schmeller 135. 

Sobmerold 115. 

Schnoch 114. 

Schnorf 119. 

Schnorr 119. 

Schnuck 114. 

Schnurbein 118. 

Schnurr, Schnurrbusch 119. 

Sohobelt 137. 

Schober, Sohöberlein, Schobert 

137. 
Sohoch 72, 137. 
Schock, Schock 137. 
Schöffel 136. 
Schoffer 137. 
Scholl 59, 115. 
Schollwöck 115. 
Scholpp 115. 
Schomer 137. 
Sch5nhärl 125. 
Schopenhauer 136. 
Schopf 136. 
Schöpf, Sch5ppe 135. 



Schopp, Schöppel 137. 

Schores 132. 

Schork 132. 

Schorle, Sohörl 132, 

Sohom, Schornstein 132. 

Schorr 132. 

Schott 137, 141. 

Schottenhammel 137. 

Schöttl 141. 

Schrader 136. 

Schramm, Schrammel 114. 

Schrauth 115. 

Schreil 115. 

Schremmel 114, 

Schrenk 114. 

Schrick 114. 

Schröder, Schröder 136. 

Schrödl 115. 

Schröfel 115. 

Schroflf 115. 

SchroU 115. 

Schropp, Schröppel 115. 

Schrott 115. 

Sohruff 115. 

Schrupp 115. 

Schubart 137. 

Schübel 137. 

Schubert 136, 137. 

Schuch, Schuohart 137. 

Schuck, Schuckert 137. 

Schudt 137. 

Schuegraf, Schuhkraft 137. 

Schuffert 136, 137. 

Schufft 137. 

Scbuhwein 137. 

Schumann, Schuohmann 72. 

Schumm, 72, 137. 



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Register. 



207 



Schupp 137. 
Schuppert 137. 
Sohurk 132. 
»Schurich 137. 
Schüssel 115. 
Schuster 130. 
Schutzmarlin 115. 
Schütz 115. 
Schwall lU. 
Schwegler 137. 
Schweier 137. 
Sebert, Seboth 57. 
Sedelmaier 131. 
Seefried 16. 
Seel 51. 
Seeliger 114. 
Seelus 114. 
Segitz 40. 
Sehr 127. 
Seib 52, 57. 
Seibel 57. 
Seibert, Seibold Z. 
Seibt 21, 57. 
Seid 62, lai. 
Seidel 62, 102. 
Seidelmann 71. 
Seidenfuss 26, 79. 
Seifert, Seiff 58. 
Seiffer 96. 
Seiffert 17. 
Seifried Z. 
Seifüssl 26. 
Seiher 61. 
Seihm 58. 
Seipp 57. 
Seiss 38. 
SeiBsl 38. 



Seisser, Seissner 70. 

Seith 62. 

Seitz 38. 

Selb, Seibert 57. 

Selch 51, 114. 

Selg 114. 

Selig 51, 114. 

Seil 51. 

Sellrath 114. 

Seltenhahn 111. 

Selz 114. 

Semm 58. 

Semper 96. 

Senf, Senft 58. 

Sengel 58. 

Senk 114. 

Sepp 57. 

Sers, Serz 141. 

Setz 57. 

Seubert 15. 

Seuffert 51, $8. 

Seupel 15. 

Seuter 136. 

Shakespeare 8. 

Sichel 36. 

Sicherer 69. 

Sickel 36. 

Siebein 118. 

Siebenbeutel 79. 

Siebenhaar, Siebenhürl, Sieben- 
käs , Siebenlist , Sieben- 
pfeiffer, Siebzehnrübel 82. 

Sieber 96. 

Sieg, Sick 34. 

Siegel 36. 

Siegert 17. 

Siehl 59. 



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208 



Register. 



Siess 38. 

Sigmund 18. 

Simmel 58. 

Simmer, Simmerl, Simmerlein 

18, 
Simmet Z. 
Simon 18. 
Simper 96. 
Simrock 82. 
Sing 58. 
Sinn 133. 
Sinzel 41. 
Sipf 58. 

Sipp, Sippel 57. 
Six 25. 
Söhr 127. 
Solbrig 81. 
Solch 51, 114. 
Solf 57. 
Solger 114. 
Söltl 63, 102. 
Sommerrock 83. 
Sondermaier 131. 
Sonnenmaier 131. 
Sopp 65. 
Soratroy 150. 
Sorg, Sdrgcl 114. 
Spengel 128. 
Stahr, Staar 133. 
Starz, Stärzel 41. 
Steer 133. 
Sterf 58. 
Sterl 133. 
Sterr 133. 
Sterz 42. 
Sierzing 41. 
Steub 140. 



Steuer 133. 

Steyer 133. 

Stier 33. 

Stöber 137. 

Storf, Störfei 68. 

Stork 58. 

Storr, Störr, Störrlein 133. 

Storz, Störz, Störzel 58. 

Strack 133. 

Stratz 133. 

Straub 115, 125. 

Straubert 125. 

Strauss 115. 

Streck 133. 

Streib, Streibl 115. 

Streitz 115. 

Stretz, Stretzel 133. 

Streubert 125. 

Striebl 115. 

Stritzel 115. 

Ströbele Ströbl 115, 125. 

Ströbert 125. 

StroU, Ströll, StroU 115. 

Strotz 115. 

Strub 115. 

Strutz 115. 

Stüber 137. 

Supp, Suppes, Suppus 65. 

Suppenmooser 65. 

Sutor 136. 

Syptroth 83. 



Tafel, Tafler, Täfler, Tafel- 
meier 70. 
Tagolfing 2. 
Tammerl 18. 



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Register. 



209 



Tampel 53. 
Tann 116. 
Taubald 16. 
Tauber 96. 
Tanbert 16, 22, B8. 
Taubold 22. 
Taucher 58. 
Taupp 58. 
Tausch 118. 
Tausig 44. 
Tegel 117. 
Teich 58. 
Teimer 18, 58. 
Teil 116. 
Tempel 59. 
Teng 116. 
Tensi 44. 
Tetzel 41. 
Teuber 96. 
Teufel 61. 
Teuffert 17, 68. 
Thambusch 79. 
Thauer 61, 119. 
Theil 116. 
Thein 116. 
Theiner 21. 
Thenn 116. 
Theobald 15, 22. 
Theodelinde 23. 
Theuer 120. 
Theuerkom 118. 
Thiel 59. 
Thier 119. 
Thierauf 29. 
Thiersoh 120. 
Thomann 71. 
Thomm 58. 

Steub, Oberdeatsche FamiliennAmen. 



Thon 116. 

Thorr 119. 

Thorschmidt 120. 

Thoss 118. 

Thum, Thüm, Thümmel 58. 

Thomann 71. 

Thumb 126. 

Thümig 63. 

Thumsee, Thumser 126. 

Thur 119. 

Thum, Thumes 120. 

Tiefel 61. 

Tiegel 58. 

Tillmetz 118. 

Tipp, Tippel 58. 

Tischbein 118. 

Tock 58. 

Todt 16, 34, 118. 

Toggenburg 118. 

Tölpel 66. 

Tragseil 114. 

Trapp 58. 

Trappentreu 8. 

Trassl 41. 

Tratzl 41. 

Traub, Traubert 58^ 

Traumer 18. 

Traurig 61. 

Traut 34, 119. 

Trautwein 23. 

Trautz 119. 

Treibl 58. 

Treindl, Trendl 21.- 

Treischel 119. 

Treitz 119. 

Trommel 58. 

TresBol 41. 

14 



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210 



Register. 



Treapel 68. 

Trensch 119. 

Treutel 119. 

Treattel 36. 

Trieb 58. 

Triendl 21. 

Triesohel 119. 

Trietachel 119. 

Trindl 21. 

Trippel 58. 

Tröbl 58. 

Trog, Trögel 58. 

Troger 23. 

Trolf 65. 

TroU 59. 

Trdndle 21. 

Tropf 66. 

Trosa 119. 

Trost, Trostel 119. 

Trott 119. 

Trübl 58. 

Trudel 119. 

Tradering 2. 

Trumer 18. 

Tmmm 58. 

Trupp 58. 

Trusch 119. 

Trüschler 69. 

Truth 119. 

Trutz, Trutze], Trützel 119. 

Tuch 58. 

Tugendhad 118. 

Türk 119, 139. 

TOrkenfeld, TOrkheim 139. 

Tumeisen 120. 

Türschi 120. 

Tussbass 83. 



Tfissing Z. 
Tutzing 43. 



Uebel 90. 
Uckele 56. 
Ufert 75. 
ühde 90. 
ühl 49, 59, 90. 
Uhland 90. 
üble 90. 
Uehle 49. 
Uhlmann 71. 
Ulf 58. 
ülich 90. 
Ulm 72. 
Ulmer 72, 90. 
Ulrich 90. 
Ulsch 90. 
Ulses 119. 
Ultsch 90. 
Unflad 128. 
Urich 142. 
Urlaub 143. 
UrschaU 142. 
Uschold 76. 
Uettel 90. 
Utz, Uetz 90. 
Utzmann 71. 



Valltigel 95. 
Veusel 134. 
Vier 132. 
Yierneusel 133. 
Titzthum 138. 
Vock 135. 



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Begister. 



211 



Vogel .138. 

Vogt 134. 

Veit 134. 

Volger 23. 

Volk 34. 

Volkert, Volkhart 17. 

Volk 37. 

Völkl 36. 

Völkle 49. 

Volkmann 71. 

Volkrat 27. 

Volkwien 23. 

Voll 59. 

VoUhard 17. 

Vollherbst 83. 

Vollkammer 148. 

Vollmar 17, 58, 

Vollmer 18. 

Völlm 58. 

Volm, Völmle 58. 

Volz, Völz, Völzel 42. 

Vonier 135. 

Vörg'132. 

Vorgeitz Z. 



Waas 45. 
VTachs 25, 127. 
VTachsenstein 127. 
Wagenpfeil 7. 
Wahl 140. 
Wahlstab 110. 
Waitz 38. 
Walch 140. 
Waldherr 24. 
Walk 58. 
Walker 23, 58. 



WaUmenich 187. 
Wftlsoh 140. 
Walser 139. 
Walther 21. 
Walz 42. 
Watzel 45. 
Weibel 62. 
Weich 34. 
Weichert 17. 
Weig 34. 
Weigand 21. 
Weigl 36. 
Weil 60. 
Weileter 147. 
Weim 58. 
Weimar 17, 18. 
Weimer 58. 
Wein 34. 
Weindl 36. 
Weinhart 23. 
Weinhold 19, 23. 
Weinholz 20. 
Weinisch Z. 
Weinpold 23. 
Weinzierl 117. 
Weipert 21. 
Weiss 38. 
Weissenbruch 100. 
Weissenhom 145. 
Weltin 51. 
Welz, Welzel 42. 
Wend 140. 
Wendel 45. 
Wendleder 147. 
Wendling Z. 
Wensauer 143. 
Wenz, Wenzel 45. 



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212 



BegiBter. 



Werte 45. 
Werndl 45. 
Wernherr 24. 
Werr 46. 
Werther 161. 
Wencel 46. 
Wesel 45. 
Wess 46. 

WessanBohiieid 144. 
Wessel 45. 
Wessing Z. 
Wetioh 48, 46. 
Wetz, Wetzel 46. 
Wex 25. 
Wich, Wiok 84. 
Widenbaaer 18. 
Widmaier, Widnumn 18. 
Wieland 188. 
Wieri 86. 
Wieshei 188. 
Wiesendanger 144. 
Wigand 21. 
Wigard 17. 
Wigger 23. 
Wiguleus 100. 
Willioh 60. 
WUm 66. 
Wimmer 18. 

Wind, Windisch, Windisch- 
mann 140. 
Winfried 28. 
Wink, Winker 68. 
Winther 24. 
WinzenhSrtein 83. 
Wipper 96. 
Wippert 21. 
Wimhier 24. 



Win 45. 

Wisand, Wisent 144. 
Wisnei 144. 
Wissend 144. 
Wissmann 71. 
Witz 88, 76.- 
Witzert 76. 
WohlÄhrt 17. 
W6hm 45. 
Wolfger 20. 
Wolfhart 17. 
Wolfrom 20. 
Wolker 24. 
W6mz 45. 
Wörth 151. 
Wühr 94. 
Wülfert 17. 
Wünsch Z. 
Würstel 94. 
Würz 46. 
Wüth 128. 
Watz 128. 



Trsch 148. 



Zach 121. 

Zahn 121. 

Zanger, Z&ngerle 120. 

Zaubzer 121. 

Zeier 128, 

Zeiss 120. 

Zeits 120. 

Zenns 120. 

Zenz 120. 

Ziegenhom 146. 



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Register. 



213 



Zier 128. 


Zimgiebi S, 


Zingerle 120* 


Zistl 121. 


Zink, Zinkelsen 120. 


Zitz 121. 


Zinkgraf 138. 


Zobel 121. 


Zinn 138. 


Zotz 121. 


Zintgraf 138. 


Zugschwert 


Zinz 120. 





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Zusätze nnd Beriehtigangen. 



S. 16, Z. 8 ist Debel von Thiudbald, 8. 69 von Dagobert ab- 
geleitet; beides mdgUch. 

S. 18, Z. 4 V. u. wäre etwa noch beizuffigen, dass auch 
Simmet, in Altbayern nicht selten, anderswo, wie es scheint, un- 
bekannt, auf Sigmut oder Sigmund zurQckgeht. 

S. 20, Z. 10 als Tariante zu Rudioff wäre auch Rothlanf 
anzumerken, wie neben Heideloff auch Heidelauf vorkommt. 

S. 22, Z. 7 V. u. statt J^^fujoTQcaog lies J^fioar^cctog, 

S. 23, Z. 3 V. tt. ist Ranger von Rabenger, S. 56 von Ragan- 
gor abgeleitet; auch beides möglich. 

S. 24, Z. 3 V. u. ist Drax zu Trutgis gestellt, als wenn es 
früher Traux gelautet hätte. Es stellt sich aber einfacher zu 
Draco, Drakiso. Ygl. S. 41 und 114. Hax, Hux können übrigens 
auch von Hakiso (Hacco, Hageno), Hukiso (Hugo), Rix von Ri- 
kiso (Ricco, Richard), Bux, Düx von Buggiso, Duggiso abge- 
leitet werden. 

S. 40« Zu den Namen in — isch wären unter andern auch 
noch Römisch (Rumo) und Weinisch (Wino) zu stellen. Wünsch 
lehnt sich besser an Wunibald, könnte aber auch für Winsch stehen. 

Für — isch findet sich übrigens auch — asch, — osch, 
— uBch, wie in Brandasch (Brande), Gumposch (Gumpo), Ham- 
osch (Hammo), Harnisch, was auch als Hanisch vorkonunt (Hano) 
u. 8. w. Eomposoh ist S. 44 aufgeführt. Da Kompast zu Eund- 
pert, so gehört wohl auch Eienast zu Enno. 

8. 40. Rieges, als von einer Eoseform der dritten Art aus- 
gehend, gehört eigentlich nur zu denen, die auf Seite 63 aufge- 



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Zusätze und Berichtigungen. 215 

fährt sind. Bei dieser Gelegenheit mag auch Rnmppiui (St.) Yon 
Bumpold erwähnt werden. 

S. 44. Das sohliessende ss in Namen wie Malss, Balss, Linss 
ist ein deutsches % das sich im lateinischen Druck nicht wieder- 
geben lässt. 

S. 50. Zu Bheineck etwa noch Buseck, G^zeck, Landeck, 
Beiseck, Roseck yon Buso, Gezo, Lando, Biso, Boso. 

S. 51. Wenn Killing als Eünneling gedeutet wird, so gehört 
es eigentlich nicht hieher, sondern in die dritte Olasse. Es mag 
aber auch als Eütling angesehen und zu Cuto gestellt werden. 
Vgl S. 105, 106. 

Auch die Namen in — ing und jene in — ling wären besser 
gesondert worden. Zu Häring nehme man beispielshalber noch 
Epping (Eppo, Eberhard), C^hring (Gero), Mehmg (Marc), 
Ttissing (Tuzzo), Wessing (Wezzo, Werner); zu Niebling, Hess- 
ling noch DeinUng (Degenhart), Gössling (Gozo), Helmling (Helm- 
brecht), Hettling (Hatto), Lebling (Liubilo, Liebhart), Büthling 
(Budilo), Wendling (Wendel, Werner s. S. 45). 

S. 56. Zu Lichtl (unter Ludger) bietet Meichelbeck im 
8. Jahrh. ein Leohtilo, was den Namen an den Stamm lioht = 
Licht zu verweisen scheint. 

Bei Mutger wäre auch Mückel einzustellen, da es S. 62 als 
Yorkommend erwähnt wird. Ist Meichelbeck, der Geschichts- 
schreiber von Preising, ein Mäuchel- oder ein Michelbacher? 

Nocker geh5rt nicht zu Notpert, sondern zu Notger. 

8. 60, Z. 8 statt NUe lies Nilo. 

Hier konnte bemerkt werden, dass die Namen in — nk theil- 
weise auch auf — nico zurückgeführt werden können, d.h. Eink, 
Mank, Bank mögen eben so wohl von Ounico, Mannico, Bannico 
ausgehen, als von Oundker, Maganker, Baganker. 

S. 91. Zu Angst lässt sich auch ein Mangst (M.), Mannizo 
stellen. Uebrigens könnte man eben so gut Agingis, Magangis 
annehmen. YgU S. 25 und 44. 

Angstwnrm (M.), Wurmo, S. des Annizo. Meingast ist wohl 
das alte Megingoz. 

S. 99. Zu Poppe: Lillbopp — Boppo, S. des Ludilo. 

8. 101. Zu Bruno, Braun auch Bninn, Bronn. 



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216 ^'^ ^/ ^ Zosätze und Beriohtignngen. 

S. 102. (^ehold, Gebolf, jetzt Gehwald, Ctohwolf (M.). Geb- 
win kommt wohl irgendwo als Gehwein vor, oder Bteokt es in 
Gewin-ner? 

8. HO. Als Stellyertreter des alten Hagano wSre hier auch 
der noch sehr häufige Name Hagen anzuführen. 

8. 112. Eambeitz yielleicht besser als Cambizo zu betrachten, 
wornach denn auch Yorgeitz yielleicht als Fargizo yon farjo 
(s. S. 132) zu erklftren wftre. 

S. 113. Hier wäre nachzutragen, dass die gewöhnlichen For- 
men yonSigbald, Sigbert, 8igfrid jetzt Seibold, Seibert, Seifried sind. 

S. 116. Teng, Dengl worden S. 53 als Koseformen yon De- 
genger erklärt, mögen aber auch aus Tegno entstanden sein. Wie 
der christliche Taufname Magnus zu Mang wurde, so konnte auch 
aus Hagno, Magno, Ragno, Tegno Hang, Mang, Rang, Teng werden. 

8. 117. Ton einem ahd. Tecoo, Decco, auch Deggendorf, 
unser bekannter niederbayerischer Gnadenort. 

S. 133. Um die ganze Familie zusammen zu halten, müsste 
dann allerdings weiter angenonmien werden, dass aus Störr, Steer, 
welches aus Storr, Starr erwachsen, wieder Stier, Steier und mit 
falscher Schreibung Steuer heryorgegangen sei. 



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"^ 



Im Verlage von R. Oldenbonrg in Mönchen erseheint 
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Von 
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Druck von C. R. Schurich in München. 



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